Die Fahrradkette ist für die Drehmomentübertragung vom Tretlager auf die Radnabe des Hinterrades verantwortlich. Sie ist aus Stahl gefertigt und besteht aus einzelnen Gliedern, welche genau auf die Ritzel und Kettenblatt passen - deshalb gibt es je nach Anzahl der Gänge am Rad verschiedene Ketten. Wichtig ist auch, dass die Länge auf das Bike abgestimmt ist, sodass die Radkette nicht zu stramm sitzt, aber auch nicht zu locker.
Welche Schaltung hat mein Bike?
Man unterscheidet zwei Schaltungsvarianten: Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Kettenschaltungen sind am meisten verbreitet, und man erkennt sie am nach unten hängenden Schaltwerk und dem Ritzelpaket am Hinterrad. Nabenschaltungen besitzen hingegen ein Getriebe im Inneren der Nabe, und die Kette läuft hinten über ein einzelnes Ritzel. Selten gibt es Fahrräder ganz ohne Gangschaltung oder solche, bei denen ein Getriebe vorne im Tretlager sitzt. Letztere beiden Typen sind in Bezug auf die Kette ähnlich einzustufen und zu behandeln wie Bikes mit Nabenschaltungen.
Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Zum Beispiel wird sie bei Schaltvorgängen seitlich verwunden, weil sie von Ritzel zu Ritzel klettern muss. Und das sogar, während sie unter hoher Last steht. Außerdem läuft die Kette, je nach genutztem Ritzel, nur selten in gerader Linie nach vorne zum Kettenblatt. Bei modernen Kettenschaltungen mit vielen Gangstufen ist die Kette außerdem sehr schmal, damit sie in die Zwischenräume der Ritzel passt. Hinzu kommen Verschmutzung und Wettereinflüsse, besonders bei Mountainbikes. All dies fördert den Verschleiß in hohem Maß. Auch an E-Bikes ist der Kettenverschleiß tendenziell ziemlich hoch. Das liegt zum einen am hohen Gewicht des Bikes selbst. Zum anderen an der Zugkraft des Motors, die fast permanent auf den Antriebsstrang einwirkt.
An Fahrrädern mit Nabenschaltung und an so genannten Singlespeed-Bikes (ganz ohne Gangschaltung) muss die Kette hingegen nur sehr selten getauscht werden. Bei diesen Antrieben verlaufen die Ketten stets in gerader Linie zwischen Kurbel und Hinterrad, deshalb können sie breit und stabil gebaut werden.
Rechtzeitiger Kettenwechsel schont den Antrieb
Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.
Beachte die Gebrauchsanweisung für deine jeweilige Kettenleere. Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.
Verschleißpunkt: Die Rollen gleiten auf den Kragen der Innenlaschen. Dort dringt mit der Zeit Schmutz ein, der die Oberflächen abträgt. Dadurch bekommen die Rollen immer mehr Spiel auf den Krägen und weiten damit die Zähne an den Ritzeln aus.
Die richtige Kette - Unsere Kauftipps
Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.
Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt.
Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!
Kettenlänge: Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.
Kettenreaktion - Unsere Montage Tipps
Vorbereitung zur Montage: Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.
Das Kürzen der Kette braucht man nicht komplizierter zu machen, als es ist. Wichtigster Punkt: Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.
Achtung! Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.
Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.
Verschließen einer Shimano Kette mit Nietstift: Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.
Notfall-Tipp: Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.
Ketten sind Verschleißteile
Gerade bei Fahrrädern mit Kettenschaltung kann eine Kette mit der Zeit verschleißen. Sie sollte vor allem dann ausgetauscht werden, wenn sie zu sehr geweitet ist und dadurch Ritzel und Kettenblätter schädigen kann. Ob dies der Fall ist, kannst du mit einer Kettenlehre nachmessen, die Du bei uns in der Rubrik Fahrradzubehör ebenfalls findest.
Ketten sind in unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich, die sich vor allem bei Haltbarkeit und Gewicht bemerkbar machen. Die Fahrradkette von Shimano ist ein komplexes Bauteil aus fast 500 Einzelteilen.
