Wie lange hält eine E-Bike Kette durchschnittlich?

E-Bikes sind dank ihrer Power echte Spaßmaschinen. Durch die Unterstützung des Motors wirken jedoch hohe Kräfte auf den Antrieb. Hinzu kommt das insgesamt hohe Gewicht eines E-Bikes. Diese und noch mehr Faktoren fördern die mechanische Abnutzung, und zwar schneller als bei Bikes ohne E-Antrieb.

Klar, wer ein E-Bike fährt, will auch von der Unterstützung des Motors profitieren. Ein Abschalten des Antriebs ist zwar jederzeit möglich, zum Beispiel um Energie zu sparen oder den Trainingseffekt zwischendurch zu erhöhen. In der Praxis jedoch werden die meisten Fahrer selbst in der Ebene mindestens die niedrigste Eco-Stufe permanent aktivieren. Das reicht aus, um das Mehrgewicht eines E-Bikes zu kompensieren, so dass es sich fährt wie ein Bike ohne Antrieb. Sobald es bergauf geht, kommen mit Sicherheit die höheren Unterstützungsstufen zum Einsatz. Der Motor läuft also quasi permanent - und setzt den Antriebsstrang zusätzlich zur Muskelkraft unter Belastung.

Unterscheiden kann man allerdings zwischen E-Bikes für verschiedene Einsatzbereiche. Unsere Erfahrungen aus den Werkstätten zeigen, dass City-E-Bikes weniger beziehungsweise langsameren Verschleiß zeigen als Trekking-E-Bikes oder sogar E-Mountainbikes. Letztere führen die Statistik an, denn zu den hohen Kräften, die an steilen Anstiegen auf den Antrieb wirken, kommt noch ein deutlich höherer Verschmutzungsgrad aller Komponenten. Zuletzt spielen noch das Gewicht des Fahrers, sowie die allgemeine Qualität der Ausstattung eine gewisse Rolle. Zum Glück gibt es auf dem Zubehörmarkt aber immer mehr stabile Parts, die speziell für E-Bikes konstruiert werden.

Der Antrieb

Als das Herz des E-Bikes stehen alle am Antrieb beteiligten Komponenten unter ständiger Belastung. Die Power und das hohe Drehmoment der modernen Motoren von Bosch, Shimano, Yamaha und TQ verführen dazu, bergauf richtig Gas zu geben. Das unter Mountainbikern grassierende Uphill-Flow-Virus zeigt in diesem Punkt seine Nachteile. Das eigentliche Problem dabei: Hohe Unterstützungsstufen in Verbindung mit zu großen Gängen, was den Antriebsstrang unter maximale Belastung setzt.

Bis 2019 verbaute Bosch am Performance Motor relativ kleine Antriebsritzel mit 15 bis 21 Zähnen. Dieser verhältnismäßig geringe Durchmesser wirkt sich ungünstig auf den Verschleiß aus, da nur wenige Zähne im Eingriff mit der Kette sind. Im Extremfall kann es ratsam sein, das Ritzel nach etwa 1000 Kilometern auszutauschen (gemeinsam mit der Kette, siehe nächster Punkt). Bei der aktuellen Generation des Performance Motors (Gen4) verwendet Bosch deshalb Kettenblätter mit 30 bis 40 Zähnen.

Die Kette

Die Kette ist neben den Bremsbelägen das Verschleißteil Nummer Eins am Fahrrad und erst recht am E-Bike. Indikator für ihren Zustand ist die Länge, die sich aufgrund der ständigen Streckung erhöht (Materialermüdung). Dadurch werden mit der Zeit die Zwischenräume der Zähne an Kettenblatt und Ritzel ausgearbeitet. Mit der Folge, dass einzelne Neuteile bei den beteiligten Komponenten nicht mehr mit den alten Parts harmonieren.

