Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen ein E-Bike. Im Jahr 2024 wurden das zweite Jahr in Folge mehr E-Bikes verkauft als konventionelle Fahrräder, laut Zweirad-Industrie-Verband e.V (ZIV) mehr als zwei Millionen. Im Schnitt kosteten die verkauften E-Bikes mehr als 2.600 Euro und sind damit deutlich teurer als konventionelle Räder. Für viele Besitzer ein guter Grund, die Anschaffung gegen Diebstahl und Beschädigung abzusichern.
Was ist ein E-Bike?
Ein Rad mit elektrischer Tretunterstützung ist eigentlich ein Pedelec, aus dem Englischen Pedal Electric Cycle. Umgangssprachlich wird es aber meist als E-Bike bezeichnet. Schreiben wir von E-Bike, meinen wir also Pedelec. Verkehrsrechtlich werden E-Bikes wie normale Fahrräder behandelt.
Es besteht weder Führerschein-, noch Anmelde- oder Versicherungspflicht. Du kannst Dein E-Bike absichern wie jedes andere Fahrrad.
Welche Versicherung brauche ich für mein E-Bike?
Um diese Frage zu beantworten, überlege zunächst, welchen Risiken Dein Elektrobike ausgeliefert ist und ob der entstehende Schaden so groß wäre, dass eine Versicherung sinnvoll ist. Versicherungen sind ein Muss, wenn sie finanziell existenzbedrohende Risiken absichern.
So gravierend ist der Verlust eines E-Bikes für die meisten sicher nicht. Aber die Kosten von ein paar Tausend Euro für ein sehr hochwertiges E-Bike können eine Investition sein, die es zu schützen lohnt. Zumal eine Versicherung für ein E-Bike im Wert von 1.900 Euro unter 50 Euro im Jahr zu bekommen ist, wie unsere Auswertung im Frühjahr 2025 gezeigt hat.
Die zweite Frage, die Du Dir stellen solltest, ist die nach der Höhe des Risikos. Wie oft lässt Du Dein Rad draußen stehen? Wie groß ist die Gefahr eines Diebstahls in Deiner Wohngegend? Welchen anderen Gefahren könnte es ausgesetzt sein?
Wenn Du Dein E-Bike oft draußen stehen lässt oder längere Fahrradtouren damit machst, kann sich eine eigenständige Fahrradversicherung lohnen. Das Risiko eines Diebstahls ist dann höher. Neben dem bestehenden Risiko sollte der Versicherungsbeitrag ebenfalls in einem angemessenen Verhältnis zum abgesicherten Schaden stehen und nicht zu hoch sein. Sonst kannst Du die Versicherungsbeiträge besser für ein neues E-Bike sparen.
Empfehlungen für E-Bike-Versicherungen
Möchtest Du Dein teures Rad gegen Diebstahl und Beschädigung absichern, empfehlen wir die Agencio natura fair, die Ammerländer Classic und Hepster Beschädigung, Verschleiß und Diebstahl. Die Agencio natura fair bietet für E-Bikes sehr günstige Versicherungen an.
Die Beiträge lagen in unserem letzten Test bei 47 Euro jährlich für ein 1.900 Euro teures E-Bike. Für ein E-Bike im Wert von 5.300 Euro kostete die Versicherung 115 Euro pro Jahr, genau so viel kostete es, ein E-Lastenrad im Wert von 5.000 Euro zu versichern. Die Ammerländer und Hepster sind teilweise etwas teurer, haben aber ebenfalls wettbewerbsfähige Beiträge.
Grundsätzlich hängt der Beitrag der Versicherung für Dein E-Bike hängt von mehreren Faktoren ab: Wohnort, Leistungsumfang und Wert Deines Elektrorads. Interessanterweise kostet eine E-Bike-Versicherung beim selben Leistungsumfang nicht unbedingt mehr als eine für normale Fahrräder ohne Motor. Um eine günstige Versicherung zu finden, ist es wichtig, Beiträge zu vergleichen.
