Du brauchst einen neuen Helm oder hast vielleicht noch gar keinen Fahrradhelm? Dann bist du hier genau richtig! Ob Alltagshelm für die Stadt, windschnittiger Rennradhelm oder Fullfacehelm für den Bikepark: Hier erfährst du, welcher Helm der Richtige für dich ist.
Warum ein Fahrradhelm?
Der Sinn und Zweck eines Fahrradhelms ist schnell klar: Er soll dich bei einem Sturz vor Kopfverletzungen schützen. Aber welcher Helm der Richtige für dich ist, ist eine andere Sache.
Welche Arten von Fahrradhelmen gibt es?
Prinzipiell unterscheidet man in Cityhelme, Rennradhelme, Mountainbikehelme und Fullfacehelme. Des Weiteren gibt es noch feinere Unterschiede wie Dirt- bzw. BMX-Helme, Zeitfahrhelme (für Triathleten) oder Motocross-Helme, Fullfacehelme mit abnehmbarem Kinnbügel usw.
- Cityhelme: Für den Stadtverkehr und gemütliche Wochenendausflüge.
- Rennradhelme: Für hohe Geschwindigkeiten und Aerodynamik.
- Mountainbikehelme: Für den Einsatz im Gelände, oft mit Visier und tiefer gezogenem Nackenbereich.
- Fullfacehelme: Für Downhill und Bikepark, bieten maximalen Schutz.
Cityhelme
Wenn du viel in der Stadt fährst, eher gemütlichere Wochenendausflüge machst oder viel pendelst ist ein City-Helm die richtige Wahl für dich. City-Helme sind nicht ganz so sportlich wie ein MTB Helm ausgerichtet und legen häufig nicht allzu hohen Wert auf die sehr gute Belüftung (was nicht heißen soll, dass sie schlecht belüftet sind). Der wichtigste Punkt ist die Sicherheit welche durch einen urbanen Look abgerundet wird. Häufig bieten sie auch praktische Features wie zusätzliche Reflektoren oder gar Beleuchtung, damit du auch im Straßenverkehr gesehen wirst.
Rennradhelme
Bist du auf der Straße unterwegs, greifst du zum Rennradhelm. Bei einem Rennradfahrer kommt es auf möglichst gute Belüftung bei höheren Geschwindigkeiten in Kombination mit guter Aerodynamik an. Gerade letzteres ist sehr wichtig. Der Rennradhelm sollte nicht zu viele Luftkanäle aufweisen und trotzdem gut belüften. Auf ein Visier verzichtet der Helm zu Gunsten der Sicht nach vorn auch bei stark geneigter Sitzposition.
Mountainbikehelme
Bist du Offroad im Wald unterwegs, kommt vermutlich ein typischer MTB Helm oder sogar Fullface-Helm für dich in Frage. Der MTB Helm bietet in der Regel an der Stirn ein Visier, das dich vor Sonne, Matsch und umher fliegenden Steinen schützt. Auch beim MTB-Sport kommt es (je nach Fahrertyp) auf eine optimale Belüftung an. Wer viel Uphill unterwegs ist, will schließlich einen kühlen Kopf bewahren. Mountainbikehelme sind im Gegensatz zum Alltagshelm im Nacken meist etwas tiefer gezogen um zusätzlichen Schutz zu bieten.
Fullfacehelme
Bist du eher bergaborientiert z.B. Aber, Fullfacehelm ist nicht gleich Fullfacehelm. Hier gibt es zahlreiche Unterschiede. Wusstest du, dass es in der Tat Helme mit spezieller Downhill-Zertifizierung gibt? Bist du kein reinrassiger Downhiller, könnte diese Mischung genau das Richtige für dich sein. Das haben auch die Hersteller gemerkt und sich etwas einfallen lassen: Immer mehr Endurohelme bieten ein abnehmbaren Kinnbügel, wie bei dem Bell Super oder dem Uvex Revolt etwa.
Wie finde ich die richtige Helmgröße und Passform?
