Der Motor ist das Herzstück von E-MTBs und ein Top-Kaufkriterium bei E-Mountainbikes. Ein E-MTB besteht aus mehr als 100 Komponenten, aber meist wird nur über eine einzige gesprochen: den E-MTB Motor. Wir vergleichen die wichtigsten E-MTB Motoren, gehen auf Details der Elektromotoren ein und helfen, damit du den passenden Antrieb für dein E-MTB findest. Deshalb macht es Sinn, sich vor dem E-Mountainbike Kauf ein paar grundlegende Fragen zu stellen: Wie leistungsstark soll der Antrieb sein? Baut Bosch, Shimano oder ein anderer Hersteller den besten E-MTB Motor für meine Bedürfnisse?
Motorposition: Mittelmotor vs. Heckmotor
Bei sportlichen E-MTBs haben sich zwei Varianten von Motorpositionen durchgesetzt: Mittelmotor und Heckmotor. Sitzt der Motor dagegen hinten am Fahrrad in der Hinterradnabe, spricht man von einem E-MTB mit Heckmotor.
Vorteile des Mittelmotors
- Da E-MTB-Motoren etwa 2,5-4,2 Kilo wiegen, garantiert der Mittelmotor eine optimale Gewichtverteilung (sehr zentral) und sorgt dafür, dass das Bike einen niedrigen Schwerpunkt hat. Das kommt dem Handling des Bikes zugute.
- Ein weiterer Vorteil von Mittelmotoren: Motoreinheit und Akku sitzen nah beisammen, was die Verbindung und Verkabelung vereinfacht.
- Durch seine bauartbedingten Vorteile werden bei sportlichen E-Mountainbikes fast nur Mittelmotoren verbaut.
Nachteile des Heckmotors
Den Hinterradmotor findet man häufig bei 45 km/h schnellen S-Pedelecs und sportlichen E-Rennrädern und E-Gravelbikes. Für sportliche E-MTBs wiegt allerdings ein Nachteil zu schwer: Motorgewicht ist sehr hecklastig verteilt und der Schwerpunkt des Bikes wandert dadurch nach hinten. Deshalb findet man Heckmotoren nur bei sehr günstigen E-Mountainbike Hardtails für Einsteiger oder E-Rennrädern.
Leistung und Drehmoment
Man kennt sie, man vergleicht sie: Die Nenndauerleistung von E-MTB Motoren ist beim E-MTB Kauf omnipräsent. Der Bosch Performnce CX Motor oder Shimanos EP werden beispielsweise mit 250 Watt Nenndauerleistung angegeben. Die maximal zulässige Nenndauerleistung beträgt 250 Watt und der E-MTB Motor darf nur bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h unterstützen. Warum? Weil nur diese E-Antriebe in sportlichen E-Mountainbikes sinnvoll sind und man weder einen Führerschein noch eine Versicherung braucht, um sie fahren zu dürfen.
Die Herstellerangabe der Nenndauerleistung ist mehr oder weniger ein formaler Wert, damit Hersteller problemlos die Zulassung nach europäischer Prüfnorm erreichen. Die genauen Prüfregularien sind üppig, wenige realitätsnah und lassen den Herstellern sehr viel Spielraum in der Auslegung. Unser Fazit zum Thema Nenndauerleistung: Der vom Hersteller angegebene Wert ist für den Endverbraucher irreführend. Beim Wort Prüfstandtest schrillen nach dem Dieselskandal ohnehin bei jedem Kunden die Alarmglocken. Dieser Wert gehört grundlegend überarbeitet um wirklich einen Praxisrelevanten Bezug herzustellen. Eine sinnvolle Angabe der Leistungsfähigkeit eines Motors wäre die prozentuale Vervielfachung der menschlichen Tretleistung. Manche Hersteller wie Bosch geben an, dass ihr Motor z.B. Dass heißt: Tritt man mit 100 Watt in die Pedale, hilft der Motor zusätzlich mit maximal 340 Watt nach.
