Vielseitigkeit auf zwei Rädern war wohl das, was sich die Entwickler der ersten Trekkingbikes ins Pflichtenheft geschrieben hatten, als in den 1980er Jahren die ersten von ihnen auf den Konstruktionsplänen der Biketüftler entstanden. Die Anforderung: geländegängig genug für kurze Turns durch Wald und Wiese, auf Asphalt schneller als ein Mountainbike und durch eine Vollausstattung alltagstauglich für die Fahrt zum Supermarkt wie auch ins Büro. Außerdem machten sie Gepäckvorrichtungen auch für längere Touren zur Option.
Trekkingbikes waren die Antwort der Fahrradhersteller auf die Einführung von Mountainbikes als völlig neuer Fahrradgattung, die in den 1970er Jahren in Kalifornien erstmalig im Gelände gesichtet wurden. Die breite Einsatzpalette wurde in den achtziger Jahren von Fahrradkunden gewünscht, denen ein Mountainbike zu einseitig sportiv war und die sich ein Zweirad wünschten, das sie in allen Lebensbereichen optimal mobilisierte.
Was ist ein Trekkingbike?
Ein Trekkingrad, auch bekannt als Trekkingbike oder All Terrain Bike (ATB), ist ein vielseitiges Fahrrad, das für den Einsatz auf Straßen sowie auf leichtem Gelände wie Schotter- und Waldwegen konzipiert ist. Es kombiniert Merkmale von Rennrädern, Mountainbikes und Tourenrädern, um sowohl Komfort als auch Effizienz zu bieten.
Rahmen und Geometrie
Trekkingräder verfügen typischerweise über einen stabilen Rahmen aus Aluminium oder Stahl, der für Langlebigkeit und Belastbarkeit sorgt. Die Rahmengeometrie ermöglicht eine aufrechte Sitzposition, die den Fahrkomfort auf langen Strecken erhöht. Je nach Modell sind verschiedene Rahmenformen erhältlich, darunter Diamant-, Trapez- oder Mixte-Rahmen, die den individuellen Bedürfnissen der Fahrer entsprechen.
Bereifung und Laufräder
Ausgestattet in der Regel mit 28-Zoll-Laufrädern und mittelbreiten Reifen mit leichtem Profil, bieten Trekkingbikes einen guten Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Traktion. Diese Reifenbreite ermöglicht effizientes Fahren auf Asphalt und bietet gleichzeitig ausreichenden Grip auf unbefestigten Wegen.
Schaltung und Antrieb
Trekkingräder sind in der Regel mit Kettenschaltungen ausgestattet, die eine breite Übersetzungspalette bieten und somit das Bewältigen unterschiedlicher Geländeformen erleichtern. Die Anzahl der Gänge variiert je nach Modell, häufig sind jedoch 21 bis 30 Gänge vorhanden, um sowohl steile Anstiege als auch schnelle Abfahrten komfortabel zu meistern.
Bremsen
Für eine zuverlässige Bremsleistung sind Trekkingbikes entweder mit Felgenbremsen (V-Brakes) oder Scheibenbremsen ausgestattet. Scheibenbremsen bieten insbesondere bei Nässe eine höhere Bremskraft und sind daher für den Einsatz bei unterschiedlichen Wetterbedingungen vorteilhaft.
Ausstattung
Ein charakteristisches Merkmal von Trekkingrädern ist ihre umfangreiche Ausstattung, die sie für den Alltagsgebrauch und längere Touren prädestiniert. Dazu gehören fest installierte Schutzbleche, die vor Spritzwasser schützen, ein stabiler Gepäckträger zur Befestigung von Packtaschen oder Körben, eine vollständige Lichtanlage gemäß StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) mit Dynamo oder Akkubeleuchtung sowie Reflektoren für erhöhte Sichtbarkeit. Zusätzlich sind die meisten Modelle mit einem Seitenständer, Klingel und ergonomischen Griffen ausgestattet, die den Komfort und die Sicherheit erhöhen.
Einsatzbereich
Dank ihrer Vielseitigkeit eignen sich Trekkingbikes sowohl für den täglichen Pendelverkehr in der Stadt als auch für ausgedehnte Radtouren auf wechselndem Untergrund. Sie sind ideal für Fahrer, die ein einziges Fahrrad für verschiedene Zwecke nutzen möchten, sei es für den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder Freizeitaktivitäten.