Neben der Streckung zehren auch Schaltvorgänge unter großer Last am Leben der Kette. Fazit: Unsere Werkstätten berichten im Extremfall von E-Bike Ketten, die bereits nach einer Laufleistung von 500 Kilometern ausgetauscht werden mussten. Bei schonender Behandlung, Fahrweise und Pflege (siehe Tipps) kann eine Kette aber auch mehrere Tausend Kilometer halten. Manche Komponentenhersteller haben das Problem inzwischen erkannt und bieten spezielle E-Bike-Ketten mit verstärkten Laschen an.

Leichtbau hat am E-Bike nichts verloren, denn eine gelängte und verschmutzte Kette nagt auch an den Ritzeln, genauso wie gewaltsame Schaltvorgänge am Berg. Die Ritzel sind zwar aus Stahl gefertigt, aber bei 10 bis 12 Gangstufen müssen sie recht dünn ausfallen, um Platz zwischen Hinterbau und Speichen zu finden. Um dem Verschleiß vorzubeugen hat der Hersteller Sram beispielsweise für E-Bikes die EX1 Antriebsgruppe entwickelt, die eine Achtfach-Kassette mit extra dicken Ritzeln beinhaltet. Nach der Formel: Weniger Gänge = längeres Leben, denn in der Regel sind acht Gänge am E-Bike ausreichend.

Unsere Anti-Verschleiß-Tipps zum Antrieb

  • Wähle die Unterstützungsstufe tendenziell nicht zu hoch, sondern nutze stattdessen lieber kleinere Gänge, um den „Sweetspot“ des Motors zu finden. Turbo-Modus meiden!
  • Vermeide Schaltvorgänge unter Volllast, vor allem über mehrere Gangstufen hinweg.
  • Kettenlängung und allgemeinen Zustand regelmäßig checken, beziehungsweise in der Werkstatt checken lassen. Das ist mit einer speziellen Messlehre im Handumdrehen erledigt. Die Kette lieber zu früh als zu spät austauschen. Damit lässt sich der Tausch weiterer Antriebskomponenten hinauszögern.
  • Die Kette nicht vernieten, sondern mit einem Kettenschloss verschließen. Das ist eine sichere Verbindung, die auf Tour keine Probleme bereitet.
  • Das gilt nicht nur für Mountainbiker: Kette regelmäßig reinigen und mit geeigneten Mitteln schmieren.

Die Bremsen

E-Bikes wiegen im leichtesten Fall um 20 Kilo, der Großteil der Modelle aber bis zu 25 Kilo und mehr. Zusammen mit dem Fahrergewicht kommen da schnell 100 Kilo und mehr zusammen. Um diese hohe Schwungmasse zu verzögern, bedarf es einer leistungsfähigen Bremsanlage.

Scheibenbremsen mit 4-Kolben-Sätteln sind gegenüber Modellen mit nur zwei Kolben auf jeden Fall vorzuziehen, denn hier üben mehr Kolben mehr Druck auf die Scheibe aus, was eine höhere Reibung verursacht. Du erkennst eine 4-Kolben-Bremse an den doppelt vorhandenen, nebeneinander liegenden runden Verschlussdeckeln. Der schwäbische Hersteller hat mit der brandneuen eSTOP sogar eine spezielle E-Bike-Scheibenbremse im Programm. Achtung: Bei manchen anderen Herstellern ist die Anzahl der Kolben nur auf der den Speichen zugewandten Innenseite des Sattels zu erkennen.

Scheibenbremsen funktionieren ganz einfach nach dem physikalischen Gesetz der Hebelwirkung: Je größer der Hebel, desto höher die Bremsleistung. Deshalb gilt für schwere E-Bikes: Je größer die Bremsscheiben, desto besser. Man sollte darauf achten, dass die Scheiben am E-Bike (besonders an E-MTBs) einen Durchmesser von 203 Millimeter besitzen. Speziell für E-Bikes hat nicht nur Magura jetzt auch Scheiben mit 220 Millimetern Durchmesser im Programm. Das bedeutet gegenüber den 203er Scheiben eine Steigerung der Bremsleistung um weitere 10 Prozent.