Neben der Nenndauerleistung wird eigentlich auch immer das maximale Drehmoment eines Motors mit angegeben. Das Drehmoment steht für die Kraft der Drehbewegung des Motors. Das maximale Drehmoment lässt aber sehr gute Rückschlüsse über die Motor - oder besser gesagt - Unterstützungscharakteristig des E-Mountainbikes zu. Ein hohes Drehmoment sorgt dafür, dass Motoren auch bei niedrigen Kadenzen, also z.B. Das vermittelt oft einen sportlichen Charakter des E-Mountainbikes. Aber mehr Drehmoment ist nicht zwingend besser. Der Charakter muss zu den eigenen Vorlieben passen. Auch bei Autos gilt, je höher das Drehmoment des Motors, umso sportlicher lässt sich das Auto beschleunigen. Vor allem beim Anfahren und durch die Gänge schalten prägt dieser Wert das Fahrverhalten deutlich.
Weitere Faktoren
Gewicht: Gute E-MTB Motoren wiegen zwischen 2,9 und 3,5 Kilo. Große Gewichtsunterschiede gibt es also nicht. Prozentual zum Gewicht des Komplettbikes, schlägt dieser Gewichtsunterschied aber dennoch mit fast 5% zu Buche.
Unterstützungsstufen: Bei E-MTB Motoren wird die Unterstützung immer in Prozent angegeben. Die meisten Hersteller geben die maximale Antriebsunterstützung ihrer Motoren an. Damit ist die Unterstützung in Prozent zur Eigenleistung gemeint.
Akku: Jeder E-MTB-Motor bezieht seine Energie aus dem Akku. Die E-MTB Akkus kommen meist von den Motorenherstellern selbst und lassen sich nicht mit anderen E-MTB Motoren oder Modellen kombinieren. E-MTB Akkus gibt es in diversen Größen und Formen. Außen am Rahmen aufgesteckte Akkus findet man nur noch in günstig E-MTBs. Mittlerweile setzen fast alle Hersteller auf teil- oder vollintegrierte Akkus bei ihren E-MTBs. Die Kapazität der E-MTB Akkus ist entscheidend, welche Distanz man mit dem E-MTB mit einer Akkuladung schafft. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Akkus wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Es gilt: Je größer (also mehr Kapazität) der E-MTB Akku, desto schwerer ist er. Als guter Richtwert für hochwertige E-MTBs gilt eine Kapazität von ca.
Display / Fernbedienung: Neben Motor und Akku gehört auch ein Display sowie (teils) eine Lenker-Fernbedienung zum E-MTB Antriebssystem.
Geräuschkulisse: Es gibt deutliche Unterschiede, wie laut oder leise ein E-MTB Motor ist. Bei den klassischen Mittelmotoren gehört der Brose Drive S Mag zu den leisesten.
App Konfiguration: Vor allem die Shimano Motoren bieten eine App zur üppigen Konfiguration der Motorcharakteristik. Manche Hersteller (wie hier Scott bei seinem Patreon) konstruieren ihre Bikes so, dass der Motor leicht nach oben gedreht im Rahmen sitzt.
Die wichtigsten Hersteller im Überblick
Während in der Vergangenheit oft kein Weg an E-MTB-Riese Bosch vorbeiführte, hat sich in den vergangenen Jahren auf dem E-MTB Markt sehr viel getan. Immer mehr E-MTB Motoren Hersteller und Marken drängen mit ihren speziellen Antrieben auf den Markt. Kleine, unwichtige E-MTB Motorenhersteller oder E-MTB Frontantriebe haben wir bewusst weggelassen.
Bosch
Der deutsche Hersteller Bosch gehört zu den wichtigsten Lieferanten für E-MTB Motoren. Mit stetigen Weiterentwicklungen seiner Performance Line CX E-MTB Motors haben die Schwaben auch die Evolution von E-Mountainbikes entscheidend mitgeprägt. Einzigartig am Markt sind die Smart-Funktionen, der spezielle E-MTB-Fahrmodus und ein optionales E-MTB ABS.
