Die Reifen von Motorrädern unterliegen, genau wie die der Autos, eines natürlichen Verschleißes, denn sie sind die einzige und wichtigste Verbindung des Bikes mit der Straße. Motorradreifen beeinflussen sowohl die Sicherheit als auch Leistungsstärke des Motorrads. Daher ist die richtige Wahl der Bereifung bzw. falls erforderlich der Austausch der Reifen sehr wichtig.
Gesetzliche Bestimmungen zur Profiltiefe
Für die Reifen wird eine Profiltiefe von drei Millimetern empfohlen. Die Straßenverkehrsordnung besagt zwar, dass das Profil mindestens 1,6 Millimeter betragen soll, doch Experten halten dies nicht für ausreichend. In Deutschland und vielen anderen Ländern in der EU muss der Motorradreifen mindestens über 1,6mm Profil verfügen. § 36 Abs. 2 StVZO gibt in Deutschland an, dass das Hauptprofil am ganzen Umfang eine Profiltiefe von min. 1,6 mm aufweisen muss.
Als Hauptprofil werden die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche bezeichnet - genauer 3/4 der Lauffläche im mittleren Bereich. Die Beachtung der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ist wichtig, will der Motorradfahrer bei einem Unfall eine Mitschuld angelastet bekommen kann.
Profiltiefe in anderen Ländern
- In Österreich beträgt die Mindestprofiltiefe ebenfalls 1,6 mm.
- In der Schweiz beträgt die Mindestprofiltiefe genauso 1,6 mm.
- In Frankreich kostet das Fahren mit abgefahrenen Reifen ca. 135 Euro.
- In Spanien kostet das Fahren mit abgefahrenen Reifen ca. 200 Euro.
Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen
Wie lange die Reifen halten, hängt letztendlich von verschiedenen Faktoren wie der Reifenqualität und Fahrweise ab. Das Gummi ist bei normaler Fahrweise nach fünf bis sechs Jahren ausgehärtet, sodass unabhängig von der Profiltiefe, die keinesfalls unterschritten werden darf, ein Wechsel der Reifen ansteht. Der Grip lässt im Laufe der Jahre erheblich nach.
Was die Haltbarkeit angeht, erreicht ein Motorradreifen spätestens fünf bis sechs Jahre nach dem Herstellungsdatum das Verfallsdatum. Das Gummi der Reifen ist dann ausgehärtet. Unabhängig von der Profiltiefe müssen sie demnach ausgewechselt werden. Das Herstellungsdatum der Reifen spielt eine sehr wichtige Rolle.
Steht das Motorrad häufig in der Sonne oder allgemein bei jedem Wetter draußen, sind auch schon zeitiger als nach fünf Jahren Schäden möglich, sodass der Reifenwechsel früher ansteht. Zu den typischen Alterungserscheinungen gehören ein abgenutztes Profil, ungleichmäßige Abnutzungen, deutliche Verfärbungen und Risse im Material. In diesen Fällen ist ein Wechsel wichtig.
Wann sollte man Motorradreifen wechseln?
Reifen, die sich in einem schlechten Zustand befinden, können die Leistung Ihres Fahrzeugs verschlechtern und Ihre Sicherheit oder die Sicherheit Ihrer Liebsten gefährden. Wir empfehlen Ihnen daher, einmal pro Monat Folgendes zu prüfen:
- Den Zustand der Reifen
- Die Verschleißanzeigen
- Schäden durch Stoßeinwirkung oder Anzeichen von ungewöhnlichem Verschleiß
- Den Reifendruck
Achten Sie bei der Sichtprüfung besonders auf den Laufflächenbereich und die Reifenflanken. Achten Sie auf eine ungewöhnliche, übermäßige oder ungleichmäßige Abnutzung der Lauffläche, auf Fremdkörper, Ausbeulungen oder Verformungen, Anzeichen von Einstichen, Rissen im Gummi oder auf jegliche Verschlechterung oder Beschädigung.
Weitere Gründe für einen Reifenwechsel
- Wenn der Reifen eine Reifenpanne hat: Ein platter Reifen sollte von einem fachkundigen Mechaniker untersucht werden.
