Auf den ersten Wegen mit dem Laufrad oder Fahrrad soll euer Kind natürlich optimal geschützt sein. Darum gilt: Nie ohne Helm fahren! Grundsätzlich empfehlen wir bei jeder Ausfahrt einen Fahrradhelm aufzusetzen, da uns dieser im Ernstfall das Leben retten kann. Bei Kinderhelmen ist es noch wichtiger, dass sie richtig gut passen als bei Erwachsenen. Der kindliche Kopf befindet sich schließlich noch im Wachstum und ist daher besonders empfindlich.
Die richtige Helmgröße finden
Um zu wissen, welche Größe euer Kind hat, müsst ihr einmal den Kopfumfang ausmessen. Am besten nehmt ihr dafür ein flexibles Maßband und legt dieses etwa einen Zentimeter oberhalb der Augenbrauen eures Kindes an. Führt es an der breitesten Stelle einmal um den Kopf herum - so dass es knapp über den Ohren verläuft. Dann könnt ihr das Ergebnis ablesen. Sollte sich euer Kind dagegen wehren, versucht gern ein paar Mal hintereinander und nehmt den Mittelwert.
Handelsübliche Helme bieten ohnehin eine gewisse Spanne an Zentimetern, sodass ihr den Helm entsprechend anpassen könnt. Allerdings sind diese Maße nicht genormt - achtet also darauf, dass ihr einen aussucht, der eurem Kind auch noch längere Zeit passt. Liegt der Kopfumfang direkt an der Grenze zur nächsten Helmgröße, wählt lieber das größere Modell. Er lässt sich dann meist anpassen.
Wichtig ist, dass Du den Helm nicht zu groß kaufst. Ein Helm zum „Hineinwachsen“ ist nicht empfehlenswert: Nur ein Helm, der richtig passt, schützt bei einem Sturz. Übrigens: Kinderhelme werden erst für Kopfumfänge über 44 Zentimetern angeboten - meist entspricht das dem Alter von einem Jahr. In der Regel ist die Nackenmuskulatur von Kleinkindern erst ab dieser Kopfgröße stark genug, um das zusätzliche Gewicht des Helmes zu tragen.
Die Passform des Helms
Besonders wichtig bei der Wahl des Fahrradhelms ist, dass nicht jeder Helm auf jeden Kopf passt. Je nach Hersteller, haben Fahrradhelme leicht unterschiedliche Passformen. Darum kann es hilfreich sein, im Fachhandel einmal ein paar unterschiedliche Helme durchzuprobieren. So könnt ihr herausfinden, welche Marke am besten zum Kopf eures Kindes passt. Lasst euch hier gern beraten, so könnt ihr von der Erfahrung der Verkäufer profitieren.
Habt ihr keinen Fahrradladen in der Nähe, gibt es an den meisten Helme aber auch ausreichend Einstellungsmöglichkeiten, um die Passform im Inneren an den Kinderkopf anzupassen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Helm gut sitzt. Denn ein zu großer Helm dämpft den Schlag im Falle eines Sturzes weniger gut ab, ein zu kleiner Helm schützt nicht alle Bereiche des Kopfes.
Ein Kinderfahrradhelm in der richtigen Größe sitzt nicht zu locker und nicht zu fest. Er sollte auch nicht leicht verrutschen.
Wie der Helm richtig aufgesetzt wird
Damit ein Fahrradhelm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln, noch sollte er über die Stirn oder in den Nacken rutschen.
Zuerst nehmt Ihr gemeinsam die Helmeinstellung vor. Am Hinterkopf haben die meisten Fahrradhelme ein Verstellsystem, oft in Form eines Rädchens oder einer Ratsche. Schließt das Verstellsystem, bis der Helm fest, aber ohne zu drücken, auf dem Kopf sitzt! Bei manchen Helmen kannst Du nicht nur den Umfang, sondern auch die Höhe des Tragerings verändern und ihn weiter nach oben oder unten am Hinterkopf verschieben. Das verbessert zusätzlich den Sitz und die Passform.
Die Faustregel ist, dass der Helm circa zwei „kinderfingerbreit“ über den Augenbrauen abschließt und etwa rechtwinklig sitzt. So ist der Helm nicht zu tief im Nacken und nicht zu tief in der Stirn. Denn: Sitzt der Helm nicht richtig, kann er bei einem Sturz auf dem Kopf verrutschen und schützt nicht optimal.