Es war einmal: Direkt mit der ersten Bosch "Drive Unit" 2011 wurden die Schwaben zu einem der beiden Marktführer im E-Bike-Sektor. Mittlerweile hat Bosch für jeden Einsatzzweck ein geeignetes Aggregat, eine Fülle an großen wie kleinen Akkus und sinnvolle Peripherie in petto. Unterschieden wird dabei zwischen drei Modellreihen: Bosch Active Line, Bosch Cargo Line und Bosch Performance Line - diese werden jeweils wiederum in eigene Unterkategorien eingeteilt. Exklusive dem S-Pedelec-Motor "Performance Line Speed" hat Bosch nun 13 alte wie neue und teils recht verschiedene Aggregate im Portfolio.
Bosch Active Line: Die Motoren für den Alltag
Der Active-Line-Motor versteht sich als Einstieg in das Bosch-Universum und findet vorrangig in Trekking- und City-Rädern Verwendung. Mit 40 (Standard-Modell) respektive 50 Nm (Plus-Modell) Drehmoment ist der Einsteigs-Bosch bereits schön kräftig, wird aber klar von der potenteren "Performance Line" in den Schatten gestellt - selbst wenn die maximale Leistungsausbeute von bis zu 600 Watt beim Active Line Plus identisch ausfällt. Cool: Volle Integration in den Smart-Kosmos inklusive verschiedener Display-Optionen, großen, bis zu 750 Wh fassenden Akkus und hervorragender App-Anbindung inklusive Navigation. Je nach Hersteller optional mit Rücktritt und ABS verfügbar.
- starker Motor mit zeitgemäßer Konnektivität
- große Auswahl an sinnvoller Peripherie
- riesengroßes Händlernetz
- nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel
- Motor besonders in unterstützungsstarken Modi deutlich hörbar
Bosch Cargo Line: Der Lastenbeförderer
Der Name ist Programm: Der Cargo-Line-Motor wird überall dort verbaut, wo Lasten- oder Personen befördert werden sollen. Entsprechend bestehen die Motor-Innereien aus dem großen Performance-Line-Motor, nur eben mit spezieller Software und Thermo-Management-Anpassungen, um den erhöhten Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Entsprechend deftig fällt die Leistungsabgabe aus: 100 Nm Drehmoment schieben auch schwere Ladungen richtig gut vorwärts, maximal 750 Watt leistet der Motor kurzzeitig. Optional mit ABS verfügbar.
- Bärenstarker Motor mit gutem Thermo-Management
- große Auswahl an sinnvoller Peripherie
- perfekte Konnektivität
- nicht mit Fremdhersteller Akkus kompatibel
- Motor kein Leisetreter (bis 2025)
Bosch Performance Line: Power für Trail und Tour
Einmal ein E-Bike mit Bosch-Motor bitte: Wer mit diesem Satz auf den Lippen in den Radladen geht, wird meist einen dieser Motoren meinen. Die Performance-Line-Motoren sind die Top-Produkte von Bosch - und finden sich entsprechend in sehr vielen E-MTBs, sportiven Trekking-Rädern und neuerdings auch "leichten" E-Bikes wieder. Moment - leichte E-Bikes? Ja: Denn mit dem Performance Line SX flankiert ein sogenannter "Light"-Motor und treibt Bikes in der Gewichtsklasse unterhalb der 20-Kilo-Marke an - mit auf 60 Nm reduziertem Drehmoment und rund einem Kilo weniger Gewicht. Darüber residieren weiterhin die großen Motoren mit dem Beinamen CX: Bei ihnen liegen nun bis zu 100 Nm Drehmoment an, in der limitierten "Race"-Ausführung steigt die Unterstützung auf bis zu 400 %, sonst sind meist 340 %. Während der Performance Line CX oder der neue, etwas schwächere PX in sehr vielen E-MTBs aller Federwegs-Klassen zu finden ist, gibt es den "CX Race" nur in selektierten High-End-E-MTBs.