Erster Richtwert ist der Kopfumfang, der in cm gemessen wird. Nun das ABER, denn Helme sind ein bisschen wie Schuhe, einen Helm allein nach dem Kopfumfang auszusuchen, wird nicht immer funktionieren. Die Passform des Helmes bzw. die Kopfform spielen eine enorm große Rolle. Das heißt, nicht jedem mit Kopfumfang 54cm passt beim oben genannten Modell Größe S, wenn der Kopf nicht zur Helmform passen will. Hier musst du individuell entscheiden, dich mit dem Helm wohlfühlen, ihn gern tragen. Und das wirst du nur tun, wenn er zu deinem Kopf und deiner Kopfform passt.
So misst man den Kopfumfang:
- Ein Maßband um den Kopf legen.
- Ca. eine Höhe von 10 mm (1 cm) Abstand über den Augenbrauen lassen.
- Den Kopfumfang messen und einen Zentimeter addieren.
Helmgrößen Tabelle:
| Helmgröße in Buchstaben | Kopfumfang (ca. Werte) |
|---|---|
| XS | 51 bis 54 cm |
| S | 55 bis 56 cm |
| M | 57 bis 58 cm |
| L | 59 bis 60 cm |
| XL | 61 bis 62 cm |
| XXL | 62 bis 64 cm |
Wie soll ein Helm sitzen?
Wir können im Ladengeschäft gar nicht oft genug betonen, wie wichtig der korrekte Sitz des Helmes ist.
- Kein Wackeln: Drückt man von der Stirnseite aus diagonal leicht gegen den Helm nach oben, darf der Helm sich nicht ohne weiteres wegdrücken lassen.
- Konkret: Den Verschluss am Hinterkopf anpassen. Schon in diesem Zustand, ohne verschlossene Riemen am Kinn, sollte der Helm bereits am Kopf guten Halt haben! Versuchst du ihn nun leicht nach oben abzuheben, sollte er möglichst nicht verrutschen.
- Nahezu alle Helme bieten heute eine Weitenregulierung am Hinterkopf, mit der du den Sitz einstellen kannst.
- Gerader Sitz: Der Helm sollte waagerecht sitzen, nicht zu weit in die Stirn gezogen und nicht zu weit hinten in den Nacken rutschen. Bei Helmen die etwas tiefer in den Nacken gezogen sind, muss man sich für den waagerechten Sitz diesen verlängerten Abschnitt am Hinterkopf wegdenken. Außerdem soll der Helm nicht schräg sitzen, der Abstand links und rechts über den Ohren sollte gleich sein.
- Faustregel: Der Helm sitzt ein bis zwei Finger über der Nasenwurzel bzw.
- Sitz der Riemen: Die Bänder laufen unter dem Ohr zusammen und „schlabbern“ nicht rum, sondern liegen noch bequem an. Unter dem Kinn sollte, bei geschlossenem Verschluss, zwei Finger breit Platz sein.
- Einstellmöglichkeiten: Moderne Helme bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Nutze diese korrekt. Lasse dir die Einstellungsmöglichkeiten entweder beim Kauf erklären oder - im besten Fall - direkt vor Ort einstellen. Klips, die die Bänder halten bzw.
Besonderes Augenmerk: Kinderhelme!
An dieser Stelle vor allem unser Appell an Eltern, auf die korrekte Passform des Kinderhelmes zu achten! Leider erleben wir es viel zu häufig, dass vor allem bei Kinderhelmen die Meinung herrscht „Hauptsache der Kleine hat überhaupt einen Helm auf“. Das stimmt zwar, schützt aber im schlimmsten Fall auch nicht viel besser als gar kein Helm. Es macht keinen Sinn einen Helm zu kaufen, in den das Kind „hereinwachsen“ kann. Der Kopf unseres Kindes sollte es wert sein, lieber mal einen Helm mehr zu kaufen, als auf Schutz zu verzichten.
