Welches Motorrad ist für den A2-Führerschein geeignet?

Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und mobil sein möchte, kann zwischen der Auto-Führerscheinklasse B oder der Klasse A2 für Motorräder wählen. Eine Neuerung in puncto Motorradführerschein bildet der A2-Führerschein. Die Klasse A2 definiert Motorräder mit einer Leistung bis zu 48 PS (35 kW). Bei auf diese Leistung gedrosselten Maschinen darf die ursprüngliche Leistung nicht mehr als 70 kW betragen. Der Motorradführerschein A2 ist unter Umständen eine günstige Methode, um zukünftig unbegrenzte Motorräder fahren zu können. Das Mindestalter für A2 beträgt 18 Jahre.

Was darf ich mit der Klasse A2 fahren?

Die Klasse A2 berechtigt zum Führen von Motorrädern mit einer Motorleistung von maximal 35 kW. Zudem darf das Verhältnis Leistung/Gewicht nicht mehr als 0,2 kW/kg betragen. Besitzer der Klasse A2 dürfen auch Krafträder fahren, die unter die Klassen A1 und AM fallen.

Welche Anforderungen muss ein A2-Motorrad erfüllen?

Welche Anforderungen ein Motorrad der Klasse A2 erfüllen muss, zeigt die nachfolgende Auflistung:

  • Motorleistung: maximal 35 kW
  • Verhältnis Leistung/Gewicht: maximal 0,2 kW/kg
  • Leistungsableitung: maximal 70 kW

Durch die begrenzte Motorleistung auf maximal 35 kW, erreichen die Krafträder beim A2-Führerschein rund 48 PS. Wollen Sie diese vollständig in Anspruch nehmen, muss das Motorrad aufgrund des vorgegebenen Verhältnisses von Leistung und Gewicht mindestens 175 kg auf die Waage bringen.

Die Leistungsableitung ist vor allem für all diejenigen relevant, die sich aktuell mit dem A2-Motorradführerschein zufriedengeben, aber zu einem späteren Zeitpunkt die Klasse A erwerben und nur ein Motorrad kaufen wollen. Denn der Gesetzgeber erlaubt damit die Drosselung einer 70-kW-Maschine. Mehr Power dürfen die A2-Motorräder aber nicht haben, da sonst der Tatbestand Fahren ohne Fahrerlaubnis vorliegt.

48-PS-Motorräder mit Euro 5

Der A2-Führerschein ist in der Tasche? Nun soll ein A2-taugliches Motorrad mit 48 PS und Euro 5 her? Wir haben für euch einen Überblick über 48 PS-Bikes zusammengestellt, die ab Werk oder gedrosselt für den A2-Führerschein in Frage kommen. Seit dem 28. Dezember 2016 gilt in Deutschland folgende Regelung für A2-Führerschein-Besitzer: Stufenführerschein-Neulinge dürfen seitdem nur noch Motorräder mit 48 PS (35 kW) fahren, die ungedrosselt maximal 95 PS (70 kW) stark sind.

Für A2-Führerschein-Besitzer, die ihren Führerschein vor dem 28. Dezember 2016 erhalten haben, gilt Bestandsschutz: Wer den A2-Führerschein zwischen dem 19. Januar 2013 und dem 27.

A2-Motorräder: Die Vielfalt

Die Auswahl ist in der A2 Klasse mittlerweile sehr groß. Einerseits gibt es am Gebrauchtmarkt eine große Anzahl an Motorrädern mit weniger als 48 PS.

Adventure-Bikes

Adventure-Bikes leben von ihrer Vielfältigkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit - nicht von ihrer Leistung. Eine Kategorie, die für A2 Bikes prädestiniert ist. Eine Übersicht A2-tauglicher Reiseenduros haben wir in diesem Artikel für euch zusammengestellt.

Retro- und Cruiser

Bei den Retro- und Cruiser A2 Bikes geht es ums Feeling - nicht um Topspeed, Beschleunigung und Rundenzeiten. Der Look ist entscheidend, der Motorcharakter bringt den Vibe voran.

Naked Bikes und Sportler

Naked Bikes und Sportler bilden die fahrdynamische Quintessenz der Motorräder - unabhängig von Leistung und Gewicht.

Gelände

Gerade im Gelände bietet die geringere Leistung oft ein Plus an Fahrbarkeit, besonders wenn kein gestandener Motorcrosser am Kabel zieht. Eine Kategorie, die sich großer Beliebtheit erfreut, nicht umsonst legt Hersteller Suzuki seine DR-Z-Modell neu auf.

Per Drosselkit auf 48 PS?

