Welches Schmiermittel ist am besten für die Fahrradkette?

Gut geschmierte Ketten laufen leicht, leise und schalten präzise. Die Frage ist, welches Schmiermittel das beste ist? Hier sind sieben Tipps zur richtigen Kettenpflege.

Dass Deine Fahrradkette geschmiert werden muss, merkst Du spätestens daran, dass Dich ein permanentes Vogelgezwitscher umgibt. Wenn die Kette schon quietscht, schreit sie förmlich nach Öl oder Wachs. In diesem Zustand ist der Verschleiß enorm, der Kraftverlust maximal und der Antrieb läuft sehr rau, laut und die Schaltvorgänge werden ungenau.

So weit solltest Du es nicht kommen lassen - im Idealfall ist die Kette immer sauber und gut geschmiert. Diesen kleinen Aufwand wird sie Dir mit deutlich längerer Laufzeit danken. Das spart den frühzeitigen Gang in die Werkstatt und natürlich auch Geld. Wenn Du nicht gerade mit Riemenantrieb unterwegs bist, heißt es: Kette schmieren! Wir erklären Dir, wann und wie Du es am besten machst.

Peter Matsch, Nässe und Kilometerleistung setzen Deiner Kette zu. Mit der richtigen Pflege erhöhst Du die Lebensdauer der Kette… …und sorgst für weniger Reibung bei der Fahrt. Welches Schmiermittel sich am besten eignet, erfährst Du hier!

Warum muss die Fahrradkette geschmiert werden?

Kettenschmierung erfüllt folgende Zwecke:

  • Sie reduziert Reibungswiderstände im Antrieb und hält so den Verschleiß gering.
  • Sorgt für einen geschmeidigen Antrieb.
  • Leichtgängiges Schalten.
  • Schützt vor Korrosion, da Öle und Fette bekanntermaßen wasserabweisend sind.

Reibung und Verschleiß hängen dabei eng miteinander zusammen. Bei Kettenverschleiß ist oft von „Längung“ die Rede. Tatsächlich heißt das aber nicht, dass die Kettenglieder selbst länger werden, wobei sich theoretisch auch der Stahl minimal streckt. Vor allem bekommen die Gelenke der Kette mit der Zeit Spiel, das sich zu einer sichtbaren Längung addiert.

Das geschieht durch Reibung bei Rotation der Gelenke, da sich die Nietstifte, Innen- und Außenlachen sowie die Röllchen gegeneinander bewegen. Du kannst den Kettenverschleiß messen, er macht sich aber auch durch abnehmende Schaltqualität bemerkbar. Eine verschlissene Kette wird außerdem auch die Abnutzung von Kettenblättern und Ritzeln beschleunigen und im Extremfall nicht mehr zuverlässig darauf greifen. Gut geschmiert wird Deine Kette also länger halten. Darüber hinaus schützt die richtige Schmierung auch vor Korrosion durch Nässe.

Welcher Kettenschmierstoff ist der beste?

Welcher Schmierstoff der beste für Dich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für eine staubige Langstrecken-Tour mit dem Gravelbike beispielsweise brauchst Du eine Mischung mit langer Schmierfähigkeit und geringer Schmutzanhaftung. Für eine Mountainbike-Runde an einem verregneten Tag hingegen sollte die Schmierung möglichst standfest sein und Wasser abweisen. Im Folgenden stellen wir die verschiedenen Arten von Schmierstoffen vor.

Was leistet universelles Kettenöl?

Kettenöle sind der Klassiker. Viele dieser Öle sind universelle Rezepturen, die als guter Kompromiss in allen Bedingungen funktionieren. In der Produktbeschreibung erfährst Du in der Regel, wofür ein bestimmter Schmierstoff optimiert ist. Die meisten bestehen aus Mineralöl, synthetischem Öl, pflanzlichem Öl oder Paraffin. Dazu werden verschiedene Additive beigemischt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen, zum Beispiel Silikon, PTFE oder andere Polymere und Keramik. Flüssige Schmierstoffe bekommst Du entweder in kleinen Kunststoffflaschen, die eine genaue Dosierung erlauben, oder als Kettenspray.

Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sind bei Schmierstoffen am Fahrrad enorm wichtig. Zwar versprechen umweltfreundliche Kettenöle eine weitgehende Abbaubarkeit - Das Thema beginnt allerdings schon in der Werkstatt: Mit gezielter, wohldosierter Anwendung verbrauchst Du weniger Öl und verlierst entsprechend auch weniger Öl in der Natur.

Bitte beachte auch: Weitverbreitete Kriechöle wie WD-40 oder Brunox, die in anderen Bereichen hervorragende Dienste leisten, eignen sich nicht zur Kettenschmierung, da sie zu dünnflüssig und somit flüchtig sind. Sie spülen die Restschmierung der Kette eher noch aus.

Was leisten Wet Lube, Dry Lube und Kettenwachs?

Wenn Du Dich nicht mit einem Kompromiss zufriedengeben und mehr aus Deinem Antrieb herausholen willst, kannst Du für bestimmte Anwendungen auch zu spezielleren Schmierstoffen greifen. Kettenöle für nasse Bedingungen (Wet Lube) beispielsweise sind zähflüssiger, um einen Schmierfilm zu bilden, der nicht so leicht von Spritzwasser ausgewaschen wird. Sie wirken wie eine Art Imprägnierung der Kette und schützen bestens vor Korrosion. Dieser zähere Schmierfilm ist aber nur bei Nässe von Vorteil, da trockener Dreck leichter daran haftet.

Für trockene und staubige Bedingungen sind daher Trockenschmierstoffe (Dry Lube) die bessere Wahl. Sie sind deutlich dünnflüssiger. Nach etwas Einwirkzeit verfliegen die Lösungsmittel und es bleibt ein Schmierfilm zurück, an dem kaum Schmutz haftet. Wenn Du mit Dry Lube auf der Kette doch mal in den Regen gerätst, dann wird der Schmierfilm allerdings schneller ausgewaschen als bei den Wet Lubes. Trockenschmierstoffe gibt es auf Basis von Öl oder Paraffin (Wachs).

Kettenwachs ist unumstritten der mit Abstand leistungsfähigste Schmierstoff für Fahrradketten. Wachs erzeugt einen trockenen Schmierfilm, den man anfassen kann, ohne fettige oder schmutzige Hände zu bekommen. Gewachste Ketten bleiben sauberer und können leicht ein Mehrfaches der Fahrleistung von geölten Ketten erreichen. Kettenwachse erfordern allerdings grundsätzlich, dass die Kette vor dem Auftragen komplett fettfrei ist.

Flüssigwachse, auch denglisch Drip-Wax genannt, vereinen bereits die meisten Vorteile von Kettenwachs mit einer vereinfachten Anwendung: Kaltwachse wie Squirt, Silca Super Secret Chain Lube, Flowerpower Wax von Effetto Mariposa oder dem pflanzenbasierten Toniq sind als Wachs-in-Wasser-Emulsion bei Raumtemperatur flüssig, können also einfach auf eine Kette aufgetropft werden.

Wachs in fester Form (Heißwachs) generiert eine sehr trockene, langlebige Schmierung. Solche Produkte sind besonders haltbar und senken die Reibung extrem zuverlässig, erfordern aber auch den größten Aufwand bei der Anwendung.

Wie pflege ich meine Kette richtig?

Kurz gefasst, besteht der Prozess aus zwei Schritten: Reinigen und Schmieren. Bevor Du beginnst, empfehlen wir, das Fahrrad an einen Ort zu bringen, an dem es nicht schlimm ist, wenn der Boden schmutzig wird. Alternativ kannst Du eine ölbeständige Unterlage unter dem Rad platzieren. Unsere Hinweise zum Vorgehen sind grundsätzlich als universeller Leitfaden gedacht. Schau Dir unbedingt auch die Anwendungshinweise des Herstellers Deines Schmierstoffes an.

Kette richtig pflegen - Schritt 1: Reinigung

Willst Du Deine Kette lediglich ölen, wird sie zuerst gereinigt. Das ist wichtig, damit der neue Schmierstoff den Weg in die Kettenglieder auch finden kann, dadurch direkt auf dem Metall einen Schmierfilm bildet und sich nicht mit alten Verunreinigungen zu einer Art Schleifpaste verbindet. Die schnellste Methode ist das Abwischen der Kette mit einem Lappen. Drücke ihn fest um die Kette (am besten unterhalb der Kettenstrebe) und drehe die Kurbel rückwärts. Die Kette wird schnell sichtbar sauberer - und der Lappen schmutzig.