Ein allgemeiner Tipp: Neben dem schmerz-/druckfreien Sitz sollte die Optik bei Kinderhelmen nicht zu kurz kommen. Denn wenn der Helm nicht gefällt, zwickt oder sitzt nervig und unbequem, sind gerade Kinder schwer davon zu überzeugen, diesen erneut bei der nächsten Radrunde aufzusetzen.
Sicherheitsstandards und Technologien
Fest steht, in Punkto Schutz müssen alle Helme ein CE Prüfzeichen vorweisen, wenn sie auf dem deutschen Markt verkauft werden. Ebenso muss die DIN EN 1078, die Sicherheitsnorm für Radhelme, erfüllt sein. D.h. Schutz bieten alle in Deutschland erhältlichen Fahrradhelme. Jedoch gibt es zahlreiche Punkte, die einen preiswerten von einem hochpreisigen Helm unterscheiden. Material, Gewicht, Verschlusstechnologien und das Innenleben des Helms.
MIPS® (Multi Directional Impact Protection System)
Entwickelt wurde diese Technologie, um den Rotationskräften beim Aufschlag entgegenzuwirken. Da beim Aufschlag im Winkel immer Rotationskräfte auf den Kopf wirken, man im Regelfall nie statisch aufschlägt (wie es in Tests gerne simuliert wird), kamen die Entwickler des MIPS® Systems auf die Idee, eine bewegliche Innenschale in den Helm zu legen. Diese gelöste Innen- und Außenverbindung des Helmes baut beim Aufschlag die entstehende Kraft ab und minimiert die Kräfte, die auf die aufschlagende Stelle einwirken. Die MIPS® Technologie wird inzwischen von zahlreichen Herstellern wie Bontrager oder Giro eingesetzt.
Weitere Technologien
- Spherical MIPS®: Weiterentwickelte Version des MIPS®-Systems.
- SPIN: Eine Antwort auf das MIPS® System von POC.
- WaveCel: Helmsicherheitstechnologie exklusiv für Bontrager-Helme.
Sensor-Systeme für den Notfall
- Specialized ANGi: Patentierter Sensor mit integriertem Beschleunigungsmesser und Gyroskop.
- Uvex Tocsen: Sturzsensor und App, die einen Notruf absetzen.
- twICEme® NFC - Medical ID-Chip: Informationsübermittlung für Rettungskräfte und Ersthelfer.
Fahrradhelm Test 2025: Die Testsieger
Im Fahrradhelm Test wurden verschiedene Modelle untersucht und in der Praxis unter die Lupe genommen. Wir stellen die Testsieger und Testergebnisse aus unserem Fahrradhelm Test 2025 und dem ADAC Fahrradhelm Test ’21 sowie den vergangenen Jahren vor.
| Bild | Fahrradhelm | Eigenschaften | Ergebnis | Preis | Anbieter |
|---|---|---|---|---|---|
| Alpina Mythos 3 | Top Empfehlung - Sehr leichte Bauweise - Verstellbares Kopfband | 4,5 / 5 | 99,95 € | Amazon | |
| Cratoni Pacer Plus | Test Choice of the Month- Leichte Bauweise - Gepolsterter Kinnriemen | 4,5 / 5 | 48,32 € | Amazon | |
| Casco Active 2 | Gute Wahl- reflektierende Streifen - 26 Lüftungsöffnungen | 4,3 / 5 | 94,95 € | Amazon | |
| ABUS Urban-I 3.0 | Mit Rücklicht- Integriertes Rotlicht - guter Magnetverschluss | 4,1 / 5 | 64,95 € | Amazon | |
| Lazer Helm Beam | Leichte Bauweise - Verschiedene Farben | 4 / 5 | 28,82 € | Amazon |
Ein hohes Maß an Sicherheit bieten dabei durchaus auch preiswerte Helme. Auch wenn wir in Deutschland noch keine Helmpflicht haben, sollte sich jeder Fahrradfahrer einmal die Testberichte ansehen und über einen Radhelm nachdenken.
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