Der japanische Fahrradkomponenten-Hersteller Shimano ist für seine hochwertigen Fahrradteile beliebt. So ist naheliegend, dass Shimano auch den E-Bike Markt ausrüstet. 2014 entwickelte Shimano eine Antriebseinheit namens Shimano Steps E6000, welcher zunächst das City- und Trekking-Segment abdeckte. Der Mittelmotor war so erfolgreich, dass wenig später der zweite Antrieb für den E-Mountainbike Bereich folgte.
Im Folgenden werden verschiedene Shimano E-Bike Motoren und deren Eigenschaften vorgestellt:
Shimano Steps E6100: Der Allrounder für Stadt und Trekking
Der Shimano Steps E6100 bildet eine perfekte Symbiose aus MTB-Segmenten und Trekking- /City-Eigenschaften. Ansprechen möchte der Hersteller in erster Linie sportliche City-Fahrer, Pendler und Trekkingfahrer. Der Motor knüpft diesbezüglich nahtlos an seinen Vorgänger, den E6000 an, bringt jedoch jede Menge technischer Neuerungen. Der E6100 selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft.
Gespeist wird der Motor von neuen Akkus, die ebenfalls kompakter sind als ihre Vorgänger und entweder als 418 Wh oder 504 Wh Kapazität erhältlich sind. Das Innenleben der Antriebseinheit sorgt für minimalen Widerstand bei ausgeschaltetem Motor und garantiert, gemeinsam mit der überarbeiteten und optimierten Charakteristik der Antriebsmodi, eine um 20 % verbesserte Antriebseffizienz. Im Zusammenspiel mit dem neuen Ladegerät schrumpfen die Ladezeiten erheblich.
Interessant auch die Neuerungen beim Thema Display und Konnektivität. Das vom E6000 bekannte Display hat ein Redesign erhalten, bleibt im Großen und Ganzen aber wie gehabt gut ablesbar und mit hohem Kontrast. Eine Neuerung ist die Bluetooth Smart ANT+ Schnittstelle.
Im Zusammenhang mit der Produktvorstellung des Shimano Steps E6100 wurde auch die neue E-Bike Nabe Nexus Inter-5E vorgestellt. Diese bietet eine Bandbreite von 263 %, verteilt über fünf Gänge.
Praxistest des Shimano Steps E6100
Im Praxistest des digitalen News-Magazins für Fahrräder und E-Bikes Velomotion kam es aber weniger auf die technischen Details an. Hier war ausschlaggebend, wie sich der Antrieb in der Praxis schlägt. Shimano hatte die Tester dafür nach Berlin eingeladen, um eine Testflotte mit neuem E6100 Motor ausgiebig Probe fahren zu können.
Im Test wurde ein E-Bike mit der Inter5 Nabe gefahren und ein bereits im Vorfeld eingerichtetes Smartphone am Lenker, in Verbindung mit der Ride App, übernahm die Funktionen des Displays. Der Testfahrer entschied sich zu Beginn für den manuellen Schaltmodus und die niedrigste Unterstützungsstufe. Im Testbericht schreibt er: „Der Motor unterstützt deutlich spürbar, ohne jedoch unangenehm oder unnatürlich zu werden. Die Geräuschkulisse ist im Eco Modus selbst in kleinen Nebenstraßen ohne Verkehr kaum wahrnehmbar und ein deutlicher Fortschritt zum Vorgänger, der stets ein hörbares Summen von sich gegeben hatte.“
Zum Wechseln der Unterstützungsstufe schreibt Velomotion: „Das Wechseln der Unterstützungsstufe erfolgte am Test Rad durch einen kurzen Druck auf die Taste der Bedieneinheit. Die anderen Unterstützungsmodi beschleunigen das E-Bike ohne viel Mittreten schnell auf Geschwindigkeiten um 20 km/h. Mit Erreichen der magischen 25 km/h nimmt der Motor die Leistung recht abrupt heraus, hier hätte sich der Tester einen etwas sanfteren Übergang gewünscht.