Die getesteten Trekkingbikes
- Bergamont Horizon 3
- Canyon Pathlite 7
- Cube Kathmandu
- Decathlon Riverside 740 TR
- Diamant Elan Deluxe
- Ghost Square
- Hercules Tourer Sport
- KTM Life Lite
- Pegasus Premio SL Disc 27
- Radon Sunset 10
- Rose Black Lava
- Scott Sub Sport 30
- Stevens Esprit Gent
- Victoria Treqana
Ausgereifte Biketechnik und bewährte Komponenten
Inzwischen sind die Verkaufszahlen dieser einst so beliebten Multi-Talente rückläufig, aber jeder renommierte Hersteller führt nach wie vor eines oder mehrere Modelle dieser Klasse ohne E-Antrieb im Programm. Denn es gibt die Kunden noch, die mittlere Geländetauglichkeit, gute Langstreckeneigenschaften sowie die Option, Gepäck für Mehrtagestouren zu schultern sowie Alltagsbesorgungen zu erledigen, als bezahlbares Paket wünschen. Trekkingbikes der Einstiegspreisklasse werden heute von den Herstellern in der Regel gut ausgestattet, vor allem mit Schaltungs- und Bremsgruppen, die zwar nicht aus der oberen Preisregion stammen, sich dafür aber schon millionenfach bewährt haben.
Auch wenn der Begriff ein wenig abgenutzt erscheint: Sie markieren die Golfklasse im Bike-Sortiment - ein vernünftiger, solider Mix aus bewährter Technik, erprobter Ergonomie und eher oben angesiedelter Belastbarkeit. Die eher schweren Alu- oder Stahlrahmen und die soliden Anbauteile für Beleuchtung und Logistik sorgen für eher hohe Gesamtgewichte. Allerdings stehen dem auch hohe Nutzlast-Optionen gegenüber. Daher sind viele Bikes auch noch mit Schaltgruppen ausgestattet, die mindestens zwei vordere Ritzel aufweisen, 27 Gänge sind keinesfalls die Ausnahme, denn die Vielseitigkeit schreit nach fein dosierbaren Schaltungen.
Eine tolle Alternative zu Billig-E-Bikes
Wir haben in dieser Kaufberatung 14 dieser “Brot und Butter”-Bikes aufgeführt, die sich für das oben erwähnte gemischte Anforderungsprofil hervorragend eignen und auch für die Hersteller eine Gattung darstellen, bei der man sich keine Fehler erlauben will. Preise von sogar schon unter 1000 bis maximal 1500 Euro machen sie zu Konkurrenten von Billig-E-Bikes, aber sie sprechen eben eine Zielgruppe an, die den Elektroantrieb aus den verschiedensten Gründen nach wie vor scheut und stattdessen “viel Bike fürs Geld” erwartet. Außerdem sind sie äußerst beliebt bei Vermietern, Ferienhaus-Anbietern, City- oder Freizeit-Hotels oder Kunden, die beispielsweise eine Fahrrad-Flotte fürs Unternehmen anschaffen.
Trekkingbikes ohne E-Antrieb: Alles könnende Evergreens?
Trekkingbikes haben am Gesamtumsatz mit Fahrrädern Ohne E-Antrieb einen Anteil von zirka 40 Prozent laut Zweirad Industrie Verband (ZIV). Hinzu kommt, dass sie für die Hersteller so etwas sind wie Teil der Marken-DNA. Ganz nach dem Motto: Wer beim Brot-und-Butter-Modell nicht wirklich performt, muss mit Image-Schäden rechnen.
Auch in der Preisklasse unter 1500 Euro sind Trekkingbikes in der Regel überdurchschnittlich gut ausgestattet. Trekkingbikes bieten in dieser Preisklasse einfach viel fürs Geld, und das hat mehrere Gründe. Zum einen sind sie für Allround-Einsätze gemacht und müssen robust und langlebig sein, was die Ausstattung automatisch hochwertiger macht. Marken wie Cube legen viel Wert darauf, dass auch Einsteiger-Modelle eine Top-Grundausstattung haben, die Komfort und Sicherheit bietet. Das ist wichtig, denn wer ein Trekkingbike kauft, erwartet ein Rad, das sowohl für den Alltag als auch für Wochenendtouren geeignet ist - und das spiegelt sich in der Ausstattung wider.
Kriterien für die Auswahl
Bei der Wahl des richtigen Trekkingbikes ohne Antrieb steht für unsere Kunden die Langlebigkeit im Vordergrund - ein Punkt, bei dem Cube wirklich punktet. Die meisten Interessenten sind Pendler, die ein solides Bike für ihren Arbeitsweg suchen oder mit der Bahn fahren. Mit einem E-Bike wäre das oft etwas umständlicher, daher entscheiden sich viele bewusst für ein Non-Hybrid-Modell, das unkompliziert und zuverlässig ist.
