Egal ob man im lokalen Fahrradladen oder auf den Webseiten von Radherstellern und Online-Shops stöbert, die Auswahl von Helmen erschlägt einen nahezu. Für so gut wie jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Der Sinn und Zweck eines Fahrradhelms ist schnell klar. Aber welcher Helm der Richtige für dich ist, ist eine andere Sache. Prinzipiell unterscheidet man in Cityhelme, Rennradhelme, Mountainbikehelme und Fullfacehelme.
Sicherheitsstandards
Helme, die in Deutschland, bzw. der EU verkauft werden, müssen zahlreiche Normen und Anforderungen erfüllen. Sie müssen Stürze unbeschadet überstehen, die verwendeten Materialien müssen unschädlich und wetterbeständig sein und dürfen keine Materialermüdung zulassen. Damit du sichergehen kannst, dass der Helm deiner Wahl alle diese Normen erfüllt, achte auf den Aufkleber innen im Helm. Dort ist vermerkt, ob er die Normen DIN EN 1078, bzw. 1080 für Kinderhelme erfüllt. Das CE-Kennzeichen bekommt ein Fahrradhelm nur dann, wenn er alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Viele Helme sind zusätzlich vom TÜV geprüft, oder sie tragen das Zeichen für „geprüfte Sicherheit“ GS.
In Deutschland besteht, wie oben erwähnt, im Moment keine Helmpflicht. Aber Vorsicht: bei einem Unfall, dessen Folgen durch einen geprüften Fahrradhelm verhindert oder verringert worden wären, können die Schadenersatzleistungen von Versicherungen gemindert werden oder ganz ausfallen. Alle Nicht-Helmträger sollten sich also noch einmal darüber Gedanken machen, ob hier die Sicherheit nicht Vorrang hat vor allen Gründen die vielleicht gegen einen Helm sprechen. Eine Ausnahme gilt für Rennradfahrer, die auf Grund ihrer sportlichen Fahrweise als besonders gefährdet gelten. Sie müssen immer einen Helm tragen.
Wie funktioniert dein Helm?
Ein Fahrradhelm ist natürlich in erster Linie dazu da, um Kopfverletzungen zu verhindern. Damit das funktioniert muss er die Energie eines etwaigen Aufpralls abfangen, die Wucht verteilen und dabei natürlich stets sicheren Halt bieten.
Damit ein Aufprall abgefangen werden kann, besteht das Grundgerüst eines Helms aus Polystyren-Schaum, also einer Styroporschale, die die Energie des Aufpralls aufnehmen und verteilen soll. Da diese raue Schale leicht bricht oder sich verhakt, bekommt ein Helm eine äußere, glatte Schicht die die innere Schale vor Brüchen schützt und es ermöglicht, dass der Helm auf dem Boden gleitet, um ruckartige Bewegungen zu vermeiden, die die Halswirbelsäule verletzen könnten. Diese äußere Schale verhindert auch, dass sich spitze Gegenstände durch den Helm bohren - das könnte die Polystyrenschicht alleine nicht. Bei den meisten Helmen ist diese äußere Schicht aus Plastik. Bei teureren Modellen besteht diese Schale aus Kohlefaserverbund (Carbon), das höheren Beanspruchungen standhält und dabei weniger Gewicht auf die Waage bringt.
Unter normalen Bedingungen sollte ein Helm auf dem Kopf bleiben, ohne dass das Rückhaltesystem - also der Kinnriemen - gebraucht wird. Die kommen erst ins Spiel, wenn es holprig wird oder eben bei schnellen Richtungswechseln wie Einschlägen oder einem Aufprall. Was du in deinem Helm auch findest, sind Polster, die vor allem der Bequemlichkeit dienen. Für die Sicherheit des Helms sind sie nicht relevant.
Passgenauigkeit
Jeder Kopf ist anders, daher kann ein Helm kann dich nur optimal schützen wenn er richtig passt und sitzt. Am besten ist es, unterschiedliche Helme zu probieren und mit dem Drehrad oder der Ratsche - beides befindet sich an der Hinterseite der Innenschale - den Helm so zu justieren, dass er perfekt sitzt, aber nicht drückt. Der Helm sollte nur an den Stellen aufliegen, die auch gepolstert sind. Die Ohren sollten frei sein.
