Selbst „gestandene Mannsbilder“ bekommen beim Gedanken an das erste Moped einen leicht melancholischen Gesichtsausdruck. Denn war die Fahrt mit dem Mofa noch auf 25 km/h beschränkt, kam nun ein Umstand hinzu, der die Fahrfreude in neue Dimensionen hievte - mehr Power. Man fühlte sich selbst wie ein Herkules, wenn unter einem die P 219 der gleichnamigen Marke röhrte. Und auch Marken wie Kreidler und Simson sind vielen noch geläufig. Heute ist das Moped zum Kleinkraftrad (Mokick, Roller) gereift und hat in puncto Fahrfreude an nichts eingebüßt. Und mit dem passenden Mopedhelm ist dann auch für die nötige Sicherheit gesorgt.
Eine Fahrt mit einer Vespa erinnert an enge, italienische Gassen, Sommer und mediterranes Ambiente. Doch selbst in unseren Gefilden kannst Du mit einem Moped oder Roller schnell in Urlaubsstimmung kommen, denn die schnittigen Gefährte bringen Dich zum nächstgelegenen See oder auch sicher durch den Stadtverkehr in den Feierabend. Zweiräder die Helmpflicht, die Du unbedingt beachten solltest.
Der Kauf eines guten Mopedhelms ist gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn das heutige Angebot ist riesig, und unter den vielen Formen, Marken, Designs und Eigenschaften fällt es schwer, einen Überblick zu bekommen.
Die Helmpflicht für Mopeds
Die Helmpflicht gilt auch für Mopeds in Deutschland. In Deutschland besteht seit 1976 Helmpflicht für Motorradfahrer, seit 1978 auch für Moped- sowie Mokickfahrer. Selbst Mofafahrer müssen seit 1985 einen Helm tragen. Seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Welcher Helmtyp ist der Richtige?
2: Bestimmen Sie sorgfältig Ihre Helmgröße. Nehmen Sie Maß und ermitteln Sie Ihren Kopfumfang. Suchen Sie dann aus der Größentabelle die richtige Bestellgröße für sich heraus.
Diese Aspekte sollten Sie auf der Suche nach dem idealen Helm beachten:
- Planen Sie für den Kauf unbedingt genügend Zeit ein.
- Suchen Sie Fachhändler auf, die möglichst viele Helmmarken im Angebot haben. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, schnell einen passenden Helm zu finden.
- Die ungefähr passende Helmgröße ermitteln Sie, indem Sie Ihren Kopfumfang im Bereich der Stirn, über den Ohren und am Hinterkopf messen. Der Kopfumfang in Zentimetern entspricht üblicherweise der numerischen Helmgröße. Die Helme verschiedener Hersteller fallen trotzdem unterschiedlich groß aus. Deswegen kann nur eine Anprobe über den richtigen Helm entscheiden.
Ihr Helm muss am ganzen Kopf fest sitzen, ohne zu drücken. Sie erkennen den richtigen Sitz daran, dass sich die Kopfhaut an der Stirn beim Drehen des Helms mitverschiebt. Die Innenausstattung gibt bei der Nutzung noch etwas nach, wählen Sie den Helm daher nicht zu groß.
- Fragen Sie Ihren Händler nach einer individuellen Innenausstattung des Helms. Bei manchen Helmen können z.B. Wangenpolster oder Pads am Oberkopf an Ihre Bedürfnisse angepasst werden.
- Die Helmpolsterung sollte auch an Ihrem Oberkopf im Bereich des Scheitels vollständig aufliegen. Probieren Sie andernfalls einen größeren Helm.
- Wenn Sie Zweifel haben, ob der Helm die optimale Größe hat, versuchen Sie, das gleiche Helmmodell eine Größe kleiner aufzusetzen. Nur wenn dies nicht möglich ist oder der infrage kommende Helm unerträglich drückt, wissen Sie, dass Sie die kleinste Größe gewählt haben.
- Für Personen mit besonders großem Kopf gibt es nur eine kleine Auswahl geeigneter Helme. Einzelne Hersteller wie z.B. HJC bieten Modelle an, die bis zur Größe XXXXL reichen. Dies entspricht einer Kopfgröße von 67 bis 68 Zentimetern.
