Die Routenplanung kann mühsam sein. Doch außer der Suche nach einem echten Abenteuer gibt es kaum noch haltbare Gründe, sich nicht von der Elektronik leiten zu lassen. Man erlebt weniger böse Überraschungen, kann mutiger planen, findet im Bedarfsfall viel schneller Nahrung, Unterschlupf oder Hilfe, man spart Zeit bei der Planung und kann interessante Punkte entlang der Route viel effizienter anfahren, und man weiß viel eher als durch die Beschilderung, was noch auf einen zukommt.
Wie erkenne ich gute Fahrrad-Navis?
Neben der klassischen Karte und dem Aufschrieb wie beim Knotensystem gibt es drei elektronische Möglichkeiten, sich leiten zu lassen. Standard ist heute das Smartphone mit Google Maps als Navi-App.
Vor allem, wenn man bereit ist, ein paar Euro auszugeben, bieten spezialisierte Apps gerade für den Radtouristen und Nutzer von weniger zivilisierten Straßen aber deutlich mehr Sicherheit und Nutzerkomfort als Google. Ganz besonders die Investition in die komoot-App mit ihren Hunderttausenden von Routenvorschlägen anderer User ist die 30 Euro für alle Karten der Welt absolut wert.
Handyhalter gibt es en masse, die allermeisten eignen sich aber nur für Kurzstrecken über glatte Straßen. Die meisten Outdoor-GPS-Uhren lassen Zielführung über eine Karte oder mittels Abbiegeanweisungen zu, wobei die Darstellung der Strecke als Karte in den kleinen Displays meist überladen ist, und auch die langwierige Zieleingabe ohne Tastatur erinnert an Pkw-Navis aus den 90ern.
Eine viel sicherere Bank sind die Spezialisten: Navigeräte, speziell zur Montage an einem Fahrradlenker entwickelt. Sie sind deutlich robuster, das Display für Outdoor-Aktivitäten ist optimiert und radoptimiertes Kartenmaterial meist schon vorinstalliert, und die Bedienung ist auch mit Handschuhen oder schwitzigen Händen leicht möglich.
Was für unterschiedliche Fahrrad-Navis gibt es?
Das Angebot an Spezialgeräten ist gar nicht mal so groß - das liegt nicht zuletzt an der Konkurrenz durch das Smartphone. Sieben ernstzunehmende Hersteller zählen wir auf dem mitteleuropäischen Markt, davon beißen Garmin, Sigma und Wahoo aktuell die größten Stücke vom Kuchen ab. Sie bieten vom Einsteigergerät bis zum Hightechnavi mit über 1000 Features etliche Modelle an.
Interessanterweise unterscheiden sie sich weniger in der Genauigkeit, sondern hauptsächlich im Funktionsumfang und in der Hardware, sodass am Ende ziemlich klare Kaufempfehlungen herauskommen.
Zwischen 150 und 600 Euro muss man übrigens für ein Neugerät ansetzen; das ist eine recht weite Spanne. Faustregel: Je abhängiger man sich vom Gerät macht, desto mehr lohnt sich ein Topmodell. Soll heißen: Für die Suche nach einem Zielpunkt in der eigenen Stadt oder das Abfahren einer nahe gelegenen Route, die man aus dem Netz geladen hat, reicht ein einfaches Gerät. Wer sich auf selbst geplante Mehrtagestouren in abgelegenen Gefilden und dies eventuell auch noch im Ausland wagt, sollte deutlich mehr ausgeben.
Welche Fahrrad-Navis sind laut Tests am besten?
Im Folgenden werden einige der besten Fahrrad-Navis basierend auf Tests und Nutzerbewertungen vorgestellt:
Garmin Edge 540
Für Fahrradenthusiasten, die Wert auf eine zuverlässige Navigation und langanhaltende Batterieleistung legen, könnte der Garmin Edge 540 eine überlegenswerte Option sein. Seine präzisen Navigationsfähigkeiten und die umfangreiche Kartenabdeckung Europas stehen im Vordergrund, ergänzt durch eine Batterielaufzeit, die mit bis zu 26 Stunden auch auf ausgedehnten Touren nicht im Stich lässt.
Seine Bedienung erfolgt über Tasten, was auch bei ungünstigen Wetterbedingungen für eine problemlose Handhabung sorgt. Einzig das Display könnte für manche Benutzer zu klein ausfallen, ein Punkt, der bei der Betrachtung des Gerätes Beachtung finden sollte.