Wie am Beispiel der Sram EX1 Ritzelkassette gilt auch für die Bremsscheiben: Mehr Materialstärke beugt einem schnellen Verschleiß vor. Denn beim Bremsen entsteht Abrieb, der die Scheibe mit der Zeit dünner werden lässt. Scheiben am E-Bike sollten aufgrund des hohen abzubremsenden Gewichts mindestens 2 Millimeter dick sein. Man findet sogar vereinzelt 3-Millimeter-Scheiben auf dem Markt.

Weitere Vorteile von dicken Bremsscheiben:

  1. Sie leiten die Wärme besser ab.
  2. Sie neigen weniger zum Vibrieren, sprich, es entstehen weniger nervige Quietschgeräusche.
Außerdem berichten unsere Mechaniker von Vibrationen, verursacht von den Stollenreifen auf Asphalt, die sich auf dünne Scheiben übertragen können.

Unsere Anti-Verschleiß-Tipps zu den Bremsen

  • Bremsbeläge verschleißen am E-Bike schneller als an Bikes ohne E-Antrieb. Wir empfehlen, den Zustand der Beläge regelmäßig zu checken und abgenutzte Beläge rechtzeitig auszutauschen.
  • Neue Beläge und Scheiben müssen nach Vorgaben des Herstellers eingebremst werden! Der Ablauf ist meist eine bestimme Anzahl an Vollbremsungen in bestimmten Abständen und Tempi. Danach sind Beläge und Scheiben widerstandsfähiger! Bitte dazu die Empfehlungen des Herstellers berücksichtigen.
  • Grundsätzlich keine Leichtbauparts an der Bremsanlage verwenden!

Die Reifen

Das hohe Gewicht von E-Bikes und der E-Antrieb sorgen dafür, dass man vor allem am Hinterradreifen mit höherem Abrieb rechnen muss als man das normalerweise gewohnt ist. Denn der Motor macht es möglich, extrem steile Trails bergauf zu fahren. Dank der Unterstützung wühlt sich das Hinterrad durch alles durch was da kommt. Scharfkantiges Gestein nagt vehement an den Stollen. Der Zeitpunkt zum Tausch? Wenn die mittleren Stollen sichtbar abgenutzt sind und der Grip spürbar nachlässt oder wenn Schäden an der Karkasse und den Seitenflanken auftreten.

Rahmen und Federgabeln

Das hohe Gewicht von E-Bikes rührt nicht alleine von Motor und Akku her. Auch die Rahmen müssen stabiler gebaut werden, um den Belastungen während der Fahrt standzuhalten. Die Antriebs- und Verwindungskräfte sind nicht zu unterschätzen. Deshalb wird meist ein besonders stabiles Motor-Interface verwendet, das im so genannten Gravity Casting gefertigt wird. Dabei handelt es sich um ein Gussverfahren, bei dem das geschmolzene Metall direkt in eine Form gegossen wird. Das Ergebnis: Ein Bauteil mit minimalen Toleranzen und hoher Stabilität - aber auch ein gewisses Mehrgewicht fürs E-Bike.

Mit Schäden durch tatsächlichen Verschleiß ist daher am E-Bike in den seltensten Fällen zu rechnen. Auch die Federgabel ist angesichts des E-Bike-Gewichts hohen Belastungen ausgesetzt. Deshalb findet man auf dem Markt auch spezielle, verstärkte E-Bike-Federgabeln wie die weit verbreitete Suntour NEX.

