Seit Mitte 2019 sind die E-Scooter Teil des öffentlichen Verkehrs in Deutschland. Die E-Tretroller sollen als elektrobetriebene Zweiräder zur Mobilitätsvielfalt in Deutschland beitragen und Menschen dazu bewegen, für kurze Wege vom Auto auf die E-Mobilität umzusteigen.
E-Scooter Anbieter in Deutschland
Seit Mitte 2023 bieten in Bremen Lime und Bolt E-Scooter zur Miete an. In Bremerhaven gab es bis November 2024 nur E-Scooter von TIER. Nach einer kurzen Winterpause geht es seit dem 01.
In vielen deutschen Städten kann man mittlerweile E-Scooter mieten. Doch wie funktioniert es, und was kostet es? Die Antworten!
Obwohl die Legalisierung der E-Scooter erst kurz zurückliegt, gibt es schon eine Vielzahl von Anbietern für Leih-Scooter. Allein in Berlin gibt es momentan acht Verleihdienste für die E-Tretroller. Allgemein sind die wohl bekanntesten Roller-Vermieter Bird und Lime aus den USA oder Voi aus Schweden. Aber auch lokale Startups springen vielerorts auf den Zug auf.
Das sind die sechs größten Anbieter von Leih-E-Scootern:
- Bird: Anbieter Bird kommt aus den USA und bietet momentan in elf europäischen Städten E-Scooter zur Miete an. In Deutschland ist die Firma bisher nur in Bamberg vertreten.
- Circ: E-Scooter-Verleih Circ hieß bis vor einiger Zeit noch Flash und dahinter verbirgt sich ein Startup aus Berlin. Verfügbar sind die Scooter bereits in Berlin, Hamburg, Herne und Köln. Das Unternehmen will aber schon bald bis zu 80 deutsche Städte abdecken.
- Hive: Hive gehört zur Daimler-Tochter Mytaxi und ist aktuell in sechs europäischen Städten vertreten. In Hamburg und München laufen außerdem Pilotprojekte. Die Areale, wo die Scooter genutzt werden können, sind jedoch stark begrenzt.
- Lime: Lime ist der aktuell größte Anbieter von Leih-Scootern und bringt sein Angebot aus den USA nach Europa. In 30 Städten ist Lime hier schon vertreten. Darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln in Deutschland.
- Tier: Bei Tier handelt es sich um ein Berliner Startup, das seine Scooter schon in 30 europäischen Städten vermietet. In Deutschland findet man die Scooter in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München.
- Voi: Anbieter Voi stammt aus Schweden und ist momentan in rund 20 europäischen Städten vertreten. Die Expansionspläne sind groß: Allein in Deutschland will Voi künftig in 30 Städten E-Scooter anbieten. Unter anderem in Hamburg und Lübeck sind aktuell Kooperationen mit dem öffentlichen Nahverkehr geplant.
Anleitung: So mieten Sie einen E-Scooter
Egal, ob Sie in Bremen, Bremerhaven oder anderswo in Deutschland wohnen - die Buchung eines E-Scooters kann für Neulinge zunächst abschreckend wirken. Das Mieten eines E-Scooters ist einfach und funktioniert ähnlich wie beim Carsharing über eine Smartphone-App.
- App herunterladen: Laden Sie sich die App des jeweiligen Anbieters auf das Smartphone herunter.
- Registrierung: Registrieren Sie sich beim E-Scooter-Verleihdienst. Die App führt Sie Schritt für Schritt zum Kundenkonto. Bei der Registrierung wird bereits die Zahlungsmethode abgefragt. Die meisten Anbieter akzeptieren Kreditkarte oder Lastschrift.
- E-Scooter finden: Die App zeigt auf einer Karte an, wo die Roller abgestellt wurden und welche sich in der Nähe befinden.
- Anmietung: Auf dem Tretroller ist ein QR-Code angebracht. Dieser wird mit der App gescannt und der E-Scooter kann sofort genutzt werden. Alternativ steht unter dem QR-Code eine Nummer, die manuell eingegeben werden kann.
