Welche Werkzeuge für die Fahrradreparatur benötigt werden

Damit Sie lange Freude an Ihrem Fahrrad haben, sollten Sie es regelmäßig warten und pflegen. Dafür benötigen Sie bestimmtes Werkzeug. Viele einfachere Reparaturen und Wartungsarbeiten können Sie auch zu Hause erledigen. Wichtig ist, dass Sie sich hochwertiges Werkzeug zulegen und sich nicht übernehmen. Denn zum einen erlischt die Garantie für Ihr Fahrrad, sobald Sie bauliche Veränderungen daran selbst durchführen oder ein neues Fahrrad ganz in Eigenregie montieren. Lassen Sie im Zweifelsfall immer nochmal einen Profi aus dem Fachhandel oder einer Fahrradwerkstatt auf Ihr Fahrrad schauen.

Es gibt unterschiedlich ausgestattete Werkzeugkoffer, Sie können sich aber auch die Werkzeuge, die Sie brauchen, einzeln zusammenkaufen. Eine Basisausrüstung reicht völlig. Dazu brauchen Sie kein Spezialwerkzeug wie es ein Profi in der Werkstatt hat. Es gibt Arbeiten, die sollten Sie einem Fachmann überlassen, zum Beispiel die Speichenspannung justieren oder das Tretlagerspiel prüfen.

Grundausstattung für die Fahrradreparatur

Für eine gute Grundausstattung an geeigneten Fahrradwerkzeugen und -helferlein braucht es wahrlich nicht viel. Das BikeX-Redaktionsteam hat die Grundbedürfnisse für Schraubereien grundlegender Art auf gerade einmal zehn Tools runtergebrochen. Diese Top 10 markiert das absolute Mindestmaß, dass in keinem Fahrrad-Haushalt fehlen sollte.

Die Top 10 Werkzeuge für Fahrradreparaturen zu Hause

  1. Inbus- und Torx-Schlüssel-Set: Jede Rad-Werkstatt braucht eine breite Auslage der gängigsten Inbus- und der in der Verbreitung zunehmenden Torx-Schlüsseln.
  2. Drehmomentschlüssel: Mit ihm stellen Sie sicher, dass die oft auf den Bauteilen aufgedrucktes Klemmkraft nicht überschritten wird.
  3. Kettenpeitsche: Ohne eine geeignete Kettenpeitsche kriegen Sie die mit dem Uhrzeigersinn festgezogene Kassette sonst nicht ab.
  4. Zahnkranzabzieher: Moderne Kassetten brauchen einen mit zwölf Rillen gekerbten Zahnkranzabzieher, welchen man in den Verschlussring setzt, der die Kassette auf der Naben hält.
  5. Reifenheber: Deutlich einfacher gelingt der Job mit guten Reifenhebern. Die Plastikhebel kosten nur wenige Euro im 2er-Pack.
  6. Standluftpumpe: Logo, dass auch eine Standpumpe wirklich in keiner Radgarage fehlen darf. Das Gute daran: Egal ob Mini- oder große Standpumpe, gute Exemplare starten bei rund zehn Euro.
  7. Kettenlehre: Mit einer Kettenlehre lässt sich der Verschleiß der Kette prüfen und rechtzeitig erkennen.
  8. Reinigungsset: Hauptsache ist aber, dass der Schmodder wieder runterkommt, denn nur ein sauberes Rad ist auch ein gut funktionierendes Rad.
  9. Kettenöl: Kettenöle schützen dabei vor Rost, spezielle Mischungen für trockene oder nasse Bedingungen erhöhen zusätzlich den Schutz vor Schmutz.
  10. Bremsenreiniger: Eine gute Grundlage sind saubere Bremsscheiben und -beläge. Denn Bremsstaub, aber auch Öl- oder gar Fett-Kontaminationen können die Bremsleistung deutlich verschlechtern.

Einzelne Werkzeuge im Detail

Inbusschlüssel

Einen Inbusschlüssel brauchen Sie für fast alle Schrauben am Bike. Da Letztere nicht (mehr) alle die gleiche Größe haben, ist es sinnvoll, sich gleich einen ganzen Satz verschiedener Inbusschlüssel zuzulegen. Das am häufigsten benötigte Werkzeug am Fahrrad ist der Inbus-Schlüssel, auch Innensechskant genannt. Hier lohnt es sich definitiv, in gute Qualität zu investieren, um die Schraubenköpfe nicht zu beschädigen. Von der 2,5- bis zur 10-Millimeter-Schraube ist am Bike alles verbaut. Für 4er- und 5er-Inbus-Schrauben ist ein Schlüssel mit T-Griff empfehlenswert. Mit ihm kann man auch an schwer zugänglichen Stellen mehr Kraft übertragen. Ansonsten reichen normale L-Schlüssel.

