Ein Quickshifter ist eine Vorrichtung, die es ermöglicht, bei voller Last (Beschleunigung) ohne Kupplungsbetätigung die Gänge zu wechseln. Mit einem Quickshifter kannst du dein Fahrerlebnis mit dem Motorrad auf ein völlig neues Level heben. Dieses System ermöglicht dir, die Gänge zu wechseln, ohne die Kupplung zu betätigen oder das Gas wegzunehmen. Mit einem Quickshifter kannst du nicht nur flüssiger fahren, sondern auch komfortabler und spannender.
Funktionsweise eines Quickshifters
Bei Betätigung des Schalthebels wird durch einen Sensor ein Signal an das Steuergerät gesendet. Dieses unterbricht die Zündung für einige Millisekunden. Der Schaltautomat ermöglicht einen sauberen Gangwechsel durch ein Signal an die Steuerelektronik, dies betrifft auch das sanfte Wiedereinsetzen der Zündung. Die Last wird so von den Zahnrädern genommen. Ohne dass du kuppeln musst, rastet nun der Gang präzise, schnell und vor allem sanft ein.
Am Schaltgestänge ist ein Sensor angebracht. Vereinfacht ausgedrückt, erkennt er deinen Wunsch zu schalten. Nun tritt das Steuergerät in Aktion: Für einige Millisekunden unterbricht es die Zündung. Die Last wird so von den Zahnrädern genommen. Ohne dass du kuppeln musst, rastet nun der Gang präzise, schnell und vor allem sanft ein.
Grundsätzlich muss zwischen der Werkslösung und der Schaltunterbrechung zum Nachrüsten unterschieden werden. Bei der werkseitigen Lösung schließt sich entweder die Sekundärdrosselklappe oder es wird in das elektronische Gas eingegriffen. Anders sieht es bei Quickshiftern für das Motorrad aus, die nachgerüstet werden. Wie bereits erwähnt, ergänzt du bei dieser Variante das Schaltgestänge um einen Sensor. Abhängig vom Modelltyp reagieren sie auf Druck oder auf Zug.
Viele Cordona-Quickshifter-Systeme sind kompatibel mit den speziell für den Rennsport entwickelten Steuergeräten (ECU) und bieten eine nahtlose Integration. Das bedeutet, dass die Schaltvorgänge perfekt mit anderen Rennsport-spezifischen Einstellungen, wie Traktionskontrolle oder Launch-Control, harmonieren.
Der Blipper
Ein Blipper ist eine Funktion, die in Verbindung mit einem Quickshifter verwendet wird, um das Herunterschalten ohne Kupplung zu ermöglichen. Während ein Quickshifter es dir ermöglicht, ohne Kupplung hochzuschalten, kümmert sich der Blipper um das reibungslose Herunterschalten, ohne dass du die Kupplung betätigen oder den Gasgriff manuell anpassen musst.
Beim Herunterschalten muss normalerweise der Motor auf eine höhere Drehzahl gebracht werden, damit das Herunterschalten sanft verläuft und das Getriebe nicht blockiert oder stockt. Der Blipper übernimmt diese Aufgabe automatisch, indem er den Motor während des Schaltvorgangs kurz "aufblitzen" lässt - daher der Name "Blip". Er hebt die Drehzahl an, um sie an die Geschwindigkeit des nächstniedrigeren Gangs anzupassen, was für ein sehr geschmeidiges und schnelles Herunterschalten sorgt. Zusammen mit einem Quickshifter, der das Hochschalten übernimmt, bildet der Blipper ein System, das das Schalten in beide Richtungen ohne Kupplung ermöglicht. Das macht das Fahren noch dynamischer und flüssiger, vor allem bei sportlichen Motorrädern oder auf der Rennstrecke.
Höherwertige Cordona-Modelle wie CORDONA GP ASG bieten nicht nur Quickshifting für das Hochschalten, sondern auch die Blip-Funktion, die es ermöglicht, ohne Kupplung runterzuschalten. Diese Funktion ist im Rennsport von großem Vorteil, da sie das Herunterschalten beim Anbremsen vor Kurven beschleunigt und gleichzeitig für Stabilität sorgt. Der Drehmoment wird aufrechterhalten und das Motorrad verliert beim Gangwechsel kaum an Geschwindigkeit.
Vorteile eines Quickshifters
Der Cordona Quickshifter bietet durch seine präzise Steuerung, Robustheit und Einstellbarkeit erhebliche Vorteile im Rennsport. Insbesondere die schnelle und genaue Reaktion sowie die Möglichkeit, Schaltzeiten und Blip-Funktion anzupassen, machen ihn zu einer bevorzugten Wahl für Fahrer, die das Maximum aus ihrem Motorrad auf der Rennstrecke herausholen wollen. Diese Features helfen, wertvolle Zeit zu sparen und die Performance in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu steigern.
