Die besten Schuhe zum Radfahren im Winter

Radfahren im Winter ist eine besondere Herausforderung, insbesondere wenn es darum geht, die Füße warm und trocken zu halten. Ob auf dem Gravelbike oder Rennrad, kalte und nasse Füße sind nicht nur unangenehm, sondern können auch jede Winterausfahrt früher beenden als gewünscht. Spätestens dann, wenn’s im Schuh zu kribbeln beginnt und die Zehen taub werden.

Gegen den Wärmeraub und für ein wohliges Fußgefühl beim Radeln während der kalten und nassen Jahreszeit gibt es von der klassischen Wollsocke über bewährte Neopren-Überschuhe bis zu beheizten Innensohlen eine breite Auswahl an Produkten, speziell entwickelt dafür, um vor kaltem Fahrtwind und Regen oder Graupelschauern zu schützen. Durch die richtige Auswahl und Kombination dieser Produkte kann es aber klappen, die Füße auch bei härtesten Winterbedingungen warm und trocken zu halten, auch auf ausgedehnten Schlechtwettertouren.

Radschuhe für verschiedene Wetterlagen

Die richtige Kombination der Produkte hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem konkreten Wetter ab. Gefütterte Überschuhe mit Goretex-Membran oder richtige Winterradschuhe können bei extremen Bedingungen schützen, wobei der Überschuh flexibler einsetzbar ist.

Kalte und trockene Wetterlagen

Solange es trocken bleibt, ist es relativ leicht, die Füße warm zu halten. Voraussetzung ist ein ausreichend dickes Luftpolster als Isolationsschicht. Probates Mittel ist auch die Windbarriere mithilfe eines Windblockers, den man über dem Schuh trägt. Für kühle und trockene Tage bieten sich Fell-Einlegesohlen und Socken aus Merinowolle an.

Die Einlegesohlen isolieren hervorragend und halten die Wärme im Schuh, während Merinowolle für ihre wärmenden und hautfreundlichen Eigenschaften sowie gute Feuchtigkeitsregulierung bekannt ist.

Kühl und nass: Radschuhe für Regenwetter

Die Nässe macht den Unterschied! Werden die Füße feucht, kühlen sie extrem schnell aus. Deshalb braucht es eine Schutzschicht, an der Regentropfen abperlen. Membrane und imprägnierte Außenhaut dienen als Barriere.

Zusätzliche Optionen für warme Füße

Wenn die Temperaturen weiter sinken, sind beheizte Sohlen mit Akku eine Option, da sie eine aktive Wärmequelle bieten, wenn auch mit leichten Komforteinbußen, da die am Knöchel befestigten Akkus beim Pedalieren immer ein wenig schlackern oder drücken können. Voraussetzung ist natürlich, dass der Schuh noch genügend Platz bietet für die teils dicken Einlagen. Wird’s im Schuh nämlich zu eng, bleibt kein Platz mehr für die isolierende Luft, und der Wärmeeffekt ist dahin. Für nasse und kalte Bedingungen sind Neopren-Überschuhe und wasserdichte Übersocken geeignet.

Neopren-Überschuhe isolieren hervorragend und schützen vor Wind und Wasser. Wasserdichte Übersocken halten die Füße trocken, selbst wenn Wasser in die Schuhe eindringt.

Winterschuhe im Test

Wer auch im Winter ambitioniert mit dem Renner auf der Straße oder dem Gravelbike auf Schotter unterwegs ist, für den ist der gefütterte und wasserdichte Fahrrad-Winterschuh die richtige Wahl. Im Vergleich zum Sommerschuh, den alle Hersteller in zahlreichen Varianten und Preisklassen im Sortiment haben, ist die Auswahl an Winterschuhen allerdings überschaubar.

Auf der Basis vieler Erfahrungen beim Radfahren im Winter haben wir uns dafür entschieden, Winterschuhe mit Mountainbike-Sohlen zu testen. Stehen und Gehen auf glattem, nassem oder auch matschigem Untergrund gelingt ­damit auf jeden Fall sicherer. Nachteil ist, dass man dafür ein passendes Mountainbike-Pedal ans Rad schrauben muss, denn die Platten bzw. Cleats der gängigen Rennradpedale passen nicht auf die MTB-Sohlen.

Wettmachen kann diesen Nachteil, dass durch die längeren Achsen der MTB-Pedale die breiteren Winterschuhe mehr Abstand zu den Kurbeln halten, was hässliche Scheuermarken vermeiden hilft. Wer auch im Winter sein gewohntes Pedalsystem bevorzugt, für den haben von den Marken im Test Fizik und Scott Winterschuhe mit Rennradsohlen im Angebot.