Größe
Die meisten Firmen bezeichnen ihre Helme mit den Größen S, M und L bzw. Doppelgrößen wie S/M und M/L. Das bezeichnet allerdings keine Standardgrößen, sondern gilt eher als grobe Orientierung. Du wirst also zum Maßband greifen müssen, notfalls helfen eine Schur und ein Lineal weiter. Miss deinen Kopf an der weitesten Stelle, ca. 2 cm über den Augenbrauen, oberhalb der Ohren und nicht tief im Nacken, sondern am unteren Schädelrand entlang. Sollte der ermittelte Wert genau zwischen zwei Größen liegen, so solltest du die größere Größe auswählen. Der Helm muss aber so eingestellt werden können, dass er auch ohne Kinnriemen auf dem Kopf hält wenn der Träger den Kopf nach unten hängen lässt. Sollte das nicht der Fall sein, solltest du eher einen anderen Fahrradhelm wählen.
Form
Die Passform der Helme wird selten erwähnt, aber tatsächlich ist sie von Hersteller zu Hersteller verschieden. Erfahrungsgemäß sind beispielsweise die Helme italienischer Hersteller schmaler, während die amerikanischen etwas weiter ausfallen. Während du die Größe ganz einfach durch Nachmessen ermitteln kannst, hilft da nur eines: Probieren.
Verschlusssysteme
Ein Fahrradhelm verfügt über zwei verschiedene Systeme, die sicherstellen, dass er dir nicht vom Kopf fliegt. Zum einen ist da der Kinnriemen, der so eingestellt werden muss, dass zwischen Kinn und Riemen noch zwei Finger Platz haben und der vordere und hintere Riemen unter den Ohren V-förmig zusammentreffen. Achte darauf, dass die Länge der Riemen und die Halteklemmen einfach einzustellen sind und nicht verrutschen.
Besondere Vorsicht ist bei Kinderhelmen geboten! Sämtliche Schnüre an Kinderbekleidung müssen eine Sollbruchstelle haben, damit die Kleinen sich nicht strangulieren. Dies gilt insbesondere für Helmriemen. Wenn der Helm die Norm EN 1080 erfüllt, kannst du sicher sein, dass die Riemen bei zu großer Belastung reißen.
Die Weite des Helms kannst du an der Rückseite einstellen. Entweder funktioniert das über einen verstellbaren Ring, der den ganzen Kopf umschließt oder einen Helmverschluss, der nur im Nacken sitzt. So wird der Fahrradhelm sicher und bequem auf dem Kopf gehalten. Aber trotz dieser Systeme muss die innere Schale stets gut sitzen - ein Helm der nicht passt kann auch mithilfe der Rückhaltesysteme nicht so eingestellt werden, dass er deinen Kopf optimal schützt.
Es gibt auch Helme, die keinen Verschluss haben. Diese müssen natürlich ganz besonders sorgfältig ausgewählt werden. Wenn du dir einen solchen Fahrradhelm anschaffen willst, lass dich am besten im Fachhandel beraten.
Druckstellen
Wenn du einen Fahrradhelm aufprobierst, lass ihn einige Minuten auf dem Kopf um eventuelle Druckstellen zu spüren. Wenn er unangenehm drückt, vor allem bei ungleichmäßig verteilten Druckstellen ist er zu klein, die Passform ist nicht für dich geeignet oder er ist beschädigt.
Jetzt wird’s haarig
Eine gute Nachricht für alle Träger/innen von Langhaarfrisuren: es gibt spezielle Helme, die mit einem „Hair Port“ ausgestattet sind, also einem Durchlass für deinen Zopf am Hinterkopf. Die Haare können so sicher verstaut werden, ohne dass sie die Sicht behindern oder aber den sicheren Sitz beeinflussen.