Sie unterliegt einem ständigem Verschleiß, den wir als Fahrradfahrer bestenfalls mindern, aber nie beseitigen können. Umwelteinflüsse, wie Sand, Nässe und Staub erhöhen den Verschleiß enorm. Doch selbst eine gut gesäuberte, geölte und gepflegte Fahrradkette leidet unter einer chronischen "Krankheit": Dem Gelenkverschleiß. Schmutz und Sand schmirgeln und zerren an den Gelenken und erhöhen den Abrieb.
Trotzdem wird die Kette mit der Zeit verschleißen und sollte regelmäßig nachgestrafft werden. Ist der Verschleiß zu groß, muss die Kette ausgetauscht werden, um Schäden an der Schaltung und der Kasette zu vermeiden, auch ist die Funktion nicht mehr zu 100% gewährleistet, da der Abstand der Kettenglieder zueinander nicht mehr optimal ist. Mit einer Kettenmesslehre kann dieser Verschleiß sehr einfach gemessen werden und somit der Zeitpunkt zum Austausch der Kette genau erkannt werden.
Bei einer neuen Kette sinkt die Kettenmesslehre bei gespannter Kette nicht ein, bei einer verschlissenen Kette, taucht sie komplett ein. Somit entfällt das subjektive Schätzen. Je nach Laufleistung, Alter, Pflege und Schaltungsart ist eine Fahrradkette mal länger und mal kürzer nutzbar. Wie Sie sehen, spielen viele Faktoren in die Lebensdauer einer Kette hinein. Wird die Fahrradkette wenig gepflegt und hat somit wenig Schmierung und außerdem viel Sand, Staub und Dreck in den Gelenken, nutzt sich die Kette übermäßig ab und muss umso eher getauscht werden.
Viele Schaltvorgänge nagen auf Dauer ebenfalls am Material und sorgen dafür, dass die Kette sich irgendwann verlängert. Auch die Laufleistung ist ein erheblicher Faktor. Eine Kette die viel "gefahren" wird, nutzt sich natürlich eher ab, als eine Kette bei wenig Fahrleistung. Eine gut geschmierte und gepfelgte Fahrradkette kann aber durchaus mehrere 1000 km durchhalten. Eine Fahrradkette ist also ein reiner Verschleißartikel. Auch bei noch so sorgfältiger Pflege und guter Behandlung ist die Kette irgendwann verschlissen und muss getauscht werden.
Fahrradketten aus gehärtetem Stahl sind meist günstig, können bei schlechter Reinigung und viel Feuchtigkeit, aber rosten. Ketten aus Edelstahl sind rostfrei, haben aber wiederum einen Nachteil: Einen erhöhten Verschleiß.
Mit der richtigen Pflege erhöhen Sie die Lebensdauer Ihrer Shimano Kette enorm. Befreien Sie die Kette (Shimano) regelmäßig mit einer Kettenbürste oder einem Lappen von Dreck, Staub, Erde und anderem Schmutz. Besonders dann, wenn Sie z.B. mit Ihrem MTB durchs matschige Gelände gefahren sind. Nach der Tour wird die Kette ordentlich verdreckt sein. Der Matsch bzw. Erde und Sand an der Kette wirkt bei der Weiterfahrt regelrecht wie Schleifpapier. Dadurch nutzen sich die Ritzel der Shimano Kettenblätter und Kassette schneller ab und die Kette längt sich.
Dadurch müssen Sie umso eher Kette und/oder Shimano Kassette bzw. Kettenblätter erneuen. Benutzen Sie also regelmäßig eine Bürste für die Säuberung. Bei einer stark verdreckten Shimano-Kette können Sie auch mit einem Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch den Dreck abspülen. Benutzen Sie hierfür nur einen mittelharten Strahl und niemals einen Hochdruckreiniger. Ist der Wasserstrahl zu stark, spülen bzw. pressen Sie das Fett aus dem Inneren der Kettenglieder heraus, was äußerst schädlich ist. Die Kettenglieder werden unbeweglicher und starr.