Außer Vaude verwenden alle Hersteller dampfdurchlässige Membrane von Gore-Tex zwischen Außenhaut und Futter; die Marke aus dem Allgäu vertraut auf das recyclingfähige ­Porenmaterial von Sympatex. An einigen können zusätzliche Schraub­stollen für besseren Halt beim Laufen im Gelände ergänzt werden. Die Modelle von Fizik und North­wave sind mit besonders dickem Teddyflausch ausgestattet. Der Fizik-Schuh gibt sich mit dem niedrigsten Schaft betont sportlich, während der Schuh von 45 NRTH mit extralangem Neoprenschaft schon fast als Stiefel durchgeht.

Testergebnisse

Unsere Testerinnen und Tester haben alle Schuhe intensiv ausprobiert und ihre Eindrücke zur Passform sowie die Erfahrungen in der Praxis dokumentiert. Unter Labor­bedingungen mussten die Schuhe ihre Wasserdichtigkeit und Isolationseigenschaften unter Beweis stellen.

Die gute Nachricht: Alle sieben Paare halten die Füße trocken und warm, wobei 45 NRTH und Northwave hierbei am besten abschneiden - damit sind sie eine Empfehlung für besonders kälteempfindliche Radler. Deutlich weniger wärmen die Modelle von Gaerne und Scott. Das muss kein Nachteil sein: Zum einen ist das individuelle Kälteempfinden sehr unterschiedlich, und zum anderen kann es bei intensivem Training in stark isolierenden Schuhen schnell zu warm und damit feucht und in der Folge kalt werden.

Viel Lob gab es von allen Testern für die Passform des Fizik-Treters, der sich zudem am besten an- und ausziehen lässt. Doch kein Vorteil ohne Nachteil: Wegen des kurzen Schafts läuft Regen und Spritzwasser schnell von oben in die Schuhe. Hier punkten aufgrund ihrer Konstruktion mit hohem Schaft die Modelle von North­wave und 45 NRTH.

Details zu den getesteten Winterschuhen

45 NRTH Ragnarök Tall

  • Preis: 270 Euro
  • Produktionsland: China
  • Gewicht (Größe): 1055 Gramm (44)
  • Größen; halbe Größen: 36 bis 48; 50
  • Ausstattung: Boa-Li2-Verschluss mit Werkzeug, hoher Neoprenschaft mit Klettverschluss, Stollen, Reflexmaterial
  • empfohlener Temperaturbereich: -5 bis 0 Grad
  • Fazit: Der Winterschuh fällt klein aus, Nummer größer probieren; sehr warm, bester Spritzschutz dank sehr hohem Schaft, lässt sich dank Klettverschluss leicht an- und ausziehen, die Weitenanpassung in Fahrt klappt ebenfalls sehr gut, viel Reflexmaterial.

Fizik Terra Artica GTX

  • Preis: 259 Euro
  • Produktionsland: Vietnam
  • Gewicht (Größe): 910 Gramm (42)
  • Größen; halbe Größen: 36 bis 48; 37,5 bis 46,5
  • Ausstattung: Boa-Verschluss L6 dial D, Gore-Tex- Innensohle, Klettriemen, Anziehhilfe, Reflexmaterial
  • empfohlener Temperaturbereich: -5 bis 0 Grad
  • Fazit: Tolle Passform; das Material schützt sehr gut vor Wasser, das flauschige Futter wärmt gut; über den niedrigen Schaft kann leicht Spritzwasser eindringen; der Boa-Verschluss rastet lediglich in eine Richtung. Das Modell mit Rennradsohle heißt “Tempo”

Gaerne G.ICE-Storm MTB 1.0

  • Preis: 270 Euro
  • Produktionsland: Italien
  • Gewicht (Größe): 920 Gramm (44)
  • Größen; halbe Größen: 39 bis 48
  • Ausstattung: Boa-Li2-Verschluss, Klettriemen, Reflexmaterial
  • empfohlener Temperaturbereich: 0 bis 10 Grad
  • Fazit: Der Schuh fällt klein aus, Nummer größer probieren; in halben Größen erhältlich; der leichteste Schuh im Test lässt sich während der Fahrt fein in der Weite justieren; hinter der Zunge kann Spritzwasser eindringen; für Temperaturen über null Grad und starke Schwitzer.

Northwave Celsius XC Arctic GTX

  • Preis: 250 Euro
  • Produktionsland: Kambodscha
  • Gewicht (Größe): 960 Gramm (44)
  • Größen; halbe Größen: 36 bis 49; 39,5 bis 45,5
  • Ausstattung: Northwave-Drehverschluss SLW 2, Stollen, Reflexmaterial
  • empfohlener Temperaturbereich: -5 bis 0 Grad
  • Fazit: Testsieger. Fällt insgesamt groß aus, Nummer kleiner probieren; beim An- und Ausziehen hilft ein Schuh­löffel, der Drehverschluss benötigt etwas Übung und lässt sich mit Handschuhen nicht immer sicher greifen.