Doch dann überwiegt sofort die Begeisterung: „Hat sich der Motor jedoch erst einmal verabschiedet, geht das Treten spielend, da der komplette Antrieb vollständig entkoppelt und somit keinerlei Widerstand bietet.“ Sollte man sich mit der Reichweite des Akkus einmal versehen haben, ist es zumindest möglich, problemlos das E-Bike zur nächsten Auflade-Möglichkeit zu bewegen.
Das Kalkhoff Image 5.S XXL ist mit dem Shimano Steps E6100 erhältlich. Der Shimano Steps E6100 bildet eine Einheit mit dem Akku und der Nexus Inter-5E Nabe. Die Nabe ist in mechanischer Version oder als elektronische Di2 Ausführung erhältlich. Beide Versionen gibt es jeweils als V-Brake, Rollenbremsen, Scheibenbremsen oder Rücktrittbremsen.
Velomotion hat die Di2 Version unter die Lupe genommen und schreibt dazu im Testbericht: „Fünf Gänge klingen im ersten Moment nach ziemlich wenig, durch die große Bandbreite decken diese jedoch die relevanten Bereiche ab - gerade auch, weil sich Shimano dazu entschied, die leichtesten Gänge auszulassen. Schließlich benötigt man diese dank des Motors ohnehin nicht.
Konnten die Schalthebel den Testfahrer von Velomotion nicht ganz überzeugen, sie hätten durchaus etwas definierter sein können, überzeugte die Schaltautomatik auf ganzer Linie: „Die Schaltautomatik funktioniert einfach zu gut. Per Knopfdruck aktiviert, wechselt diese abhängig von diversen Parametern wie Tretleistung und Geschwindigkeit automatisch in den passenden Gang.
Die Dritte Neuerung ist am Lenker zu finden: Statt des Displays wurden sämtliche Infos vom Antrieb auf einem Smartphone dargestellt. Dafür verantwortlich zeigte sich eine Ride App.
Das Fazit des digitalen News-Magazins Velomotion für den Shimano Steps E6100 Motor fällt positiv aus: „ Der neue Shimano Steps E6100 weiß in fast jeder Hinsicht zu überzeugen. Kompakt, kräftig aber nie aufdringlich fühlt er sich vor allem im urbanen Raum wohl.
Shimano EP8 und EP801: Leistungsstarke Motoren für E-Mountainbikes
Mit dem Shimano EP8 gibt es keine Ausreden mehr. Ein sattes Drehmoment von 85 Nm trägt dafür Sorge, dass auch die steilsten Anstiege mit links gemeistert werden können. Bei diesem Antrieb kann man schon von einem wahrlichen Federgewicht sprechen, denn mit dem neuen Magnesiumgehäuse bringt er nur noch 2,6 kg auf die Waage. Was das zur Folge hat? Mehr Bodenfreiheit und eine umso schönere Integration in den Rahmen.
Mit dem E8000 Motor für E-MTBs stehen dir ganz neue Bereiche offen. Der leistungsstarke Motor meistert die steilsten Trails und stellt bei jedem Tritt in die Pedale intuitiv genau das richtige Maß an Unterstützung für Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h bereit. Wie bei den anderen Motorenherstellern, steht ein natürliches Fahrgefühl bei der Entwicklung im Vordergrund.
Das erreichen die Shimano-Motoren durch mehrere Eigenschaften: Die dynamische Unterstützung im Trail-Modus richtet die Motorunterstützung nach der Kraft, die auf die Pedale einwirkt. Die schnelle Reaktionsfähigkeit des Motors sorgt für ein direktes Trittgefühl - egal, ob mit oder ohne Tretkraftunterstützung. Die Leistung von maximal 70 Nm lässt dich trotz des natürlichen Fahrgefühls die volle Kraft des Motors spüren.
