Welche Fahrradreifengröße passt zu meiner Felge?

Vll. Auf der Suche nach einem passenden Reifen für das Fahrrad verwenden viele Fahrradfahrer noch die längst veralteten und ungenauen Zollangaben. Wenn dann zum Beispiel einfach ein beliebiger 28“ Reifen gekauft wird, kann es beim Aufziehen zu bösen Überraschungen kommen. „Wieso passt mein 28“ Reifen nicht? Ich habe doch eine 28er Felge!“. Grundsätzlich gilt: 28“ ist nicht gleich 28“!

Um herauszufinden, ob Reifen und Felge zusammenpassen, betrachten Sie beide Maße.

Die verschiedenen Größenangaben für Fahrradreifen

Es gibt verschiedene Größenangaben für Fahrradreifen, die sich je nach Sprachraum und Größenbezeichnung unterscheiden.

Meist handelt es sich um eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die sich auf den Raddurchmesser und die Reifenbreite beziehen.

Folgende Größenbezeichnungen für Fahrradreifen sind gebräuchlich:

  • Zoll
  • ETRTO
  • Französisch
  • Englisch

ETRTO: Die Europäische Reifen- und Felgennorm

Die Angabe, die du wohl bei den meisten Fahrradreifen findest, ist die Einteilung der Fahrradreifen-Größen nach der europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization).

Diese Größenbezeichnung (z.B. 55-406) ist besonders eindeutig und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zur Felgengröße, da sie sowohl die Breite des Fahrradreifens (55 mm) als auch den Innendurchmesser (406 mm) berücksichtigt.

Aus diesem Grund ist die ETRTO-Angabe auch eine europaweit gültige Normung für die Angabe von Reifengrößen - auch für Fahrradreifen.

Das aktuellste Maß ist das ETRTO-Maß 42-622. Das bedeutet: ein 42 mm breiter Reifen für eine Felge mit 622 mm Durchmesser. Das ist das normale Felgenmaß für 28"-Räder (anderes Maßsystem^^). Ein neuer Reifen muss beim Felgenmaß genau passen.

Die Zollangabe

Die wohl am weitesten verbreitete Angabe der Fahrradreifen-Größe ist Zoll. Mit diesem Maß wird nicht nur die Größe eines Fahrradreifens angegeben, sondern auch die Größe des gesamten Fahrrads.

Wenn du deinem Kind ein 26-Zoll-Fahrrad kaufst, bedeutet das nichts anderes, als dass die Reifen des Fahrrads einen Außendurchmesser von etwa 26 Zoll haben.

Das sind 66,04 cm, wobei der tatsächliche Außendurchmesser je nach Reifendruck variiert.

Da die Zollangabe relativ ungenau ist und eher die Größe des Fahrrads als die genaue Reifengröße angibt, solltest du beim Kauf eines neuen Reifens auf andere Angaben setzen.

So spielen der Innendurchmesser und die Breite des Fahrradreifens eine wichtige Rolle, die bei der Zollangabe vernachlässigt werden.

Die englische Größenbezeichnung

Die englische Größenbezeichnung erfolgt ebenfalls in Zoll.

Es gibt zwei verschiedene Varianten:

  • Angaben als Bruch (z. B. 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite)
  • Angaben in Dezimalzahlen (z. B. 28 x 1.40 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite in Zoll)

Angaben in Zoll sind relativ unpräzise.

So werden beispielsweise Mountainbike-Reifen mit einem Durchmesser von 559 mm, Triathlon-Modelle mit 571 mm und Hollandräder mit 590 mm alle als 26 Zoll bezeichnet.

28-Zoll-Reifen können sowohl 622 als auch 635 mm Durchmesser haben, während 27-Zoll-Reifen auf 630 mm kommen.

Um den Überblick über die Fahrradreifen-Größen zu behalten, ist es daher ratsam, sich an der ETRTO zu orientieren und für die Umrechnung der verschiedenen Fahrradreifenbezeichnungen eine Tabelle mit den unterschiedlichen Größenangaben zur Hand zu nehmen.

Die französische Größenbezeichnung

Eine weitere gängige Größenbezeichnung für Fahrradreifen ist die französische Größenbezeichnung.

Ein Beispiel ist 700 x 38C, wobei die dreistellige Zahl (700) den ungefähren Außendurchmesser des Reifens und die zweistellige Zahl (38) die Reifenbreite angibt.

Der Buchstabe gibt die Höhe des Reifens an.

Es gibt die Höhen A (30 mm), B (33 mm) und C (39 mm).

Die französische Größenbezeichnung gibt es jedoch nicht für alle Reifengrößen und wird zum Beispiel nicht für Mountainbike-Größen verwendet.

