Dreiradroller im Test: Die besten Modelle für Autofahrer und Roller-Enthusiasten

Viele Autofahrer scheuen den Umstieg auf einen wendigen und sparsamen Roller, obwohl dieser im Stadtverkehr viele Vorteile bietet. Hersteller setzen deshalb verstärkt auf Dreirad-Roller mit breiter Vorderachse, die eine ähnliche Fahrdynamik wie herkömmliche Roller versprechen. Seit vielen Jahren versuchen Rollerhersteller, von Staus geplagte Autofahrer in Deutschland für den Umstieg auf einen Scooter zu begeistern. Dabei setzen sie immer mehr auf Modelle mit drei Rädern: sogenannte Dreirad-Roller mit zwei Vorderrädern, die man dank ihrer breiten Vorderachse auch mit Führerschein Klasse B, also dem Pkw-Führerschein fahren darf. Darüber hinaus verspricht diese Gattung dank aufwendiger Fahrwerkstechnik eine ähnliche Fahrdynamik wie herkömmliche Roller, mit sicherem Kurvenspaß. Mittlerweile stehen einige Modelle in verschiedenen Preis- und Leistungsklassen zur Wahl.

Die Top-Modelle im Überblick

Im Folgenden werden einige der interessantesten Dreiradroller auf dem Markt vorgestellt:

Piaggio MP3

Der Urvater der illustren Dreiradbande ist ein Italiener: MP3 heißt der bereits 2006 erstmalig angebotene Dreirad-Roller von Piaggio. Einst ist er als 125er angetreten, zwischenzeitlich sogar mit Hybridantrieb. Über Jahre ist der MP3 gereift und vor allem stärker geworden. Mittlerweile gibt es ihn als 300er und 500er mit einer Leitungsspanne von 19 kW/26 PS bis maximal 33 kW/44 PS. Die Preise variieren zwischen knapp über 7.000 bis etwas oberhalb von 11.000 Euro. Technisch haben die Modelle einige Höhepunkte, etwa neuerdings einen Rückwärtsgang für das 275 Kilogramm schwere Topmodell 500 hpe Sport Advanced zu bieten. Seinem Kern, dem besonderen Fahrvergnügen dank der drei Räder, ist er unverändert treu geblieben.

Quadro QV3 von Quadro Vehicles

Ganz ähnlich sieht das bei dem entfernt mit dem MP3 verwandten QV3 der Schweizer Marke Quadro Vehicles aus. Hinter Quadro steckt der Zweiradtechnik-Zulieferer Marabese Design, der einst an der Entwicklung der Parallelogramm-Aufhängung der Vorderachse des ersten MP3 beteiligt war. Für die Quadro-Dreiräder hat Marabese später ein technisch feineres, hydraulisches Pendant zum MP3-System weiterentwickelt und sich mit dem taiwanesischen Rollerhersteller Aeon zusammengetan, um 2012 zunächst das Modell 350D auf den Markt zu bringen. Mittlerweile heißt der Dreirad-Scooter QV3. Der mit 220 Kilogramm leichteste Vertreter in seiner Hubraumklasse wird von einem 21 kW/29 PS starken Einzylinder angetrieben. Auch ihn zeichnet ein agiles wie stabiles Verhalten in Kurven aus, welches selbst bei Schräglagen von 40 Grad noch sichere Haftung garantiert. Denn die Hydraulik presst die Räder auf die Straße. Clever: Beim Ampelstopp bleibt der QV3 aufrecht stehen, selbst wenn der Fahrer seine Füße auf den Trittbrettern belässt.

Metropolis von Peugeot Motorcycles

Ein weiterer Klassiker der Dreirad-Szene ist der Metropolis des mittlerweile zu Mahindra gehörenden Zweiradherstellers Peugeot Motorcycles. Der rund 260 Kilogramm schwere „Franzose“ wird von einem Einzylinder mit 400 Kubikzentimeter Hubraum und 26 kW/36 PS angetrieben. Wie seine ähnlich starken Mitbewerber ist auch der Metropolis mit 135 km/h Topspeed absolut autobahntauglich. Wie ein moderner Pkw strotzt der Peugeot-Scooter zudem vor innovativen Ausstattungsdetails, die vom schlüssellosen Smart Key über eine elektrisch betätigte Feststellbremse bis zum kompletten Cockpit mit Reifendruckkontrollsystem reichen. Wie seine Mitbewerber zeichnet auch diesen Dreirad-Roller ein hohes Maß an Agilität aus.