Beiträge für E-Bikes ausgewählter Anbieter (Stand: Mai/Juni 2025)
| Anbieter | Lastenrad, 5.000 €, Berlin | Citybike, 1.900 €, Magdeburg | Lastenrad, 3.000 €, Fürth |
|---|---|---|---|
| Agencio natura fair | 115 € | 47 € | 52 € |
| Ammerländer Classic | 155 € | 72 € | 87 € |
| Hepster Beschädigung, Verschleiß & Diebstahl | 155 € | 64 € | 75 € |
| Adam Riese XXL | 216 € | 291 € | 126 € |
Wenn Du einen Schutzbrief, also eine Kostenübernahme auch bei Pannen, Hotelübernachtung oder Krankenrücktransport, zur Versicherung haben möchtest, kannst Du diesen bei Agencio ideal, also dem nächsthöheren Tarif für etwa 30 Euro mehr im Jahr bekommen. Die Ammerländer Exclusiv kostet etwa 45 Euro pro Jahr zusätzlich. Beide Tarife haben dann auch noch weitere zusätzliche Leistungen.
Welche Leistungen sollte eine E-Bike-Versicherung haben?
Wenn Du eine Extra-Versicherung für Dein E-Bike abschließen möchtest, achte auf einige Leistungen, die enthalten sein sollten:
Diebstahlschutz
Der Schutz vor Diebstahl sollte möglichst umfangreich sein. Das heißt, es wird auf die Nachtzeitklausel verzichtet. Dann ist ein Diebstahl überall und zu jeder Tageszeit abgesichert, solange das Rad an einem festen Gegenstand angeschlossen war. Achte aber darauf, dass einige Anbieter Vorgaben zum Schloss machen.
Viele verlangen, dass das Fahrradschloss einen bestimmten Wert haben muss, zum Beispiel ein Prozent des Wertes Deines Fahrrads oder mindestens 50 Euro. Häufig sind auch vage Angaben, zum Beispiel, dass Dein Schloss sicher sein muss oder dass ein bestimmtes Schloss nicht akzeptiert wird - etwa ein Zahlenschloss. Um auf der sicheren Seite zu sein, lies Dir die Vertragsbedingungen durch.
Der Diebstahlschutz sollte nicht nur das komplette Fahrrad, sondern auch den Diebstahl von Komponenten einbeziehen. Die E-Bike-Versicherung sollte den Diebstahl fest verbauter Komponenten immer versichern. Der Akku gehört hier in der Regel dazu. Sollte der bei Deinem Rad nicht fest verbaut sein, solltest Du ihn immer sichern. Außerdem sollte loses Zubehör wie Kindersitze bis zu einer Höhe von 1.000 Euro pro Schadensfall oder 300 Euro pro Teil abgesichert sein.
Weitere Schadensursachen
Ein E-Bike kann nicht nur gestohlen, sondern auch beschädigt werden. Daher ist es sinnvoll, wenn die Versicherung außer Diebstahl weitere Schadensursachen absichert. Zu diesen zählen Vandalismus, Schäden durch Unwetter wie Hochwasser und Orkan oder menschengemachte Katastrophen wie Feuer. Auch Schäden durch unsachgemäße Handhabung, also Bedienungsfehler und selbstverschuldete Unfälle, sollten abgesichert sein.
Grobe Fahrlässigkeit
Normalerweise kann eine Versicherung die Leistung kürzen oder ganz ablehnen, wenn der Schaden durch grobe Fahrlässigkeit entstanden ist. Schau, dass die Versicherung auf diese Möglichkeit verzichtet und ebenfalls zahlt, wenn Du beispielsweise freihändig gefahren bist und dadurch einen Unfallschaden verursacht hast.