Dem Verschleiß vorbeugen mit richtiger Pflege

Regelmäßige Pflege des E-Bikes gehört zum Pflichtprogramm, nicht nur nach Schlechtwetterfahrten! Das gilt besonders für E-Mountainbikes, die im Gelände einer erhöhten Verschmutzung ausgesetzt sind. Regel Nummer Eins: Niemals mit dem Hochdruckreiniger arbeiten, sonst sind Motorschäden vorprogrammiert. Wenn überhaupt, dann einen normalen Wasserschlauch mit niedrigem Wasserdruck verwenden. Nie den Wasserstrahl direkt auf Lagerungen und Motor richten! Es empfiehlt sich, starke Verschmutzungen vorab mit Hilfe eines speziellen Fahrradreinigers anzuweichen. Am besten benutzt man zum Putzen einen Eimer Wasser, Schwamm und Bürste.

Achte beim Kauf von Ersatzteilen auf gute Qualität. Wer hier am falschen Ende spart, zahlt später drauf. Wenn möglich auf spezielle E-Bike-Parts zurückgreifen. Nicht jeder ist zum Hobbyschrauber geboren. Wer sich den Austausch von Komponenten nicht zutraut, sollte lieber einen Termin bei einer Werkstatt vereinbaren.

Lebensdauer von Antriebskomponenten: Wie lange halten Kette, Kassette und Kurbelgarnitur?

Die Antriebskomponenten deines Fahrrads - Kette, Kassette und Kurbelgarnitur - sind das Herzstück des Antriebs und stehen bei jeder Fahrt unter enormer Belastung. Doch wie lange halten diese Teile eigentlich, und wie kann man die Lebensdauer durch richtige Pflege verlängern? Was sagen Studien über den Verschleiß dieser Komponenten aus, und welche Faktoren beeinflussen ihre Haltbarkeit?

Die wichtigsten Antriebskomponenten und ihre durchschnittliche Lebensdauer

Die Fahrradkette ist der am stärksten beanspruchte Teil des Antriebs und hat eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 2.000 bis 5.000 Kilometern, abhängig von Pflege, Gelände und Fahrbedingungen. Eine Studie der Mechanical Engineering Society ergab, dass Ketten, die regelmäßig gereinigt und geschmiert wurden, im Schnitt 30 % länger hielten als vernachlässigte Ketten (Mechanical Engineering Society, 2018). Besonders bei Offroad-Fahrten oder in nassen Umgebungen leidet die Kette unter erhöhtem Abrieb und sollte häufiger gewartet werden, um die Lebensdauer zu maximieren.

Die Kassette hat eine Lebensdauer, die stark von der Kette abhängt. Wenn die Kette verschlissen ist, nutzt sie die Ritzel der Kassette schneller ab. Im Durchschnitt kann eine Kassette zwischen 10.000 und 15.000 Kilometer halten, solange die Kette rechtzeitig gewechselt wird. Laut einer Untersuchung der Bike Mechanics Association verkürzt sich die Lebensdauer der Kassette um bis zu 50 %, wenn die Kette nicht regelmäßig erneuert wird (Bike Mechanics Association, 2020). Ein regelmäßiger Wechsel der Kette kann also dazu beitragen, die Kassette zu schonen und langfristig Kosten zu sparen.

Die Kurbelgarnitur, bestehend aus den Kettenblättern und der Kurbel, hält bei guter Pflege oft mehrere Ketten- und Kassettenwechsel durch und hat eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 15.000 bis 20.000 Kilometern. Die International Cycling Federation führte eine Langzeitstudie durch, die zeigte, dass durch korrektes Schmieren und regelmäßige Kettenwechsel die Lebensdauer der Kurbelgarnitur erheblich gesteigert werden kann (International Cycling Federation, 2019). Da die Kurbelgarnitur ein relativ teurer Bestandteil des Fahrrads ist, lohnt sich der zusätzliche Pflegeaufwand besonders.