So misst man die Fahrradreifen Größe

Am einfachsten lässt sich die Größe eines Fahrradreifens anhand der Reifenkennzeichnung bestimmen.

Auf der Seitenwand des Reifens steht in der Regel eine Größenangabe in der Form "XX-YYY" oder "XX x YYY", wobei XX für die Breite des Reifens in Millimetern und YYY für den Durchmesser des Reifens in Millimetern steht.

Diese Angaben sind jedoch nicht immer einheitlich und können zu Verwirrung führen.

Der Grund ist einfach: Fahrradreifen ist nicht gleich Fahrradreifen - das erkennst du spätestens, wenn du einen neuen kaufen musst.

Je nach Fahrradtyp gibt es unterschiedliche Fahrradreifen-Größen.

Kinderfahrräder brauchen zum Beispiel kleinere Reifen, Trekkingräder und Citybikes dagegen größere.

Es kann sein, dass die Angaben auf dem alten Fahrradreifen schlecht lesbar sind.

Dann kannst du den Reifen auch ganz einfach ausmessen, denn zu Bestimmung der Fahrradreifen-Größe brauchst du nur die Breite zu messen und die richtige Größe in einer Fahrradreifen-Größen Tabelle abzulesen.

Diese Tabelle kann dir auch bei der Umrechnung der Fahrradreifen-Größe helfen, wenn du zum Beispiel auf deinem alten Reifen eine Bezeichnung findest, die hier nicht so üblich ist.

Anleitung: Fahrradreifen Größe messen

  1. Falls die Größenangabe auf dem Reifen nicht lesbar oder keine Kennzeichnung vorhanden ist, kannst du die Breite des Reifens selbst messen.
  2. Hierzu brauchst du ein Lineal oder Maßband. Miss die Breite des Reifens an der breitesten Stelle von einer Seitenwand zur anderen. Notiere dir das Ergebnis in Millimetern.
  3. Miss dann den Innendurchmesser des Reifens. Er entspricht ungefähr dem Durchmesser der Felge.
  4. Nun kannst du die richtige Reifengröße in der Fahrradreifen-Größentabelle ablesen.

Welche Fahrradreifengrößen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Fahrradreifen-Größen.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die verschiedenen Größenbezeichnungen, die sowohl auf den gängisten Reifengrößen zu finden sind.

Felgengröße in ZollETRTO-GrößeEN-GrößeFR-Größe
2040-40620x1,5-
2050-40620x2,0-
2440-50724x1,5-
2450-50724x2,0-
2644-55926x1,75-
2650-55926x1,95-
2854-62229x2.1-
2820-62228x3/4700x20C
2828-62228x1 5/8x1 1/8700x28c
2832-62228x1 1/4x1 3/4700x32c
2837-62228x1 5/8x1 3/8700x37c
2840-62228x1,5700x40c
2842-62228x1,6700x42c
2847-62228x1,75700x47c

Die passende Reifen-Felgenkombination finden

Zu der Maulweite einer Felge passen verschiedene Reifenbreiten.

Die Breite - Maulweite der Felge (mm) entscheidet, welche Reifenbreiten möglich sind!

Wie du in dieser Tabelle siehst, gibt die ETRTO selbst einen verhältnisweise kleinen Spielraum für mögliche Felgen- und Reifenkombinationen an.

Viele Reifen- und Felgenhersteller geben allerdings eine größere Spanne an möglichen Kombinationen an.

Daher solltest du stets die Angaben des Felgen- bzw.Reifenherstellers beachten, wenn du überprüfen willst, ob Felge und Reifen zueinander passen.

Welche Reifenbreite darf ich auf meiner vorhandenen Felge verwenden?

Der ETRTO-Standard empfiehlt Reifenbreiten in Abhängigkeit von der Maulweite der Laufradfelge.

Doch was ist die Maulweite einer Felge?

Die Maulweite (auch Felgeninnenweite genannt) bezeichnet den Abstand zwischen den beiden Innenseiten einer Felge.

Empfohlene Reifenbreiten gemäß ETRTO

Nachfolgende Tabelle zeigt die empfohlenen Reifenbreiten gemäß ETRTO.

Die Angaben beziehen sich nur auf Hakenfelgen (oft mit C angegeben, C = Crotchet = engl. Haken), da diese heute am gängisten sind.

Maulweite der Felge in mmEmpfohlene Reifenbreiten in mm
1318 - 25
1523 - 32
1725 - 50
1928 - 57
2135 - 62
2337 - 64
2544 - 64
2747 - 64
2954 - 64

Solange man die empfohlenen Reifenbreiten verwendet, sollte man auf der sicheren Seite sein.