Verschleiß
Ein Elektrobike hat mehr Teile, die verschleißen können als ein normales Fahrrad. Allen voran den Akku, der mit der Zeit an Leistung verliert. Gute Fahrradversicherungen zahlen für den Tausch des Akkus, wenn dieser innerhalb der ersten drei Jahre eine bestimmte Leistung unterschreitet. Welche Grenze versichert ist, hängt vom Anbieter und dem jeweiligen Tarif ab.
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme, die Du selbst angibst, sollte zunächst hoch genug sein, damit Du bei einem Schaden die tatsächlich entstandenen Kosten erstattet bekommst.
Außerdem sollte Dir die Versicherung in den ersten drei Jahren bei Verlust oder einem Totalschaden des Bikes den Neuwert erstatten. Nach drei Jahren benötigst Du in der Regel keine Versicherung mehr. Hat Dein E-Bike 3.000 Euro gekostet, wäre es also nach drei Jahren noch 600 bis 750 Euro wert - ab dann reicht die Absicherung über die Hausratversicherung.
Mindestlaufzeit
Die Vertragslaufzeit sollte ein bis drei Jahre betragen. Es kann sinnvoll sein, das Rad direkt mit einem Drei-Jahres-Vertrag zu versichern. Räder, die älter als sechs oder zwölf Monate alt sind, können oft nicht mehr versichert werden, ein Wechsel der Versicherung nach einem Jahr ist also schwierig bis unmöglich. Dafür kann es bei einem Drei-Jahres-Vertrag Rabatte auf den Beitrag geben, die Du nutzen solltest.
Selbstbeteiligung
Sinnvoll ist eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung. Wenn eine vereinbart wird, sollte sie maximal 50 Euro betragen. Aufgrund der Höhe der Beiträge ist eine höhere Selbstbeteiligung nicht sinnvoll, zumal die Beiträge auch nicht relevant sinken.
Worauf muss ich beim Fahrradschloss achten?
E-Bike-Versicherungen zahlen bei Diebstahl oft nur, wenn das E-Bike entsprechend gesichert war. Eine E-Bike-Versicherung zahlt bei fast allem, was einem elektrischen Fahrrad so zustoßen kann: Unfallschäden, Vandalismus und natürlich Diebstahl. Doch damit der Drahtesel gegen letzteres abgesichert ist, verlangen viele Versicherungen, dass es entsprechend abgesichert ist, wenn du es abstellst. Fahrradschlösser gibt es in unterschiedlichen Sicherheitsstufen. Vom einfachen Rahmenschloss, das die Diebe nur am Wegfahren hindert, bis zum massiven Kettenschloss, das fast nicht zu knacken ist.
Wenn du eine Versicherung für dein E-Bike abschließt, findest du in den Versicherungsbedingungen Informationen dazu, welche Schlösser die E-Bike-Versicherung akzeptiert. Wenn du dein E-Bike mit einem anderen Schloss sicherst, als in den Versicherungsbedingungen angegeben, zahlt die E-Bike-Versicherung normalerweise nicht, wenn das Fahrrad gestohlen wird. Sie geht dann davon aus, dass du dein E-Bike nicht sicher abgeschlossen hast.
Damit deine E-Bike-Versicherung nachvollziehen kann, dass du dein Rad tatsächlich optimal vor Diebstahl geschützt hast, musst du nachweisen, welches Schloss du verwendest.
Welche Arten von Fahrradschlössern gibt es?
Es gibt diverse Möglichkeiten, dein Rad abzusichern:
- Bügelschlösser: Sie bestehen aus einem stabilen, u-förmigen Metallbügel und einem Schließmechanismus. Die Schlösser können etwas unflexibel und schwer sein, und nicht immer ist es einfach, eine Möglichkeit zu finden, um dein Rad an einem unbeweglichen Gegenstand anzuschließen.