- Schnellere Schaltvorgänge: Dank des Quickshifters kannst du die Gänge schnell wechseln. Das ständige Kuppeln entfällt, was die Schaltzeiten minimiert und dir ermöglicht, die volle Leistung deines Motorrads auszunutzen.
- Bessere Beschleunigung: Wenn du mit einem Quickshifter schaltest, bleibt die Beschleunigung gleichmäßig und kraftvoll. Du musst das Gas nicht zurücknehmen, was zu einem durchgehenden Schub führt - ideal, wenn du schnell und flüssig vorankommen willst.
- Schonung des Getriebes: Durch das automatische Anpassen der Drehzahl beim Schalten wird dein Getriebe weniger belastet. Das bedeutet für dich eine geringere Abnutzung der Mechanik und damit eine längere Lebensdauer deines Motorrads.
- Mehr Komfort: Längere Touren oder sportliches Fahren werden durch den Quickshifter entspannter, da du weniger mit der Kupplung arbeiten musst. So kannst du dich voll auf die Straße konzentrieren und das Fahren genießen, ohne ständig zwischen Kupplung und Gas hin und her wechseln zu müssen.
- Flüssiger Fahrstil: Gerade in Kurven oder auf anspruchsvollen Strecken hilft dir der Quickshifter, deinen Fahrfluss konstant zu halten. Du kannst das Gas offen lassen und gleichzeitig die Gänge wechseln, ohne das Gleichgewicht oder die Kontrolle zu verlieren.
- Mehr Kontrolle in heiklen Situationen: In anspruchsvollen Fahrsituationen musst du dir keine Gedanken über das manuelle Schalten machen. Der Quickshifter gibt dir die Freiheit, dich voll und ganz auf das Fahren zu konzentrieren, was besonders in stressigen Momenten von Vorteil ist.
- Spaßfaktor: Viele Fahrer empfinden das Schalten mit einem Quickshifter als deutlich angenehmer und aufregender. Es gibt dir ein sportlicheres Gefühl und macht jede Fahrt dynamischer und lebendiger.
Nachteile eines Quickshifters
Trotz der vielen Vorteile hat ein Quickshifter auch einige Nachteile, die man im Auge behalten sollte:
- Für Fahrer, die an das manuelle Schalten mit der Kupplung gewöhnt sind, kann es anfangs ungewohnt sein, ohne Kupplung zu schalten. Besonders das Fahren mit dem kupplungsfreien Herunterschalten will gelernt sein. Nur wenn das Gas komplett geschlossen ist, lässt sich mit dieser Funktion sauber herunterschalten. Es erfordert eine gewisse Umstellung, da das Gas während des Schaltvorgangs nicht zurückgenommen wird.
- In langsamen Verkehrssituationen, wie im Stadtverkehr, oder bei niedrigen Drehzahlen funktioniert der Quickshifter möglicherweise nicht so reibungslos wie bei höheren Geschwindigkeiten. Hier ist manchmal eine manuelle Betätigung der Kupplung angenehmer und weicher.
- Obwohl der Quickshifter das Getriebe schützen kann, gibt es auch die Möglichkeit, dass die Mechanik stärker belastet wird, wenn der Quickshifter nicht perfekt abgestimmt ist. Falsche Einstellungen oder unsachgemäße Nutzung können langfristig zu erhöhtem Verschleiß an Getriebe oder Schaltgabeln führen.
Quickshifter im Alltag
Wer vollmundig behauptet, dass die kupplungsfreie Schaltassistenz beim Hoch- und Runterschalten ihr volles Potenzial nur auf der Rennstrecke entfaltet, war nie in steilen, von Spitzkehren unterbrochenen Serpentinen unterwegs. Hoch- und runterschalten nur per linkem Fuß, das Runterschalten untermalt von automatischen Zwischengas und die volle Konzentration gehört den Kehren, den Rennradlern, den Bussen, Wohnmobilen und Wanderfreunden.
Seamless-Getriebe
Seamless-Getriebe sind seit gut 10 Jahren Standard in der MotoGP. Sie funktionieren wie ein Doppelkupplungsgetriebe, mit nur einer Kupplung. Ducati scheint das System für die Straße zu adaptieren. Als Honda im letzten MotoGP-Jahr der 800er-Klasse 2010 das Seamless-Getriebe brachte, musste es von einem eigenen Sicherheitsmann bewacht werden. So revolutionär war das System. Die Fahrer konnten so unter Volllast und ohne Unterbrechnung der Zugkraft die Gänge hochschalten und so den sogenannten Shift-Shock unterbinden.