Fünf Hauptkriterien für die Auswahl:
- Bereifung: Ein Trekkingbike wird oft bei unterschiedlichsten Witterungen und Untergründen genutzt - da braucht es guten Grip und Pannenschutz.
- Hydraulische Bremsen: Weil sie bei jedem Wetter zuverlässig funktionieren.
- Nabendynamo mit starker Beleuchtung: Damit man auch nach Feierabend auf unbeleuchteten Wegen sicher unterwegs ist.
- Komfort und Ergonomie: Eine gute Federgabel und ein bequemer Sattel sind hier unverzichtbar.
- Langlebigkeit: Ein Trekkingbike muss robust und langlebig sein.
Viele Menschen sehen den Weg zur Arbeit als kleine Sporteinheit, um sich fit zu halten. Und natürlich gibt es diejenigen, die einen Teil ihres Arbeitswegs mit der Bahn zurücklegen und dabei auf ihr Trekkingbike setzen.
Es wird das Trekkingbike ohne E-Antrieb immer geben, allerdings vermutlich in einer reduzierten Form, was die Modellvielfalt angeht. Auch hier sehen wir, dass die Light-E-Tourenräder zunehmend im Kommen sind. Innovation bleibt bei Marken schließlich nie stehen.
Die wichtigsten Kriterien für eine gute Entscheidung beim Trekkingbike-Kauf
Wenn ihr beim Händler Trekkingbikes miteinander vergleicht, solltet ihr bei der Auswahl auf die folgenden Kriterien besonders achten, damit ihr viel Spaß mit eurem Rad habt.
- Griffe: Bei der Wahl der Griffe solltet ihr auf Flügelgriffe achten: Sind die nicht montiert, fragt am besten, was die Nachrüstung kostet. Die sind wichtig für Ruhephasen der Hände vor allem bei langen Touren.
- Gänge: Während bei Mountain- und Gravelbikes die Tendenz eindeutig zu weniger Ritzeln geht, sollten Trekkingbikes eher über eine große Gangauswahl verfügen. Das zahlt sich spätestens dann aus, wenn ihr mit viele Gepäck auf Mehrtagestouren geht.
- Nabendynamo: Unbedingt empfehlenswert ist die Ausstattung mit einem Naben-Dynamo. Nabendynamos sind wartungsfreie, stets zuverlässige Energiequellen für die Beleuchtung. Die Nachrüstung ist sehr teuer, bis zu 200 Euro kostet ein Laufrad mit Nabendynamo.
- Bremsen: Ganz vereinzelt werden bei Bikes dieser Gattung noch Cantilever-Bremsen verbaut. Wer die noch kennt, weiß umso mehr die positiven Eigenschaften von Qualitäts-Scheibenbremsen zu schätzen, vor allem bei Feuchtigkeit und mit Beladung.
- Felgen- und Reifendicke: Felgen- und Reifendicke sind entscheidend für den richtigen Mix aus Speed, Grip und Belastbarkeit. Achtet darauf, dass die (28er)-Bereifung im Mittelfeld liegt, was die Profilbreite angeht - 35 bis 45 Millimeter sind für Trekkingbikes ideal.
- Ständer: Ein robuster Ständer sollte bei keinem Trekkingbike fehlen. Tipp: Probiert unbedingt aus, ob der montierte Ständer das Bike auch dann noch sicher hält, wenn 20 Kilo Gepäck aufgeladen sind.
- Sattelstütze: Ob für die Tour oder die Stadt: Neben einem bequemen Sattel lohnt es sich auch, über eine Parallelogramm-Sattelstütze nachzudenken. Dieses Komfort-Feature ist zwar in der Stadt zu vernachlässigen, aber auf ausgedehnten Touren ein Segen.
- Federgabel: Bei der Wahl der Federgabel solltest du auf einen Federweg von 60 bis 80 Millimetern achten. Mehr ist für Trekkingbikes nicht notwendig, aber der Wert sollte auch nicht unter 60 Millimeter liegen, weil das sonst auf Kosten des Fahrkomforts geht.
- Bordbeleuchtung: An einer Bordbeleuchtung kommst du beim Qualitäts-Trekkingbike nicht vorbei.