Die vordere Helmkante sollte etwa auf Höhe der Augenbrauen sitzen und der Helm möglichst waagrecht auf dem Kopf eures Kindes liegen. Die Faustregel besagt, der Helm sollte parallel zum Boden bzw. horizontal sitzen.
Nachdem die Position und die Einstellung des inneren Kerns des Helms optimal eingestellt sind, kommen wir zu den Bändern. Wir wollen euch nun erklären wir ihr die Bänder eures Fahrradhelms richtig einstellt. Das Dreieck in dem sich das Ohr befindet lässt sich bei vielen Helm ebenfalls aufklappen und verstellen. Wir empfehlen, dass dieses ca. 1-2cm unterhalb des Ohrläppchen sitzt, um dem Helm Halt gegen seitliches Verrutschen zu geben.
Seitlich sollten die Riemen eng am Kopf und in einem Dreieck um das Ohr herumlaufen. Knapp unterhalb des Ohrläppchens laufen sie zusammen. Passt das nicht auf Anhieb, lässt sich das bei den meisten Helmen einstellen.
Wie auf dem Bild oben sollten die Bänder am Kinn anliegend sein und nicht locker sitzen. Dabei empfehlen wir, dass ihr einen bis zwei Finger zwischen Hals und Bänder stecken könnte, um bei Anstrengung und anschwellendem Hals ausreichend mit Luft versorgt zu sein. In keinen Fall solltet ihr die Bänder über das Kinn ziehen können, da der Helm sonst im Falle eines Sturzes verrutscht oder gar ganz vom Kopf rutscht.
Der Kinnriemen sollte so sitzen, dass gut ein fingerbreit Platz zwischen Hals und Gurt ist, ohne unangenehmen Druck zu erzeugen. Achtet gut darauf, dass Ihr beim Schließen des Riemens nicht die Haut einklemmt. Das kann sehr unangenehm sein und Helmtragen mit negativen Gefühlen verbinden. Das Anpassen des Kinnriemens könnt Ihr gemeinsam vornehmen. Wenn hier nichts zwickt oder einklemmt, ist ein großer Schritt zum glücklichen Helmtragen gemacht.
Tabelle: Checkliste für den richtigen Sitz des Fahrradhelms
| Punkt | Beschreibung |
|---|---|
| Größe | Gemessen am Kopfumfang, Helm sollte nicht zu locker oder zu fest sitzen. |
| Position | Waagerecht auf dem Kopf, vordere Kante etwa auf Höhe der Augenbrauen. |
| Riemen | Eng anliegend, bilden ein Dreieck um das Ohr, ein Finger Platz zwischen Kinn und Riemen. |
| Verstellsystem | Festgezogen, aber ohne Druckstellen zu verursachen. |
Weitere wichtige Hinweise
- Achtet unbedingt darauf, dass der Helm TÜV geprüft ist und/oder über eine CE-Kennzeichnung beziehungsweise ein GS-Siegel verfügt.
- Nach einem Sturz oder einem harten Schlag auf den Kopf solltest Du den Fahrradhelm austauschen. Auch wenn äußerlich nichts zu erkennen ist, kann das Material im Inneren einen Schaden erlitten haben und der Helm beim nächsten Sturz nicht seine volle Schutzwirkung entfalten.
- Eine Ausnahme bilden Fahrradhelme, die explizit für mehrere Schläge entwickelt wurden. Hierbei besteht der Schaum meist aus expandiertem Polypropylen (EPP), das bei kleineren (!) Schlägen und Stößen wieder zurück in seine Ausgangsform geht.
- Übrigens: Ein Fahrradhelm ist nicht unbegrenzt „haltbar“. Nach drei, spätestens fünf Jahren solltet Ihr den Fahrradhelm auch ohne Sturz austauschen. Das Material altert und so kann bei einem Sturz nicht mehr die volle Schutzwirkung sichergestellt werden.
Insbesondere Polster und Riemen solltet Ihr daher regelmäßig reinigen - auch um unangenehmen Gerüchen vorzubeugen. Das geht gut per Hand, oder wenn die Polster herausnehmbar sind auch im Schonwaschgang in der Waschmaschine. Verschmutzungen auf der Außenseite des Fahrradhelms entfernst Du am besten mit einem weichen Lappen und lauwarmen (Seifen-)Wasser.
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