Weitere Winterausrüstung

Neben einem warmen Radtrikot und einer Thermo-Radhose halten Dich im Winter vor allem diverse Accessoires warm. Fahrradhandschuhe, Stirnbänder, Fahrradmützen, Schlauchtücher sowie Arm- und Beinlinge komplettieren Dein Fahrrad-Winteroutfit.

  1. Spätestens ab Oktober, wenn die Temperaturen besonders in den Morgen- und Abendstunden bereits empfindlich kalt sind, brauchen Radler Fahrradhandschuhe. Für die Übergangszeit eignen sich Allwetter-Fahrradhandschuhe, zum Beispiel von Castelli. Diese sorgen für einen optimalen Schutz vor Wind und Wetter, bieten aber gleichzeitig noch ausreichend Gefühl für die Bedienung von Schaltung und Bremse.
  2. Der Mensch verliert über den Kopf die meiste Wärme. Ein dünnes Stirnband oder eine wärmende Fahrradmütze gehören bei der Fahrradbekleidung im Winter deshalb zur Grundausstattung.
  3. Multifunktionstücher sind auch beim Radfahren im Winter eine tolle Sache, das Du immer dabei haben solltest. Sie schützen den Hals und können bei Bedarf auch Wangen und Kinnbereich vor Kälte und Feuchtigkeit schützen.

Neben warmer Kleidung ist beim Fahrradfahren im Winter auch die Sichtbarkeit ein wichtiges Thema. Besonders Berufspendlerinnen und -pendler, die früh morgens und abends mit ihrem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind. Zusätzlich zur obligatorischen Fahrradbeleuchtung erhöhen integrierte Reflektoren an Bekleidung und Accessoires und helle Farben die Sicherheit enorm.

Die richtige Kleidung im Winter

Oberstes Gebot bei der Wahl der Fahrradbekleidung im Winter: einkleiden nach dem Zwiebelprinzip. Über die geschickte Kombination mehrerer Kleidungsstücke kannst Du am besten den wechselnden Bedingungen zwischen warmen Abschnitten in der Sonne und frostigen Passagen im Schatten entgegenwirken und Dich gegen kühle Nässe von außen schützen. Zudem hilft Dir eine flexibl kombinierbare Garderobe dabei, Deine Kleidung möglichst optimal an die Bedingungen Deiner Tour anzupassen. Beim Biken im Winter eignet sich Unterwäsche mit Merinowolle sehr gut, denn hier kommt es häufig zu großen Temperaturschwankungen.

Winterschuhe kaufen: worauf achten?

Radschuhe für den Winter sind im Gegensatz zu Standard Radschuhen deutlich isolierender. Allein schon in ihrer Schnittführung und dem oftmals höher geschnittenen Schaft oder der Neopren Gamasche am Bund sieht man, dass diese Schuh Modelle möglichst gut die Kälte auf Abstand halten sollen. Auch die verwendeten Materialien sorgen für maximale Wärmeleistung und warme Füße. So verfügen die meisten Winterschuhe über eine Wattierung oder ein wärmendes Innenfutter, um kalten Füßen vorzubeugen.

Üblicherweise haben die Schuhe für den Winter auch eine wind- und wasserdichte Membrane. Bei der Membrane handelt es sich um eine dünne Kunststoff-Schicht, die zwischen dem robusten Obermaterial und dem wärmenden Innenmaterial eingearbeitet ist. Durch die Mini-Perforationen in der Membrane kann Wind und Wasser nicht in den Schuh eindringen, jedoch kann der Wasserdampf, der beim Schwitzen entsteht, durch die Perforationen nach außen entweichen.

Verschlusssysteme

Um einen optimalen Halt im Schuh zu haben, haben sich die Schuhhersteller unterschiedliche Verschlusssysteme einfallen lassen.