Mit nur 2,8 kg gehört der Shimano Steps E8000 zu den leichteren Motoren auf dem Markt und ist entsprechend kompakt gehalten. Fahrer haben die Wahl zwischen drei Unterstützungsstufen. Im Eco und Trail Modus fühlt sich der Support natürlich, aber ausreichend stark an, ohne dass man das Gefühl hat, man würde nach vorne katapultiert werden. Lediglich wenn man in einem steilen Hang anfahren will, ist etwas mehr Power aus dem langsamen Antritt heraus wünschenswert, was der Boost Modus garantiert.
Wem die Sprünge zwischen den drei Stufen zu groß sind, kann in der Shimano E-Tube App ein individuelles Unterstützungsprofil erstellen und Feineinstellungen über die Fahrmodi „Explorer, Dynamic, und Custom“ vornehmen. Die Übergänge bei der Unterstützung fallen eher weich aus.
Die Antriebseinheit des Shimano Steps E7000 Systems orientiert sich sowohl optisch als auch funktional am E8000 Mittelmotor. Mit 2,8 kg ist er so leicht und kompakt gebaut, dass keine Veränderungen in der Rahmengeometrie notwendig sind und ein Fahrgefühl wie auf einem herkömmlichen MTB ermöglicht werden kann. Die flache Bauart des Motors, der mit einer robusten Schutzabdeckung geschützt ist, ist auf den Geländeeinsatz ausgerichtet. Reichlich Bodenfreiheit macht die Antriebseinheit unempfänglich für Steine, Wurzeln und alles, was sonst so den Trail blockiert.
Genau wie der E8000 überzeugt der E7000 mit einem natürlichen Pedaliergefühl und einer harmonischen Motorunterstützung.
Shimano EP801: Die Evolution des EP8
Das Update von EP8 auf EP801 geschah fast unbemerkt. Zwar vermarktete Shimano die neuen Autoshiftfunktionen, die der EP801 mit der Elektroschaltung Di2 parat hält. Doch von mehr Power unter der Haube verriet Shimano erst einmal nichts. In der Realität ist der neue Motor aber deutlich stärker geworden und hat damit die Lücke zu Boschs Performance CX geschlossen.
Neben der großen Verfügbarkeit des Motors in vielen spannenden E-MTBs ist auch die breite Auswahl an Batterieoptionen ein Pluspunkt. Die meisten Hersteller setzen auf Akkus von Drittanbietern und haben dadurch Freiheit bei der Konstruktion ihrer Bikes. So fallen die E-MTBs mit Shimano-Antrieb besonders vielfältig aus.
Optisch ist der Unterschied zum Vorgänger nicht zu erkennen.
Die Fakten zum Shimano EP801:
- Gewicht: 2,65 Kilo
- Akkugrößen: Diverse Hersteller von 360 bis 900 Wattstunden, große Auswahl
- Fahrstufen: Eco, Trail, Boost / Optional bis zu 15 Stufen individuell konfigurierbar
- Leistungsdaten (max.) aus dem Labor: 79 Newtonmeter, 545 Watt
- Mit Shimano Di2 automatische Schaltung möglich
- Systemupdates über die App möglich
Charakterbildend für den Steps-Antrieb EP801 ist nach wie vor der drehmomentstarke Schub von unten, also bei niedriger Trittfrequenz und geringem Fahrerinput. Positiv fällt auch die geschmeidige Modulation und das sanfte Einsetzen des Vortriebs auf - das gelingt besser als beim Vorgänger. Lediglich beim Pendeln um 25 km/h stört der On-off-Charakter und der deutlich spürbare Wechsel von ein- und ausgeschaltetem Motor.
Die Geräuschkulisse ist nicht gerade die große Stärke des EP801. Bergauf gehört er zu den lauteren Antrieben, vergleichbar mit dem Bosch Performance CX. Die Frequenz des Shimano ist allerdings etwas tiefer und wird von den meisten Testern eher positiv wahrgenommen. Bergab klappert der Motor leider deutlich, was je nach Bike unterschiedlich störend ausfällt.