Garmin Edge Explore 2
Das Garmin Edge Explore 2 GPS-Fahrradnavi ist ein zuverlässiger Partner für Radtouren. Mit seinem 3 Zoll großen Farb-Display bietet es alle wichtigen Informationen und ist einfach per Touchscreen bedienbar. Praktisch ist auch die Kompatibilität mit Smartphones mit Android und iOS Betriebssystem. Der Akku hält bis zu 16 Stunden und eine Europakarte ist vorinstalliert.
Wahoo Elemnt Bolt V2
Das ELEMNT BOLT V2 GPS von Wahoo bietet eine lange Akkulaufzeit von ca. 15 Stunden, was es zu einem sehr guten Reisebegleiter macht. Allerdings fehlt ihm die Touch-Steuerung, was die Navigation etwas schwieriger gestaltet. Trotzdem ist die Bedienung dieses Navigationsgeräts einfach genug und der Bildschirm ist gut lesbar, sodass Sie problemlos alle notwendigen Informationen abrufen können.
Sigma Sport ROX 12.1 EVO
Mit einer durchschnittlichen Akkulaufzeit von 14 Stunden und einer detaillierten Kartendarstellung bietet das Sigma Sport ROX 12.1 EVO Fahrrad-Navi eine solide Leistung. Besonders attraktiv ist der Touchscreen, der eine intuitive Bedienung ermöglicht.
Sigma Sport ROX 11.1
Das Sigma Sport ROX 11.1 Fahrrad-Navi überzeugt mit einer beeindruckenden Akkulaufzeit von 18 Stunden und einer praktischen vorinstallierten Europakarte. Mit seinem attraktiven Preis im mittleren Preissegment eignet es sich ideal für Outdoor-Enthusiasten.
Garmin eTrex 32x
Das Garmin eTrex 32x ist ein solides, wasserdichtes GPS-Outdoor-Navi mit einem lebendigen Farbdisplay. Im Vergleich zu anderen GPS-Geräten überzeugt es mit seiner außergewöhnlich langen Akkulaufzeit von 25 Stunden. Dieses Navigationsgerät eignet sich besonders für Outdoor-Enthusiasten, die lange Wanderungen planen und zuverlässige Navigation benötigen.
Garmin Edge 830
Der GPS-Fahrradcomputer Edge 830 von Garmin ist speziell auf die Bedürfnisse von Radsportlern zugeschnitten. Mit Hilfe von Satellitenkarten bietet er präzise Navigationsfunktionen und umfangreiche Datenerfassung. Das Produkt bietet somit eine ideale Unterstützung für ambitionierte Radfahrer.
Beeline Velo 2
Die detaillierte Kartendarstellung und die kostenlose App für iOS/Android machen das Beeline Velo 2 Fahrrad-Navi zu einem praktischen Begleiter. Mit einer mittleren Akkulaufzeit von 15 Stunden bietet es ausreichend Strom für längere Radtouren. Das Beeline Velo 2 eignet sich besonders für Radfahrer, die Wert auf eine einfache Navigation und eine zuverlässige Akkuleistung legen.
Sigma Sport Rox 11.1 Evo Black Sensor-Set
Das Sigma Sport Rox 11.1 Evo Black Sensor-Set überzeugt als kabelloser Fahrradcomputer mit GPS-System und Navigation. Selbst Körperfunktionen wie Geschwindigkeits-, Herz- oder Trittfrequenzsensoren können gemessen werden. Auch die maximale Akkulaufzeit von 18 h kann sich sehen lassen.
Sigma Sport ROX 4.0
Bei der Analyse von Fahrradzubehör überzeugt der Sigma Sport ROX 4.0 durch sein großzügiges Display und die problemlose Anbindung an E-Bike-Systeme. Die komfortable Auswertung der Fahrdaten durch die zugehörige App zeichnet ihn als einen fortschrittlichen Fahrradcomputer aus.
Garmin Edge Explore II: Platzhirsch mit gutem Draht nach oben
Mit Navigationsgeräten gehen die Leute vom Sportelektronikriesen Garmin quasi “back to the routes”. Dass Navigation deren Steckenpferd ist, spürt man sowohl bei der Verbindungszeit als auch bei der Präzision von GPS-Position und Kartenaufbereitung. Die Darstellung auf dem glänzenden, aber trotzdem gut lesbaren Display sieht weniger verspielt als wirklich topografisch aus.