- E-Scooter prüfen: Vor Abfahrt ist es ratsam, einen Blick auf den Akkustand zu werfen und zu prüfen, ob eine gültige Versicherungsplakette angebracht ist. Außerdem sollte der Scooter auf Beschädigungen (z.B. an den Reifen) überprüft werden und kontrolliert werden, ob Lichter und Bremsen richtig funktionieren.
- Miete beenden: Ist das Ziel erreicht, wird der E-Scooter an einer geeigneten Stelle abgestellt. Achtung: Einige Städte untersagen das Abstellen der Roller an bestimmten Stellen. Die App hilft bei der Suche nach dem richtigen Abstellplatz. Die Ausleihe kann dann über die App beendet werden.
Preise: Was kostet das Mieten eines E-Scooters?
Die Kosten für die E-Scooter-Miete setzen sich aus einer Grundgebühr und einem Minutenpreis zusammen. Die Grundgebühr liegt bei einem Euro. Sie wird bei jeder neuen Miete berechnet. Pro Minute kommen dann 15 bis 20 Cent dazu.
Bei einer Stunde Fahrzeit werden so zwischen 9 und 13 Euro fällig. Der Maximalpreis ist bei den Anbietern gedeckelt. Bei Hive liegt er beispielsweise bei 25 Euro, Voi verlangt maximal 100 Euro. Der maximale Miet-Zeitraum liegt in der Regel bei 24 Stunden.
Wird ein E-Scooter nicht binnen 48 Stunden wieder abgemeldet und abgestellt, gilt er bei den meisten Anbietern als verloren. Der Anbieter des Scooters kann dann Entschädigungen fordern.
Wer darf die E-Scooter leihen?
Für die Buchung eines öffentlichen E-Scooters muss die Person mindestens 18 Jahre alt sein. Das Mindestalter für die Fahrt mit einem eigenen E-Scooter liegt bei 14 Jahren.
Für den E-Scooter ist kein Führerschein nötig, allerdings muss man zur Miete eines E-Scooters mindestens 18 Jahre alt sein. Dass man den Tretroller laut Gesetz bereits ab 14 Jahren fahren darf, hat darauf keinen Einfluss. Schließlich wird bei der Ausleihe ein Vertrag mit dem Dienstleister eingegangen und das ist erst bei Volljährigkeit möglich.
Auch eine Helmpflicht gibt es für die Nutzung von E-Scootern nicht, allerdings ist das Tragen eines Helmes dringend anzuraten.
Wichtige Verkehrsregeln für E-Scooter-Fahrer
- Für E-Scooter sollten Sie die Radwege und Radstreifen nutzen. Sofern diese nicht vorhanden sind, können Sie auf die Fahrbahn ausweichen.
- Das Fahren auf Fußgängerwegen ist nicht erlaubt!
- Zu zweit auf dem E-Scooter zu fahren, ist nicht nur gefährlich, sondern auch strafbar.
- E-Scooter sollten nicht unter Alkoholeinfluss genutzt werden. Das Fahren mit bis zu 0,3 Promille im Blut ist nicht strafbar, sofern es nicht zu einem Unfall kommt und es keine auffälligen Zeichen von Fahrunsicherheit gibt. Fahren mit mehr als 0,3 Promille ist immer strafbar und kann zu Punkten in Flensburg sowie zu einem Bußgeld führen.
- Die Nutzung der Elektroroller ist nur für eine Person zulässig, selbst wenn zwei Personen das Maximalgewicht nicht überschreiten würden.
- Die maximal erlaubte Geschwindigkeit für E-Scooter in Deutschland (und der Schweiz) sind 20 km/h.
Umweltbilanz von E-Scootern
Die Verkehrswende ist ein wichtiger Schritt hin zur Energiewende. Die Nachfrage an sauberer und klimaneutraler Energie steigt und damit auch die Anzahl der Angebote, die mit umweltfreundlichen Diensten werben. E-Scooter in Bremen und anderen Großstädten können prinzipiell dazu einen Beitrag leisten. Aber tun sie das in der Realität auch?