Neben der eigentlichen Reinigung der Shimano Fahrradkette ist im zweiten Arbeitsgang das Ölen bzw. Fetten wichtig. Nur mit Schmiermittel läuft die Shimano Kette wieder geschmeidig über die Ritzel der Kettenblätter und Kassette. Fetten Sie niemals eine verdreckte Fahrradkette. Immer erst reinigen - dann fetten. Ansonsten binden Sie mit dem Kettenöl den Dreck erst recht an der Kette, was eine spätere Reinigung unnötig erschwert. Zumal sich die Kette und die Ritzel so übermäßig abnutzen.
Wie bereits erwähnt: Entfernen Sie Sand, Dreck und Erde mit einem sauberen Lappen oder einer Bürste bzw. Kettenbürste. Neben der Shimano Kette sollten Sie unbedingt auch die anderen Komponenten des Antriebs säubern: Kettenblätter, Kassette, Umwerfer, Schaltwerk etc. Ansonsten wird sich der Dreck von dort wieder auf der Kette verteilen. Nach der Reinigung fetten bzw. ölen Sie die Kette von Shimano mit einem speziellen Kettenfett bzw. Kettenöl oder Kettenfluid.
Mit ein bisschen Zuwendung, vor allem regelmäßiger Schmierung, verrichtet die Kette ihre Arbeit in der Regel unauffällig. Man bekommt dabei kaum mit, dass sich der Gliederstrang langsam, aber sicher längt. Dies geschieht, weil beim Ein- und Ausschwenken der Kette in die Zahnräder Reibung zwischen den Bolzen der Kette und den Kettenlaschen auftritt und Material abgetragen wird. An diesen kleinen Gleitlagern nagt der Zahn der Zeit. Besonders dann, wenn das Rad im Alltagsbetrieb bei jedem Wetter oder im Gelände bewegt wird und Dreck in die Gelenke dringt.
Die angeschlissene Kette ändert ihre sogenannte Teilung. Die Abstände von Bolzen zu Bolzen, im Neuzustand gleichmäßig, ändern sich zu kurz- lang-kurz. Das wiederum stresst die Ritzel und Kettenblätter und sorgt auch dort für verstärkten Verschleiß. Heimtückisch: Davon spürt man zunächst nichts. Eine gelängte Kette verändert die Zahnprofile aber so, dass eine neue Kette darauf irgendwann nicht mehr läuft. Dann wird der Service teuer, weil neben der Kette auch Kettenblatt (vorn) und Ritzel (hinten) ausgetauscht werden müssen.
Bei hochwertigen Rädern empfiehlt es sich daher, die Kette rechtzeitig zu wechseln, dann halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten lang. Die absoluten Kilometerleistungen können dabei gewaltig schwanken. Ein sportlich betriebenes E-Bike kann eine Kette auf 1000 Kilometer hinrichten. Am gepflegten Schönwetterrad hält die gleiche Kette auch 7000 Kilometer und mehr.
Welche Kette ans E-Bike?
Sollte man am E-Bike also besondere Ketten mit dem Zusatz „E“ verwenden? Und lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Top-Modelle zu kaufen? Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10. Auch die Wippermann-Ketten zeigen eine ordentliche Performance, fallen aber durch stärkeren Rollenverschleiß auf. Die teurere Edelstahlkette längt sich dabei etwas weniger als die einfacheren Modelle. Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031.
Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.
Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle. Wie lange Ketten insgesamt halten, hängt auch von der Pflege ab. Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.
Kettenverschleiß - So haben wir getestet
Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde. Ein Referenzkettenabschnitt wurde in beiden Prüfketten verwendet.
Die Grafik zeigt, wie sehr sich die Kettengelenke im Zuge der Prüfung durch Verschleiß gelängt haben. Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.
Die 13 Ketten im Verschleißtest
Nachfolgend finden Sie die Testergebnisse zu den 13 Fahrradketten im MYBIKE-Verschleißtest.