Sonnenbrillen und Brillen
Falls du beim Fahrradfahren eine Brille oder Sonnenbrille tragen willst, solltest du diese beim Helmkauf unbedingt dabeihaben. Nur so kannst du ausprobieren, ob die Brille unter dem Helm unangenehm drückt. Normalerweise sollte dieser weder die Bügel noch den Rahmen einer Brille berühren.
Wenn Du all das berücksichtigt hast, bist du auf dem Weg zum perfekten Kopfschutz schon ein ganzes Stück weitergekommen. Aber der beste Helm kann dich nicht optimal schützen wenn er nicht richtig an den Träger angepasst wird. Wir haben hier ein Video für dich, das dir erklärt wie, du deinen Helm richtig einstellst.
Sicherheit & Schutz
Wenn du in deinem Fahrradhelm einen Aufkleber mit den oben erwähnten Sicherheitssiegeln findest, kannst du davon ausgehen, dass er ein Mindestmaß an wichtigen Sicherheitskriterien erfüllt. Zusätzlich gibt es noch einige Neuerungen, die in der Entwicklung von modernen Modellen mehr und mehr Verbreitung finden. Eine Neuheit auf dem Markt ist das MIPS (Multi-directional Impact Protection System). Während die Helme früher vor allem Stöße abfangen sollten, die in gerader Richtung einwirken, absorbiert MIPS auch Schläge die in einem Winkel auftreffen. Dafür wird eine dünne, bewegliche Schicht eingearbeitet. Kommt es zu einem Aufschlag, kann diese Schicht mit einer minimalen Bewegung die Wucht zwischen Kopf und Helm auf eine größere Fläche verteilen und so Gehirnerschütterungen und schwere Schäden vermeiden. Vorbild für dieses System ist übrigens der Aufbau des menschlichen Kopfes, dort liegt unser Gehirn gut gepolstert durch eine bewegliche, flüssige Schicht in einem harten, stabilen Knochengerüst.
Auch wenn es zunächst nicht so aussieht - ein weiterer Sicherheitsaspekt sind die vorhandenen Lüftungslöcher und die Farbe. Letzterer Fakt ist schnell erklärt: Ein Fahrradhelm in einer auffälligen Farbe kann dazu beitragen, dass du im Straßenverkehr besser gesehen wirst. Die Anzahl und Größe der Lüftungslöcher im Helm darf nicht zu groß sein, denn dadurch kann sich die Auflagefläche auf dem Kopf so weit verringern, dass er einwirkende Kräfte nicht mehr ausreichend verteilt oder sogar instabil wird.
Und zu guter Letzt darfst du nicht vergessen, dass ein Helm nur eine begrenze Lebensdauer hat. Es gibt keine eindeutigen Vorgaben dafür, wie lange ein Helm benutzt werden kann, manche Hersteller geben allerdings Empfehlungen heraus. Als Faustregel gilt: Hol dir einen neuen, wenn die Farben verblassen oder der Kinnriemen beginnt auszufransen.
Wenn du einen Unfall hattest solltest du den Fahrradhelm allerdings sofort austauschen. Die Styroporschale wird sich nach einem Aufprall nicht wieder von alleine zurechtbiegen, ganz im Gegenteil, sie kann unsichtbare Risse davongetragen haben die verhindern, dass er beim nächsten Aufprall ganze Arbeit leistet oder sogar für zusätzliche Verletzungen sorgen. Gleiches gilt für Exemplare die aus einiger Höhe herunterfallen. Manche Hersteller gewähren im Falle eines Unfalls einen Preisnachlass bei der Anschaffung eines neuen Modells.
Mountainbiking, Rennradfahren, Triathlon oder die Fahrt zur Arbeit: Für jede Disziplin der passende Helm
Jeder Fahrradhelm ist natürlich dazu da um deinen Kopf zu schützen. Aber die Art des Helms muss zu deinem Fahrstil passen. Wir erklären dir in unserer Kaufberatung die gängigsten Typen.
