Der Spruch "Hätte, hätte, Fahrradkette" hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Redewendung in der deutschen Sprache entwickelt. Er wird verwendet, um auszudrücken, dass es müßig ist, im Nachhinein darüber nachzudenken, was man hätte besser machen können, wenn eine Fehlentwicklung oder Fehlentscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, oder wenn man mit Wunschvorstellungen konfrontiert wird.
Ursprung und Bedeutung
Der Spruch ist seit den 2010er Jahren geläufig und stammt von Christoph Maria Herbst, dem Protagonisten der beliebten Comedy-Fernsehserie "Stromberg" (2004-2012). Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, machte ihn 2013 zusätzlich bekannt.
Ähnliche Redewendungen sind "Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär" und "Hinterher ist man immer schlauer".
Beispiele für die Verwendung
- "Hätte, hätte, Fahrradkette", wiederholte er seine Absage an fruchtlose "Was wäre, wenn"-Diskussionen.
- "Hätte, hätte - Fahrradkette", sagt er patzig zu Vorhaltungen, sein Team hätte möglicherweise besser recherchieren müssen.
Peer Steinbrück und der Wahlkampfslogan
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sorgte im Wahljahr 2013 für Aufsehen, als er den Spruch "Hätte, hätte, Fahrradkette" im Zusammenhang mit dem umstrittenen SPD-Wahlslogan "Das Wir entscheidet" verwendete. Steinbrück gab sich stur und kämpferisch: Seine Partei wollte den Wahlslogan "Das Wir entscheidet" weiter nutzen.
Moderator Sven Lorig hielt eine "tageszeitung" in die Kamera, die am Donnerstag "Zu blöd zum Googeln" zum verpatzten SPD-Motto getitelt hatte. Steinbrück (verzog das Gesicht): "Ja, Herr Lorig, hätte, hätte, hätte Fahrradkette - natürlich hätte das technische Wahlkampf-Management der SPD dies machen sollen.
Steinbrück scheint das wenig zu beeindrucken, er kündigt am Freitag an: "Die können gerne überlegen (die Leiharbeitsfirma - d. Red.). Dieser Slogan ist nicht geschützt, wir werden ihn verwenden", betont er. Gemeinwohl und soziale Gerechtigkeit sollen mit dem Slogan in den Mittelpunkt der SPD-Kampagne gestellt werden.
Die Wahlkampfpanne kommt für Steinbrück und die SPD zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Partei und Kandidat leiden unter schlechten Umfragewerten.
Reaktionen und Satire
Der ARD-Morgenmagazin Chef-Satiriker Udo Eling griff den Spruch auf und dichtete ein ganzes Lied darum herum. "Hätte ich mir das mit dem Klauen, selber nicht aufs Maul gehauen - wär' ich mit dem Wahlkampfslogan, auch nicht aus dem Spiel geflogen", ließ Eling Steinbrück in dem Lied rappen.
Der Spruch im politischen Kontext
Auch andere Politiker haben den Spruch bereits verwendet, um sich gegen unnötige Diskussionen über Vergangenes zu wehren. So sagte Markus Söder: "Hätte, hätte, Fahrradkette, hat, glaube ich, mal ein SPD-Finanzminister gesagt. Das bringt jetzt auch nichts, sozusagen dauernd zu diskutieren, das machen wir in Deutschland ja gerne, was wäre wenn gewesen."
Steinbrück lebt auf der Bühne und in den Vorgesprächen vor, woran es größeren Teilen der deutschen Politiker mangelt: „Vieles an der Politik wirkt entweder verkrampft oder betulich“, sagt er. „Politik braucht Selbstironie, viele nehmen sich zu wichtig.“
Weitere prominente Beispiele
Lothar Matthäus lieferte eine moderne Variante des Spruchs: „Wäre, wäre, Fahrradkette, so ungefähr. Oder wie auch immer.“
Der Spruch bezog seine Wirkung doch daraus, dass es sich reimte. Richtig also hätte es heißen müssen: Wäre, wäre, Stachelbeere.
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