- Ihr Helm darf sich bei geschlossenem und korrekt eingestelltem Kinnriemen auch mit hohem Kraftaufwand nicht nach vorn vom Kopf abziehen lassen.
- Der Kinnriemen sollte nicht auf dem Kehlkopf aufliegen, das Kinnriemenschloss nicht am Unterkieferknochen drücken.
- Wenn Sie Brillenträger sind, sollten Sie Ihre zum Motorradfahren genutzte Brille im Helm aufsetzen. Statt einer Sonnenbrille unter dem Helm wählen Sie lieber Helme mit eingebauter Sonnenblende.
- Tragen Sie den Helm im Laden mindestens zehn Minuten. Dieser Zeitraum reicht aus, um mögliche Druckstellen und eine mögliche Hautunverträglichkeit des Futters zu erkennen.
- Nutzen Sie unbedingt die Möglichkeit, den Helm für eine Probefahrt auszuleihen. Die individuellen Gegebenheiten auf Ihrem Motorrad lassen sich so am besten prüfen.
Ausstattung und Komfort
Wer in puncto Komfort und Sicherheit besser gerüstet sein will, hat zum einen die Möglichkeit, den Mopedhelm mit Visier zu wählen - das kann auch bis zur Kinnpartie reichen. Zum anderen könnten auch Integralhelm oder Klapphelm als Mopedhelm gute Dienste leisten. Gerade letzterer, bei dem sich die Kinnpartie nach oben klappen lässt, kommt dem Halbschalenhelm ziemlich nahe. Ein Mopedhelm in der Jethelm-Variante von Vespa, Caberg, Shark, Nexx oder Helix ist ebenso beliebt wie das jeweilige Pendant mit Klappmechanik.
Je nach Modell zählt bei einem Mopedhelm zu den Komfortmerkmalen: das Visier mit Antibeschlagschutz und Sonnenblende, das herausnehmbare und waschbare Innenfutter sowie eine ausgeklügelte Belüftung für den „kühlen Kopf“.
Ausstattungsdetails spielen in die Kaufentscheidung mit hinein. Wenn ein geringes Gewicht nicht die oberste Priorität hat, steht vielleicht ein Sonnenschutz ganz oben auf der Liste oder eine Vorbereitung für eine Freisprecheinrichtung mit Lautsprechern.
- Eine enge Halskrause kann den Einstieg unbequem machen. Je dichter aber der Halsabschluss, desto leiser ist der Helm beim Fahren.
- Wie leicht lässt sich das Visier ab- und wieder anbauen? Je leichter, desto niedriger ist die Hürde, es gründlich zu reinigen. Wenn man erst einen winzigen Innensechskantschlüssel oder einen Schraubendreher suchen muss, drückt man sich gern mal vor der nötigen Arbeit.
- Lassen sich das Visier, die Belüftungselemente und ggf. die Sonnenblende auch gut mit Handschuhen bedienen?
- Ist das Helmpolster fest verklebt oder mit Druckknöpfen befestigt, sodass es sich zum praktischen Reinigen in der Waschmaschine entnehmen lässt?
Gehört Zubehör wie ein beschlaghemmendes Innenvisier ("Pinlock"), Windabweiser oder ein Aufbewahrungsbeutel (nicht unterschätzen: schützt Helm und Visier im Regal vor Kratzern!) zum Lieferumfang?
Weitere Ausstattungsmerkmale:
- Freisprecheinrichtung bzw. Vorbereitung dafür.
- Sonnenblende oder verschiedene Visiere zum Wechseln (z. B. klar und etwas abgedunkelt)
Kinnriemen-Verschlüsse
Welchen Kinnriemen-Verschluss sollte ein Motorradhelm haben? Der sicherste Motorradhelm-Verschluss ist der Doppel-D-Verschluss. Wer nicht auf die Rennstrecke möchte (dort ist der Doppel-D-Verschluss ein Muss), kann zwischen verschiedenen Varianten wählen.
Im Wesentlichen kursieren 3 Varianten, um den Kinnriemen zu verschließen: Steckschloss, Ratsche und Doppel-D.