Wenn Du etwas gründlicher vorgehen willst oder die Kette sehr stark verschmutzt ist, kannst Du sie vorher mit einem Kettenreiniger behandeln und mit Bürsten oder Pinseln etwas gezielter arbeiten als nur mit einem Lappen. Spezielle Kettenreinigungsgeräte erleichtern diesen Arbeitsschritt. Nach einer Feuchtreinigung empfehlen wir, die Kette trocknen zu lassen, bevor Du mit der Schmierung fortfährst. Da sich auch an Schalträdchen, Kettenblättern und der Kassette Verschmutzungen ansammeln, lohnt es sich, auch ihnen ab und zu etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn Du dabei hartnäckige Ablagerungen nicht mit dem Lappen bzw. einer Ritzelbürste entfernt bekommst, kannst Du sie vorsichtig mit einem kleinen Schlitzschraubendreher abschaben. Reinige Deine Kette gründlich. Je häufiger, desto weniger Schmutz sammelt sich in der Regel.

Kette richtig pflegen - Schritt 2: Schmierung

Drehe auch dazu wieder die Kurbel langsam rückwärts und gib das Öl oder Tropfwachs auf die Kettenröllchen und Übergänge der seitlichen Kettenlaschen. Lass Dir etwas Zeit, sodass wirklich jedes Kettenglied ein Tröpfchen abbekommt. Wenn Deine Kette ein Kettenschloss hat, kannst Du es als Anhaltspunkt nehmen, um zu sehen, dass Du eine komplette Runde gedreht hast.

Ein Kettenspray ist schwieriger zu dosieren als herkömmliches Kettenöl aus der Tropfflasche. Außerdem ist dabei besondere Aufmerksamkeit gefragt, denn es kann schnell passieren, dass Sprühnebel auf die Bremsscheibe oder im Fall von Felgenbremsen auf die Bremsflanke gelangt, womit die Bremse faktisch außer Gefecht ist. Hier besteht das Risiko schwerer Unfälle mit gravierenden Folgen!

Nachdem Du die Kette komplett geschmiert hast, ist es ratsam, sie mit der Kurbel noch ein paar Umdrehungen durch den Antrieb laufen zu lassen, damit der Schmierstoff durch die Rotation der Kettenröllchen noch besser eindringen kann. Nun solltest Du noch ein paar Minuten warten, bis die Schmierung eingezogen ist und kannst die Kette anschließend außen gründlich abwischen. So entfernst Du überschüssiges Öl, das außen an der Kette sonst nur Dreck sammeln würde.

Beim Abwischen empfehlen wir, mit dem Lappen, ähnlich wie beim Säubern der Kette, richtig fest um die Kette zu greifen, während Du die Kurbel rückwärts drehst. So entfernst Du zuverlässig das überflüssige Öl. Die Kette darf hinterher ruhig trocken aussehen - der Schmierstoff ist nun da, wo er benötigt wird - im Inneren der Röllchen und zwischen den Laschen.

Die Behandlung mit Wachs (Heißwachs) ist etwas aufwendiger. Das Wachs wird in einem Topf geschmolzen, die abmontierte Kette darin gebadet und danach zum Abkühlen aufgehängt. Zurück bleibt eine trockene Wachsschicht auf und vor allem in der Kette.

Das freut Geldbeutel und Umwelt. Idealerweise wird die Kette nach jeder längeren Tour gereinigt und geschmiert, damit sie immer im Topzustand ist. Findest Du direkt nach der Tour nicht die Muße, ist der Abend vor der nächsten Ausfahrt auch ein guter Zeitpunkt für die Kettenpflege. Wenn Du nur eine kurze Feierabendrunde in trockenen, aber nicht staubigen Bedingungen gefahren bist, reicht die Schmierung meist noch für die nächste Runde. Eine Sichtkontrolle und kurz an der Kette fühlen hilft für die Einschätzung. Zudem ist es sinnvoll, hin und wieder auf die Geräusche der Kette zu hören. Läuft sie leise und geschmeidig über Kettenblatt und Ritzel, ist sie wahrscheinlich gut geschmiert. Wenn sie beginnt, leicht metallisch zu rasseln oder gar zu quietschen, ist sie überfällig.