Mountainbike-Helm
Bei einem Mountainbike-Helm sticht als erstes ins Auge, dass er mehr Zonen am Kopf bedeckt als andere es tun. Das liegt daran, dass im Gegensatz zu Fahrradfahrern die auf der Straße unterwegs sind und die statistisch gesehen meistens nach vorne fallen, ein Mountainbiker in jede beliebige Richtig stürzen kann. Daher brauchen der Hinterkopf und die Schläfen besonderen Schutz. Wenn du downhill brettern möchtest, solltest du unbedingt einen Integralhelm mit besonderem Kinnschutz tragen. Das gilt natürlich auch für BMX-Fahrer.
Helme mit abnehmbarem Kinnschutz liegen derzeit voll im Trend, denn auf ungefährlicheren Strecken hast du so die Wahl, ob du mehr Sicherheit oder mehr Frischluft bevorzugst. Die Modelle für Mountainbiker haben meist größere Lüftungslöcher, damit sie auch bei geringer Geschwindigkeit gut durchlüftet werden. Der Nachteil dieser großen Löcher ist, dass es bei größeren Geschwindigkeiten auf der Straße durch den Fahrtwind sehr laut wird.
Die meisten Mountainbiker bevorzugen Helme mit einem Visier oder Schild vorne, damit das Gesicht vor der Sonne und Zweigen geschützt ist. Viele Modelle sind mit Halterungen für Lampen oder einer Helmkamera versehen.
Rennradhelm
Wie bereits erwähnt fallen Radfahrer, die auf der Straße unterwegs sind, meistens nach vorne. Daher konzentriert sich die Schutzwirkung auf den Vorderkopf und das Gesicht. Ein guter Helm für Rennradfahrer soll leicht und bei höheren Geschwindigkeiten gut belüftet sein. Hochpreisige Modelle sind aus leichtem Carbon und von Lüftungsschlitzen durchzogen, damit du einen kühlen Kopf behältst. Diese wiegen teilweise nicht mehr als 200g, haben allerdings auch gesalzene Preise.
Bei Helmen für Rennradfahrer wird auf optimale Aerodynamik Wert gelegt, daher kommen sie meist möglichst glatt und schnörkellos daher und haben weniger Lüftungslöcher. Damit der Fahrer selber zwischen mehr Frischluft oder weniger Luftwiderstand entscheiden kann gibt es Modelle wie den Kask Infinity mit verschließbaren Lüftungen oder den Lazer Z1 bei dem ein abnehmbarer aerodynamischer Aufsatz mitgeliefert wird. Der Aufsatz macht sich bei kaltem Wetter doppelt bezahlt, denn er behält die angewärmte Luft.
Die meisten Rennradhelme besitzen kein Schild, ganz einfach aus dem Grund, dass ein Schild bei der geduckten Körperhaltung das Gesichtsfeld gefährlich einschränken würde.
Triathlon
Beim Teil des Triathlons, der auf dem Fahrrad stattfindet, gibt es in der Regel für den Fahrer kaum großen Überraschungen. Keine schnellen Richtungswechsel, die Geschwindigkeit bleibt konstant, Aerodynamik ist hier das Zauberwort. Daher haben Triathlonhelme eine Heckspitze, die den Fahrtwind nach hinten ableitet. Allerdings muss der Fahrer eine bestimmte Fahrposition einhalten, um das optimal auszunutzen. Moderne Varianten ähneln Rennradhelmen, aber um den Fahrern größere Bewegungsfreiheit zu verschaffen ist die Heckspitze kürzer. Außerdem sind sie oft auch weniger gut belüftet.
Freizeit und Tour
Die Fahrradhelme für eine gemütliche Radtour am Wochenende oder die tägliche Fahrt zur Arbeit sind deutlich einfacher ausgestattet als Sporthelme, denn die erreichte Geschwindigkeit bleibt überschaubar, Aerodynamik spielt keine Rolle und die Durchlüftung ist weniger wichtig. Deshalb sind diese Helme mit weniger Belüftungsöffnungen versehen, ihr Design ist weniger sportlich und teilweise minimalistisch. Dafür haben teurere Modelle oft eingebaute Leuchten für zusätzliche Sicherheit, auch Smarthelme mit weiteren Funktionen machen gerade die Runde.