Der EP801 schiebt im Boost-Modus schon bei gemäßigtem Tritt mit voller Leistung an. Dazu passt das kernige Drehmoment. Wer sich vom Motor mit geringem Kraftaufwand auf den Berg schieben lassen möchte, bekommt vom EP801 bereits maximalen Schub - mehr als von der Konkurrenz. So kann sich der Shimano-Motor bei entsprechender Fahrweise deutlich stärker anfühlen, als ein Bosch Performance CX.
Auffällig: Schon bei geringem Fahrerinput von 110 Watt gibt der EP801 seine maximale Leistung ab. Das macht so drastisch kein anderer Antrieb im Test. Leistung und Drehmoment liegen in der Spitze auf Bosch-CX-Niveau.
Die Spitzenleistung ist grob auf Augenhöhe mit den Besten, fällt allerdings bei hoher Kadenz zu früh ab. Das kann in schwierigen Uphills ein deutlicher Nachteil sein. Wer vor einer Stufe stark Beschleunigen will, um Schwung zu holen, fällt in dieses Leistungsloch und wird vom EP801 im Stich gelassen. Auch bei einer Trittfrequenz zwischen 80 und 90 liegt die Leistung etwas unterhalb eines Bosch CX, Brose Drive SMag oder Pinion MGU.
Auffällig im Labortest ist der drastische Leistungsabfall des Shimano EP801 bei sehr hohen Trittfrequenzen. Auch wenn im konstanten Fahrbetrieb kein E-Biker deutlich über 100 Umdrehungen tritt - bei kurzen Beschleunigungen auf dem Trail ist diese Charakteristik ein deutlicher Nachteil.
Die klassischen Steps-Displays (SC-EM800 und SC-EN600) sitzen kompakt und gut geschützt hinter dem Lenker. Die Ablesbarkeit ist gut, die Informationstiefe eher gering. Navigationsansichten und eine prozentgenaue Akkuanzeige gibt’s bei den schlanken Shimano-Screens nicht. Allerdings lässt sich der Antrieb unkompliziert via Bluetooth mit Garmin und Co. connecten. Hier ist dann auch ein genauer Akkustand in Prozent abrufbar. Insgesamt ist der Kompromiss aus dezenter Optik, guter Ablesbarkeit und Informationsgehalt bei Shimano gelungen und gefällt vor allem sportlichen Bikern.
Bei den Batterien gibt Shimano den Bike-Herstellern viel Freiheit. Kombis mit Akkus von Drittherstellern sind möglich. So kommen die allermeisten E-MTBs mit Shimano-Motor inzwischen nicht mehr mit den eher sperrigen und schweren Original-Shimano-Batterien. Entsprechend groß ist die Vielfalt am Markt. Von der 360er-Minibatterie (Orbea) bis zum 900er-Riesenakku (Canyon und Norco) gibt es zig Varianten, teils auch mit Range Extender.
Besonderheit bei Shimanos E-Tube-App ist der Finetune-Modus. Hier können nicht nur die Unterstützungs-Modi individuell angepasst, sondern auch bis zu 15 verschiedene Stufen aktiviert werden. Wer eine besonders feine Abstufung der Unterstützungsmodi wünscht, wird hier glücklich. Auch gut: Es können zwei unterschiedliche Presets eingestellt werden, die direkt am Display angewählt werden können. So kann man zum Beispiel eine akku-schonende Einstellung zum Höhenmeter sammeln auf langen Touren und ein zweites Setup für volle Power auf kurzen Rides voreinstellen. Auch Systemupdates gibt es unkompliziert übers Smartphone.
Gelungen ist dagegen die Kompatibilität mit anderen Geräten. Egal ob Garmin, Wahoo, Sigma und Co. Der Computer zeigt dann auch einen genauen Akkustand in Prozent und Infos zur Einstellung der Schaltautomatik an und übernimmt sogar die Geschwindigkeitsinformationen vom Hinterrad des E-Bikes. So wünschen wir uns das!