Torx-Schlüssel

Die Vertiefung im Kopf der Torx-Schraube sieht aus wie ein kleiner Stern. Vorbauten, Hinterbauten und Sattelstützen werden immer öfter mit Torx-Schrauben fixiert. Im Gegensatz zum Sechskant-Inbus hat der Torx-Schlüssel sechs Zacken und bietet damit im Idealfall mehr Angriffsfläche, damit die Schraube nicht runddreht. Ein Set mit den Größen T10 bis T40 reicht in den meisten Fällen aus.

Drehmomentschlüssel

Mit einem Drehmomentschlüssel kontrollieren Sie den festen Sitz von Schrauben. Achten Sie hier unbedingt auf die Herstellerangabe am Bauteil. Diese beiden, und noch einige andere, Schrauben sind sicherheitsrelevant. Sie können schwer stürzen, wenn sich eine Verbindung löst, weil sie zu locker ist, oder Schraube bzw. Bauteil brechen, weil Sie zu fest angezogen haben. Ein Drehmomentschlüssel gehört deshalb in jeden Heim-Werkzeugkasten. Sie glauben, Sie haben das richtige Drehmoment im Gefühl? Dann wären Sie die Ausnahme. Hochwertige Anbauteile sollten lieber exakt mit dem Drehmomentschlüssel angezogen werden.

Maul- und Pedalschlüssel

Benötigen Sie unter anderem, um (Rennrad-)Pedale zu lösen. Manchmal geht das auch mit einem Inbusschlüssel, aber sicher ist sicher. Mit dem speziellen Pedalschlüssel und seinem langen Hebelarm lässt sich jedes Fahrradpedal mit 15er-Sechskant leicht lösen. Eselsbrücke für die Richtung, in die Pedale geschraubt werden: rechtes Pedal - rechts herum festziehen. Linkes Pedal - links herum festziehen.

Montageständer

Ein guter Montageständer macht Ihnen die Arbeit leichter. Er hält Ihr Fahrrad auf Position und hebt es auf angenehme Arbeitshöhe.

Reifenheber

Die beiden kleinen Hebel benötigen Sie, um den Reifen von der Felge und wieder drauf zu heben, wenn der Schlauch kaputt ist und Sie ihn wechseln müssen. Nur mit den Händen wollen viele Fahrradreifen nur mit viel Mühe von der Felge. Deutlich einfacher gelingt der Job mit guten Reifenhebern.

Schraubenzieher

Am Bike selbst sind Schlitz- oder Kreuzschrauben kaum noch zu finden. Wohl aber an Accessoires, zum Beispiel an den Platten Ihrer Radschuhe. Kreuz- und Schlitzkopfmodelle in unterschiedlichen Größen sind unverzichtbar. Profis schwören auf Versionen mit T-Griff. So kann man mit effektiverem Hebel ansetzen und mit mehr Druck arbeiten.

Standpumpe

Mit einer Standpumpe bringen Sie mehr Druck auf die Reifen als mit einer Handpumpe. Eine leistungsfähige Standpumpe mit Druckanzeige ist Pflicht. Für Tubeless-Reifen empfiehlt sich eine Pumpe mit Druckkartusche.

Kettennieter

Wenn Ihre Kette verschlissen ist und Sie eine neue aufziehen, müssen Sie die meist erstmal kürzen. Der Kettennieter ist unverzichtbar, um verschlissene Ketten zu wechseln. Damit lassen sich die Kettennietstifte an jeder beliebigen Stelle der Kette herausdrücken. Wer keine Kette mit Kettenschloss hat, benötigt einen Kettennieter. Mit ihm lassen sich die Kettennietstifte an jeder Stelle (außer am Verschluss-Stift) der Kette herausdrücken und der neue Verschluss-Niet wieder einpressen.

Kettenlehre

Dieses Tool sieht aus wie ein Lineal mit kleinen Nasen an beiden Seiten. Diese haken Sie in die Kettenglieder und können ablesen, wie sehr sie sich gelängt haben. Überschreiten sie einen bestimmten Wert, ist die Kette verschlissen. Sie kann eine Menge Geld sparen. Denn verschlissene Ketten demolieren den Zahnkranz und das Kettenblatt. Mit Hilfe der Kettenlehre lässt sich der Verschleiß der Kette prüfen und rechtzeitig erkennen.

Kettenpeitsche oder Ritzelabzieher

Benötigen Sie, um das Ritzelpaket zu wechseln. Mit der Kettenpeitsche lösen Sie die Kassette, indem Sie das Kettenstück auflegen und die Ritzel so festhalten während Sie den Verschlussring am Freilaufkörper öffnen. Ein Ritzelabzieher ist ein Aufsatz, den Sie anstelle des Schnellspanners oder der Steckachse in den Freilaufkörper stecken.

