Durch die Vielzahl der Fahrradtypen gibt es inzwischen eine große Auswahl an verschiedenen Fahrradreifen. Welcher Reifen zu meinem Fahrrad passt hängt von viele Faktoren ab. Wo fahre ich? Welche Felge habe ich? Mit oder ohne Pannenschutz? Auf welchem Untergrund fahre ich? Welche Größe/Breite passt zu meinem Fahrrad? Da ist guter Rat teuer.
Die Bedeutung des richtigen Reifens für Trekkingräder
Reifen für Trekkingbikes sind die ideale Wahl für Radfahrer, die sowohl auf Straßen als auch auf unbefestigten Wegen fahren. Sie bieten eine gute Mischung aus Grip, Pannenschutz und sind daher besonders für längere Strecken geeignet. Trekkingreifen sind die „Langläufer“ unter den Reifen. Oft bereisen sie die ganze Welt.
Reifengröße und -profil
Die Größe des Fahrradreifens kann man von der Flanke ablesen: Dies wird in der Regel entweder in Zoll (28x1.75) oder als ETRTO-Angabe in Millimetern (47-622) angegeben. Auch das richtige Profil ist entscheidend.
Radfahrer, die eher auf der Straße fahren, bevorzugen einen Reifen mit wenig Gripp und mit Pannenschutz, wie z.B. beim Schwalbe Marathon Plus. Hier läuft ein Reifen mit wenig Gripp besser.
Trekkingbike Reifen mit oder ohne Profil?
Wer ein Trekkingbike fährt, hat oft gehobene Ansprüche an seine Reifen. Auf einer ausgedehnten Tour mit Gepäck und auf wechselnden Untergründen erwartest du in erster Linie hohen Pannenschutz, guten Fahrkomfort und sicheren Grip auf allen Böden. Glücklicherweise lassen sich heutzutage diese vielfältigen Anforderungen in einem Reifen vereinen und du brauchst in keinem dieser Bereiche Einbußen in Kauf zu nehmen.
Ein wesentlicher Punkt von guten Trekkingreifen ist die Profilgestaltung, die sich idealerweise nach dem hauptsächlichen Einsatzgebiet richtet und das Fahrverhalten maßgeblich beeinflusst. Von nahezu profillosen Reifen bis hin zu stark profilierten Reifen hast du bei den Herstellern eine breite Auswahl, unter der auch mit Sicherheit der ideale Reifen für dein Trekkingbike dabei ist.
Reifengröße ablesen
Wenn du die Reifen an deinem Trekkingbike ersetzen willst oder musst, kannst du die Reifengröße am einfachsten vom alten Reifen ablesen. Auf der Seitenwand des Reifens findest du meist so eine Angabe vor.
Im Trekkingbike Bereich ist die Angabe der Reifengröße in Zoll üblich, kann dort aber als Dezimalzahl oder Bruch angegeben sein. Des Weiteren geben die Reifenhersteller zusätzlich die Reifenmaße nach ISO (ETRTO) und französischem Standard (mm) an. Reifen von Trekkingbikes gibt es mit unterschiedlichen Profilen und mit unterschiedlich starker Ausprägung. Welches Profil für dich ideal ist, hängt von den hauptsächlichen Strecken ab, die du mit deinem Rad fährst.
Da es bei Fahrrädern das vom Auto bekannte Aquaplaning nicht gibt, können Reifen, die nur auf Asphalt eingesetzt werden, theoretisch ganz ohne Profil auskommen. In der Praxis werden jedoch komplett profillose Reifen, sog. Slicks, nur an Rennrädern verbaut - Trekkingbikes verfügen immer über profilierte Reifen. Die Andeutung des Profils in der Lauffläche dient hier zum einen als Verschleißmarker und zum anderen verleiht die Profilgestaltung dem Reifen ein unverwechselbares Aussehen und eine optische Dynamik. Diese Reifen sind perfekt für schnelle Touren auf guten Straßen.
Vorteile von Trekkingbike Reifen ohne Profil
- Größtmöglicher Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn
- Nahezu geräuschloses Abrollen durch die profillose Lauffläche
- Guter Grip auf Asphalt und feinen Schotterwegen
- Geringer Rollwiderstand
Nachteile von Trekkingbike Reifen ohne Profil
- Wenig Grip auf matschigen und losen Böden
- Kaum Grip auf Schnee
Ein guter Kompromiss für Radfahrer, die ihr Trekkingbike zwar zum größten Teil auf der Straße, aber bei jedem Wetter und auch mal abseits asphaltierter Wege fahren, kann ein Allround-Reifen mit einem mittleren Profil sein, z.B. der Continental Contact Speed. Diese Reifen haben auf nassen Straßen einen besseren Grip als ihre profillosen Pendants, besitzen ähnlich viel Kontaktfläche, können sich aber durch die einzelnen Profilblöcke besser im Straßenbelag verkrallen und kleine Steine oder Wasser besser ableiten. Gerade auf regennassen Schotter- oder Naturwegen spielen solche Profile ihre Stärke aus, bieten deutlich mehr Grip und sorgen somit für eine hohe Fahrstabilität.
