Wie lange dauert ein MotoGP Rennen durchschnittlich?

Die MotoGP beeindruckt mit Topspeeds von über 300 km/h. Der LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring ist das Motorsport-Highlight des Jahres und eine von Deutschlands größten Sportveranstaltungen. Das einzige Rennen der MotoGP in Deutschland liefert einige interessante Zahlen und Fakten.

Zeitlicher Ablauf eines MotoGP-Wochenendes

Das Rennwochenende in der MotoGP-Weltmeisterschaft beginnt eigentlich schon am Mittwoch, ist medial aber erst ab dem Freitag relevant. In den Regeln zur Durchführung des Rennens gibt es präzise Rahmenbedingungen in Form eines Zeitplans, wann was zu passieren hat. Dieser Zeitplan gilt für alle Rennen, aber er kann von der Renndirektion auch abgeändert werden.

Den Einstieg in das Rennwochenende gibt es bereits ab dem Mittwoch. Der Mittwoch und Donnerstag steht in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr zur Verfügung, damit die Fahrer ihrer Runden drehen können und das Setup für das Rennen finden. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, denn auch erfahrene Teilnehmer, die jedes Jahr ein Rennen an gleicher Stelle bestreiten, wissen von der Unterschiedlichkeit der Bedingungen. Es kann kühles oder heißes Wetter geben, es kann mehr oder weniger Staub auf der Strecke geben.

Das eigentliche Rennwochenende beginnt aber am Freitag und erfährt seinen Höhepunkt am Sonntag mit den drei Rennen in den jeweiligen Klassen. Es handelt sich dabei um einen Zeitplan, wie er im Regelbuch zu finden ist - dieser muss aber nicht 1:1 umgesetzt werden, weil die Reihenfolge der Klassen auch abgewechselt werden kann. Dieser Zeitplan ist bei allen Rennen anzuwenden, wobei es immer wieder Wechsel gibt. Es kann auch sein, dass ein MotoGP-Rennen vor der Moto2 stattfindet.

Außerdem kann es sein, dass der Zeitplan komplett über den Haufen geworfen wird, wenn es zum Beispiel stark regnet. Manchmal beginnt das Rennen zwar zeitgemäß, wird aber aus Sicherheitsgründen nach drei Runden abgebrochen, weil die Strecke kaum mehr zu befahren ist.

Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln. Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.

Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.

Die drei Klassen der MotoGP

Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.

Beispielhafter Zeitplan für ein MotoGP-Wochenende

Um einen Eindruck von der Dauer der einzelnen Sessions zu bekommen, hier ein beispielhafter Zeitplan:

  • Freitag: Training
  • Samstag: Qualifying
  • Sonntag: Warm-up und Rennen

Faktoren, die die Renndauer beeinflussen

Mehrere Faktoren können die Dauer eines MotoGP-Rennens beeinflussen:

  • Wetterbedingungen: Regen kann zu Rennabbrüchen oder -unterbrechungen führen.
  • Unfälle: Stürze können das Rennen durch Safety-Car-Phasen verlängern.
  • Streckenlänge: Längere Strecken bedeuten längere Rennen.

Der Sachsenring: Eine spezielle Herausforderung

Der Sachsenring ist die Strecke mit der „längsten Linkskurve der Welt". 7-mal hintereinander geht es linksherum, ehe mit der Kurve 11 ein schneller Rechtsknick folgt. Eine maximale Steigung von 10 Prozent und ein maximales Gefälle von 12,8 Prozent machen den Sachsenring zu einer der fahrerisch anspruchsvollsten Strecken im MotoGP-Kalender.

304,2 km/h ist der gemessene Topspeed auf dem sehr technischen Sachsenring. Der Rekord stammt von Jorge Martin auf seiner Ducati im Jahr 2022. Erst ein weiteres Jahr zuvor durchbrach die MotoGP die Schallmauer von 300 km/h.

Insgesamt 12.236 einzelne Curbs säumen die Strecke, die vor dem MotoGP auf dem Sachsenring per Hand abwechselnd in Schwarz, Rot und Gold gestrichen werden.

Phillip Island: Eine weitere spezielle Strecke

Die heutige Strecke wurde Mitte der 1980er-Jahre gebaut und ist 4,4 Kilometer lang. Damit kehrte der Motorsport auf die Insel zurück. Es ist eine der schnellsten Strecken im Kalender und sehr flüssig zu fahren. Der aktuelle Rundenrekord wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 176,3 km/h gefahren. Aufgrund der Streckencharakteristik bleibt das Feld oft beisammen und es wird viel Spektakel geboten. Im Hintergrund sorgt der Ozean für ganz besondere Fernsehbilder.

Durch die Nähe zum Ozean spielt das Wetter oft eine große Rolle. Es heißt, dass man auf Phillip Island "vier Jahreszeiten an einem Tag" erleben kann. Prognosen sind dementsprechend schwierig. Ein Faktor ist auch der Wind, der vom Ozean über die Insel bläst und sich auch drehen kann. Das kann das Fahrverhalten der Motorräder deutlich beeinflussen.

Weitere interessante Fakten

  • Der geringste Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem betrug auf dem neuen Sachsenring 0,060 Sekunden.
  • 10 Kilometer Bauzaun begrenzen das Veranstaltungsgelände.
  • 14 LED-Panels werden als digitale Flaggensignale rund um den Sachsenring eingesetzt und erhöhen die Sicherheit für die Fahrer.
  • 15 zusätzliche Kilometer Stromkabel und 20 Stromaggregate sorgen für eine ausreichende Stromversorgung auf dem gesamten Veranstaltungsgelände.
  • 450 Helfer sind für den sportlichen Bereich als Streckenposten, Technische Abnehmer und Starter im Einsatz.
  • 100.000 Kabelbinder stehen für verschiedenste Arbeiten parat.

Tabelle: MotoGP Grand Prix Deutschland - Sieger seit 1998

Jahr Sieger Motorrad
2022 Fabio Quartararo Yamaha
2021 Marc Marquez Honda
2020 Abgesagt (COVID-19) -
2019 Marc Marquez Honda
2018 Marc Marquez Honda

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