Knirscht Deine Kette nach einer schlammigen Ausfahrt mit dem Mountainbike regelrecht, dann solltest Du ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Kettenöl und Dreck bilden eine Schleifpaste, die ins Ketteninnere wandert und dort den Verschleiß stark beschleunigt. Am Ende hängt die Frage, ob Du für jede Ausfahrt neu schmieren solltest, stark von den folgenden Punkten ab:

  • In welchen Bedingungen fährst Du?
  • Welche Distanzen legst Du pro Tour zurück?
  • Welchen Schmierstoff verwendest Du und wie sorgfältig trägst Du ihn auf?

Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, wie lange eine Schmierung bei Dir reicht. Für eine Tour über mehrere Tage sollte der Schmierstoff Deiner Wahl sowie ein Stück Lappen im Gepäck sein. So kannst Du auch unterwegs rechtzeitig nachschmieren.

Mit unseren Tipps läufts wieder wie geschmiert!

Die Qual der Wahl: Kettenöl im Test

Die schiere Flut an Produkten für die Fahrradkette lässt Köpfe wie Kurbeln kreiseln. Obendrein bieten manche Hersteller inzwischen auch noch Öle und Schmiermittel auf Nano-Partikel-Basis sowie Spezial-Produkte mit Zauber-Zutaten wie Graphen. Kostenpunkt: schlappe 129,95 Euro für 140 Milliliter.

Doch brauchen Ketten wirklich all diese Spezial-Mittelchen, um geschmeidig über die Kassette zu gleiten und den Verschleiß am Antrieb so gering wie möglich zu halten? Wir gehen der Frage auf den Grund und testen 18 Allround-Schmierstoffe für die Fahrrad-Kette der wichtigsten Hersteller am Markt.

Schon ab 4,40 Euro pro 100 Milliliter finden sich am Markt hochwertige Produkte, die der Kette ein langes Leben ermöglichen.

Testergebnisse im Überblick

Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse einiger Kettenöle:

Produkt Preis pro 100 ml Schmierfähigkeit (40 %) Kriechfähigkeit (20 %) Korrosionsschutz (15 %) Schmutzanhaftung (10 %) Handling (15 %) Gesamtnote (100 %)
Antidot Kettenöl 17,44 Euro 1,0 4,0 5,0 4,0 1,0 2,5
Atlantic Dry11 7,53 Euro 5,0 1,0 1,0 2,0 4,0 3,2
Ballistol Keramik-Kettenöl 7,83 Euro 2,0 3,0 1,0 2,0 2,0 2,0
Dr. Wack F100 Trocken-Schmierstoff 17,52 Euro 2,0 2,0 2,0 2,0 3,0 2,2
Finish Line Kettenöl Synthetisch 10 Euro 1,0 4,0 5,0 4,0 4,0 3,0
Hanseline Kettenwachs 7,50 Euro 3,0 4,0 4,5 3,0 3,0 3,4
Holmenkol Performance Lube 14,99 Euro 1,0 4,0 3,0 4,0 1,0 2,2
Kettenwixe Duraglide 13,90 Euro 2,0 3,0 1,5 4,0 2,0 2,3
Motorex Dry Power Performance Lube 5,96 Euro 3,0 1,0 2,0 4,0 4,0 2,7
Muc-Off Kettenöl für Trockenheit 10,40 Euro 2,0 4,0 4,5 3,0 4,0 3,2
Pedro’s Syn Lube 9,99 Euro 2,0 4,0 4,5 4,0 1,0 2,8
R.S.P. Red Oil 13,90 Euro 3,0 3,0 4,5 3,0 1,0 2,9
Sonax Bike Silikon Kettenpflegeöl 11,98 Euro 3,0 4,0 4,5 5,0 1,5 3,4
Tunap Chain Oil Ultimate 12,95 Euro 1,0 4,0 1,5 4,0 1,0 2,0
Wash’n Roll Bio-Antriebsöl 19,40 Euro 5,0 4,0 4,5 3,0 3,0 4,2
WD-40 Bike Kettenöl Dry 10,49 Euro 4,0 3,0 3,0 3,0 5,0 3,7
Weldtite Sport Kettenfluid 9,95 Euro 2,0 3,0 5,0 5,0 2,0 3,0
Zéfal Chain Wax Extra Dry 8,29 Euro 5,0 4,0 3,5 2,0 1,0 3,7

Expertenmeinung

BIKE: Nass- und Trockenschmierstoffe, Allwetteröl und Kettenwachs: Braucht man wirklich für jedes Wetter ein passendes Schmiermittel?