Der tritt bei schnellen Gangwechseln unter hoher Last auf, bringt durch Drehmomentspitzen Unruhe ins Fahrwerk und quält den Reifen zusätzlich. Auf der Straße kann man den Shift-Shock per Quickshifter spüren, wenn beim Gangwechsel das Heck leicht wackelt oder das Motorrad sich kurz um die Hochachse bewegt. Seamless macht dem Shift-Shock ein Ende. Klar, dass alle Hersteller nachzogen. Ducati waren die ersten. Und sie sind wohl auch die ersten, die die Funktion auf die Straße bringen wollen.
Seamless vs. Doppelkupplung
Im Grunde funktioniert das Seamless-Getriebe wie das DCT von Honda, nur eben mit nur einer Kupplung. Eine konventionelle Schaltwalze legt auf einer zweigeteilten Eingangswelle immer zwei Gänge zeitgleich ein. Dabei läuft die eine Gangpaarung frei, während die anderen das Drehmoment überträgt. Leitet der Fahrer konventionell per Fuß einen Schaltvorgang ein, dann dreht er nicht nur die Schaltwalze, sondern schließt auch den Freilauf des nächsten Ganges, während der vorherige Gang herausgenommen wird. Mit dieser Drehung wird dann bereits der nächste Gang vorgelegt. Das DCT Getriebe von Honda arbeitet ähnlich, nur wird hier der Kraftschluß per zweiter Kupplung gesteuert.
Beim Seamless-Getriebe übernimmt diese Aufgabe eine Art Freilauf mittels eines starken Rollenlagers, dass über eine Nabe mit Kraft beaufschlagt wird oder eben nicht. Jetzt kommt der zweite wichtige Teil: es reicht nicht allein die Kraft von der Welle zu nehmen, auch die Gangräder der vorgelegten Paarung müssen freilaufen. Sonst würde sich das Getriebe bremsen, unter Umständen selbst zerstören. Das geschieht mittels Sperrklingen in der Lagerung der Zahnräder. Kommt keine Last auf den Teil der Welle, dann drehen die Räder frei. Wird durch den Schaltvorgang die Kraft zum nächsten Gang geschlossen, drehen schließen kleine Aussparungen in der Welle die Sperrklinken genau in dem Moment in dem der Kraftschluß umschaltet. Eine kleine feinmechanische Meisterleistung.
Die gezeigte Konstruktion dürfte sich am Ende doch etwas von der aus der MotoGP unterscheiden, da die mechanischen Lösungen klar auf einen Einsatz in einem bestehenden Getriebegehäuse eines konventionellen Motors hinweisen. Ducati möchte das in der Patentschrift auch klargestellt wissen. Somit ist der Einsatz als Seriengetriebe in einer neuen Panigale V4 denkbar und später auch in anderen leistungsstarken Motoren. Der größte Vorteil ist: Das Getriebe braucht keine elektronischen oder hydraulischen Komponenten.
Problemlösung und Kalibrierung
Wenn der Quickshifter nicht richtig funktioniert, kann eine Kalibrierung erforderlich sein. Bei Ducati-Modellen kann dies über das Menü "Reifenkalibrierung und Übersetzungsverhältnis" erfolgen. Nach der Auswahl des Menüpunkts muss man im 2. Gang ca. 50 km/h fahren, bis die Kalibrierung abgeschlossen ist.
Es ist auch wichtig, die Einstellungen im Menü zu überprüfen, um sicherzustellen, dass der Quickshifter für das Hoch- und Runterschalten aktiviert ist.
Montage und Programmierung
Die Montage eines Quickshifters kann einfach sein, insbesondere bei Modellen mit "Plug-in"-Anschlusssätzen. Der Sensor wird unter die Kontermutter des Schaltgestänges oder unter die Schraube der Klemmung zur Schaltwelle gesetzt und mit einem Drehmomentschlüssel befestigt. Die Programmierung kann über einen Taster und ein Stellrad an der ECU des Schaltautomaten erfolgen.
Weitere Aspekte
Es ist wichtig zu beachten, dass ein knackiger Schaltimpuls gegeben werden sollte. Bei zu sanftem Schaltfuß kann's schon mal ordentlich krachen im Getriebe. Außerdem sollte man beim Runterschalten den Gasgriff wirklich zu schließen. Wenn man dann intuitiv einen kurzen Zwischengasimpuls gibt, bekommt man als Antwort deftige Schläge im Antriebsstrang.
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