- Wenn die gesetzliche Verschleißgrenze erreicht wurde: Mit der Zeit nutzen sich alle Motorradreifen ab. Es sollte also darauf geachtet werden, dass die gesetzliche Verschleißgrenze nicht überschritten wird.
- Wenn Reifen Alterserscheinungen aufweisen: Reifen, die nie oder nur unregelmäßig genutzt wurden, können dennoch Alterungserscheinungen aufweisen. Prüfen Sie auf Verformungen oder Risse im Profil, an den Schultern oder Flanken.
- Wenn der Reifen beschädigt ist: Bordsteine, Löcher oder stumpfe Gegenstände können Reifen erheblich beschädigen. Alle Risse, Stiche oder Verformungen sollten sorgfältig von einer Fachwerkstatt geprüft werden.
- Wenn Sie die falschen Reifen für Ihr Fahrzeug nutzen: Achten Sie bei der Auswahl der Reifen auf die gesetzlichen Vorschriften und die Zulassungen der Hersteller.
Wie misst man die Profiltiefe?
Die Profiltiefe kann gemessen werden, indem in die Rille des mittleren Laufflächenbereichs ein Messstab geschoben wird. Die Profiltiefe lässt sich am Besten mit einem Profiltiefenmesser messen. Tankstellen stellen Messstifte zur Verfügung. Die elektronischen Profiltiefenmesser weisen sogar eine digitale Anzeige und automatische Kalibrierung auf. Das Gerät wird zum Messen in einer der Hauptrillen in der Mitte der Lauffläche angesetzt. Der Messfühler ist senkrecht zu halten.
Alternativ kann man die Profiltiefe mit einer 1-Euro-Münze überprüfen. Der goldene Rand der Münze ist nämlich exakt 3mm breit. Bei diesem Schnelltest halten Sie die Münze an das Profil. Es geht auch altmodisch mit Streichholz, Bleistift und Lineal. Hierbei halten Sie das Streichholz senkrecht in die Profilrille und machen dort, wo das Profil endet, einen Strich am Streichholz.
Strafen bei Unterschreitung der Mindestprofiltiefe
Wer mit einem abgefahrenen Reifen unterwegs ist, begeht eine Ordnungswidrigkeit, welche mit mindestens 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg geahndet wird. Wer in der Probezeit mit abgefahrenen Reifen unterwegs ist, begeht einen B-Verstoß. Zusammen mit einem weiteren B-Verstoß führt das zu einer Verlängerung der Probezeit und zur verpflichtenden Teilnahme an einem Aufbauseminar. Dies gilt aber nur, wenn keine Gefährdung oder kein Unfall stattgefunden hat.
Kommt es zu einer Gefährdung aufgrund des abgefahrenen Reifens werden 75 Euro Strafe fällig, kam es zum Unfall mit einem abgefahrenen Reifen kostet das Bußgeld satte 90 Euro. Damit aber noch nicht genug. Neben den Bußgeldern und Punkten in Flensburg erwarten dich im schlimmsten Fall auch noch weitere Konsequenzen. Besonders im Falle eines Unfalls musst du damit rechnen, dass dir eine größere Schuld zugesprochen wird.
Tipps für den Reifenwechsel
Sollten Sie Ihre Reifen wechseln, wenn sie Abnutzungserscheinungen oder Schlagspuren aufweisen? Lesen Sie unsere Tipps und erfahren Sie, auf welche Warnzeichen Sie achten müssen.
- Von Billigreifen sollte Abstand gehalten werden, da sie in Tests meist sehr schlecht abschneiden.
- Nicht nur für hohen Fahrspaß, sondern vor allem für die Sicherheit sind Motorradreifen mit gutem Grip essentiell.
- Bei einer zu geringen Profiltiefe besteht die Gefahr, dass der Kontakt zur Strecke verloren geht, da die Traktion nicht mehr ausreichend ist.
- Vor allem, wenn die Straßen nass und rutschig sind, kann es zum Sturz oder Unfall kommen.
Zusammenfassung
Motorradreifen sind ein sehr sicherheitsrelevantes Ausstattungsmerkmal des Bikes. Bei der Bestimmung des Herstellungsdatums hilft die DOT-Nummer.
Unabhängig davon, wie lange ein Reifen mit 1 mm Profil hält, ist es wichtig, die gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsempfehlungen zu beachten, um sicher unterwegs zu sein.
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