| Kette | Preis | Gewicht | Verschleiß | Testurteil |
|---|---|---|---|---|
| KMC E10 | 52,95 Euro | 285 Gramm | 0,078 Millimeter | BEFRIEDIGEND |
| KMC X10 | 33,90 Euro | 264 Gramm | 0,017 Millimeter | SEHR GUT (Testsieger 3/2019) |
| KMC X10 EL Gold | 54,90 Euro | 259 Gramm | 0,054 Millimeter | GUT |
| Miché E-Bike | 48,38 Euro | 337 Gramm | 0,111 Millimeter | AUSREICHEND |
| Miché 10 Speed | 36,50 Euro | 279 Gramm | 0,035 Millimeter | GUT |
| Shimano CNE 6090 | 42,95 Euro | 303 Gramm | 0,017 Millimeter | SEHR GUT |
| Shimano Deore HG 54 | 29,95 Euro | 276 Gramm | 0,016 Millimeter | SEHR GUT |
| Shimano HG 95 | 32,95 Euro | 277 Gramm | 0,016 Millimeter | SEHR GUT |
| SRAM PC 1031 | 22,00 Euro | 272 Gramm | 0,102 Millimeter | AUSREICHEND |
| SRAM PC 1071 | 48,90 Euro | 260 Gramm | 0,026 Millimeter | SEHR GUT |
| Wippermann 10 S1 | 67,50 Euro | 256 Gramm | 0,023 Millimeter | SEHR GUT |
| Wippermann 10 SE | 57,90 Euro | 286 Gramm | 0,024 Millimeter | SEHR GUT |
| Wippermann 10 SO | 34,90 Euro | 264 Gramm | 0,028 Millimeter | SEHR GUT |
Weitere Aspekte bei der Wahl der Kette
- X fach Fahrradketten und HG Ketten / IG Ketten: Fahrradketten besitzen unterschiedliche Kriterien und lassen sich so auch kategorisieren. Häufig sind Ketten mit der zusätzlichen Bezeichnung 8 fach oder 10 fach versehen. Die jeweilige Ziffer benennt die Anzahl der hinteren Ritzel auf dem Zahnkranz. Die Kette muss mit steigender Zahl der Ritzel schmaler und beweglicher sein. Eine Fahrradkette mit dem Zusatz 9 Fach sollte also für ein Fahrrad genutzt werden, dass hinten über neun Ritzel verfügt. Häufig ist bei der Bezeichnung von Fahrradketten auch die Abkürzung HG oder IG zu finden. HG steht in diesem Fall für Hyperglide. Es handelt sich hier um eine Produktserie von Shimano Fahrradketten. Sie sind kompatibel zu Hyperglide Ritzeln von Shimano. Das Prinzip von Hyperglide ist verträglich zu Systemen ohne Hypergliede. IG steht wiederum für Interactive Glide von Shimano. Dieses System verträgt sich jedoch nicht mit anderen Ketten. Ein Ritzel mit Interactive Glide benötigt eine IG Fahrradkette.
- Aus welchem Material bestehen Ketten für das Fahrrad?: Ketten sind oft aus Stahl gefertigt. Entweder bestehen sie aus rostfreiem Edelstahl oder aus Stahl, der mit Nickel veredelt wurde. Das macht die Ketten unempfindlicher gegenüber Witterung. Der Nachteil von rostfreien Edelstahlketten ist der schnellere Verschleiß und die damit verbundenen Kosten. Wer jedoch regelmäßig Kettenpflege betreibt und die Kette einschmiert, muss keinen Rost fürchten. Eine günstige Fahrradkette reicht völlig aus, wenn du nur gelegentlich mit deinem Fahrrad unterwegs bist.
- Kosten für eine Fahrradkette: Der Preis bestimmt die Qualität. Allerdings ist für den normalen Gebrauch eine preiswerte Kette völlig ausreichend. Die Ketten von Shimano und Büchel erfüllen diesen Anspruch definitiv. Sie kosten teilweise weniger als zehn Euro oder maximal um die 20 Euro. Du kannst sie hier bei uns im Online Shop bestellen. Andere Kette, die mehr Belastung aushalten und länger funktionieren müssen, sind dagegen teurer. Wir bieten hier ein Verschleißset bestehend aus Kette und Kassette oder Schraubkranz an. Nicht empfehlen können wir Fahrradketten aus Discounter Märkten. Sie verschleißen schnell und bieten somit keine lange Lebensdauer.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Wahl der richtigen Shimano Kette für Ihr Fahrrad von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Art der Schaltung, die Anzahl der Ritzel und die Fahrbedingungen. Eine regelmäßige Wartung und der rechtzeitige Austausch der Kette sind entscheidend, um die Lebensdauer des gesamten Antriebssystems zu verlängern.
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