Wie lange hält ein Fahrradhelm? Wichtige Informationen zur Haltbarkeit

Helme für Radfahrer können Leben retten! Selbstverständlich nur, wenn sie auch benutzt werden. Was Sie sonst noch über Fahrradhelme wissen sollten, lesen Sie im nachfolgenden Artikel. Ein Fahrradhelm schützt vor Kopfverletzungen und kann sogar Leben retten, dies belegen inzwischen zahlreiche Studien.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bereits beim Kauf des Helmes sollten einige Dinge beachtet werden. Zunächst sind verschiedene Modelle und Größen zu probieren, nur so kann festgestellt werden, welcher Fahrradhelm am Besten für den eigenen Kopf geeignet ist. Nehmen Sie sich also zur Auswahl viel Zeit und besuchen Sie gegebenenfalls mehrere Fachgeschäfte, um das für Sie optimal passende Modell zu finden. Zusätzlich zur größeren Auswahl bekommt man im Fachhandel meistens auch noch eine fachkundige Beratung.

Selbstverständlich muss bei der Anprobe auch geprüft werden, ob die Längenverstellung und der Verschluss des Kinnriemens leicht zu bedienen sind und bei geschlossenem Kinnriemen die Ohren nicht bedeckt sind. Natürlich sollten nur Fahrradhelme gekauft werden, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Bei dem Fahrradhelm muss eine Konformitätserklärung des Herstellers zu finden sein; dies kann alternativ auch über die Infobroschüre (z. B. wo zum Download verfügbar) erfolgen. Manche Helme tragen freiwillige GS-Zeichen.

Die richtige Nutzung des Fahrradhelms

Wie bereits eingangs erwähnt, nützen Fahrradhelme nur dem, der ihn auch trägt. Ziehen Sie den Helm nicht zu weit nach vorne in die Stirn! Die Riemen müssen so angebracht werden, dass sie nicht die Ohren bedecken.

Wann sollte ein Fahrradhelm ausgetauscht werden?

Allerdings hält kein Fahrradhelm ewig. Nur wenn das Material deines Helms noch intakt ist, kann er dich wirksam schützen und Stöße beim Aufprall abdämpfen. Wann du deinen Helm austauschen solltest und warum kein Helm für die Ewigkeit ist, erfährst du in diesem Blogartikel. Zusätzlich haben wir Tipps für dich, wie du die Lebensdauer deines Helms verlängern kannst.

Nach einem Unfall

Wenn sich einmal ein Unfall mit dem Fahrradhelm ereignet hat, muss dieser ausgetauscht werden! Auch wenn keine sichtbaren Risse oder Beschädigungen zu sehen sind. Nach einem Sturz auf den Kopf solltest du deinen Helm in jedem Fall austauschen, selbst dann, wenn der Helm keinen sichtbaren Schaden aufweist.

Durch die beim Aufprall auf den Helm wirkenden Kräfte verformt sich das Material der schützenden Innenschale des Helms, dämpft dadurch den Schlag ab und schützt deinen Kopf vor schlimmeren Verletzungen. Auch bei kleineren Stürzen können durch den Aufprall minimale Risse in der Außenschale entstehen, die die Struktur im Inneren beschädigen. Dadurch wird die Stabilität beeinflusst und der Schutz deines Kopfes kann nicht mehr zu 100% gewährleistet werden.

Materialermüdung

Die Angabe des Herstellungsdatums ist notwendig (vergleiche oben), da das Material mit der Zeit ermüdet und deshalb der Radhelm nach einigen Jahren ausgetauscht werden muss. Nähere Angaben sollten in der Informationsbroschüre des Herstellers zu finden sein. Macht der Hersteller keine Angaben zur Haltbarkeit empfiehlt es sich bei normaler Beanspruchung den Helm nach etwa 5 Jahren zu ersetzen.

Selbst ohne Sturz und wenn äußerlich keine Schäden zu erkennen sind, nimmt die Schutzwirkung deines Helms aufgrund der Materialermüdung ab. Die Werkstoffe, aus denen ein Helm gefertigt ist, unterliegen einer Alterung, die je nach Gebrauchsbedingungen schneller oder langsamer voranschreitet. Aber nicht nur das Material von Außen- und Innenschale wird spröde und verliert an effektiver Stoßdämpfung, auch Schnallen und Riemen werden porös, können beschädigt werden, brechen oder reißen.

Sie sind aber entscheidend für die optimale Anpassung des Helms an deinen Kopf. Nur ein Helm, der richtig und fest sitzt, bietet auch optimalen Schutz bei einem Unfall. Ist dein Fahrradhelm häufig im Einsatz, kannst du ihn drei bis fünf Jahre lang benutzen. Für einen selten benutzten Helm verlängert sich die Lebensdauer auf bis zu acht Jahre.

Lagerung und Umwelteinflüsse

Starke Sonneneinstrahlung schadet Kunststoffen, weshalb man den Fahrradhelm nicht unnötigerweise in der Sonne liegen lassen sollte. Lassen Sie ihn nicht zu lange in der Sonne liegen. Schone ihn bei starkem Regen mit einer Regenhaube. Gib deinem Helm einen festen und am besten lichtgeschützten Platz, an dem er sicher liegt und nicht herabfallen kann. Schon kleine Stöße können großen Schaden anrichten.

Lege ihn mit der Kopföffnung nach unten in ein Regal. Nutze nicht die Riemen als Aufhängung, damit diese nicht unnötig strapaziert werden. Um das Material zu schonen, meide die Aufbewahrung des Helms in der Nähe starker Wärmequellen oder an einem zu kalten Ort.