Andreas Pscheidl: Aus meiner Sicht nicht. Ich würde das Schmiermittel nach den Bedingungen auswählen, in denen man am meisten fährt. Fährt man zum Beispiel hauptsächlich bei trockenen Bedingungen, würde ich mein Schmiermittel darauf abstimmen. Für die Ausnahme im Nassen ist es dann ein kleiner Kompromiss, spart aber jede Menge Arbeit und Geld. Zudem kommt man mit den modernen Schmiermitteln auch im Nassen ziemlich weit.

Was davon würdest du empfehlen, wenn man nur ein Produkt in der Garage haben will?

Definitiv ein Schmiermittel auf Wachsbasis à la Squirt Lube oder Smooth. Diese bieten meiner Meinung nach den besten Kompromiss aus Haltbarkeit und Effizienz. Gleichzeitig bleibt der Antrieb schön sauber und man muss sich nicht mit fettverschmierten Fingern rumärgern. Einziger Nachteil hier ist das erste Aufbringen. Dazu muss die Kette komplett entfettet werden.

Sprüh- oder Tropfflasche, was ist besser und warum?

Tropfflasche. Das Schmiermittel kann gezielt auf die Rollen der Kette aufgebracht werden und man kann es wesentlich besser dosieren.

Speziell nasse, matschige Bedingungen sind hart für den Antrieb. Lohnt es sich hier, zum Wachs zu greifen?

Wachs ist ziemlich aufwändig aufzutragen. Das macht nur Sinn, denke ich, wenn man auf der Suche nach dem letzten Watt ist. Fährt man viel in solchen Bedingungen, würde ich zu einem dickeren Schlechtwetter-Öl greifen. Das verhindert am besten Korrosion und wäscht während der Fahrt nicht so schnell aus. Aber hier gilt: Antrieb direkt nach der Fahrt ordentlich reinigen und neu abschmieren. Ansonsten funktioniert auch hier ein Mittel auf Wachsbasis sehr gut.

Wie vermeidet man eine schwarze, ölverschmierte Kette?

Mit der richtigen Pflege, einem Trockenschmierstoff auf Wachsbasis und darauf achten, dass man nicht zu viel schmiert. Ich schmiere immer erst, wenn ich höre, dass die Kette anfängt, trocken zu laufen. Vor dem neuen Schmiergang die Kette unbediengt reinigen (Baumwolllappen mit etwas Bremsenreinger und Kette damit abziehen), damit Dreck und andere Rückstände nicht mit eingebunden werden.

Nach welcher Faustregel empfiehlst du, seine Kette am Bike zu schmieren?

15 Tropfen auf der Kette verteilen, 15 Sekunden pedalieren und nach weiteren 15 Sekundnen Kette mit einem trockenen, sauberen Tuch abziehen. Zusätzlich sollte man einen Blick in die Herstellerangaben werfen.

Weitere wichtige Informationen

  • Häufigkeit der Schmierung: Die Fahrradkette ist großen Belastungen und dem Wetter ausgesetzt. Dagegen hilft nur Kettenöl fürs Fahrrad.
  • WD40: Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost.
  • Spülmittel: Zwar ist Spülmittel für viele eine beliebte Allzwecklösung beim Bikewashing, allerdings kann es bei der Wirksamkeit nicht mit speziellen Kettenreinigern oder Waschbenzin mithalten. So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
  • Bremsenreiniger: Wir raten davon ab, Bremsenreiniger beim Putzen der Kette zu verwenden. Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
  • Diesel oder Benzin: Generell kannst du eine Fahrradkette auch mit Benzin oder Diesel reinigen. Allerdings raten wir auch von dieser Methode ab, da beide Substanzen hoch entzündlich sind. Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.
  • Wie oft muss ich eine Kette ölen? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
  • Wie viel kostet ein gutes Kettenöl? Die gute Nachricht zum Schluss: Das Ganze ist gar nicht so teuer! Ein gutes Basisöl kostet meist keine 10€ und du kannst einige Zeit damit arbeiten, bevor es leer geht. Selbst die Spezial-Öle sind oft nicht viel teurer und auch Kettenreiniger sind für kleines Geld zu haben.

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