Tricity von Yamaha

Ein noch junger Herausforderer dieser drei Europäer ist der aus Japan stammende Tricity, den Yamaha 2014 in einer vergleichsweise bescheidenen 125er-Version ins Rennen geschickt hat. Roller und Motor wurden 2017 überarbeitet und die Leistung auf 9 kW/12,2 PS angehoben. Das erlaubt zumindest im Stadtverkehr souveränes Mitschwimmen. Zumal der Tricity 125 mit knapp über 160 Kilogramm ziemlich leicht ist. Zudem ist er mit einem Preis von rund 4.750 Euro relativ günstig. Die Neigetechnik ist clever, allerdings bietet der kleine Tricity im Gegensatz zu seinen zuvor genannten Mitbewerbern keine Fahrwerksarretierung, weshalb der Fahrer beim Ampelstopp noch wie bei Einspur-Rollern klassisch die Füße auf den Boden setzen muss. Wesentlich erwachsener, stärker und komfortabler ist der gänzlich neue Tricity 300. Neben 21 kW/28 PS Motorleistung bietet er außerdem noch ein Standing-Assist-System. Bei ihm kann der Fahrer im Gegensatz zum 125er-Bruder die Füße auf dem Trittbrett lassen.

iTank & iTango von Doohan

Anders als die zuvor genannten Vertreter mit Verbrennungsmotor, werden die Dreirad-Roller iTank und iTango des chinesischen Herstellers Doohan rein elektrisch angetrieben. Dank Neigetechnik sollen die Stromer ein ähnliches Schräglagengefühl wie klassische Zweiräder erlauben. Hinzu kommen eine erhöhte Stabilität und kurze Bremswege - dank der drei Bremsen. Einstiegsmodell ist der iTango, den es in 25-km/h- und 45-km/h-Versionen gibt. In beiden Fällen sind die Roller mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Reichweiten von bis zu 70 Kilometer erlauben. Bessere Fahrleistungen ermöglicht der iTank, der in einer auf 45 km/h beschränkten Variante sowie in Kombination mit einer 4,2 kW/5,7 PS starken Bosch-Maschine 70 km/h erreicht. Rund 4.000 Euro kostet die Topversion des iTank, 1.000 Euro günstiger ist die 45-km/h-Version. Diese werden teilweise schon für rund 2.000 Euro angeboten. Einige Discounter vertreiben den iTango auch als eGo2.

Yamaha Tricity 300 im Detail

Der Yamaha Tricity 300 ist ein Dreirad-Roller, der auch von einem Teil der Autoführerschein-Inhabern gefahren werden kann. Die Testfahrt klärt, wie gut Motor, Kurvenverhalten und Komfort sind. Der Tricity 300 ist Yamahas drittes Dreirad. Die Japaner kreuzten dafür ihr Dreirad-Konzept des 125er-Tricity-Rollers (aktuell nicht in Deutschland erhältlich) mit dem aufsehenerregenden Dreirad-Motorrad Niken.

Wer den Pkw-Führerschein der Klasse B oder Klasse 3 vor dem 19. Januar 2013 erworben hat, darf nämlich alle dreirädrigen Kraftfahrzeuge fahren, auch mit Anhänger. Beim Umtausch in die Scheckkarte wird dies durch die Schlüsselzahlen 79.03 und 79.04 zu A1 und A ausgedrückt. Es handelt sich um Schlüsselzahlen der Europäischen Union, das heißt die Fahrberechtigung gilt in allen EU-Ländern. Die ab dem 19. Januar 2013 erworbene Klasse B umfasst ebenfalls das Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, jedoch nur in Deutschland (Schlüsselziffer 194). Sofern das Kraftfahrzeug eine Motorleistung von mehr als 15 kW aufweist, ist zu beachten, dass die Fahrberechtigung für Dreiräder nur gilt, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.

Der Lenker liegt vielleicht eine Spur zu tief für das mit 79,5 Zentimetern Höhe recht niedrige Polster, das Trittbrett dagegen für Langbeinige etwas zu hoch, auch wenn der Kniewinkel grundsätzlich in Ordnung geht. Gestartet wird mittels schlüssellosem Transponder-System: Mit dem Sender in der Tasche lassen sich über einen Drehknauf das Lenkschloss, die Zündung und über darunterliegende Tasten die Sitzbank und der Tankverschluss öffnen.