Vor- und Nachteile des Shimano EP801
Stärken:
- Kraftvoll bei geringem Gewicht
- Viele Akku-Optionen
- Option auf Automatik-Schaltung
- Sportlich-schlanke Display-Optionen
- Optional bis zu 15 fein abgestufte Fahrmodi
- Kompatibilität mit Garmin und Co.
Schwächen:
- On-off-Charakter an der Abschaltgrenze
- Leistungsloch bei sehr hoher Trittfrequenz
- Klappert bergab
Shimano EP6: Der günstige Einstieg in die E-MTB Welt
E-Mountainbikes müssen günstiger werden, um mehr Menschen zu erreichen. Von daher ist das neue Einstiegsmodell EP6 von Shimano ein Gewinn. Doch funktional ist der Unterschied zum großen Bruder EP801 recht deutlich. Den Preisunterschied können wir nicht genau beziffern - doch einen gewissen Aufpreis würden wir definitiv in Kauf nehmen. Gerade das Verhältnis aus Leistung und Gewicht ist beim EP801 extrem gut - beim EP6 hingegen eher schwach. Top: Auch der EP6 bietet viele Akku- und Display-Optionen sowie eine sinnvolle App.
Äußerlich sind EP6 und EP801 auf den ersten Blick identisch. In der Realität sind die Unterschiede aber größer, als es der optische Eindruck vermuten lässt. Zwar liefern beide Antriebe nominell 85 Newtonmeter maximales Drehmoment, doch die Spitzenleistung unterscheidet sich klar. 100 Watt soll der EP6 weniger liefern, als der EP801, sagt Shimano. Damit liegt er vom Leistungsniveau auf einer Ebene mit dem “alten” EP8(00), dem Vorgänger des aktuellen Topmodells.
Der zweite markante Unterschied liegt im Material des Gehäuses. Während EP8 und EP801 auf ein besonders leichtes Magnesiumgehäuse setzen, ist der EP6 aus Aluminium. Das führt zu einem Gewichtsunterschied von rund 300 Gramm. Während EP801 und EP8 (2,65 kg) im Klassenvergleich mit Bosch (2,9 kg) und Brose (3,1 kg) besonders leicht ausfallen, landet der EP6 - trotz geringerer Leistung - mit 3,0 Kilo gewichtstechnisch nur im Mittelfeld.
Die Fakten zum Shimano EP6:
- Gewicht: 3,0 Kilo
- Max. Drehmoment: 85 Nm
- Alu- statt Magnesiumgehäuse beim EP8
- 100 Watt weniger Spitzenleistung als EP801
- Kompatibel mit allen Steps-Komponenten der 2. Generation (wie EP801)
- Kompatibel mit Shimano Di2-Elektroschaltung mit Auto- und Freeshift
- Diverse Akku-Optionen und Größen, je nach Hersteller
- Bis zu 15 U-stufen freischaltbar über E-Tube-App
Entscheidender Grund für die Neuauflage von EP801 und EP6 war eine neue elektronische Infrastruktur. Das Ziel: Die Motoren mit den elektronischen Schaltsystemen Shimano XT Di2 und Cues Di2 zu kombinieren. Das heißt: Auch der günstige Shimano-Antrieb ist bei entsprechender Hardware mit den Funktionen Autoshift und Freeshift kompatibel.
Auch bei den App-Features orientiert sich der EP6 an seinem großen Bruder. Über die Applikation E-Tube können Updates auf alle Systemkomponenten gezogen werden. Außerdem lassen sich die Unterstützungsstufen auf persönliche Vorlieben oder besondere Einsatzgebiete einstellen. Besonderheit: Shimano bietet zwei Presets an, die direkt am Display oder der Remote ausgewählt werden können. Im zweiten Preset können bis zu 15 Unterstützungsstufen freigeschaltet werden. Heißt: Auf Wunsch sind Biker nicht auf die drei Stufen Eco, Trail und Boost beschränkt - sondern können sehr fein gestufte Modi nach individuellen Bedürfnissen konfigurieren.
