Die Lebensdauer von Bremsbelägen bei E-Bikes ist ein wichtiges Thema für alle E-Bike-Besitzer. Im direkten Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad ist der Verschleiß der Bremsen bei E-Bikes deutlich höher. Die beschleunigte Abnutzung bedingt einen häufigeren Austausch und führt damit im Endeffekt auch zu erhöhten Kosten für den Verbraucher.
Faktoren, die die Lebensdauer von Bremsbelägen beeinflussen
Wie lange es nun tatsächlich dauert, bis die Bremsbeläge ausgetauscht werden müssen, kann schwer pauschalisiert werden. Die Lebensdauer von Scheibenbremsen hängen zum einen mit der Qualität der Bremsscheiben und zum anderen mit dem konkreten Fahrverhalten zusammen. Außerdem ist die Abnutzung der Scheibenbremsen bei E-Bikes höher als bei normalen Fahrrädern. Das liegt vor allem daran, dass E-Bikes vermehrt bei Berg- und Talfahrten eingesetzt werden und hier wesentlich häufiger abgebremst werden muss.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Lebensdauer von Bremsbelägen:
- Fahrstil: Ein sportlicher Fahrstil mit vielen plötzlichen Bremsvorgängen beschleunigt den Materialverschleiß.
- Witterungsbedingungen: Raue Witterungsbedingungen tragen ebenfalls zum Verschleiß bei.
- Pflege des Bremssystems: Wer die Pflege seines Bremssystems vernachlässigt (Reinigung der Felgenflanken bzw. der Bremsscheiben), darf sich ebenfalls über eine nachlassende Leistung nicht wundern.
- Qualität der Bremsbeläge und -scheiben: Im ersten Schritt kann es von Vorteil sein, beim Kauf der Scheibenbremsen nicht zu sehr zu sparen. Du wirst die Bremsen viel seltener austauschen müssen, wenn du direkt höherwertige Bremsscheiben aus Stahl kaufst, anstatt dich für die günstigere Aluminium-Variante zu entscheiden.
Bremsentypen und ihre Eigenschaften
Grundsätzlich lassen sich Bremsbeläge je nach System in Felgenbremsbeläge und Scheibenbremsbeläge unterscheiden. Bis vor einigen Jahren waren beinahe ausschließlich Felgenbremssysteme auf dem Fahrrad-Markt verfügbar. Seit dem Aufkommen der (vor allem bei Nässe) deutlich leistungsstärkeren Scheibenbremsen ist die Marktsituation unübersichtlich geworden.
Felgenbremsen
Bei Felgenbremsen entsteht die Bremswirkung durch das mechanische Anpressen von Bremsbelägen an der Felgenflanke. Man findet diese Art von Bremssystem vornehmlich bei Trekking-, City- und Rennrädern. Neben dem niedrigen Preis und dem geringen Gewicht gehören die einfache Wartbarkeit und die solide Bremswirkung bei trockenem Wetter zu den Pluspunkten dieses bewährten Systems.
Scheibenbremsen
Scheibenbremsen gelten bei Mountainbikes, aber auch bei E-Bikes und High-End-Rennrädern mittlerweile als Standard. Es handelt sich dabei in der Regel um Nabenbremsen. Bedeutet: Die Bremswirkung wird durch Anpressen der Bremsbeläge auf eine an der Nabe liegende Bremsscheibe erzielt. Scheibenbremsen sind sehr gut dosierbar und verschleißen deutlich langsamer als Felgenbremsen. Dennoch kommen Radfahrer auch bei Scheibenbremssystemen nicht umhin, nach einigen Tausend Kilometern die Bremsen zu wechseln.
Typische Lebensdauer von Bremsbelägen
Üblicherweise halten die Bremsbeläge bei einem Fahrrad zwischen 1.000 km (Felgenbremsen) und 5.000 km (Scheibenbremsen).
Erfahrungen eines E-Bike-Nutzers
Ein Nutzer berichtet von seinen Erfahrungen mit Bremsbelägen an seinem E-Bike:
Seit August 2020 nutze ich nun den gleichen E-Bike-Typus: Von August bis November 2020 das KTM 271 Lfc meiner Schwester. Seit November 2020 mein eigenes, baugleiches KTM mit nur leicht veränderter Ausstattung. Das erlaubt es mir, den Bremsverschleiß in dieser Zeit ein rückblickend grob zu bewerten. Dabei zeichnen sich interessante Muster ab, die darauf schließen lassen, dass es in meiner Erfahrung günstiger ist, etwas teurere, weil bessere Bremsbeläge zu verwenden. „Teurer“ ist dabei allerdings relativ, weil der Preis eines weniger guten Bremsbelags beim Händler vor Ort teurer sein kann als der Erwerb eines guten Belags im Internet.