Shimano
Günstige SUV E-MTBs und Einsteiger E-MTBs (v.a. Shimano ist eine der größten und mächtigsten Fahrradunternehmen weltweit. Vor allem bei Schaltungen, Antrieben und Bremsen sind die Japaner absoluter Marktführer. Das Shimano-Erstlingswerk E8000 legte prompt den Grundstein für eine neue Generation von sportlichen E-Mountainbikes. Im Vergleich zum Bosch baut dieser Motor deutlich kleiner und ermöglich den Herstellern völlig neue Konstruktionsmöglichkeiten. Doch mit dem für 2023 vorgestellten EP801, der vor allem Softwareseitig verbessert wurde, rüstet sich Shimano bereits für die nächsten Jahre. Ab dem Modelljahr 2023 in vielen sportlichen E-MTBs verbaut.
Zunächst 2010 mit einem Front-Motor fulminant gescheitert, geben die Japaner seit 2014 mit ihrem Steps-System auf dem Markt neben Bosch den Ton an. Kein Wunder: Auch Shimano setzt auf Mittelmotoren - und stimmt diese wie Bosch auf den jeweiligen Einsatzzweck ab. Bei der Leistungsausbeute liegt Shimano auf Augenhöhe mit Bosch. Wo die Japaner aber die Nase vorn haben, ist bei der Akku-Auswahl - Shimano erlaubt hier nämlich Fremdhersteller-Designs. Das verhilft beispielsweise Canyons E-MTBs mit Shimano EP8 zu sagenhaften 900 Wh! Ein kleiner Nachteil für Touren-Freunde: Shimano ist besonders im Infotainment-Bereich merklich konservativer unterwegs, große Farbdisplays mit Navi-Funktion sucht man hier derzeit vergebens. Dafür gibt's Automatik-Schaltungen (übrigens auch für E-MTBs), bei manchen Motoren sogar Rücktritt und ABS-Systeme in Kooperation mit Blubrake.
Shimano E6100 und E5000: Der Einstieg ins E-Touren-Segment
Shimanos sanfter Einsteiger-Antrieb E5000 eignet sich ideal für den Einsatz im Stadtgebiet, zum Pendeln oder für Kurzstrecken. Dies schließt aber eine Verwendung für eine entspannte Radtour auf keinen Fall aus. Bei sanften 40 Nm maximalem Drehmoment unterstützt der "kleinste" aus der Shimano-Familie mit einer Spitzenleistung von max. 420 W. Die prozentuale Charakteristik im aktuellen Comfort-Level der Unterstützungsstufen baut sich wie folgt auf: Im Eco-Modus gibt der E5000 nochmal 40% zur eigenen Tretleistung hinzu, im Normal-Modus sind’s 100% und im höchten Level 200% zusätzlich zur eigenen Tretleistung, allerdings ist dann bei 420 W Schluss. Der neue Sport-Charakteristik-Modus unterstütz im eco-Level mit 60%, im Normal-Modus mit 125 % und im High-Level mit 200 %.
Als sanften Tourenantrieb darf man den E6100 durchaus bezeichnen. Mit etwas mehr Wumms als der kleine E5000 geht der Nachfolger des E6000 an den Start. je nach voreingestellter Fahrcharakteristik liefert der 6100er im sportiven Modus bis zu 60 Nm und im comfort Modus bis zu 50 Nm ab. Mit einer maximalen Leistung von 500 W liegt er über dem E5000, bietet seinem Pedaleur dabei maximal 200 % zusätzliche Unterstützung zur eigenen Tretleistung.
- komfortabler, sanfter und effizienter Antrieb für genüßliche Touren
- Kombatibilität mit allen Bremssystemen und vielen Schaltsystemen
- Fahrcharakteristik mit E-Tube Projekt individualisierbar
- für Bergtouren weniger geeignet
- Display mit puristischem Informationsgehalt
Shimano EP8(01) Cargo, EP600 Cargo und E6100 Cargo: Starke Lastenträger
Transportieren ist das große Thema im Rahmen der modernen Mobilität. Für E-Bikes mit Systemgewichten braucht man kräftige Motoren, die ein beladenes Rad aus dem Stand beschleunigen oder eine Steigung nicht zum Alpenpass erwachsen lassen. Die Anforderungen sind im Vergleich zu den City-/Touren- oder Sportantrieben deshalb anders: Hier ist eher die Kraft respektive Leistung in den unteren Drehzahlbereichen gefragt. Mit den Modellen EP801 CRG, EP600 CRG und E6100 CRG hat Shimano drei verschiedene Transportantriebe im Programm. Während alle drei Varianten max. 500 Watt Leistung bei 250 W Nenndauerleistung zur Verfügung stellen, liefern die beiden EP8 und EP6 Cargo jeweils maximal 85 Nm Spitzendrehmoment, der City-Transporteur E6100 CRG dagegen max. 60 Nm.