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 292 Kubikzentimetern Hubraum zählt zu den modernsten Aggregaten des Segments mit einteiliger geschmiedeter Kurbelwelle und Semi-Trockensumpfschmierung. So stehen dem Tricity-Treiber ebenfalls 28 PS und ein Drehmoment von 29 Newtonmetern zur Verfügung, die mit dem Gewicht von 239 Kilogramm akzeptabel zurechtkommen. Ein Sprintkönig ist der Tricity aber nicht, er erfreut eher mit seiner gleichmäßigen Leistung, die ihn maximal bis auf 126 km/h beschleunigt.

Das hohe Gewicht kommt durch die Yamaha-eigene Neigetechnik Leaning Multi Wheel (LMW) an der Front zustande. Hier führen Tandem-Telegabeln die beiden Räder unabhängig voneinander. Während die hinteren Gabelholme die Führungsarbeit übernehmen, besorgen die vorderen die Dämpfung. Die Gabeln sind wie üblich über ein quer zur Fahrtrichtung angeordnetes Parallelogramm-Gestänge miteinander verbunden. Das zeigt Wirkung: Weil diese Strebe kürzer als der Abstand zwischen den Schwenkachsen der beiden Doppelgabeln ist, entstehen beim Lenken ungleich lange Hebelarme.

Trotz der Fahrzeugmasse macht der Tricity keinen unbeweglichen Eindruck. Angenehm präzise folgt er der vorgegebenen Linie und lässt sich auch von Bodenunebenheiten nicht von dieser abbringen - die Telegabeln dämpfen und federn so manche Unannehmlichkeit weg. Die mit 14 Zoll vergleichsweise großen Räder sorgen für viel Fahrstabilität und guten Abrollkomfort, die Fahrwerksabstimmung bietet insgesamt ein hohes Komfortniveau.

Erstmals bei Yamaha lassen sich die beiden Vorderräder arretieren. Das "Standing Assist-System", über eine Taste an der Vorderseite der linken Lenkerarmatur aktiviert, blockiert das Parallelogramm-Gestänge und hält den Roller beim Anhalten aufrecht - sofern die Geschwindigkeit unter zehn km/h gesunken ist. Allerdings bleibt die Feder- und Dämpfungsfunktion der beiden Doppelgabeln erhalten, dadurch kann die Front flexibel auf Bodenunebenheiten reagieren. Das erhöht den Komfort, die Sicherheit und macht das Rangieren leichter. Befinden sich die Räder nicht in perfekter Nulllage, vermittelt das System allerdings ein nicht sonderlich stabiles Gefühl.

Zum Wiederanfahren sollte man nicht zu zögerlich Gas geben, damit sich ausreichend stabilisierende Kreiselkräfte für eine sichere Geradeausfahrt ergeben. Die beiden Bremshebel am Lenker lassen sich wesentlich virtuoser bedienen, auch wenn sie für eine gute Wirkung kräftig gezogen werden wollen.

Zu so viel technischer Raffinesse gesellen sich gute Tourentugenden in Gestalt eines riesigen Staufachs unterm Sitz sowie bestem Wind- und Wetterschutz hinter der etwas zu hohen Scheibe. Alles kommt in hochwertiger Verarbeitung, und doch ist der Preis von fast 9400 Euro für Yamahas Tricity im Autofahrerland alles andere als günstig.

Technische Daten Yamaha Tricity 300

Hier eine Übersicht der technischen Daten des Yamaha Tricity 300:

Merkmal Daten
Motor Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Einzylinder
Hubraum 292 cm³
Leistung 20,6 kW/28 PS bei 7250 U/min
Drehmoment 29 Nm bei 5750 U/min
Getriebe CVT-Automatik
Höchstgeschwindigkeit 126 km/h
Verbrauch 3,7 l/100 km
Gewicht 239 kg
Preis ca. 9400 Euro

Piaggio MP3 310 im Kurztest

Dank 2 Vorderrädern und einem Bremspedal darf der Piaggio MP3 310 von Autofahrern pilotiert werden. Und für den Stopp an der Ampel muss nicht einmal der Fuß den Boden erreichen.

Schon die ersten Kilometer auf den Bergstraßen entlang der Côte d‘Azur machen klar: Hier geht es um Sicherheit. Gerade bei diesem windigen Wetter und der verschmutzten, teils buckeligen Fahrbahn zeigt der Piaggio MP3 310 seine Stärken. Das patentierte Parallelogramm-Fahrwerk sorgt an der Front für gar unerschütterlichen Halt. Bereits nach kurzer Zeit vergisst man beinahe gänzlich, dass man nicht auf zwei, sondern auf drei Rädern unterwegs ist - so lässig biegt der Piaggio MP3 310 in die Kurve ein.