UV-Strahlung führt dazu, dass das Material des Helms mit der Zeit spröde wird und an Schutzwirkung verliert. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Helm regelmäßig waschen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie in den Wintermonaten fahren. Ebenso muss der Helm nach einem Unfall oder nach einem Sturz aus großer Höhe zwingend ausgetauscht werden. Beschädigungen sind in der Regel nicht mit bloßem Auge erkennbar.

Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer Ihres Helms

  • Schütze deinen Helm vor Witterungseinflüssen
  • Sorge für achtsame Lagerung
  • Schmücke deinen Helm nicht mit Aufklebern: Lösungsmittel, die aus dem Klebstoff austreten, können das Material des Helms schädigen.
  • Prüfe deinen Helm regelmäßig: Risse, Dellen oder Löcher schränken die Sicherheit deines Helms ein.

Aufbau eines Helms

Der Aufbau eines Fahrradhelms ist im Wesentlichen für alle Fahrradhelme gleich und die verwendeten Materialien sind sich ähnlich. Die innere Schale besteht, von wenigen Ausnahmen abgesehen, aus Polystyrol (EPS) Hartschaum.

Bei der Außenschale wird, je nach Helmtyp und Einsatzzweck, zwischen Hardshell und Microshell unterschieden. Dünner und leichter ist die Außenschale bei einem Microshell Helm. Microshells sind heute am weitesten verbreitet. Helme mit Hardshell Außenschale sind robuster und schwerer und kommen deswegen beispielsweise im Downhillbereich zum Einsatz.

Neben diesen beiden gängigsten Typen gibt es auch Softshell Helme, die nur aus einer Hartschaumschale mit Stoffüberzug bestehen. Von der Verwendung dieser Helme wird jedoch ausdrücklich abgeraten.

Für gute Durchlüftung des Helms sorgen Belüftungsschlitze, die den Fahrtwind als Kühlung an deinen Kopf lassen. Cityhelme sind keine Sporthelme und in der Regel weniger stark durchlüftet als Mountainbike- oder Roadbikehelme. Cityhelme mit durchgehender Oberfläche haben den Vorteil, dass sie einen besseren Wetterschutz bieten. Deshalb sind sie perfekt für alle, die regelmäßig in der Stadt mit dem Rad unterwegs sind oder täglich mit dem Rad in die Arbeit pendeln.

EPS, MIPS und WaveCel

Ein klassischer Fahrradhelm mit Innenschale aus EPS Hartschaum kann das Risiko von Schädel- und klassischen Kopfverletzungen minimieren. Er dämpft die beim Aufprall auf den Kopf linear einwirkende Kraft.

Helme mit MIPS Technologie mildern diese Rotationskräfte über eine schwimmend gelagerte Zwischenschicht im Helm ab und schützen dadurch vor Hirnschäden und starken Kopfverletzungen. Die WaveCel Technologie kommt exklusiv in Bontrager Helmen zum Einsatz und setzt genau wie MIPS auf eine Zwischenschicht im Helm, welche die durch den Sturz verursachten Rotationskräfte deutlich verringert. Wie der Name bereits verrät, ist diese Zwischenschicht wabenförmig und verhält sich je nach Aufprallwinkel unterschiedlich, was einen zusätzlichen Fortschritt in der Aufnahme der auf den Kopf wirkenden Rotationskräfte bedeutet.

Hinweise zur Helmpflege

Ebenso wie der Altershinweis ist auch die ­Pflege des Helms vom Hersteller in der Benutzer­information anzugeben. Kurz: Der Helm sollte nicht mit Lösungsmittel gereinigt werden, sondern lediglich mit lauwarmer ­Seifenlauge. Zudem sollte man den Helm keiner Hitze über 60 Grad aussetzen und ihn bei ­Nichtgebrauch trocken und vor Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung geschützt ­aufbewahren.

Die Bedeutung des Helmaustauschs für die Sicherheit

Die Bedeutung eines rechtzeitigen Helmaustauschs kann nicht genug betont werden. Wenn die Schutzmaterialien abbauen, kann der Helm im Ernstfall nicht mehr wie vorgesehen funktionieren. Viele Radfahrer zögern, einen Helm zu ersetzen, der noch gut aussieht, aber der Schein kann trügen. Betrachten Sie den Helmaustausch als Investition in Ihre Sicherheit und nicht als unnötige Ausgabe. Selbst der teuerste Helm kostet weit weniger als eine medizinische Behandlung bei Kopfverletzungen.

Insbesondere ­haben wir nach Modellen gefragt, die wir beim Test in TOUR 8/2010 im Neuzustand ebenfalls nach der EN 1078 überprüft hatten. Unser Test zeigt, dass die sechs bis neun Jahre alten gebrauchten Helme deutlich darunter bleiben und sich ihre Werte im Vergleich zu den 2010 getesteten neuen Helmen kaum verschlechtert haben.

Crash-Replacement und Ersatzteile

Nach einem Sturz mit Aufprall auf hartem Untergrund darf der Helm nicht weiter benutzt werden, da die Innenschale nicht auf Anhieb sichtbare Risse bekommen haben könnte. Als Anreiz zum Tausch bieten die Helmhersteller aus Kulanz Unfallersatz-Regelungen an (Crash Replacement). Sie gelten in der Regel für zwei bis drei Jahre ab Kaufdatum und bieten einen neuen Helm zum halben Neupreis beim Tausch gegen den alten.

Zusammenfassung

Denken Sie daran, dass fortschrittliche Helmsysteme wie MIPS® (Multi-directional Impact Protection System) einen zusätzlichen Schutz bieten, aber auch diese Systeme unterliegen im Laufe der Zeit dem Verschleiß. Bei Fahrradhelmen ist die Faustregel klar: Ersetzen Sie Ihren Helm alle drei bis fünf Jahre, sofort nach jedem Unfall und immer, wenn Sie Anzeichen von Schäden oder Verschleiß bemerken.

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