- Leistungskurve speziell für den Einsatz für Cargobikes abgestimmt
- drei Varianten für unterschiedliche E-Bike-Anwendungen und -Preispunkte
Shimano EP8(01), EP600 und E7000: Power für den Uphill
Mit Volldampf voraus: Dank maximal 85 Nm Drehmoment und bis zu satten 400 % Unterstützung katapultieren dich die Motoren der EP8- und EP6-Generation nach vorn. Einzig der etwas in die Jahre gekommene E7000 ist mit 60 Nm etwas schwächer motorisiert. Aber das macht nichts: Alle Antriebe fahren sich flott und treten sich sehr natürlich, haben auch in technischen Uphill-Passagen eine prima Leistungsabgabe. Wie schon Boschs Performance Line stehen auch Shimanos EP-Motoren vorrangig für E-MTBs und kräftige Tourer bereit. Das beste dabei: Shimano hat ein vergleichsweise offenes System, weswegen viele Rad-Hersteller eigene Akkus verbauen können - derzeitiger Spitzenreiter sind hier Canyons E-MTBs mit Shimano EP8 mit bis zu 900 Wh. Schade jedoch: Wie die anderen Shimano-Motoren ist die verfügbare Peripherie eher dezent gehalten, Infotainment wie bei Bosch gibt's hier leider nicht. Dafür bieten die beiden neuen EP801- und EP600-Motoren optional mit Auto- und Freeshift automatisiertes Schalten.
- sehr kräftiger Motor
- Offenheit bei der Akku-Wahl seitens Hersteller
- riesengroßes Händlernetz
- Display-Peripherie eher dezent bis altbacken
- bei hohen Drehzahlen keine Leisetreter
Yamaha
Das japanische Unternehmen Yamaha hat eine lange Tradition bei E-MTB Motoren. Vor allem die Bike-Marke Giant setzt konsequent auf die Yamaha-Motoren. Viele neue, gute E-MTBs von Giant und Haibike.
Unverhofft kommt oft: Ohne viel Aufsehen zu erregen, krempelt Yamaha sein gesamtes E-Bike-Motorenprogramm auf links - und zielt mit einem Dreigestirn aus Full-Power-, Alleskönner- und Light-Motor voll auf Mitbewerber Bosch. Drei Mittelmotoren gibt es nun, von E-MTB bis Light, von 100 Nm (PW-X4) bis 60 Nm (PW-L1).
Brose
Der deutsche Automobil-Zulieferer Brose mischt mit seiner Erfahrung seit Jahren bei E-MTB Motoren mit. Den kraftvollen Brose Drive S gibt’s in zwei Version: Mit Aluminium-Gehäuse, sowie mit leichterem Magnesium-Gehäuse (Drive S Mag). In günstigen Rockrider E-MTBs von Decathlon werden auch die Brose Drive T Motoren mit 70 Nm Drehmoment verbaut.
Brose baut sein Motorenportfolio mit dem neuen Drive 3 Peak fürs Modelljahr 2024 aus. Die Berliner reduzieren ihr bisheriges Housing abermals und versehen den Drive 3 Peak mit einem neuen Design. Technisch bietet der Neue nunmehr über satte 95 Nm maximales Drehmoment. Die Betriebsspannung liegt bei 48V und der Top-Motor unterstützt dann mit maximal 410 % bei einem Gewicht von 2,9 kg. Die ersten Bikes mit diesem Motor werden voraussichtlich 2024 ausgeliefert.