Abhängig von der Stabilität des Reifenmantels erlauben manche Reifenhersteller durchaus noch größere Reifenbreiten.

Hier bitte im Einzelfall die Herstellerangaben überprüfen.

Kann ich auf meinem Fahrrad dickere Reifen aufziehen?

Meist ist es möglich, auch breitere Reifen auf der gleichen Felge des Fahrrads zu montieren.

Wichtigster Ausgangspunkt ist der Reifeninnendurchmesser, den die Fahrradfelge am Laufrad vorgibt.

Dieser ist identisch zum Felgen-Nenndurchmesser bzw. Außendurchmesser der Felgenschulter, an dem der Reifenwulst auf der Felge aufliegt.

Will man einen breiteren Reifen aufziehen, muss dieser also denselben Reifeninnendurchmesser wie der bisherige Reifen haben.

Der zweite wichtige Punkt ist die Maulweite der Felge.

Die Reifenbreite soll in etwa zwischen dem 1,5- und 2,5-fachen der Maulweite liegen.

Eine genauere Orientierung gibt die Maulweiten-Tabelle oben.

Für einen breiteren Reifen musst du schauen, ob er an Gabel, Schutzblechen, Sattelrohr und evtl. Gepäckträger nicht schleifen würde - bedenke auch, dass ein breiterer Reifen auch höher baut, also den Durchmesser des Rades erhöht.

Zu breit sollte der Reifen auf einer schmalen Felge nicht sein, weil er sonst in Kurven schneller seitlich abknickt.

Welche maximale Reifenbreite kann ich verwenden?

Die maximal verwendbare Reifenbreite wird durch mehrere Faktoren begrenzt:

  • Die Fahrradgabel hat eine bestimmte Weite und gibt damit eine erste technische Limitierung der Reifenbreite vor. Breitere Fahrradreifen sind zudem höher, daher kann auch der Abstand zur Gabelbrücke zu klein werden.
  • Wenn eine Felgenbremse montiert ist, schränken die Bremshebel die möglichen Reifenbreiten ein. Am besten bei angezogener Bremse den verfügbaren Platz messen und etwas Luft lassen, da sich die Bremsklötze noch abnutzen.
  • Kommen Schutzbleche zum Einsatz, decken diese nur eine gewisse Reifenbreite ab. Auch die Befestigungsstreben der Schutzbleche können die maximale Breite des Reifens begrenzen.
  • Ist die Reifenbreite im Verhältnis zur Maulweite der Felge zu groß, wird die Reifenwand zu sehr beansprucht, es kann zu einem Flankenbruch kommen und der Reifen platzt auf. Für sinnvolle Reifenbreiten siehe die Maulweiten-Tabelle oben.

Kann ich auch einen dünneren Reifen verwenden?

Normalerweise ja.

Im ersten Schritt würde ich anhand der Reifenbeschriftung den Reifeninnendurchmesser bestimmen und mir einen Überblick über verfügbare schmälere Reifen machen.

Die oben genannten technischen Begrenzungen durch andere Fahrradteile machen bei schmaleren Reifen natürlich keine Probleme.

Allerdings ist auch hier das Verhältnis zur Maulweite der Felge zu beachten, um Quetschlöcher zu vermeiden.

Warum haben breitere Fahrradreifen manchmal eine andere Zoll-Größe?

Beispiel: Sowohl 28-Zoll-Reifen als auch 29-Zoll-Reifen werden üblicherweise auf einem Laufrad mit 622 mm Felgen-Nenndurchmesser aufgezogen.

Die Zoll-Größe des Fahrradreifens bezieht sich auf den Außendurchmesser, während für die Felge der Innendurchmesser des Reifens relevant ist.

Beim Messen des Außendurchmessers wird an beiden Seiten die Reifenhöhe mitgemessen, beim Innendurchmesser ist die Reifenhöhe hingegen nicht enthalten.

Zudem entspricht die Reifenhöhe in etwa der Reifenbreite, da der Reifen fast kreisrund ist.

Wählt man also bei gleichbleibender Felgengröße einen breiteren Fahrradreifen, vergrößert sich damit der Außendurchmesser des Reifens.

Vor- und Nachteile breiter Fahrradreifen

Vorteile breiter Reifen:

Aufgrund ihrer größeren Kontaktfläche mit dem Boden haben breite Reifen eine bessere Bodenhaftung und fahren über kleinere Bodenunebenheiten einfacher hinweg, was oft als höheren Fahrkomfort empfunden wird.

Dadurch eignen sie sich besser für Offroad-Fahrten und auf unbefestigten Wegen.

Nachteile breiter Reifen:

Schmale Reifen sind leichter und bilden weniger rotierende Masse.

Sie lassen sich daher besser beschleunigen, sind also agiler.

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