Trekkingbike Reifen mit Profil
Typische Trekkingreifen mit ausgeprägtem Profil sind zum Beispiel der Contact Cruiser und der Speed Ride von Continental, die ebenfalls gerne an aktuellen Trekkingbikes verbaut werden und bessere Fahreigenschaften auf losen Untergründen besitzen: Das Profil an diesen Reifen ist deutlicher ausgeprägter und bietet daher auf Schotter- und Naturwegen deutlich mehr Grip.
Die durchgehende Lauffläche in der Mitte des Contact Cruiser dient einem ruhigen Geradeauslauf und leisem Abrollen auf Asphalt, der Speed Ride ist mit seinen Profilblöcken etwas lauter und rauer im Abrollverhalten. Vorsichtig solltest du bei Reifen sein, die auch links und rechts der Lauffläche einzelne Profilblöcke haben - sie bieten zwar tollen Grip auf losen Untergründen, können sich aber in schnellen Kurven auf Asphalt schwammig anfühlen.
Vorteile von Trekkingbike Reifen mit Profil
- Guter Grip auf losen Untergründen und Schnee
- Bei durchgehender Lauffläche in der Mitte nahezu geräuschloses Abrollen
- Für Asphalt, Schotter- und Naturwege gleichermaßen geeignet
- Größerer Einsatzbereich als profillose Trekkingreifen
Nachteile von Trekkingbike Reifen mit Profil
- Meist etwas schwerer als profillose Trekkingreifen
- Schwammiges Fahrverhalten auf Asphalt bei grobem Profil
- Lauteres Abrollgeräusch
Eine Empfehlung für Radfahrer, die von ihrem Trekkingbike Reifen sowohl eine gute Performance auf Asphalt als auch auf losen Untergründen bei jedem Wetter erwarten, sind diese Reifen aus der Marathon-Familie von Schwalbe. Diese Reifen bieten durch ihr grobes, aber immer noch straßentaugliches Profil die ideale Kombination aus beiden Welten.
Für Fahrten auf Schnee gelten prinzipiell die gleichen Grundsätze wie auf matschigen Untergründen: Hier hilft nur ein grobes Profil. Wer viel bei Schnee und Eis unterwegs ist, kann sich auch ein speziellen „Winterreifen“ aufziehen. Diese Reifen verfügen über Spikes aus Aluminium und bieten dadurch auch auf vereisten Straßen den nötigen Grip. Nachteile sind jedoch das höhere Gewicht, die schlechteren Laufeigenschaften auf Asphalt und das deutlich lautere Abrollgeräusch.
Reifendruck
Der richtige Luftdruck sorgt für guten Grip, ein sicheres Fahrgefühl und angenehmen Fahrkomfort, daher solltest du den Luftdruck regelmäßig kontrollieren und ggf. den Begebenheiten anpassen. Entscheidende Größen für die Auswahl des richtigen Reifendrucks sind die Reifenbreite und das Fahrergewicht. Anhand unserer Tabelle kannst du den Reifendruck einstellen und je nach Vorliebe in der angegebenen Spanne variieren. Auf keinen Fall solltest du den Minimum-Druck oder den Maximal-Druck unter- bzw. überschreiten, diese beiden Drücke sind auch auf der Reifenflanke angegeben.
Empfohlener Reifendruck für 28“ Reifen
| Fahrergewicht | Reifenbreite in mm | Reifendruck in bar |
|---|---|---|
| 50-70 kg | 30 - 35 | 4,5 - 5,5 |
| 37 - 42 | 3 - 3,5 | |
| 42 - 47 | 2,5 - 3 | |
| 70-90 kg | 30 - 35 | 5,5 - 6,5 |
| 37 - 42 | 3,5 - 4,5 | |
| 42 - 47 | 3 - 4 | |
| 90-110 kg | 30 - 35 | 6 - 7 |
| 37 - 42 | 4 - 5 | |
| 42 - 47 | 4 - 5 | |
| 50 - 60 | 2 - 2,5 | 50 - 60 |
Reifenbreite
Wenn du die Reifen an deinem Trekkingbike austauschst, stellt sich neben der Frage nach dem Modell und dem Profil auch die Frage nach der Reifenbreite. Unsere klare Empfehlung lautet hier: So breit wie möglich! Breite Reifen haben neben einer größeren Aufstandsfläche auch den Vorteil, dass sie mit einem geringeren Druck gefahren werden können. Ein niedriger Luftdruck sorgt für gesteigerten Fahrkomfort und entspannteres Überfahren von Unebenheiten oder schlechten Wegstrecken. Gerade an ungefederten Trekkingbikes kann ein breiter Reifen mit dem richtigen Luftdruck für ein deutliches Komfort-Plus sorgen.