Weitere Hersteller
Neben den Marktführern Bosch und Shimano und den oben vorgestellten E-MTB Motoren, gibt es eine Reihe weiterer E-Antriebe, die bei sportlichen E-Mountainbikes verbaut werden.
- Panasonic: Der Elektronikriese Panasonic aus Japan hat diverse Mittelmotoren und Frontmotoren fürs E-MTB im Angebot. Für sportliche E-Mountainbikes sind allerdings nur die Panasonic-Mittelmotoren der GX-Serie interessant.
- Specialized: Die Hardware der Specialized E-Antriebe liefert Brose oder Mahle. Software, Steuerung und Akkus entwickelt Specialized in der Schweiz selbst. Den 2021 vorgestellten leichten Specialized SL 1.1 Motor haben die Amerikaner mit Mahle entwickelt.
- Rocky Mountain: Der Clou an dem Antriebskonzept von Rocky Mountain: Im Gegensatz zu anderen Mittelmotoren wird nicht die Tretlagerachse angetrieben, sondern der Powerplay E-MTB Motor sitzt etwas nach vorne versetzt vor dem Tretlager.
- Sachs: Der Sachs RS ist mit 112 Nm Drehmoment stärker als die meisten anderen Mittelmotoren und als offenes System mit vielen Akku- und Display-Typen kombinierbar.
- Fazua: Mit dem Ride 50 entwickelten die Münchener das bislang im E-Bike-Markt einzigartige Konzept des hybriden Antriebs. Mit dem Ride 60 verließen die Bayern den Ansatz des hybriden Antriebs und entwickelten einen fest verbauten Mittelmotor. Fazua stellt auch mit seinen "Ride 60"-Antrieben passende Aggregate zur Verfügung - welche rund 60 Nm leisten und auf Knopfdruck während der Fahrt in höchster Stufe für 12 Sekunden lang 450 Watt leisten. Häufig in Light-E-MTBs oder an leichten City-E-Bikes verwendet.
- Pinion: Pinions erster Motor ist wohl die Neuheit des Jahres: Die Schwaben vereinen erstmals ihre bewährte Getriebe-Technik mit einem leistungsstarken E-Motor. Herausgekommen ist dabei eine trotz bis zu zwölf integrierten Schaltstufen recht kompakte Antriebseinheit - die es so auf dem Markt derzeit kein zweites Mal gibt. Die MGU wird zukünftig in vielen verschiedenen Bikes zum Einsatz kommen - von vollgefedertem E-MTB bis hin zu Cargo- und Trekking-Bikes.
- TQ: Auch TQ versucht sich am Thema "Light"-E-Bikes: Gewicht spart man in dieser Klasse vor allen Dingen beim Motor - wie TQ eindrücklich beweist. Der HPR-50 wiegt mit 1850 Gramm rund ein Kilo weniger als die Full-Size-Konkurrenz, liefert aber 55 Nm Drehmoment und kurzzeitig bis zu 300 Watt. Gepaart wird das System mit einem kleinen 360-Wh-Akku und wird optional um einen Range-Extender erweitert. Vorrangig in Light-E-MTBs eingesetzt, vereinzelt auch in E-Rennrädern und E-Gravelbikes zu finden.
- DJI: Als neuer Player steigt zukünftig Drohnen- und Kamera-Spezialist DJI in den Mittelmotoren-Markt ein. Ihr "Avinox" getauften System verspricht 850 Watt Spitzenleistung und 105 Nm Drehmoment - und sensationell schnelles Laden ihres Akkus.
- ZF: Mit dem CentriX-Motor attackiert Getriebe-Riese ZF die großen Motorenhersteller und will Light-E-Bikes mit dickem Drehmoment möglich machen.
- BH: BH stellt in Zusammenarbeit mit SEG einen neuen, hauseigenen Light-Assist Motor vor, der in den Modellen iLynx Trail, iLynx Race und den iGravelX zum Einsatz kommt. Der Motor soll durch seine kompakte Bauweise und ein Gewicht von nur 2,1 kg überzeugen.