Aber natürlich sind den 13-Zoll-Vorderrädern engere Schräglagen-Grenzen gesetzt als einem Zweirad. Neigt sich der Piaggio MP3 310 seinem Limit zu, beginnt die Front erst subtil, dann sehr entschieden wegzustempeln. An der Grenze angekommen, ist im Notfall auch kein Nachdrücken mehr möglich. Was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Auch mit der massigen Bugkonstruktion muss man sich erst vertraut machen, da die Rückmeldung eher bescheiden ausfällt. Der Piaggio MP3 310 bügelt einfach jedes Schlagloch aus und nimmt dem Fahrer jegliche Sorge um ein mögliches Wegrutschen.

Ein weiterer Vorzug der beiden Vorderräder ist ihre sogenannte "Roll Lock"-Sperrfunktion. An der rechten Lenkerarmatur bedient man einen Schalter, der den Roller senkrecht verriegelt. Der Piaggio MP3 310 steht dann sicher aufrecht und kann nicht mehr umkippen. Mit etwas Übung gelingt es sogar, die Sperrfunktion so rasch zu aktivieren, dass im Stand an der Ampel noch nicht einmal ein Fuß zum Stabilisieren auf den Boden gesetzt werden muss. Wird die Ampel wieder grün, genügt ein Dreh am Gas, und die Vorderräder entsperren sich automatisch.

Steht der Piaggio MP3 310 am Hang, sorgt die integrierte Feststellbremse für sicheren Halt. Damit sich Autofahrer vollends heimisch fühlen, ist am rechten Trittbrett sogar ein Bremspedal verbaut - auch wenn, wie bei Rollern üblich, meist mit den Bremshebeln am Lenker verzögert wird. Dieses Bremspedal ist - gemeinsam mit den beiden Vorderrädern - die Voraussetzung dafür, dass sogenannte Dreiradroller mit dem Autoführerschein pilotiert werden dürfen.

Der neu entwickelte Motor schiebt kraftvoll und vibrationsarm nach vorn, und kann am Ampelstart glänzen. Der Piaggio MP3 310 hat mehr Hubraum als sein Vorgänger mit 278 cm³, eine Messerspitze mehr Leistung und Drehmoment - und das bei jeweils bei 250/min niedrigerer Drehzahl. Mit 129 km/h Höchstgeschwindigkeit ist der Piaggio MP3 310 für Stadt wie Land gleichermaßen gerüstet. In Kombination mit verbesserter Aerodynamik durch neue Deflektoren an der Seitenverkleidung, einer modifizierten "Nase" zwischen beiden Vorderrädern und dem optimierten Windschild, soll sich der Verbrauch auf 3,1 Liter pro 100 Kilometer reduzieren.

Nicht nur in technischer Hinsicht hat sich der Dreiradroller weiterentwickelt, auch optisch und funktional macht er einiges her. Das frische Design rückt den Piaggio MP3 310 näher an seine großen Brüder MP3 400 und 530 Exclusive. Der 310er setzt im neuen Modelljahr erwachsene Akzente wie Keyless Go und Voll-LED-Scheinwerfer.

Unter dem großzügig gepolsterten Sitz bietet der Piaggio MP3 310 mehr als genug Stauraum. Eine Helmhalterung und die Topcase-Brücke sind bereits serienmäßig an Bord.

Um den Piaggio MP3 310 an individuelle Bedürfnisse anzupassen, bietet Piaggio eine Vielzahl an Zubehör. Für zusätzlichen Komfort und Funktionalität gibt es etwa ein Topcase mit 32 Liter Fassungsvermögen oder ein breiteres Windschild für besseren Schutz bei Wind und Wetter. Wer es besonders gemütlich möchte, kann auf beheizbare Griffe und eine Beinabdeckung setzen.

Technische Daten Piaggio MP3 310 Sport

Hier eine Übersicht der technischen Daten des Piaggio MP3 310 Sport:

Merkmal Daten
Motor Wassergekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor
Hubraum 310 cm³
Leistung 19,4 kW (26 PS) bei 7.500/min
Getriebe Stufenlose Riemen-Automatik

Quadro QV 3 im Test

Der Schweizer Dreirad-Scooter Quadro QV 3 bietet auch bei Schräglage hohe Sicherheit. Autoführerschein der Klasse B ist ausreichend, Mindestalter: 21. Konkurrenten sind Piaggio MP3 und Peugeot Metropolis.