  • Klettverschluss: Der Klettverschluss an deinen Winter Fahrradschuhen bietet dir eine präzise Anpassungsmöglichkeit, lässt sich ggf. sogar während der Fahrt geringfügig justieren und bleibt nicht so schnell an z.B. herunterhängenden Ästen hängen.
  • Ratschenverschluss: Noch präziser anzupassen sind Radschuhe mit Ratschenverschluss. Dabei wird eine Plastikschiene durch ein Verschlusssystem geführt und millimetergenau angepasst. Dadurch kann das Verschlusssystem nirgends hängen bleiben, sorgt für einen sicheren Halt des Fußes im Schuh und noch besseren Fersenhalt.
  • Drehverschluss (z.B. BOA oder ATOP): Winter Radschuhe mit Drehverschluss bieten dir eine besonders präzise Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeit bei gleichmäßiger Druckverteilung auf den gesamten Fuß. Dabei sind, vergleichbar mit klassischen Schnürsenkeln, Metallschnüre quer über den Fuß gezogen, die über einen Drehverschluss in der Länge verstellt werden. So wird eine millimetergenaue Anpassung vorgenommen, die du auch während der Fahrt einhändig justieren kannst.

Sohlen

Um auch im Winter eine optimale Kraftübertragung aufs Pedal zu haben, empfiehlt es sich bei der Wahl der Sohle nicht zu sparen. Von der klassischen Gummisohle bis zum ultra leichten und steifen Carbon Einsatz in Composite Sohlen steht dir eine große Auswahl an unterschiedlichen steifen Sohlen zur Auswahl.

  • Gummi Sohle: in herkömmlichen Sportschuhen sind in der Regel Gummisohlen verarbeitet. Diese bieten durch ihre hohe Flexibilität auch beim Gehen besonders hohen Tragekomfort. Auf Plattformpedalen und rutschigen Untergründen sorgt die Gummisohle für optimalen Grip, da das Gummi einen hohen Reibungswiderstand mit dem rutschigen Plattformpedal erzeugt.
  • Nylon Sohle: die klassische Nylonsohle ist besonders in Einsteiger- und Allrounder-Modellen vertreten. Das Nylon Material ist härter als Gummisohlen und bietet daher eine bessere Kraftübertragung aufs Pedal. Durch die geringere Flexibilität bietet der Schuh auf rutschigen Untergründen weniger Grip. Daher werden Nylonsohlen bei MTB Winterschuhen in der Regel mit einem Profil aus rutschhemmendem Gummi versehen.
  • Nylon Sohle mit Verstärkungen: Wer noch bessere Kraftübertragung aufs Pedal wünscht, für den eignen sich auch Radschuhe, deren Nylonsohle im Pedalbereich über zusätzliche Verstärkungen aus Carbon oder Glasfaser verfügt. Durch die gesteigerte Steifigkeit im Pedalbereich kannst du noch mehr Kraft aufs Pedal bringen. Profilblöcke aus rutschhemmendem Gummi sorgen bei MTB Winterschuhen für den nötigen Grip auf Gehpassagen.
  • Carbon Composite Sohle: Wer sich eine noch steifere Sohle wünscht, dem empfehlen sich sogenannte Carbon Composite Sohlen. Dabei handelt es sich um eine Sohle, die aus einer Mischung aus Nylon und Carbon besteht. Dadurch hast du das Beste aus beiden Welten: mehr Steifigkeit dank des Carbon-Anteils und den geringeren Preis und mehr Komfort durch den Nylon-Anteil. Profilblöcke aus rutschhemmendem Gummi sorgen bei den Winterschuhen im MTB Bereich für den nötigen Grip auf Gehpassagen und rutschigen Untergründen.

Winterschuhe für verschiedene Fahrstile

Die isolierenden Materialien sorgen für Wärme und beugen kalten Füßen vor. Entdecke unsere Auswahl an wärmenden Damen und Herren Winter Schuhen, teils mit wind- und wasserdichter GORE-TEX Membrane, in allen gängigen Größen von bekannten Marken wie ROSE, Shimano, Northwave, Mavic, SIDI und Vaude. Erhältlich sind sowohl MTB Schuhe für den Winter als auch Rennradschuhe für den Winter. Schau dich in Ruhe um!

MTB Winterschuhe

Bei Mountainbike Winterschuhen ist es besonders wichtig auf eine wind- und wasserdichte Membrane zu achten, damit Spritzwasser und Schlamm nicht in das Obermaterial eindringen können. Die MTB Schuhe für den Winter haben eine Sohle mit zwei parallelen Bohrungen zur Aufnahme eines Pedalsystem mit 2-Loch-Standard wie z.B. Shimano SPD, Time ATAC, CrankBrothers, CrankBrothers Race, Look MTB, Xtreme MTB, Wellgo MTB.

Rennradschuhe für den Winter

Um deine Füße auf dem Race Bike im Winter warm zu halten, gibt es spezielle Winter Rennradschuhe. Diese verfügen nicht nur über die entsprechenden wärmenden Materialien und wind- und wasserdichten Eigenschaften, sondern auch über drei im Dreieck angeordnete Bohrungen an der Sohle zur Aufnahme eines Pedalsystems mit 3-Loch-Standard wie z.B.

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