Wie oft sollte man einen Fahrradhelm austauschen?

Ein guter Helm, egal ob Mountainbike-Helm oder Rennradhelm, ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Radfahren. Wie jedes andere Ausrüstungsteil (Fahrradprotektoren, Fahrradhandschuhe) weist er mit der Zeit einen Verschleiß auf. Aber wann und wie oft sollte man seinen Helm eigentlich wechseln?

Viele Radfahrer sind verunsichert, da die Empfehlung vieler Helmhersteller lautet, einen Fahrradhelm bereits nach wenigen Jahren im Einsatz gegen einen neuen auszutauschen. Immer wieder erreichen uns Leserbriefe mit der bangen Frage, ob denn der eigene Rennrad-Helm noch sicher sei? Viele mit dem Hinweis, man habe ihn immer gut gepflegt und er zeige auch keinerlei Dellen oder Risse.

Wann sollte man den Fahrradhelm austauschen?

Um die Frage zu beantworten, wann Sie Ihren Fahrradhelm austauschen sollten, gilt es einige Aspekte zu berücksichtigen. So ist die Fahrradhelm Haltbarkeit in Abhängigkeit davon, wie oft dieser genutzt wird. Die Pflege des Helmes ist ebenfalls von Bedeutung.

Grundsätzlich gilt: Fahrrad-, Reit- und Skihelme müssen nach einem Unfall ausgetauscht werden! Dies gilt auch, wenn keine offensichtlichen Schäden am Helm vorhanden sind.

Die Nutzungsdauer eines Helms beginnt mit dem Kauf und der ersten Benutzung des Artikels. Experten empfehlen, den Helm nach Beginn der Nutzungsdauer alle 3 bis 5 Jahre auszutauschen. Dies liegt daran, dass die Helmschale durch verschiedene Faktoren, insbesondere durch UV-Strahlung, beschädigt werden kann. UV-Strahlung führt dazu, dass das Material des Helms mit der Zeit spröde wird und an Schutzwirkung verliert. Fahrradhelme sind nicht für die Ewigkeit ausgelegt und schützen Radfahrer auch nicht mehr ausreichend, wenn erste Abnutzungserscheinungen sichtbar werden.

Es ist wichtig, einen Fahrradhelm sofort auszutauschen, wenn er in einen Unfall verwickelt war. Für die Sicherheit ist dies von enormer Bedeutung, selbst wenn der Schaden nicht gravierend erscheint. Fahrradhelme sollen Ihren Kopf im Falle eines Sturzes schützen.

Helme, die älter als acht Jahre sind und maximal 5 Jahre genutzt wurden, müssen ebenfalls ausgetauscht werden, unabhängig davon, wie oft oder wie intensiv der Helm benutzt wurde.

Auch ohne Sturz kann ein Rennrad-Helm leiden. Quetschmarken auf der Schale, die beispielsweise durch den Transport im voll gepackten Radkoffer entstanden sein können, sind ­zumindest ein Alarmsignal. Selbst wenn der Helm auf den ersten Blick unbeschädigt wirkt, können die Styroporkügelchen unter der ­äußeren Polycarbonatschale gelitten haben. Dann ist die volle Schutzwirkung nicht mehr gewährleistet. Auch die aggressive UV-Strahlung der Sonne und große Temperatur­schwankungen schwächen den Verbund zwischen den kleinen, weißen Kügelchen mit der Zeit.

Anzeichen dafür, dass ein Austausch notwendig ist

  • Sichtbare Risse oder Verformungen an der Außenschale
  • Abnutzung im Inneren, bei der das Polystyrol freiliegt
  • Ausgefranste Riemen oder defektes Verschlusssystem
  • Der Helm passt nicht mehr richtig oder wackelt stark
  • Kontakt mit Chemikalien, die die Materialien beschädigt haben könnten

Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, zögern Sie nicht: Ersetzen Sie den Helm so bald wie möglich, um Ihre Sicherheit beim Radfahren zu gewährleisten.

Crash-Replacement und Ersatzteile

Nach einem Sturz mit Aufprall auf hartem Untergrund darf der Helm nicht weiter benutzt werden, da die Innenschale nicht auf Anhieb sichtbare Risse bekommen haben könnte. Würde man mit einem vor­geschädigten Helm erneut stürzen, hätte er nicht mehr seine volle Schutzfunktion, vermeidbare Schädelverletzungen wären die Folge.

Als Anreiz zum Tausch bieten die Helmhersteller aus Kulanz Unfallersatz-Regelungen an (Crash Replacement). Sie gelten in der Regel für zwei bis drei Jahre ab Kaufdatum und bieten einen neuen Helm zum halben Neupreis beim Tausch gegen den alten.

Materialermüdung und UV-Strahlung

Was die meisten Leute nicht wissen: Selbst der beste Helm und seine Komponenten können schneller als normal verschleißen. Korrekte Handhabung des Helms und regelmäßige Pflege sind entscheidend.