Nasses Herbstlaub, Kies, Ölflecken, eisiger Reif frühmorgens und ähnliche Rutschgefahren auf unseren Straßen - sie alle verlieren ihre Schrecken, wenn der motorisierte Zweiradfahrer aufs Dreirad umsteigt. Und aus Italien stammt auch die Idee, mit einem Dreirad-Scooter die Grenzen der Physik auszutricksen. Inzwischen gibt es mehrere Anbieter der ungewöhnlichen Roller.

Die Breite der zweirädrigen Vorderachse des Quadro QV 3 und ein Fuß-Bremspedal rechts machen ihn offiziell zum Mehrspurfahrzeug. Deshalb darf man das 29 PS starke Frischluft-Fahrzeug mit dem Autoführerschein Klasse B bewegen - wenn man mindestens 21 Jahre alt ist.

Die technische Voraussetzung am Quadro QV 3 ist die zweirädrige Vorderrad-Konstruktion, das "hydraulisch-pneumatische Neigesystem HTS" (HTS = Hydraulic Tilting System). Hersteller Quadro verspricht "Fahrsicherheit, Fahrkomfort und Fahrspaß". Unsere Testfahrten haben alle drei Punkte mit leichten Einschränkungen bestätigt.

Zunächst zum Komfort: Der beginnt beim Abstellen des Rollers, der mit einem roten Hebel fixiert wird - so steht das Schweizer Gefährt umfallsicher. An der Ampel fühlt sich der Scooter auch mit Sozius sehr stabil an. Dazu kommen Stauraum in kleinen Fächern und unter der Sitzbank sowie guter Wind- und Wetterschutz durch die Verkleidung.

Wichtiger noch ist das Thema Sicherheit: Die zweirädrige Vorderachse liegt ungewöhnlich satt auf der Straße und bewegt sich nahezu unbeirrbar durch enge Kurven oder um Ecken. Zumindest für Roller-Neulinge ist das ein atemberaubender Wert. Nachteil des Systems: In Fahrt geht vom doppelten Vorderrad eine gewisse Trägheit aus. Für den geübten Roller-Piloten erweist sich dies als gewöhnungsbedürftig.

Denn ist der QV 3 erst einmal in Schräglage, dann lässt er höheres Kurventempo zu und bietet höhere Sicherheitsreserven. Seine Mankos macht er allerdings unter anderem mit nur 220 kg Leergewicht wett - die unmittelbare Konkurrenz ist deutlich schwerer: Der Piaggio MP3 350 etwa wiegt 256 kg, der Peugeot Metropolis Allure immerhin 265 kg.

Gerade für ungeübte Fahrer ist das wichtig, da man mit den 29 PS des Einzylinder-Motors in der Stadt durchaus flott unterwegs ist. Nur im Soziusbetrieb sowie beim Überholen auf der Landstraße würde man sich etwas mehr Leistung und Drehmoment wünschen. Eingefleischte Roller-Piloten oder versierte Biker werden nicht so schnell aufs Dreirad steigen. Anders sieht es bei Autofahrern aus, die auch ohne Fahrpraxis oder Motorradführerschein luftiges Roller-Feeling genießen wollen.

Technische Daten Quadro QV 3

Hier eine Übersicht der technischen Daten des Quadro QV 3:

Merkmal Daten
Motor Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor
Hubraum 346 cm³
Leistung 21 kW/29 PS bei 7000 U/min
Drehmoment 31,8 Nm bei 5500 U/min
Getriebe stufenlose Variomatik
Höchstgeschwindigkeit 125 km/h
Leergewicht 220 kg

Die Wahl der 1000PS Redaktion

Was ist der beste Dreirad-Roller, den ich mit dem B-Führerschein fahren kann? Diese Frage hat sich die 1000PS Redaktion bei der Abstimmung zu den 1000PS Top Awards gestellt. Praktische Begleiter im Alltag, mit denen man jeden Stau bezwingen kann.

Im Vergleich zu anderen Kategorien konnte der Sieger in dieser Klasse klar bestimmt werden: Der Peugeot Metropolis 400. Er erhielt einstimmig den 1. Platz.

Weitere interessante Modelle

  • Piaggio MP3 530 Exclusive: Das Topmodell kommt mit Rückfahrkamera, Spurwechselassistent und Totwinkelwarner!
  • Yamaha Tricity 300: Yamaha hat im Jahr 2020 mit dem Tricity 300 den Schritt unternommen, nun auch in der 300er Klasse der Dreirad-Roller aufzutreten.

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