Die richtige Gangschaltung: Ein oft unterschätzter Faktor für Langlebigkeit

Ein oft vernachlässigter Punkt ist die korrekte Nutzung der Gänge, die entscheidend zur Haltbarkeit der Antriebskomponenten beiträgt. Studien zeigen, dass das Anfahren in einem hohen, schweren Gang (ähnlich wie beim Auto) das Material übermäßig belastet und den Verschleiß beschleunigt. Die Bicycle Research Group fand heraus, dass durch das regelmäßige Durchschalten aller Gänge die Belastung gleichmäßiger verteilt wird und der Verschleiß in einzelnen Gängen reduziert werden kann (Bicycle Research Group, 2021). Häufig ist zu beobachten, dass Kassetten in den leichteren Gängen noch top in Form sind, während das untere Drittel aufgrund hoher Belastung abgenutzt ist.

Um die Lebensdauer von Kassette und Kette zu maximieren, empfiehlt es sich daher, beim Anfahren und Bergauffahrten leichtere Gänge zu nutzen und regelmäßig zwischen den Gängen zu wechseln. So wird die Belastung der einzelnen Ritzel verringert, was sich positiv auf die Haltbarkeit der gesamten Antriebskomponenten auswirkt.

Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer der Antriebskomponenten?

  • Fahrbedingungen und Gelände: Die Art und Weise, wie und wo du dein Fahrrad nutzt, spielt eine entscheidende Rolle. Schmutz, Staub und Feuchtigkeit wirken sich stark auf die Abnutzung aus. Bei Fahrten im Gelände oder auf nassen Straßen empfiehlt es sich, die Antriebskomponenten häufiger zu reinigen und zu schmieren.
  • Pflege und Wartung: Studien zeigen immer wieder, dass regelmäßige Reinigung und Schmierung die Lebensdauer aller Antriebskomponenten verlängern können. Ketten, die im Schnitt alle 500 Kilometer gereinigt und neu geölt wurden, zeigten einen deutlich geringeren Verschleiß im Vergleich zu vernachlässigten Ketten (Bike Maintenance Journal, 2021).
  • Belastung und Fahrstil: Ein ruhiger und gleichmäßiger Fahrstil schont die Antriebskomponenten im Vergleich zu starkem und häufigem Antritt. Besonders bei steilen Anstiegen oder hohen Gängen sollte bedacht gefahren werden, um unnötigen Verschleiß zu vermeiden.

Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer

  1. Kettenwechsel rechtzeitig vornehmen: Da die Kette der am stärksten beanspruchte Teil des Antriebs ist, sollte sie regelmäßig überprüft und gewechselt werden. Ein rechtzeitiger Kettenwechsel kann verhindern, dass sich die Kassette und Kettenblätter zu stark abnutzen.
  2. Reinigung und Schmierung: Durch regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kette wird der Abrieb minimiert und die Lebensdauer aller Antriebskomponenten verlängert. Ein spezielles Kettenöl, das auf die Fahrbedingungen abgestimmt ist, kann hierbei entscheidend sein.
  3. Regelmäßige Inspektion und Wartung: Überprüfe die Antriebskomponenten regelmäßig auf Verschleiß. Eine verschlissene Kette sollte rechtzeitig ersetzt werden, um Kassette und Kettenblätter zu schonen. Kleine Investitionen in die Pflege und regelmäßige Inspektion zahlen sich langfristig aus.
  4. Gänge bewusst nutzen: Wechsle regelmäßig die Gänge und vermeide es, beim Anfahren oder bei Anstiegen in hohen Gängen zu starten. Das verteilt die Abnutzung gleichmäßiger auf die Kassettenritzel und schont die Kette.

Die Fahrradkette gehört zu den Verschleißteilen am Fahrrad - so auch beim E-Bike

Die Kette nutzt sich im Laufe der Zeit entsprechend ab. Wenn die Abnutzung sehr vorrangeschritten ist, kann es sogar passieren, dass die Kette reißt. Jedoch sollte man solange nicht warten. Ein verschlissene Kette kann auch bereits vorher diverse Probleme bereiten: Zum Beispiel, wenn sie unter Belastung „springt“ (über die Ritzel rutscht und nicht mehr richtig greift).