Klar ist: Je länger ein E-Scooter genutzt wird, desto besser ist die ökologische Bilanz. E-Roller, die bereits nach wenigen Fahrten kaputt gehen und einfach entsorgt werden, sind eine Belastung für die Umwelt. E-Scooter-Anbietende setzen daher darauf, beschädigte E-Scooter zu reparieren und Bauteile wiederzuverwerten oder zu recyclen.
Wie in E-Autos und E-Bikes auch sind in E-Scootern hauptsächlich Lithium-Ionen-Batterien verbaut, die aus verschiedenen Rohstoffen wie beispielsweise Kobalt, Nickel und Kupfer bestehen. Deren Gewinnung geht nachweislich mit Gefahren für Mensch und Umwelt einher. Zudem verschlechtert der Transport dieser Batterien nach Deutschland die CO2-Bilanz.
Auch die Nutzung der E-Scooter hat einen wesentlichen Einfluss auf die Umweltbilanz. Wer einen E-Roller statt des Autos für kurze Strecken nutzt, schont die Umwelt nachhaltig. Doch die Realität sieht oft anders aus, denn zumeist ersetzt die E-Scooter-Fahrt das Fahren mit dem Fahrrad, dem ÖPNV sowie das Zufußgehen, so dass eher unnötig Strom verbraucht wird.
Ebenso sind falschparkende E-Roller ein Problem, weil es viele Menschen nervt. Die E-Roller versperren dann häufig Gehwege und behindern den Verkehrsfluss. Zusätzlich werden regelmäßig Roller aus Flüssen oder Grünanlagen geborgen, weil sie mutwillig dort hineinbefördert wurden.
Aus welchen Quellen der Strom der E-Scooter stammt, macht in der Umweltbilanz eher einen geringen Anteil aus, ist aber dennoch interessant. Denn bei allen E-Scooter-Unternehmen soll der Anteil an erneuerbarer Energie auf lange Sicht den größten Beitrag leisten. Aber welcher Strom aktuell verwendet wird, variiert je nach Unternehmen.
Tipp: Wenn Sie nachhaltigen Strom mit Herkunftsnachweis suchen, auf den Sie sich hundertprozentig verlassen können, dann probieren Sie den proKlima-Strom von swb.
Personen, die als „Juicer“ bezeichnet werden, laden E-Scooter bei niedrigem Akkustand wieder auf. Hierfür müssen die Juicer zweimal durch die Stadt fahren - um die Roller einzusammeln und um sie wieder zurückzubringen.
Davon abgesehen wird der Beruf des E-Scooter-Juicers häufig kontrovers diskutiert. Kritisiert werden die nächtlichen und teils fragwürdigen Arbeitsbedingungen, die zum Konzept der E-Scooter-Angebote in Städten gehören.
Trotz Fortschritten bei Lebensdauer und Stromversorgung stellen Herstellung, Transport und das Laden der Batterien noch immer unbestreitbare Umweltbelastungen dar.
Versicherung für E-Scooter
Ja, in Deutschland ist eine E-Scooter Versicherung für Fahrzeuge mit Straßenzulassung gesetzlich vorgeschrieben. Diese Pflicht schützt sowohl den Fahrer als auch andere Verkehrsteilnehmer im Schadensfall.
Welche Versicherung ist notwendig?
Die wichtigste Versicherung für einen Elektroscooter ist die Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt Kosten für Schäden, die der Fahrer Dritten zufügt - sei es an Personen, Fahrzeugen oder Gegenständen. Ohne eine gültige Haftpflichtversicherung ist die Nutzung eines E-Scooters auf öffentlichen Straßen nicht erlaubt.
Wie wird die Versicherung nachgewiesen?
Die Versicherung wird durch eine Versicherungsplakette (Versicherungskennzeichen) nachgewiesen, die gut sichtbar am E-Scooter angebracht werden muss. Ohne gültige Plakette drohen Bußgelder, und der E-Scooter darf nicht im Straßenverkehr genutzt werden.