Andere Bikes lassen sich unter Umständen noch durch Drossel-Kits freier Anbieter auf 48 PS drosseln - dazu müssen sie allerdings vorher zugelassen sein, womit sie in den Verantwortungsbereich der nationalen Gesetzgebung, also der StVZO übergehen. Nach der Drosselung muss ein amtlich anerkannter Sachverständiger eine Änderungsabnahme durchführen und in die Papiere eintragen.

Bei den aufgeführten Modellen handelt es sich um Motorräder, die die aktuellen gesetzlichen A2-Vorschriften erfüllen, wobei wir nicht garantieren, dass es für jedes Euro 5-Bike mit maximal 70 kW ein passendes Drossel-Kit gibt. Wie sinnvoll es ist, beispielsweise eine Indian Chieftain zu drosseln, steht auf einem anderen Blatt.

Manche Motorräder, wie beispielsweise die Honda CBR 500 R oder auch die Triumph Street Triple S können beim Hersteller beziehungsweise beim Händler direkt als A2-Variante erworben werden.

Besuch der Fahrschule: Was beim A2-Führerschein auf dem Lehrplan steht

Wollen Sie den A2-Führerschein ohne den Vorbesitz einer anderen Motorradklasse erwerben, schreibt der Gesetzgeber für die Ausbildung in der Fahrschule folgende Ausbildungsbestandteile vor:

  • 12 Theoriestunden zum Grundstoff (je 90 Minuten)
  • 4 Theoriestunden zum Zusatzstoff (je 90 Minuten)
  • 5 Fahrstunden Überland (je 45 Minuten)
  • 4 Fahrstunden auf der Autobahn (je 45 Minuten)
  • 3 Fahrstunden bei Dunkelheit (je 45 Minuten)

Eine vorgeschriebene Anzahl von regulären Fahrstunden definiert der Gesetzgeber hingegen nicht. Hier ist also das Fahrkönnen des Führerscheinanwärters entscheidend.

Um zu überprüfen, ob der Fahrschüler die vermittelten Inhalte auch verinnerlicht hat, sieht das Gesetz sowohl eine theoretische als auch eine praktische Führerscheinprüfung vor. Bei der Theorie gilt es, einen Fragebogen mit 30 Fragen zu beantworten. Verfügen Sie bereits über eine andere Fahrerlaubnis - zum Beispiel den Pkw-Führerschein -, reduziert sich der Fragebogen auf 20 Fragen.

Bei der Fahrerlaubnis der Klasse A2 dauert die praktische Prüfung mindestens 60 Minuten. Zu den Prüfungsinhalten zählen dabei insbesondere die Sicherheitskontrolle sowie das vorschriftsgemäße Fahren innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften.

Kosten für den A2-Führerschein: Mit welcher Summe sollten Sie kalkulieren?

Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass auch der A2-Führerschein mit Kosten einhergeht. Wie hoch diese im Einzelnen ausfallen, hängt vor allem von der Anzahl der notwendigen Fahrstunden und somit vom Können des Fahrschülers ab. Darüber hinaus variieren die Ausgaben meist regional, weshalb sich ein Preisvergleich der Fahrschulen lohnen kann.

Wie sich die Kosten für den A2-Führerschein zusammensetzen und welche Summen dabei im Durchschnitt anfallen, zeigt die nachfolgende Übersicht:

Posten Kosten (ungefähre Angaben)
Anmeldung in der Fahrschule 150 - 350 Euro
Fahrstunde je 35 - 65 Euro
Sonderfahrt je 40 - 70 Euro
Vorstellungsgebühr zur theoretischen Prüfung 50 - 100 Euro
Theoretische Prüfung 22,49 Euro
Vorstellungsgebühr zur praktischen Prüfung 150 - 200 Euro
Praktische Prüfung 121,38 Euro

Sie möchten zu einem späteren Zeitpunkt die Fahrerlaubnisklasse A erwerben? Dann lassen sich ggf. durch den Stufenführerschein Kosten einsparen. Der Führerschein der Klasse A2 kann nämlich nach zwei Jahren und Absolvierung einer praktischen Prüfung, die nur 80,92 Euro kostet, auf die Klasse A hochgestuft werden. Eine Theorieprüfung entfällt in diesem Fall. Diese Option besteht auch beim Wechsel vom Führerschein A1 auf A2.

Bis zur Vereinheitlichung der Führerscheinklassen im Jahre 2013 gab es die Fahrerlaubnis A2 unter der Bezeichnung „A beschränkt“. Wer über diese verfügte, konnte nach zwei Jahren Fahrzeit automatisch auf nicht gedrosselte Krafträder umsteigen. In diesem Fall war es also tatsächlich möglich, mit dem Führerschein der Klasse A2 - ohne eine Prüfung zu absolvieren - auf Klasse A zu erhöhen. Mittlerweile verlangt der Gesetzgeber bei einer Höherstufung allerdings eine praktische Vorbereitung samt Prüfung.

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