- Falt-/Gelenkschlösser: Sie bestehen aus mehreren Gliedern, die durch Gelenke verbunden sind. Dadurch sind sie nicht nur beweglich, sondern lassen sich zum Verstauen auch einfach zusammenfalten.
- Kettenschlösser: Sie bestehen aus einer Kette und einem Schloss. Es gibt allerdings große Unterschiede bei der Qualität. Je dicker die Kette und je stabiler das Material, umso sicherer ist das Schloss.
- Kabelschlösser: Sie bestehen aus einem Stahlseil, das mit Kunststoff ummantelt ist. Sie sind leicht und sehr flexibel. Gängige Kabelschlösser sind allerdings relativ leicht zu knacken.
- Rahmenschlösser: Rahmenschlösser bieten keinen wirklichen Schutz, sondern sind eher als Ergänzung zu den anderen Schlössern gedacht. Als alleiniges Schloss für die E-Bike-Versicherung sind sie deshalb nicht geeignet. Sie sind am Rahmen befestigt und greifen beim Abschließen in die Speichen des Hinterrads.
Sichere nicht nur den Rahmen, sondern auch das Vorderrad, damit es nicht separat entwendet wird. Lass den Rahmen deines E-Bikes codieren. Dadurch ist dein Bike leichter wiederzuerkennen, was es für Diebe weniger attraktiv macht.
Hausratversicherung als Alternative?
Wird Dir Dein E-Bike aus Deinem Keller, der Garage oder Deiner Wohnung bei einem Einbruch entwendet oder beschädigt, ist es als Hausrat in einer Hausratversicherung gegen diesen Einbruchdiebstahl abgesichert. Als Hausrat ist das E-Bike auch vor Schäden durch Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Feuer geschützt.
Wie ergänzt die Fahrradklausel den Hausratschutz?
Mit einer zusätzlichen Fahrradklausel zur Hausratversicherung ist das Rad auch versichert. Zum Beispiel wenn Du damit draußen unterwegs bist und es angeschlossen stehen lässt, um im Supermarkt einzukaufen.
Allerdings sind in der Fahrradklausel Räder meist nur bis zu zwei Prozent der Gesamtversicherungssumme versichert. Hast Du Deinen Hausrat über das Quadratmetermodell versichert, wäre dieser bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung mit 32.500 Euro versichert. Alle Fahrräder des Haushalts sind in diesem Beispiel bis zu einer Summe von insgesamt 650 Euro versichert. Für ein E-Bike dürfte das nicht ausreichen, für zwei noch weniger.
Wenn Dir der Diebstahlschutz in der Hausratversicherung ausreicht, kannst Du die Versicherungssumme für Dein E-Bike dort auch erhöhen. Dann wird aber auch der Beitrag für diese Versicherung teurer. Vergleiche vorher also genau die Beitragserhöhung Deiner Hausratversicherung mit den Beiträgen einer eigenständigen Fahrradabsicherung.
S-Pedelecs und andere elektrische Zweiräder
Die hier im Ratgeber gemeinten E-Bikes sind eigentlich Pedelecs. In Abgrenzung zu diesen gibt es auch S-Pedelecs, die bis 45 Kilometer pro Stunde fahren können und als Kraftfahrzeuge gelten. Für sie besteht eine Helm-, Führerschein- und Kennzeichenpflicht. Das heißt: Mit solch einem schnell fahrenden S-Pedelec musst Du eine Kfz-Haftpflichtversicherung haben.
Ebenfalls eine Haftpflichtversicherung brauchst Du für Leichtmofas, Mofas oder Roller - alles Zweiräder ohne Tretunterstützung und ausschließlich elektromotorgetrieben. Für sie benötigst Du neben der Versicherung auch einen Führerschein. Es gibt sie bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde als Leichtmofa, bis 25 Kilometer pro Stunde als Mofa und bis 45 Kilometer pro Stunde als Kleinkraftrad. Für die letzten beiden Geschwindigkeitstypen besteht eine Helmpflicht.
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