Wo bekommt man eine Versicherung für einen E-Scooter?
- Versicherungen bei traditionellen Anbietern: Viele große Versicherungsunternehmen bieten spezielle E-Scooter Versicherungsoptionen an. Die klassische Haftpflichtversicherung, die Schäden an Dritten abdeckt, gehört dabei zum Standard. Dabei lässt sich die Versicherung oftmals direkt online abschließen.
- Online-Plattformen und Vergleichsportale: Vergleichsportale ermöglichen es, verschiedene Anbieter zu vergleichen, Leistungen zu prüfen und Tarife zu wählen, die optimal zu den eigenen Bedürfnissen passen. Oft bieten Vergleichsportale auch günstige Kombitarife mit Teilkasko- oder Unfallversicherung an.
- Versicherungen im Fachhandel: Viele Händler, die E-Scooter verkaufen, bieten direkt Versicherungsservices an oder kooperieren mit Versicherungsunternehmen. Es lohnt sich, beim Kauf eines E-Scooters nachzufragen, ob eine Versicherung vor Ort abgeschlossen werden kann oder ob der Händler Empfehlungen für passende Anbieter hat.
Worauf sollte man achten?
Beim Abschluss einer E-Scooter Versicherung sollten folgende Kriterien beachtet werden:
- Deckungssumme: Eine hohe Deckungssumme sorgt für umfassenden Schutz.
- Zusatzleistungen: Optionen wie Diebstahlschutz oder Absicherung gegen Schäden am Fahrzeug können sinnvoll sein.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Tarife und Leistungen sollten sorgfältig verglichen werden.
Welche Versicherungen gibt es für E-Scooter?
- Haftpflichtversicherung: Ohne diese Versicherung ist das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt.
- Teilkaskoversicherung: Schutz für Schäden am E-Scooter selbst, besonders für hochwertige und häufig genutzte Modelle sinnvoll. Verschleiß oder selbst verschuldete Schäden sind nicht abgedeckt.
- Unfallversicherung: Übernimmt im Schadensfalle die Kosten für die medizinische Behandlungen, Reha oder Invaliditätsentschädigungen. Sie bietet damit finanziellen Schutz unabhängig von der Schuldfrage.
- Zusatzversicherungen und Sicherheitspakete:
- Vollkaskoversicherung: Deckt auch selbst verschuldete Schäden am Scooter ab.
- Pannenhilfe: Unterstützung bei technischen Problemen oder leeren Akkus.
- Erweiterte Haftpflicht: Höhere Deckungssummen für umfangreicheren Schutz.
Was kostet die Versicherung?
Die Kosten für eine E-Scooter Versicherung hängen von Anbieter, Leistungsumfang und individuellen Faktoren ab.
- Haftpflichtversicherung (Basisschutz): 20 bis 40 Euro pro Jahr. Preisfaktoren sind die Deckungssumme (oft 100 Millionen Euro) und das Alter des Fahrers.
- Kombination mit Teilkasko: 40 bis 70 Euro pro Jahr. Dies beinhaltet Haftpflicht plus Schutz gegen Diebstahl, Vandalismus oder Wetterereignisse.
Welche Informationen benötigt man, um eine E-Scooter-Versicherung abzuschließen?
Beim Abschluss einer E-Scooter Versicherung müssen bestimmte Daten angegeben werden, um den Versicherungsschutz individuell anzupassen.
- Angaben zum E-Scooter:
- Hersteller und Modell: Zur Einstufung des Scooters.
- Seriennummer: Eindeutige Identifikation des Fahrzeugs.
- Straßenzulassung: Nachweis der Zulässigkeit gemäß eKFV.
- Persönliche Daten des Fahrers:
- Name und Anschrift: Für die Vertragsausstellung.
- Geburtsdatum: Einfluss auf die Beitragsberechnung.
- Versicherungsdetails:
- Nutzung: Privat oder gewerblich, da dies die Prämie beeinflussen kann.
- Zusatzversicherungen: Angaben zu gewünschtem Schutz.
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