Abnutzungserscheinungen erkennen Sie, wenn die Fahrradkette „längt“. Dies bedeutet, dass sich bei der Fahrt - also bei der Bewegung der Fahrradkette - die Verbindungsbolzen zwischen den jeweiligen Kettengliedern kleiner schleifen. Dadurch kommt es zu Spiel in den Gelenken und die Kette unterliegt einer Längung. Auf diese Weise geht die Kette tiefer in die Kettenblätter und Zahnkränze; so entsteht eine starke Abnutzung dieser Komponenten, was wiederum bedeutet, dass diese vorzeitigt getauscht werden müssen.

Eine stark gelängte Fahrradkette am Pedelec sollte umgehend getauscht werden; sie wird später sonst nicht mehr sauber laufen und unter Belastung durchrutschen. Daher ist es sehr wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob eine deutliche Längung bereits vorhanden ist.

Die Messung und daraus resultierende Feststellung des Kettenverschleißes ist recht einfach

Als Werkzeug benötigen Sie dafür nur die sognannte Kettenmesslehre. Dieses können Sie für kleines Geld z.B. auch direkt in unserem Online-Fahrradzubehör-Shop kaufen. Die Kettenmesslehre wird oftmals auch Kettenverschleißlehre oder Kettenverschleißmesslehre genannt. Wer über einen Messschieber verfügt, kann auch mit diesem den Kettenverschleiß ganz genau ermitteln. Eine Kettenverschleißmessung sollte ca. alle 500 bis 1.000 km durchgeführt werden - je nach Fahrweise, Qualität und Pflege der E-Bike-Kette. In dem folgenden Text erläutern wir, wie eine Kettenverschleißmessung durchgeführt werden soll und worauf dabei zu achten ist.

Zuerst legen Sie die Kettenlehre mit der Vertiefung (Caliber) auf die Kette am E-Bike. Je nach Variante der Kettenlehre gibt es oft zwei Seiten: Eine Seite für Aluminiumritzel, die andere Seite für Stahlritzel. Nehmen Sie daher also die für Ihre Fahrradkette passende Seite. Da Stahlritzel abriebfester als Aluminiumritzel sind, ist bei dieser Variante ein etwas höherer Kettenverschleiß im Rahmen. Wichtig ist, dass die Kette mittels Druck auf das Fahrradpedal gespannt ist - sonst kann es passieren, dass das Messergebnis ungenau wird.

Wenn die Fahrradkette an Ihrem E-Bike bereits verschlissen und gelängt ist, wird die Kettenlehre zu tief in die Kette eindringen. Je stärker eine Kette gelängt ist, desto weiter taucht die Vertiefung schließlich ein. Ist die Kette noch neuer bzw. Setzen Sie die Messlehre an unterschiedlichen Stellen der Kette an und werten die jeweiligen Ergebnisse aus. Es kann manchmal durchaus sein, dass eine Fahrradkette nur an einer einzigen Stelle gelängt ist - der Großteil aber noch vollkommen im akzeptablen Zustand. Die Messseite (0,075 mm) pro Gelenk ist als empfohlene Verschleißgrenze für Aluritzel zu sehen, die Seite (0,1 mm) gilt für Stahlritzel. Bei höheren Werten sollte die E-Bike-Fahrradkette daher unbedingt und schleunigst gegen eine neue gewechselt werden.

Eine Kettenlängung kann auch mit einem handelsüblichen Messschieber festgestellt werden. Dieser sollte auf eine Länge von 118 mm eingestellt werden, um ihn dann an einer Stelle der E-Bike Kette zwischen zehn Kettengliedern einzuführen. Dort den Messschieber dann so weit öffnen, bis dieser an den Röllchen der Kettenglieder anliegt.

Als Anhaltspunkt: Eine ganz neue Kette liegt bei einer Länge von 119,5 mm. Bei Stahlritzeln/-kettenblättern ist eine Länge ab 120,5 mm zu viel, bei Aluminiumritzeln/-kettenblättern 120,25 mm. Dies bedeutet dann also jeweils, dass die Fahrradkette am E-Bike zu weit gelängt und somit verschlissen ist.