Bosch Performance Line CX5 gegen Shimano EP801: Das Duell der Giganten
Bosch Performance Line CX5 gegen Shimano EP801 :Es ist DAS Duell der E-Bike-Giganten: Der deutsche Traditionshersteller Bosch tritt in diesem Vergleich gegen den japanischen Traditionshersteller Shimano an. In der linken Ecke steht also der Kraftmeier CX Performance Line in seiner brandneuen fünften Generation, in der rechten der auf dem Papier ähnlich starke EP801. Let's get ready to rumble!Wir dürfen kurz vorstellen: Das sind unsere beiden Duellanten in diesem Duell, die derzeit wohl gefragtesten E-Bike-Motoren Europas, vielleicht sogar der Welt. Gehen wir nach dem Alphabet und fangen wir in heimischen Gefilden an:Kurz & knapp: Bosch Performance Line CX Gen 5Der neue CX ist endlich merklich leiser geworden - und seit Mai 2025 auch noch stärker als zuvor!Wer beim Fahrradhändler nach einem "Bosch-Fahrrad" fragt, will sehr wahrscheinlich ihn hier haben: Bosch Performance Line CX in seiner erst kürzlich vorgestellten fünften Generation. Zunächst mit 85 Newtonmetern Drehmoment und 600 Watt in der Spitze, bekommt er im Sommer 2025 nun endlich per Firmware-Update mehr Saft. Bis zu 100 Nm und 750 Watt in der Spitze soll er dann können, die Unterstützung steigt dann auf bis zu 400 %. Schaltungs-Klassiker wie die Deore XT (Mountainbike), die Ultegra (Rennrad) oder Alivio (Trekking) sind allesamt Urgesteine der Fahrradbranche. Gleiches gilt auch für Shimanos EP-Antriebe, wobei der EP801 hier derzeit die Speerspitze darstellt:
- bis zu 400 % Unterstützung, unterstützt bis 25 km/h
- 85 Nm Drehmoment, 600 Watt in der Spitze
- Akkus von 504 Wh bis 630 Wh, offen für Fremdhersteller
- wenige Displays, gute Bedienteile
- gute App
Vergleichstabelle: CX5 gegen EP801
| Merkmal | Bosch Performance Line CX5 | Shimano EP801 |
|---|---|---|
| Drehmoment | Bis zu 100 Nm (nach Update) | 85 Nm |
| Spitzenleistung | Bis zu 750 Watt (nach Update) | 600 Watt |
| Unterstützung | Bis zu 400 % (nach Update) | Bis zu 400 % |
| Akkus | 504 Wh bis 630 Wh | Offen für Fremdhersteller (bis zu 900 Wh) |
| App | Hervorragend | Schwächer |
| Geräuschpegel | Leise (ab Generation 5) | Vergleichbar |
Vorteile: Was sticht an den Motoren heraus?
- Bosch bietet eine hervorragende App, Shimano ist hier klar schwächer
- Shimano hat ein freies Akku-System - und je nach Hersteller bis zu 900-Wh-Akkus
- CX und EP8 kooperieren mit Schaltungen, was automatisierte Schaltvorgänge ermöglichen
- Bosch ist in Betrieb mittlerweile sehr leise - das gilt ab Generation 5
- beide Hersteller haben ein gigantisches Händlernetz und sind extrem haltbar
- beide Motoren bieten ein sehr vergleichbares Leistungsspektrum (gilt bis CX5 ohne Update)
- freigegebene Bosch-E-Bikes können per Firmware-Update auf 100 Nm / 750 Watt / 400 % zurückgreifen
Die wichtigsten Aspekte im Überblick
Auch wenn der E-MTB Motor das Herzstück von E-Mountainbikes ist, solltest du dich nicht allein darauf versteifen. Geometrie, Fahreigenschaften und die übrige Ausstattung sind mindestens genauso wichtig. Mit unserer objektiven Motor-Bewertung bei emtb-test.com siehst du bei jedem Modell, wie gut der verbaute E-MTB Motor im Vergleich zur Konkurrenz ist.
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