Wie du in der obigen Tabelle sehen kannst, ermöglicht in allen Gewichtsklassen z.B. der Wechsel von einem 35 mm breiten Reifen auf einen 42 mm breiten Reifen eine Absenkung des Druckes um ganze 2 bar. Der Unterschied ist deutlich spürbar, zumal er sich auf die Front und das Heck gleichermaßen auswirkt - so kann ein breiterer Reifen eine günstige und leichte Tuningmaßnahme für komfortsuchende Trekkingradler sein.
Achte bei der Auswahl einer neuen Reifenbreite auf die Platzverhältnisse an deinem Trekkingbike, nicht alle Räder können Reifen in jeder Breite aufnehmen. Limitierende Elemente sind häufig die Bremskörper bei Felgenbremsen, die vorhandenen Schutzbleche, aber auch die Durchgängigkeit an Gabel, Sitz- und Kettenstreben.
Pannensicherheit bei Trekkingbike Reifen
Ein platter Reifen ist ärgerlich und kostet Zeit und Nerven, bis er behoben ist. Dabei kannst du beim Aufziehen eines neuen Reifens gleich für gute Voraussetzungen sorgen, dass du von einem Platten verschont bleibst. Ein pannensicherer Reifen ist immer das Zusammenspiel mehrerer Komponenten:
- Felgenband: Auf der Innenseite der Felge sollte ein Felgenband aufgezogen sein. Achte auf den richtigen Sitz und einen unbeschädigten Zustand. Das Felgenband sitzt richtig, wenn es alle Speichennippel bzw. Speichenbohrungen komplett abdeckt - sitzt es falsch, kann der Schlauch durch Reibung beschädigt werden.
- Schlauch: Die Auswahl des Schlauches kann die Pannenanfälligkeit maßgeblich beeinflussen: Da am Trekkingbike das Gewicht eine untergeordnete Rolle spielt, verzichte lieber auf sogenannte „Light“ Schläuche. Die wiegen zwar etwas weniger, erkaufen sich den Gewichtsvorteil aber durch dünnwandiges, und damit leider auch pannenanfälligeres Material. Die erste Wahl für Trekkingbikes sind Standard Butyl-Schläuche. Ein Schlauch ist relativ günstig, daher solltest du beim Reifenwechsel auch gleich einen neuen Schlauch mit einziehen. Schläuche verlieren mit der Zeit ihre Elastizität, was durch permanente Reibung und Temperaturunterschiede zusätzlich verstärkt wird.
- Reifen: Ob nun DuraSkin und SafetyPlus von Continental, oder PunctureGuard und Greenguard von Schwalbe - die Hersteller sind hinsichtlich der Namensgebung für ihre Pannenschutzlösungen sehr kreativ. Das Wirkprinzip ist dabei bei allen Modellen ähnlich: Eine in den Reifen eingearbeitete Einlage aus Kautschuk, Gummi, Gewebe oder einer Kombination aus diesen Materialien soll das Durchdringen von Fremdkörpern verhindern. Diese Einlage ist meist 3 bis 5 mm dick und verhindert zuverlässig Durchstiche oder Schnitte - wenn der Reifendruck stimmt!
- Reifendruck: Nur mit richtig eingestelltem Reifendruck kann der Reifen optimal arbeiten. Zu hohe Drücke machen den Reifen empfindlicher gegen Durchstiche und können Schlauchplatzer verursachen. Zu geringe Drücke lassen Reifen und Schlauch stärker walken, wodurch mehr Reibung entsteht. Außerdem riskierst du beim Überfahren von Fräskanten, Schlaglöchern oder Bordsteinen Durchschläge, auch Snake-Bites genannt.
- Dichtmilch: Wer technisch etwas versiert ist und den höheren Montageaufwand nicht scheut, kann mit Dichtmilch bzw. einem Tubeless-System die Pannenresistenz zusätzlich steigern. Voraussetzung dafür sind Tubeless-Ready Felgen und Reifen. Die Dichtmilch im Reifen verschließt kleinere Durchstiche und Schnitte noch während der Fahrt und verhindert somit ein komplettes Entweichen der Luft aus dem Reifen.
Arten von Fahrradreifen
Es gibt verschiedene Arten von Fahrradreifen, die sich in Materialien, Robustheit und Eigenschaften unterscheiden.
- Der Drahtreifen, auch Clincher genannt, ist der am häufigsten verwendete Standard unter den Fahrradreifen.