Auch hier bleibt Shimano seiner Philosophie treu: Der EP6 kann ebenso wie die anderen Steps-Antriebe mit diversen Akkus von anderen Zulieferern kombiniert werden. Das gibt den Bike-Herstellern viel Entfaltungsspielraum und Freiheit bei der Konzeption und führt dadurch zu einem bunten Angebot an Kombinationen. Die hauseigenen Shimano-Akkus (500 oder 630 Wattstunden) werden inzwischen eher selten verbaut.
Im direkten Vergleich ist der günstigere Shimano-Motor spürbar schwächer. Auch das vergleichbare Niveau mit dem EP800 kann unser Popometer bestätigen. Wer auf maximalen Schub Wert legt, wird im Vergleich zu einem Bosch CX, Shimano EP801 oder Brose Drive SMag klare Abstriche wahrnehmen.
Der Unterstützungscharakter ist typisch Shimano: Schon bei gemächlichem Tritt gibt der Motor im Boost-Modus seine volle Leistung ab. Im “Bummel-Modus” kann er sich dadurch sogar deutlich stärker anfühlen, als ein Performance CX. Auch beim Drehmoment, also bei sehr niedrigen Trittfrequenzen, schiebt er kernig an. Einen Schwachpunkt teilt er sich mit seinem großen Bruder: Bei extrem hohen Trittfrequenzen geht dem Motor zu früh die Puste aus und die Leistung lässt nach. Im klassischen Fahrbetrieb spürt man das nicht, doch beim dynamischen Beschleunigen, zum Beispiel vor Stufen und Hindernissen in kniffeligen Anstiegen, kann das den Flow und die Kletterstärke drastisch einbremsen.
Ebenfalls auf ähnlichem Niveau wie EP8 und EP801: Die Geräuschkulisse. Bergauf ist der Motor immer klar hörbar, brummt aber in einer recht angenehmen Frequenz. Bergab klappert auch der EP8 beim rollen über Hindernisse recht deutlich. Diesen Bug hat er auch mit Boschs CX gemein. Die Geräuschkulisse variiert von Bike zu Bike - selbst mit identischem Motor. Im Schnitt aller Testbikes mit Shimano-Motoren können wir keinen Sound-Unterschied zwischen EP6 und EP801 ausmachen.
Shimano E6100 und E5000: Der Einstieg ins E-Touren-Segment
Shimanos sanfter Einsteiger-Antrieb E5000 eignet sich ideal für den Einsatz im Stadtgebiet, zum Pendeln oder für Kurzstrecken. Dies schließt aber eine Verwendung für eine entspannte Radtour auf keinen Fall aus. Bei sanften 40 Nm maximalem Drehmoment unterstützt der "kleinste" aus der Shimano-Familie mit einer Spitzenleistung von max. 420 W.
Die Vorteile des E5000 liegen der Verwendung unterschiedlicher Komponenten gerade für Stadträder. So ist der 5000er kompatibel mit den Bremssystemen V-Brakes, Rollenbremsen, Scheibenbremsen und Rücktritt. Spannend ist gerade für Touren im urbanen Umfeld die vollautomatische Schaltfunktion der Nexus Inter 5 Nabenschaltung. Damit kann man sich voll und ganz aufs Radfahren konzentrieren, den Rest macht das Rad. Und mit rund 2300 Kg ist der sanfte Mittelmotor auch noch recht leicht.
Als sanften Tourenantrieb darf man den E6100 durchaus bezeichnen. Mit etwas mehr Wumms als der kleine E5000 geht der Nachfolger des E6000 an den Start. je nach voreingestellter Fahrcharakteristik liefert der 6100er im sportiven Modus bis zu 60 Nm und im comfort Modus bis zu 50 Nm ab. Mit einer maximalen Leistung von 500 W liegt er über dem E5000, bietet seinem Pedaleur dabei maximal 200 % zusätzliche Unterstützung zur eigenen Tretleistung.