Die Basiskarten reichen für Zentraleuropa voll aus, Spezialkarten, wie die von Finnland, lässt sich Garmin allerdings gut bezahlen. Die Bedienung über den Screen ist auch wegen der Größe des Displays gut, in Kombi mit den sensiblen Tasten funktioniert die Eingabe recht einfach, wenn auch nicht so intuitiv wie beim Sigma Rox.
Die wichtigsten Fakten des Garmin Edge Explore II im Überblick
| Feature | Details |
|---|---|
| Hersteller | Garmin |
| Modell | Edge Explore II |
| Preis Gerät/als Bundle | 299,99 Euro / 399,99 Euro (Power) |
| Maße und Gewicht (ohne Halter) | 106 x 56 x 21 mm / 104 Gramm |
| Satelliten | GPS, Glonass, Galileo |
| Akkuleistung/Ladezeit | 16 Stunden / 2,5Stunden |
| Speicher | 16 GB |
| Bedienung | 3 Tasten, Touchdisplay |
Der Tourenspezialist im Garmin-Sortiment ist für Nichtleistungssportler wohl dem “Edge 840/Edge 1040” vorzuziehen; die teureren Geräte bieten mehr Funktionen, aber genau diese wird man als Tourenbiker selten bis nie nutzen. Die beste Hardware, die nüchterne Darstellung und die ausgefeilten Outdoorkarten des neu aufgelegten “Explore” machen ihn zur Wahl für Technikfreunde, die sich viel, lange und weit von der Heimat leiten lassen wollen.
Wahoo Elemnt Roam V2: Offroad-Navi und Coach zugleich
Beim Set-up zeigt sich der Wahoo Elemnt Roam V2 sehr nutzerfreundlich. Damit lassen sich z.B. die Displayansichten toll konfigurieren, alle Änderungen werden ad hoc auf dem Gerät umgesetzt. Kleine Hilfetexte geben Einsteigern Sicherheit. Die Menüführung über sechs Tasten ist erscheint bei den Hunderten Funktionen kompliziert, das System ist aber clever und geht sofort in Fleisch und Blut über.
Das Routing ist mit dem Wahoo genau und zuverlässig, funktioniert über Land aber besser als städtisch. Bis das Gerät nach dem Start Satellitenkontakt hat, vergingen keine 30 Sekunden. Wie die Konkurrenz bietet auch der Wahoo die Option, zum Startpunkt zu navigieren. Dafür muss mit der App eine Extra-Route geplant und auf das Gerät in den Ordner “Routes” übertragen werden.
Die wichtigsten Fakten des Wahoo Elemnt Roam V2 im Überblick
| Feature | Details |
|---|---|
| Hersteller | Wahoo |
| Modell | Elemnt Roam V2 |
| Preis Gerät/als Bundle | 400 Euro / 500 Euro |
| Maße und Gewicht (ohne Halter) | 90 x 59 x 20 mm,100 Gramm |
| Satelliten | 7 Satelliten |
| Akkuleistung/Ladezeit | 15 Stunden / 3 Stunden |
| Speicher | 32 GB |
| Bedienung | 6 Tasten |
Der Wahoo Elemnt Roam ist wegen seiner robusten Hardware, jederzeit lesbarem Display und der Kernkompetenzen im Routing abseits der Stadt unser Tipp für Gravelbiker und Sportler. Die Bedienung eher über Tasten als das Touchdisplay spricht auch eher Offroader an, denen es egal ist, wenn sie mal einen Abzweig verpassen. Der Preis ist gerade noch okay.
Die Qual der Wahl
Ob Bikepacking-Abenteuer oder die Trekking-E-Bike-Tour am Nachmittag - wer gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird ein gutes Navi zu schätzen wissen. Die Unterschiede zwischen den Geräten sind gewaltig, für jeden Anspruch gibt es das passende Modell.
Am Ende hat uns das Garmin Edge Explore 2 überzeugt und ist bis auf ein paar Kleinigkeiten, die aber für den aufgerufenen Preis verschmerzbar sind, ein ausgezeichnetes Fahrrad-Navi.
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