Im Sommer 2021 fing ich aufgrund der gefühlten Enttäuschung an, im Internet nach Bremsbelägen zu recherchieren. Dabei stieß ich auf die Dorado Orion 4 Cyclotech zum damligen Preis von 13.85 € zzgl. Die Dorado Orion 4 Cyclotech nutze ich nun seit dreißig etwa Monaten - und zwar verglichen mit den Fahrweisen davor auch wesentlich intensiver, denn seit dem geht es immer steilere Berge ebenso rauf wie wieder runter - was zu besonders starker Erhitzung führt, die wiederum den Verschleiß erhöht. Hinzu kommen viele Fahrten mit längerer Laufleistung. Jetzt wechsel ich die Beläge alle etwa acht Monate hinten und etwa alle 12 Monate vorn. Das entspricht einer Laufleistung von über 2.500 km hinten und 3.500 km vorn - inklusive vieler besonders steiler Bergfahrten. Diesen Wert beruht auf einer durchschnittlichen Fahrleistung von +/- 300 km/Monat bzw.
Meine Erfahrung bei all dem ist, dass es durchaus Sinn macht, sich im Internet über Bremsbeläge zu informieren. Bei mir sind s Tektro-Bremsen. Kauft man Bremsbeläge beim Händler (was ich normalerweise eher mache, weil ich im Internet nicht alles kaufen will, was man auch am Ort kaufen könnte), besteht leider die Gefahr, dass dies zwar passende Größen, aber nicht die besten Beläge haben. Mit den Dorado Orion 4 Cyclotech habe ich nun ein Modell gefunden, das für meine Fahrweise nicht nur das beste Preis-/Leistungsverhältnis ermöglicht.
Anzeichen für verschlissene Bremsbeläge
Viele Standard-Fahrräder sind nach wie vor mit einer Felgenbremse ausgestattet. Wer seine Bremsbeläge am Fahrrad wechseln möchte, benötigt im Prinzip kaum fachspezifisches Know-how. Ein gewisses handwerkliches Geschick sollte man allerdings schon mitbringen.
Du kannst eine Abnutzung daran erkennen, dass die Bremswirkung vermindert ist und das Bremsen ein kratzendes oder scharrendes Geräusch verursacht. Außerdem kannst du die Dicke der Bremsbeläge messen, um den Verschleiß zu begutachten. Unterschreitet die Belagdicke einen Millimeter, ist es an der Zeit für einen Austausch. An den meisten Bremsbelägen findest du darüber hinaus eine Markierung, die den Grad des Verschleißes anzeigt.
Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer von Bremsbelägen
Damit man nicht alle drei bis vier Monate seine Bremsbeläge wechseln muss, gilt es einige Tipps zu beherzigen. Durch bremsenschonende Fahrweise zögert man den Verschleiß der Beläge erheblich heraus. Schonend bedeutet in diesem Fall: keine überflüssigen oder allzu abrupten Bremsvorgänge.
Neben der richtigen Pflege der Scheibenbremsen und dem idealen Fahrverhalten hat auch die Bremstechnik einen großen Einfluss auf die Lebensdauer von Scheibenbremsen bei E-Bikes. So kann sich eine Vollbremsung beispielsweise sehr schlecht auf die Qualität der Bremsen auswirken. Besser ist es, mehrfach kurz zu bremsen, wenn es bergab geht. Auf diese Weise laufen die Bremsen nicht heiß und können zwischendrin sogar noch vom Fahrtwind gekühlt werden.
Weitere Tipps:
- Regelmäßige Reinigung: Darüber hinaus sollten Radfahrer ihre Beläge sowie die dazugehörigen Komponenten (Felge, Nabe) mindestens einmal in der Woche gründlich säubern.
- Vorausschauende Fahrweise: Man kennt das vom Auto: Wer vorausschauend fährt, häufig schaltet und nicht immer so heftig beschleunigt, schon Bremsen und Schaltung. Das ist beim E-Bike auch der Fall. Es mag zwar manchmal den Spaß aus der Sache nehmen, aber die Bremsbeläge leben länger, wenn du im Straßenverkehr vorausschauend und langsam fährst.