Vorteile und Nachteile der Shimano E6100 und E5000 Motoren
Vorteile:
- komfortabler, sanfter und effizienter Antrieb für genüßliche Touren
- Kompatibilität mit allen Bremssystemen und vielen Schaltsystemen
- Fahrcharakteristik mit E-Tube Projekt individualisierbar
Nachteile:
- für Bergtouren weniger geeignet
- Display mit puristischem Informationsgehalt
Shimano EP8(01) Cargo, EP600 Cargo und E6100 Cargo: Starke Lastenträger
Transportieren ist das große Thema im Rahmen der modernen Mobilität. Für E-Bikes mit Systemgewichten braucht man kräftige Motoren, die ein beladenes Rad aus dem Stand beschleunigen oder eine Steigung nicht zum Alpenpass erwachsen lassen. Die Anforderungen sind im Vergleich zu den City-/Touren- oder Sportantrieben deshalb anders: Hier ist eher die Kraft respektive Leistung in den unteren Drehzahlbereichen gefragt.
Mit den Modellen EP801 CRG, EP600 CRG und E6100 CRG hat Shimano drei verschiedene Transportantriebe im Programm. Während alle drei Varianten max. 500 Watt Leistung bei 250 W Nenndauerleistung zur Verfügung stellen, liefern die beiden EP8 und EP6 Cargo jeweils maximal 85 Nm Spitzendrehmoment, der City-Transporteur E6100 CRG dagegen max. 60 Nm.
Vorteile der Shimano Cargo Motoren:
- Leistungskurve speziell für den Einsatz für Cargobikes abgestimmt
- drei Varianten für unterschiedliche E-Bike-Anwendungen und -Preispunkte
Alternativen zu Shimano: Bosch, Yamaha und Co.
Neben Shimano gibt es noch weitere Hersteller von E-Bike Motoren, die hier kurz vorgestellt werden:
- Bosch: Bietet eine breite Palette an Motoren für verschiedene Einsatzzwecke, von City- und Trekking- bis hin zu E-Mountainbikes.
- Yamaha: Hat sein E-Bike-Motorenprogramm komplett überarbeitet und zielt mit einem Dreigestirn aus Full-Power-, Alleskönner- und Light-Motor voll auf Mitbewerber Bosch.
- Brose: Baut sein Motorenportfolio mit dem neuen Drive 3 Peak fürs Modelljahr 2024 aus und bietet nunmehr über satte 95 Nm maximales Drehmoment.
- Fazua: Entwickelte das Konzept des hybriden Antriebs und bietet mit dem Ride 60 einen fest verbauten Mittelmotor mit dem Ziel, beim Pedelec deutlich unter der 20-Kilo-Marke bleiben zu können.
- Pinion: Vereint erstmals seine bewährte Getriebe-Technik mit einem leistungsstarken E-Motor und bietet eine trotz bis zu zwölf integrierten Schaltstufen recht kompakte Antriebseinheit.
Vergleichstabelle Shimano E-Bike Motoren
| Motor | Einsatzbereich | Max. Drehmoment | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| E5000 | Stadt, Kurzstrecke | 40 Nm | ca. 2,3 kg | Kompatibel mit verschiedenen Bremssystemen |
| E6100 | Stadt, Trekking | 50-60 Nm | ca. 2,8 kg | Komfortabler Antrieb, individualisierbar |
| EP6 | E-MTB (Einstieg) | 85 Nm | ca. 3,0 kg | Aluminiumgehäuse |
| EP8 | E-MTB | 85 Nm | ca. 2,6 kg | Magnesiumgehäuse |
| EP801 | E-MTB | 85 Nm | ca. 2,6 kg | Magnesiumgehäuse, verbesserte Leistung |
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