Kinderhelme
Kinderhelme sind im Großen und Ganzen verkleinerte Versionen der Erwachsenenhelme. Es gibt aber ein paar dennoch ein paar Besonderheiten zu beachten. Beim Kauf ist die Devise „Ach, sie wachsen doch hinein!“ ein gefährlicher Fehler! Ein Helm der nicht passt schützt bei einem Unfall nur unzureichend. Einen Kinderhelm solltest du immer passend kaufen und ihn gegen einen größeren austauschen, wenn er zu klein wird.
Und ganz wichtig: Sobald das Kind von Fahrrad steigt, muss es den Helm ablegen. Beim Klettern, Spielen oder bei anderen Aktivitäten hat er nichts auf dem Kinderkopf zu suchen, die Gefahr, dass das Kind hängen bleibt oder sich stranguliert ist viel zu groß. Der Helm oder dessen Riemen könnten sich beispielsweise an einem Klettergerüst oder in den Zweigen eines Baumes verhaken und das kann fatale Folgen haben.
Fahrradhelm-Arten: für jeden Einsatzzweck den passenden Helm
Der entsprechende Helmtyp leitet sich aus deinem Einsatzbereich ab. So gibt es Unterschiede beim Thema Sicherheit, Schutz aber auch beim Thema Komfort. Hier findest du Erklärungen zu den verschiedenen Helmarten und kannst so den passenden Helm für dich finden.
- Helme für den Stadtverkehr und Touren: Die Trekking- & Cityhelme, gerne auch Urban-Helme genannt, bieten Schutz bei einem schlichten und schicken Design. Sie zeichnen sich durch gute Einstellmöglichkeiten und cleveren Features wie Reflektoren oder Lichter aus.
- Helme für Mountainbiker: Für Trail und Allmountain-Touren haben sich Halbschalenhelme bewährt, die für einen guten Kompromiss zwischen hohem Schutz und guter Belüftung sorgen. Diese sind gerade am Hinterkopf meist tiefer geschnitten um auch diesen zu schützen.
- Helme für Downhiller: Für den Einsatz auf Downhill-Strecken oder im Bikepark ist ein vollumschließender Fullface-Helm gedacht. Sie bieten den meisten Schutz und durch den Kinnbügel ist zudem auch dein Gesicht und Kiefer geschützt. Generell ist die Helmschale oft robuster und sie sind auch besser gepolstert als Halbschalen-MTB-Helme.
- Helme für Rennradler: So sind Rennrad-Helme besonders leicht und haben eine aerodynamische Form um besonders windschnittig zu sein. Dabei sind sie mit einer optimalen Belüftung versehen, was dir hilft immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Ihre Form sorgt bei der Kopfhaltung auf dem Rennrad für ein möglichst großes Sichtfeld.
- Helme für Kinder: Kinder haben einen kleineren Kopf und benötigen dementsprechend einen Kinderhelm, der genau auf ihren Kopfumfang passt. Während das Design bei Kindern oft verspielt und farbenfroh ist, kommen Helme für die Großen eher in schlichten Farben daher.
Prüfsiegel & DIN Norm für höchste Sicherheitsstandards
Ob Discounter-Helm oder High-End-Produkt - alle Fahrradhelme, die in der EU und in der Schweiz verkauft werden, müssen sich einem Testverfahren inklusive Crashtest unterziehen. Wird dieser makellos bestanden, erhält der Fahrradhelm die Norm DIN EN1080 (CE). Zusätzlich sind viele Modelle mit dem Zeichen für "geprüfte" Sicherheit (GS) versehen. In EU-weiten Testverfahren nach der DIN EN 1078 (CE) muss der Helm einen Test bestehen, bei dem er unter anderem mit einem Prüfkopf einmal auf einen flachen und einen schrägen Sockel fällt, der eine Bordsteinkante imitiert. Dabei darf der Prüfkopf beim Aufprall nicht das 250-fache der Erdbeschleunigung überschreiten.