Die Haltbarkeit einer Kette hängt von Einsatz, Pflege und Schaltungsart ab

Bei Kettenschaltungen variiert diese von 1000 km im Offroad-Einsatz auf bis zu 5000 km unter idealen Bedingungen und guter Pflege. Die Hauptursache des Kettenverschleiß sind mechanische Belastungen durch Reibung und der Schräglauf bei Kettenschaltungen. Die Nutzung von kleinen Ritzeln sowie die Abrasionswirkung von anhaftendem Schmutz fördern den Verschleiß ebenso wie der bei Kettenschaltungen unvermeidliche Schräglauf.

Denn bei jedem Abknicken der Kette werden die Verbindungsbolzen ein klein wenig abgeschliffen, was im Laufe der Zeit zu Spiel in den Kettengelenken führt. Dieser dadurch entstehende Verschleiß macht sich durch eine Längung der Kette bemerkbar. Die Folgen von übermäßigem Kettenverschleiß sind Performance-Verluste durch einen schlechteren Wirkungsgrad der Kette sowie langsamere Schaltvorgänge. Zudem werden auch die Ritzel und Kettenblätter schneller Abgenutzt.

Der Kettenverschleiß sollte regelmäßig mittels eines Messschiebers oder einer geeigneten Kettenlehre überprüft werden. Hierzu stehen Dir die Spezialisten der HARDYS-Crew mit ihrem ganzen Know-how zur Seite. Hierzu gibt es zwei generell unterschiedliche Ansichten. Die einen lassen ihre Ketten bis zu einer Längung von 0,2mm und mehr auf dem Bike und wechseln dann die Kette samt Kettenblatt und Kassette. Diese Methode ist für den ambitionierten Biker nicht empfehlenswert, da die Gefahr von Performance-Verlusten mit zunehmender Längung der Kette steigt.

Die hier angegebenen Werte sind nur als grobe Orientierung gedacht. Der tatsächliche Verschleiß hängt von verschiedensten Faktoren wie z.B.

Ungefährer Verschleiß von Kette und Ritzel

  • 1000 - 2000 km - Kettenlängung von ca.
  • 2000 - 3000 km - Kettenlängung von ca.

Entnahme der alten Kette

Als erstes stellt die Schaltung so ein, dass die Kette vorne auf dem größten Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel liegt. Wenn ihr keinen Montageständer zur Verfügung habt, sollte das Bike nun auf den Kopf gedreht werden. Das erleichtert die folgenden Arbeitsschritte. Nun wird mit Hilfe des Kettennieters eine beliebige Niete aus der Kette heraus geschoben.

Ermitteln der optimalen Kettenlänge

Legt nun die alte neben die neue Kette und nehmt diese als Maß.

Einbau der neuen Kette

Die neue Kette wird nun so eingelegt, wie ihr die alte entnommen habt. Dann werden die Kettenenden zusammengeführt und mit dem Kettennieter verschloßen, dazu werden die Arbeitsschritte der Kettenentnahme in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt.Sollten hierbei Probleme auftreten, könnt ihr auch das Hinterrad ausbauen und die Kette spannungsfrei auf einem festen Untergrund verschließen.

Sonderfall Shimano-Ketten

Die neuen Shimano Ketten sind ab einer 10-fach Kassette laufrichtungsgebunden. Die entsprechende Kennzeichnung findet ihr an der Außenlasche der Kette.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Informationen zur Lebensdauer der Antriebskomponenten zusammen:

Komponente Durchschnittliche Lebensdauer Wichtige Hinweise
Kette 2.000 - 5.000 km Regelmäßige Reinigung und Schmierung verlängern die Lebensdauer erheblich.
Kassette 10.000 - 15.000 km Rechtzeitiger Kettenwechsel schont die Kassette.
Kurbelgarnitur 15.000 - 20.000 km Korrekte Schmierung und Kettenwechsel sind entscheidend.

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