- Im Gegensatz zu Drahtreifen, der aus Gummi und Drahtring bestehen, sind Faltreifen aus Gummi und Kevlar gefertigt. Kevlar ist ein synthetisches Material, das besonders stark und strapazierfähig ist und für den Einsatz in Reifen und anderen Belastungs-Anwendungen verwendet wird.
- Ein Tubeless Ready Reifen, auch Tubeless-fähiger Reifen genannt, ist ein Fahrradreifen, der speziell für den Einsatz ohne Schlauch entwickelt wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrradreifen, die mit einem Schlauch aufgepumpt werden, wird bei Tubeless Ready Reifen Luft direkt in den Reifen gegeben.
- Ein Spikereifen ist ein Reifen, der mit kleinen Spikes ausgestattet ist. Diese Spikes dienen dazu, besseren Halt auf rutschigem Gelände zu bieten und verringern das Risiko von Aquaplaning.
- Ein Kinderfahrradreifen ist ein Fahrradreifen, der speziell für den Einsatz auf Kinderfahrrädern entwickelt wurde.
Tipp:Wenn du den Fahrradreifen wechselst, solltest du auch den Fahrradschlauch ersetzen.
Weitere Reifentypen und ihre Eigenschaften
- Mountainbike Reifen sind speziell entwickelt, um den Anforderungen von Offroad-Fahrten gerecht zu werden und bieten daher besseren Grip und Pannenschutz. Sie sind in verschiedenen Breiten, Größen und Profilen erhältlich, um den Bedürfnissen und Vorlieben von Mountainbike-Fahrern gerecht zu werden.
- Rennradreifen sind speziell entwickelt, um Geschwindigkeit und Leichtigkeit zu bieten. Sie sind in verschiedenen Größen und Breiten erhältlich, um den Bedürfnissen und Vorlieben von Rennradfahrern gerecht zu werden.
- Gravelbike-Reifen sind speziell für den Einsatz auf unebenem Gelände wie Schotter- und Waldwegen konzipiert.
- E-Bike-Reifen sind speziell entwickelt, um die zusätzliche Belastung durch den Elektromotor zu tragen und sind deswegen sehr langlebig und robust. Sie bieten eine gute Mischung aus Grip, Pannenschutz und Komfort, um die Fahrt auf einem E-Bike noch angenehmer zu gestalten.
- Winterfahrradreifen sind speziell entwickelt, um besseren Grip auf glatten und schneebedeckten Straßen zu haben.
Wann sollte man die Fahrradreifen wechseln?
Mit der Zeit verschleißen alle Fahrradreifen, egal wie gut sie sind. Das ist eine Folge von Witterungseinflüssen, vielen Fahrten auf unebenem Untergrund und zahlreichen Bremsvorgängen. Ein Austausch ist erforderlich, wenn sich in der Gummimischung poröse Stellen und Risse zeigen, die durch die Beanspruchung entstanden sind. Dann hat der Fahrradreifen seine Widerstandskraft verloren und Fremdkörper können leicht eindringen und den Schlauch beschädigen. Es ist wahrscheinlich nicht mehr lange bis zum ersten Platten. Abgesehen von der Gummimischung sollten Sie auch das Profil im Auge behalten.
Wenn Sie nur gelegentlich Fahrrad fahren und eher ein sanfter Bremser sind, verschleißt das Reifenprofil langsamer. Sportlichere Geländecruiser beanspruchen ihre Fahrradreifen jedoch deutlich mehr.
Die Wahl des richtigen Reifens
Abhängig vom Einsatzbereich gibt es unterschiedliche Anforderungen an den Reifen. Tourenfahrer benötigen schmale Reifen mit niedrigem Rollwiderstand, die zudem gut Grip bieten und Pannensicherheit. Freerider und Downhill Fahrer brauchen hingegen weiche MTB-Reifen, die viel Grip bieten.
Regelmäßige Kontrolle der Fahrradreifen
Um unerwarteten Reifenpannen vorzubeugen, empfehlen wir, die Fahrradreifen regelmäßig zu kontrollieren. Alte Reifen mit abgenutztem Profil können die Sicherheit und Zuverlässigkeit beim Fahren beeinträchtigen und sollten daher durch neue, pannensichere Fahrradreifen ersetzt werden.
Verwandte Beiträge:
- Motorradbatterie einbauen: Welcher Pol zuerst? (+ Schritt-für-Schritt Anleitung)
- Welcher Puls ist normal beim Radfahren? Herzfrequenz & Training
- Pannensicherer Fahrradreifen: Test & Vergleich der besten Modelle
- Motorradbekleidung Augsburg: Top-Marken & Fachgeschäfte
- Citroën Jumper Camper: Die besten Tipps für sicheren und flexiblen Motorradtransport!
Kommentar schreiben