Die Faustregel, den Fahrradhelm alle 3-5 Jahre auszutauschen, sollte nur als Richtwert angesehen werden. Es gibt keine feste Regel, wann Sie Ihren Fahrradhelm nach einem Sturz wechseln sollten oder nicht. Es gilt jedoch ein paar Aspekte zu beachten. Wenn der Helm sichtbare Schäden aufweist, muss er ersetzt werden.

Man sollte sich stets vor Augen führen, dass ein Fahrradhelm nur dann effektiv ist, wenn er in gutem Zustand ist. Wenn der Schaum im Inneren des Helms komprimiert wurde, bietet der Helm im Falle eines weiteren Sturzes nicht mehr denselben Schutz. Das Ersetzen eines Fahrradhelms nach einem Unfall ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Tatsächlich spricht man von Alterung beim EPS, verursacht durch UV-Strahlung in Form von Sonnenlicht und Temperaturwechseln. Mit den Jahren lassen die Bindungskräfte zwischen den Kügelchen etwas nach, was man jedoch mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Die Rolle des Kinnriemens

Unter bestimmten Bedingungen können Kinnriemen reißen. Mögliche Ursachen für vorzeitigen Materialverschleiß sind unsachgemäße Reinigung mit lösungsmittelhaltigen Mitteln und übermäßige UV-Belastung, insbesondere in Kombination mit Kosmetika, z. B. Sonnencremes.

Verwenden Sie Ihren Helm unter keinen Umständen, wenn der Kinnriemen reißt. Und bitte versuchen Sie nicht, den Kinnriemen selbst zu reparieren. Wenden Sie sich stattdessen direkt an den Hersteller! Viele Hersteller helfen Ihnen gerne weiter und ersetzen Ihren Helm kostenlos durch ein gleichwertiges Produkt, sofern der Helm nicht älter als fünf Jahre ist.

Pflege und Lagerung zur Verlängerung der Lebensdauer

Auch wenn Fahrradhelme eine begrenzte Lebensdauer haben, können Sie mit richtiger Pflege ihre Schutzwirkung während der gesamten Nutzungszeit aufrechterhalten. Hier sind einige wichtige Tipps zur Wartung:

  • Reinigen Sie das Innere mit lauwarmem Wasser und neutraler Seife; vermeiden Sie aggressive Chemikalien.
  • Lassen Sie den Helm an der Luft trocknen, fern von Wärmequellen, die die Struktur verformen könnten.
  • Bewahren Sie den Helm an einem kühlen, trockenen Ort auf, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, wenn er nicht verwendet wird.
  • Lassen Sie den Helm nicht an heißen Tagen im Auto liegen, da hohe Temperaturen das Polystyrol beschädigen und die Schutzwirkung im Falle eines Aufpralls beeinträchtigen können.
  • Untersuchen Sie Ihren Helm regelmäßig auf Abnutzung oder Schäden. Achten Sie besonders auf die Riemen, das Verstellsystem und die innere Struktur.

Ebenso wie der Altershinweis ist auch die ­Pflege des Helms vom Hersteller in der Benutzer­information anzugeben. Kurz: Der Helm sollte nicht mit Lösungsmittel gereinigt werden, sondern lediglich mit lauwarmer ­Seifenlauge. Zudem sollte man den Helm keiner Hitze über 60 Grad aussetzen und ihn bei ­Nichtgebrauch trocken und vor Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung geschützt ­aufbewahren.

Zusätzliche Informationen sind auch in der Bedienungsanleitung enthalten, die jedem Helm beiliegt.

Herstellungsdatum

Das Produktionsdatum, das mit einem Fabriksymbol gekennzeichnet ist, finden Sie auf einem Etikett im Inneren jedes Helms. Hier finden Sie auch den Produktnamen, den Helmtyp, die Größe und das Gewicht.

Kommt ein Austausch nach drei Jahren Gebrauch, den viele Hersteller empfehlen, vielleicht viel zu früh? Die Helmanbieter sind zumindest per EU­Richtlinie und Norm zu einem Hinweis auf die Verfallszeit verpflichtet.

Präzise handelt es sich dabei um die Norm EN 1078:2012 und die Rich­tlinie 89/686 für die persönliche Schutzausrüstung (PSA), die besagt, dass die Helmen beiliegende Benutzerinformation, neben Hinweisen zur Pflege und dem bestimmungsgemäßen Gebrauch, ein Verfallsdatum oder die Verfallszeit enthalten muss.

Die Uhr tickt ab dem Herstellungs­datum, weshalb ein Blick darauf beim Kauf ratsam ist: Ein Schnäppchen könnte sich als bereits lange ­lagernder ­Ladenhüter entpuppen, der gemäß der Herstellerempfehlung schon nach einem oder zwei Jahren ausgetauscht werden müsste. Achten Sie deshalb beim Kauf auf den kleinen Aufkleber mit dem Herstellungsdatum innen im Helm.

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