Bowdenzugschneider

Bowdenzüge bestehen aus einem stabilen Geflecht von Stahldrähten und erfordern zum Kürzen einen scharfen, kräftigen und stabilen Seitenschneider. Noch besser ist ein spezieller Bowdenzugschneider, der Züge und Außenhüllen weniger quetscht. Dank der rund geschliffenen Schneiden des Bowdenzugschneiders verbiegt die Metallschutzhülle nicht so leicht, wie beim normalen Seitenschneider.

Speichenschlüssel

Ohne Speichenschlüssel lässt sich kein Laufrad nachzentrieren. Achtung: Nicht jeder Speichenschlüssel passt auf jeden Nippel, es gibt verschiedene Größen. Der handliche Speichenschlüssel wird verwendet, um die Speichenspannung an einem Fahrradlaufrad zu justieren. Damit können Sie Speichen also leicht nachziehen oder lockern, um das Rad zu zentrieren und Verformungen zu korrigieren. Das ist wichtig, denn eine korrekte Speichenspannung sorgt für Stabilität und Langlebigkeit des Rads.

Dämpferpumpe

Das essenzielle Tool für die Fahrwerkseinstellung. Die Dämpferpumpe gibt’s oft gratis zum Bike. Zur Abstimmung eines Luftfahrwerks unverzichtbar.

Schaltaugenlehre

Zum Geradebiegen: Mit Hilfe der Schaltaugenlehre kann man verbogene Schaltaugen wieder justieren und muss nicht sofort ein neues kaufen.

Kunststoffhammer

Beim Federgabel-, Lager-Service oder Kurbelausbau lassen sich damit festsitzende Teile und Bolzen schonend lösen.

Richtwerkzeug für Bremsscheibe

Wenn die Bremsscheibe schleift, weil sie vielleicht einen Schlag abbekommen, biegt das Richtwerkzeug die Scheibe vorsichtig wieder gerade.

Messschieber

Zum exakten Anpassen oder zum Vermessen von Ersatzteilen ist der Messschieber ein unverzichtbarer Helfer. Um eine Ersatzschraube zu bestellen oder das genaue Maß des Lenkerdurchmessers oder der Sattelstütze zu bestimmen, empfiehlt es sich, einen Messschieber - oder Messlehre genannt - anzuschaffen.

Kombi-Zange

Das Allround-Werkzeug, zum Beispiel zum Abschneiden von Zügen, Anziehen von Kabelbindern oder Quetschen von Endkappen.

Rohrschneider und Feile

Beide Tools sind unersetzlich beim Kürzen und Entgraten von Fahrradlenkern aus Metall. Carbon-Lenker kürzt man anders.

Tretlagerwerkzeug

Jeder Tretlagerstandard verlangt nach einem speziellen Werkzeug zur Montage. Am besten gleich beim Kauf des Bikes im Shop nach dem entsprechenden Werkzeug fragen. Es gibt weit über 20 verschiedene Tretlagertypen an MTB, Rennrad und Co. Vom Patronenlager, Pressfit, BB30 über DUB und Hollotech bis BSA oder GXP - jeder Tretlagerstandard verlangt nach einem speziellen Werkzeug zur Montage.

Kassettenwerkzeug

Um die Kassette vom Freilauf zu lösen, braucht es einen speziellen Kassettenabzieher und eine Kettenpeitsche. Zur Montage benötigt man lediglich den Abzieher.

Kettenverschlussgliedzange

Mit der Kettenverschlussgliedzange - oder Kettenschloss- oder kurz Kettenzange - lässt sich das Kettenschloss einer Kette öffnen. Auch lässt sich die geöffnete Kette gegen die Federkraft vom Schaltwerk zum Verbinden mit dem Kettenschloss in Position halten und mit etwas Kraft auch wieder schließen.

Weitere wichtige Helfer

  • Mini-Tool und Reifenheber: Nicht nur auf Tour eine praktische Alternative zu großen Schlüsseln.
  • Splintentreiber: Zum Ausschlagen festsitzender Teile.
  • Isolierband: Wenn man sein Lenkerband selbst anbringt, muss man oft feststellen, dass die mitgelieferten Klebestreifen nicht gut haften. Eine Lösung dafür ist klassisches Isolierband.
  • Kabelbinder: Mit Kabelbindern können Sie unterwegs viele Dinge vorübergehend befestigen, wie zum Beispiel eine lose Schutzblechbefestigung oder ein kaputter Satteltaschen-Verschluss.
  • Schere und Cutter: Um das Lenkerband ordentlich abzuschließen, ist es wichtig, einen sauberen schrägen Schnitt beim letzten Schlag zu machen. Am besten gelingt dies mit einer scharfen Schere, die eine lange Schneide hat. Ein scharfer Cutter öffnet jede Ersatzteilverpackung.
  • Bremssattel-Keil: Drückt man bei ausgebauter Bremsscheibe den Bremshebel, besteht das Risiko, dass die Bremsscheibe nicht wieder in den Sattel passt und man die Bremsbacken wieder Spreizen muss (weiteres Spezialtool). Um dies zu verhindern, können kleine Keile verwendet werden, die die Bremskolben blockieren.
  • Ventilkappenschlüssel: Mit einem Ventilkappenschlüssel kann man prüfen, ob die Ventileinsätze fest sitzen.