- Das Steckschloss ist die billigste Version und daher häufig besonders bei niedrigpreisigen Helmen zu finden. Ihr Nachteil: Mit der Zeit weitet sich der Kinnriemen und muss nachjustiert werden, damit er straff genug sitzt. Oft vergisst man das, oder man scheut den Fummelaufwand - auf Kosten der Sicherheit.
- Die Ratsche wird bei jedem Aufsetzen genauso straff geschlossen, wie es nötig ist. Sie wirkt auf den ersten Blick etwas umständlicher als das Steckschloss, aber nach dreimal Anziehen hat man das Prinzip verinnerlicht. Das Öffnen funktioniert mindestens ebenso leicht wie beim Steckschloss.
- Der Doppel-D-Verschluss ist vor allem bei sportlichen Integralhelmen verbreitet. Er wiegt ein paar Gramm weniger als die Ratsche, wird bei jedem Anziehen stufenlos justiert und ist daher mit Blick auf die Sicherheit ideal. Seine Nachteile: Man braucht etwas länger, bis man seinen blinden Fingern das Einfädeln und die Sicherung des überstehenden Riemenendes beigebracht hat - und dasselbe Prozedere rückwärts beim Ausziehen des Helms.
Visiere: Alles, was man wissen muss
Die Angebotspalette an Visieren ist groß, und der technische Fortschritt für Motorradfahrer oftmals verwirrend. Die meisten dieser Scheiben bestehen aus Polycarbonaten, die namhaftesten Markennamen sind Makrolon und Lexan. Für einen durchsichtigen Kunststoff sind sie sehr hart, schlag- und splitterfest. Laut der europäischen Norm für Motorradhelme (ECE-22-06) wird neben Größe, optischer Qualität, Größe des Gesichtsfeldes und Oberflächengüte auch die Kratzfestigkeit von Visieren geprüft.
Verspiegelte und stark getönte Visiere müssen für den Straßenverkehr ein E-Prüfzeichen besitzen und dürfen nur bei Tageslicht und guten Wetterbedingungen genutzt werden. Schon auf Dämmerungsfahrten und natürlich bei Dunkelheit sind sie verboten, in einigen (Urlaubs-)Ländern sogar generell. Bei Missachtung dieses Verbots ist mit rechtlichen Konsequenzen und im Fall eines Unfalls sogar mit Regressforderungen der Versicherung zu rechnen.
Seit einigen Jahren werden auch selbsttönende Visiere angeboten. Aber selbst schnelle Moleküle im Kunststoff brauchen Zeit, um abzudunkeln oder aufzuhellen - was beispielsweise bei Tunnel-Durchfahrten zu Problemen führen kann.
Da Visiere nicht nur bei Regen leicht beschlagen, sollten Sie beim Helmkauf Modelle mit Doppelscheiben-Visieren mit permanenter Antibeschlag-Beschichtung wählen. Gegebenenfalls sollten Sie Ihren Helm mit einem derartigen Visier nachrüsten, auch wenn das zusätzliche Kosten verursacht. Diese Investition in Ihre Sicherheit ist gut angelegtes Geld.
Einige Hersteller bieten gegen das Beschlagen zusätzlich Innenvisiere an. Günstigere Wechselvisiere ohne Spezialbeschichtungen beschlagen vor allem bei regnerischem Wetter schnell. Angebotene Sprays gegen das Beschlagen sind meist nur eine kurzfristige Lösung. Gleiches gilt für den alten Trick, unbeschichtete Visiere mit sanftem Spülmittel zu präparieren und dann mit einem Wolltuch zu polieren. Dabei bleibt eine kleine Schicht des Mittels auf dem Visier und löst die Oberflächenspannung des ausgeatmeten Wasserdampfes, der sich als Wasser gleichmäßig auf der Visieroberfläche verteilt.
Wer eine teure Antibeschlagfolie nachrüstet, ist schnell bei einem Preis, den ein gutes Visier mit Antibeschlag-Beschichtung kostet. Zudem entstehen beim Kleben oft Lufteinschlüsse, welche die Visiere schneller blind machen.
Insekten und andere Verschmutzungen auf dem Visier können bei Regen oder Dämmerung die Sicht stark einschränken oder sogar zu Täuschungen führen, besonders bei Gegenlicht. Auf längeren Touren empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung, z.B. während der Pausen. Dazu möglichst viel Wasser über die geschlossene Visierscheibe laufen lassen, um hartnäckige Verschmutzungen aufzuweichen und zu lösen. Auch ein nasses, über das Visier gelegtes Papiertuch erfüllt diese Funktion.