Günstige Räder im Test
Im Testkeller landeten schließlich drei Modelle von den Direktanbietern Decathlon, Zweirad Stadler und Radon sowie von den drei Fachhandelsmarken Cube, Excelsior und Tern, deren Vertrieb über den klassischen, stationären Fahrradhandel läuft. Entsprechend unterschiedlich sind die Konzepte.
Die Testkandidaten
- Elops LD500 HF: Das Elops LD500 HF kostet grade einmal 449,99 Euro* und ist damit das günstigste Rad aus unserem Test.
- Cube Touring One: Das Cube Touring One ist mit knapp 750 Euro das günstigste Modell einer Serie mit vielseitigem Konzept, hochwertigem Rahmen und etwas abgespeckten, aber durchweg brauchbaren Komponenten.
- Excelsior Trekking: Für rund 670 Euro bietet das Excelsior Trekking genau dies.
- Tern Link B7: Der 850-Euro-Falter ist das preisgünstigste Modell der Marke. Er steht für eine Art preisbewusster Fortbewegung, die andere Verkehrsmittel gleichberechtigt neben das Fahrrad stellt: Die letzte Meile per Faltrad zurückzulegen ist in vielen Fällen die stressärmere und insgesamt cleverste Methode, sich in Ballungsräumen effizient und klimaschonend fortzubewegen.
Ja, günstige Räder lassen die Inflation im eigenen Geldbeutel wirkungsvoll bekämpfen - natürlich nur dann, wenn man sein Rad konsequent benutzt.
Übersicht aller Einzelnoten der Testräder | Tabelle: MYBIKEDie Teilnoten geben das Potenzial eines Testrads innerhalb des speziellen Bereichs wieder. Die Gesamtnote ist die gewichtete Summe der Teilnoten, absolut betrachtet. Es ist also plausibel, dass günstige Räder auf niedrigerem Technik-Niveau keine Spitzennoten erzielen können. Mit rund einer Note Abstand folgen die Räder dieses Testfelds aber in etwa dem Niveau eines Mittelklasse-Testfelds. Das ist, angesichts doch erheblicher preislicher und technischer Unterschiede, ein überraschend gutes Ergebnis. Differenzen bei der Fahrsicherheit gehen vorwiegend auf mäßig funktionierende Felgenbremsen, beim Antrieb auf hier sehr billige Komponenten und deren Bedienqualität zurück. Praxisnoten betreffen Gewichte, Radausbau, Parkstützen, Gepäckträger - und im Service schlagen die in diesem Preissegment insgesamt auffallend niedrigen Gewährleistungsfristen zu Buche.
Jochen Donner, Testredakteur: “Selbst für den schmalen Geldbeutel bietet der Markt eine erstaunlich breit gefächerte Auswahl an Fahrrädern mit eigenem Charakter und verschiedenen Schwerpunkten. Das Passende zu finden ist eine Kunst.”
Interview mit Tom Linthaler von Zweirad Stadler
Tom Linthaler: “Besonders wichtig: regelmäßige, engmaschige Pflege des Bikes. Das spart wirklich viel Geld und Nerven.”
Als großer Partner mit langjährigen Beziehungen zu vielen Lieferanten und Produzenten haben wir schon auch einige Werkzeuge und Hebel zur Hand, um die Preise in erträglichem Maß zu halten. Auch wenn sich einige Kostenfaktoren in der Lieferkette nicht wegdiskutieren lassen. Das geht natürlich nur im Miteinander. Nach wie vor ist unser Credo aber, Räder mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten - sogar mehr denn je!
Man muss auf jeden Fall mehrere gute Lieferanten für gleichwertige Komponenten im Portfolio haben. Und dann schnell und flexibel sein. Wichtig ist jedoch, dass die Technik einwandfrei zusammenspielt und keine Kompromisse bei Haltbarkeit und Ersatzteilversorgung nötig sind. Im Zweifel fällt zwar das ein oder andere Gramm dem Rotstift zum Opfer, Funktionalität und Grundkonzept eines Modells müssen aber erhalten bleiben.
Kaufen Sie Markenware beim Fachhändler! Wichtig sind auch Themen wie Service, Ersatzteilversorgung, Langlebigkeit und damit Nachhaltigkeit. Deshalb: lieber ein paar Euro mehr ausgeben, dafür aber auf pannensichere Reifen, eine wartungsarme Nabenschaltung und vielleicht hydraulische Scheibenbremsen setzen. Besonders wichtig: Eigeninitiative durch regelmäßige, engmaschige Pflege des Bikes - besonders im „schmuddeligen“ Winter.
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