Worauf Sie beim Kauf von Fahrradwerkzeug achten sollten

Welches Fahrradwerkzeug Sie brauchen, hängt von Ihrem Fahrverhalten ab und auch vom Fahrradmodell. Generell lässt sich für das richtige Fahrradwerkzeug allerdings sagen: Wählen Sie stets Qualität vor Quantität. Benutzen Sie hochwertig verarbeitete Tools, die sich nicht unter Druck verbiegen, brechen, sich mit scharfen Kanten in die Hände schneiden oder Schrauben runddrehen. Wer billig kauft, kauft zweimal. Sagt man. Und da ist tatsächlich etwas dran. Bei den meisten Werkzeugen lohnt es sich, auf gute Qualität zu achten. Hochwertige Werkzeuge sind sicherer und komfortabler in der Handhabung, besser verarbeitet, maßhaltiger und deutlich haltbarer als beispielsweise Discounter-Ware.

Die regelmäßige Fahrradpflege

Neben einem gut bestückten Fahrradwerkzeug-Koffer ist auch die regelmäßige Pflege des Fahrrads entscheidend, um eine lange Lebensdauer und reibungslose Funktion sicherzustellen. Zu den wichtigsten Pflegeschritten gehört das Reinigen der Kette und der Schaltung. So werden Schmutz und Ablagerungen entfernt, die den Antrieb verschleißen lassen. Dafür benötigen Sie einen Kettenreiniger und eine Kettenbürste. Anschließend sollte die Kette mit speziellen Kettenölen geschmiert werden, um Korrosion zu verhindern. Auch die Reifen sollten Sie regelmäßig prüfen und bei Bedarf nachpumpen, um optimalen Rollwiderstand und Grip zu gewährleisten. Die Bremsen müssen sauber und funktionstüchtig sein. Generell empfiehlt sich eine regelmäßige Oberflächenreinigung mit Wasser, etwas Spülmittel oder einem speziellen Fahrradreiniger, einem weichen Schwamm und einem elektrischen Fahrrad-Hochdruckreiniger. Alles in allem läuft ein sauberes und gut gewartetes Fahrrad nicht nur effizienter, sondern sorgt auch für eine sichere Fahrt!

Viele Bikerinnen und Biker sehen es als notwendiges Übel an, das eigene Fahrrad selbst reparieren zu können. Anderen macht auch das Schrauben Spaß. Es ist wirklich befriedigend, wenn man einige grundlegende Fertigkeiten zum Einstellen und Reparieren seines Fahrrads beherrscht. Neben dem notwendigen Wissen benötigt man dafür auch das richtige Werkzeug. Aber welche Werkzeuge sind für Anfänger oder erfahrene Schrauber am besten geeignet? Und ist es sinnvoll, in vorgefertigte Werkzeug-Sets von Marken wie Procraft oder Topeak zu investieren?

Für kleinere Arbeiten am Fahrrad genügt ein einfaches Werkzeug-Set. Dieses sollte Innensechskant- (auch als Inbus bekannt) und Torx-Schlüssel sowie einen Schraubendreher enthalten. Um klassische Clincher-Reifen mit Schlauch zu wechseln, benötigt man zusätzlich einen robusten Reifenheber und etwas Kraft. Moderne Bikes mit hydraulischen Scheibenbremsen, innenverlegten Zügen und Tubeless-Reifen erfordern dagegen schon ein wenig Fachwissen und vor allem spezielle Werkzeuge.

Moderne MTB und Rennräder mögen zwar aufgeräumter aussehen als ihre Vorgänger, erfordern jedoch eine kompliziertere und zeitaufwendigere Wartung und Reparatur. Entsprechend hängt die Auswahl des Werkzeug-Sets von den Anforderungen des eigenen Fahrrads ab und davon, was man sich selbst zutraut. Aber wir wissen auch, wer sich zunächst einmal an die einfachen Fahrradreparaturen getraut hat, wagt vielleicht auch mal etwas komplexere Aufgaben. So verlängert sich die Werkzeug-Einkaufsliste oder-Wunschliste mit der Zeit. Der Preis für das Werkzeug ist dabei Geschmackssache. Aber auch hier gilt: Billig muss man sich leisten können.

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