Tipp: Reinigen Sie das Visier Ihres Helms regelmäßig. So können Sie den Helm länger genießen. Regelmäßige Reinigung bedeutet auch, dass das Visier nicht so schnell beschädigt wird. Reinigen Sie das Visier immer vorsichtig mit einem weichen Tuch und Wasser. Verwenden Sie keinen Allzweckreiniger oder Glasreiniger!
Praktische Tipps zur Helmpflege
Moderne, hochwertige Helme altern deutlich langsamer als Helme früherer Baujahre. Deswegen und wegen der Anpassung der aktuellen Prüfnormen sollten Sie keine Motorradhelme mehr verwenden, die nicht mindestens nach ECE-R 22.05, besser ECE-R 22.06 zugelassen wurden. Zu erkennen ist dies an einem kleinen Label, das meist am Kinnriemen angenäht ist. Beginnt die Genehmigungsnummer mit 05 oder 06, wurde der Helm nach den jeweiligen ECE-Normen geprüft. Bei regelmäßiger Verwendung des Helms gelten im Allgemeinen fünf Jahre als angemessene Nutzungsdauer.
Das Innenpolster von Helmen setzt sich bei regelmäßiger Verwendung des Helmes. Dadurch kann der ursprünglich straffe und sichere Sitz des Helmes am Oberkopf beeinträchtigt sein. Wenn möglich und vom Hersteller laut Gebrauchsanleitung so vorgesehen, sollten Sie dann das Innenfutter herausnehmen und reinigen. Das Futter bzw. der Schaumgummi dürfen dabei nicht gewrungen oder zu fest gezogen oder gepresst werden, da sonst das Futter überdehnt wird und nur noch unzureichend in die Helmschale passt. Unbedingt die Herstelleranweisungen beachten und im Zweifelsfall den Händler mit diesen Arbeiten betrauen.
Nach der Reinigung und der richtigen Montage des Futters sitzt der Helm im günstigsten Fall so straff wie beim Kauf. Sollte eine Reinigung des Innenfutters nicht ausreichen, um den festen Sitz des Helmes wiederherzustellen, muss möglicherweise das Innenfutter durch ein neues ersetzt werden.
Unabhängig vom Reinigungszustand des Helmfutters sollten Sie von Zeit zu Zeit den Sitz des Helms und die Länge des Kinnriemens prüfen. Beides kann sowohl beim (schnellen) Fahren als auch bei einem Unfall entscheidenden Einfluss auf Ihre Sicherheit.
Darüber, wann die Schutzfunktion des Helms durch ein Ereignis eingeschränkt sein kann, lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen machen. Wenn ein Helm allerdings an einem Unfall beteiligt war, sollte er - unabhängig vom äußeren Zustand - unbedingt ersetzt werden.
Alle Dichtungen - besonders die Visierdichtungen - am Helm regelmäßig prüfen. Auch bei starken Niederschlägen ist es mit guten, beschlagfreien Visieren möglich, durchgängig mit geschlossenem Visier zu fahren.
Visiere mit beschlaghemmender Innenbeschichtung (kein Innenvisier) benötigen für eine nachhaltige Beschlagfreiheit eine ständige, wenn auch leichte Belüftung.
Nach langen Regenfahrten Helme gut trocknen lassen. Dabei möglichst keine Wärmequellen (Heizung) verwenden.
Wie kann ich beim Motorradhelm-Kauf sparen?
Sparen kann man leicht im dreistelligen Bereich, wenn man sich mit einer schlichten Lackierung statt dem neuesten Racing-Replika-Design anfreundet. Binsenweisheit: Am Saisonende kommt man besonders günstig an hochwertige Auslaufware.
Fällt die Entscheidung zwischen zwei Helmen schwer, kann es sich außerdem lohnen, die Preise für Wechselvisiere zu recherchieren. Die variieren von Hersteller zu Hersteller mitunter zwischen 30 und über 100 Euro.
Einfach jetzt durch den Online Shop schlendern und den passenden Mopedhelm bequem an die Haustür liefern lassen.
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