- Witterungsgeschützte Lagerung: Und zu guter Letzt noch eine Binsenweisheit: Werden Fahrräder witterungsgeschützt geparkt und sauber gehalten, leben die Verschleißteile ebenfalls länger.
Bremsbelagarten und ihre Eigenschaften
Die Eigenschaften von Bremsbelägen sind vom verwendeten Material abhängig. Diese unterscheiden sich insbesondere bei Scheibenbremsen hinsichtlich der Kraftübertragung, Dosierbarkeit, Lebensdauer und Geräuschentwicklung bei Nässe. Bei Felgenbremsen spielt weiterhin die Hitzeentwicklung beim Bremsen eine Rolle.
Organische Bremsbeläge
Organische Bremsbeläge zeichnen sich durch ihre von Beginn an hohen Bremskräften aus. Sie entwickeln weniger hohe Temperaturen als dies bei Sintermetallbelägen der Fall ist und neigen dazu, auch bei Nässe nicht zum Quietschen. Allerdings verschleißen organische Bremsbeläge schneller als solche aus Sintermetall.
Sintermetallbeläge
Die Stärke von Sintermetallbelägen ist ihre lange Haltbarkeit und ihre Unempfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen. Ihre Bremskraft liegt etwas unter der von organischen Belägen, weiterhin neigen sie dazu, bei Nässe zu quietschen.
Semimetallbeläge
Semi-metallische Bremsbeläge verbinden die Vorteile der beiden zuvor genannten Bremsbelag-Typen. Sie verbinden eine hohe Bremskraft mit einer hohen Lebensdauer und einer sehr guten Resistenz gegenüber hohen Temperaturen. Ihr einziger Nachteil: Sie neigen dazu, laut zu quietschen.
Gummibremsbeläge
Gummibremsbeläge sind der Standard bei Felgenbremsen. Sie werden aus unterschiedlichen Gummimischungen hergestellt und haben damit unterschiedliche Eigenschaften. Im Allgemeinen sind Bremsbeläge aus Gummi recht langlebig und haben eine gute Bremskraftentwicklung. Sie eignen sich gut für die Nutzung in Verbindung mit Alufelgen. Für Carbonfelgen solltest du auf Bremsbeläge zurückgreifen, die für diese ausgelegt sind. Diese sind oft aus Kork.
Korkbremsbeläge
Korkbremsbeläge haben den entscheidenden Vorteil, dass sie weniger Hitze entwickeln als Gummibremsbeläge. Sie sind daher für Carbonfelgen geeignet. Diese sind empfindlicher gegenüber Hitze als Alufelgen und haben andere Oberflächeneigenschaften. Korkbeläge verschleißen in der Regel deutlich schneller als solche aus Gummi.
Kleine Umfrage: Lebensdauer von Bremsbelägen bei verschiedenen Nutzern
Eine kleine Umfrage unter E-Bike-Nutzern zeigt eine große Bandbreite an Erfahrungen bezüglich der Lebensdauer von Bremsbelägen:
- Ein Nutzer mit Bosch Pedelec hat nach 6.500km noch gut griffige Beläge vorne.
- Ein anderer Nutzer mit BionX hat nach 13.000 km noch keine Beläge gewechselt, dank exzellenter Motorbremse.
- Ein Nutzer mit Bosch classic und XT Scheibenbremse erreicht am Niederrhein bis zu 20.000km hinten und 29.000km vorne durch vorausschauende Fahrweise.
- In den Bergen können Beläge bei ca. 15.000 Höhenmetern schon nach 500km verschlissen sein.
- Ein Nutzer berichtet von komplett abgefahrenen hinteren Belägen nach 1100 km, bei 50% Berganteil und 110 kg Systemgewicht.
- Bei intensiver Nutzung im Gebirge können Beläge nach 4-5 Ausfahrten mit je 1500 Höhenmetern/20km verschlissen sein.
Diese Beispiele zeigen, dass die Lebensdauer stark vom Fahrstil, dem Gelände und der Nutzung der Motorbremse abhängt.
Wichtigkeit des rechtzeitigen Bremsenwechsels
Ein rechtzeitiger Austausch der Scheibenbremsen am E-Bike kann überlebenswichtig sein, da nur so die Fahrsicherheit stets gewährt sein kann.
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