Sehr gute Rad-Helme weisen eine so gute Dämpfung auf, dass sie auch bei einem Aufprall mit „nur“ rund 20km/h den Wert von 82G (82-fache Erdbeschleunigung) nicht überschreiten. Über 70 Prozent der meisten schwer verletzten Radfahrer tragen Kopfverletzungen davon. Vier von fünf hätten durch das Tragen eines Helms verhindert werden können.
Ein ewiges Leben hat jedoch bei allen noch sicheren Prüfverfahren kein Fahrradhelm. Du solltest ihn nach circa fünf bis sechs Jahren austauschen. Beobachtest du Verschleißerscheinungen, Risse oder hattest du sogar einen Sturz mit deinem Helm, ist er sofort gegen einen neuen zu ersetzen. Einige Hersteller bieten sogar einen Rabatt nach einem Unfall sowie ein Crash Replacement an.
Neue Fahrradhelme mit MIPS
Ganz neu auf dem Markt sind Fahrradhelme mit MIPS (Multi-directional impact protection system). Diese verfügen über eine schwimmend verarbeitete Innenschale, die sich mit der Rotationsbewegung deines Kopfes bei einem schrägen Aufprall etwa 15 mm verschiebt und so einen Teil der Beschleunigungsenergie abbauen kann. Ob dieses System wirklich noch mehr Sicherheit bieten kann, wird derzeit in der Fachwelt noch diskutiert. Wichtiger ist es, sich an Testergebnissen und den eigenen Bedürfnissen an einen Helm zu orientieren.
Neben diversen Systemen die eine Verletzung vorbeugen sollen, gibt es zwischenzeitlich auch Sensoren-Systeme, die reagieren wenn es zum Ernstfall kommt. Diese Systeme erfassen Erschütterungen über Bewegungssensoren und senden so mithilfe einer App einen Notruf aus, sollte es zu einem Sturz kommen.
Bekannte Systeme sind:
- Specialized ANGi
- Uvex Tocsen
- twICEme® NFC - Medical ID-Chip
Testergebnisse und Empfehlungen
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Die Ergebnisse:
Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte erfreulicherweise eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.
Der Anschaffungspreis des Urban Planet LED liegt mit 130 Euro im oberen Bereich des Testfeldes. Mit 385 Gramm ist der Uvex kein Leichtgewicht, dafür bietet er an der Rückseite ein aktives Licht mit drei unterschiedlichen Beleuchtungsmodi. Ebenfalls positiv fielen den Testern Reflektorstreifen in den Trageriemen und das Innenfutter auf - es dient gleichzeitig als Insektenschutz.
Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Von insgesamt elf Modellen belegt er einen Platz im Mittelfeld. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.
Im Test reicht die Ergebnisspanne von "gar nicht vorhanden" bis hin zu Reflektoren inklusive einer aktiven Beleuchtung am Fahrradhelm. Keinerlei Sichtbarkeit im Dunkeln zeigten Lazer, Giro und Cube. Bessere Ergebnisse erzielten dagegen die Helme von Uvex, Limar und Lidl. Immer öfter werden LED-Rücklichter auf der Hinterseite des Fahrradhelms integriert. Einige sind sehr schick und bieten einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn.
Empfehlungen an die Hersteller
- Die Anforderungen der geltenden Norm müssen eingehalten werden. Hier darf kein Gurtschloss brechen.
- Die Helme von Cube, Decathlon, Abus (S-Pedelec-Helm), Prophete und vor allen Dingen von Lidl zeigen Verbesserungspotential in Sachen Stoßdämpfungseigenschaften.
- Nur ein angenehmer und gut einzustellender Helm wird getragen. Die Anpassungen am Kopf müssen einfach, gut und sicher durchgeführt werden können.
- Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit. Daher sollten die Fahrradhelme zumindest mit Reflektoren ausgestattet sein: Der Helm von Lazer, Giro und Cube, sowie der S-Pedelec-Helm von KED haben keinerlei Reflektion.
Tipps für Verbraucher
- Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
- Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.
- Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
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