Viele Menschen sehnen sich nach der Freiheit auf dem Motorrad. Schon bei vielen jungen Leuten ist der Wunsch groß, ein eigenes Zweirad zu besitzen. Ein 125ccm-Motorrad macht’s möglich. Doch was gilt es zu beachten hinsichtlich der Leichtkrafträder? Wie unterscheidet sich ein 125ccm-Motorrad von “großen” Modellen? Welchen Führerschein benötigen Sie?
Als 125ccm-Motorrad gelten Leichtkrafträder, die einen Hubraum von höchstens 125 cm³ besitzen und deren Leistung höchstens 11 kW erreicht. Eine ausführliche Erläuterung finden Sie hier.
Geschwindigkeit und Leistung
Die Größe des Hubraums ist entscheidend für die Motorleistung. Der Hubraum bezeichnet das Volumen des Zylinderteils, in dem sich der Kolben hin- und herbewegt. Bei Motoren mit mehreren Zylindern summieren sich die Volumen dieser Zylinderteile. Aufgrund des auf 125ccm begrenzten Hubraums, ist die Motorleistung geringer als bei anderen Motorrädern.
Die 125er haben für den A1 alle einen H9braum von 125 ccm und eine maximale Leistung von 15 PS. Die Höchstgeschwindigkeit ist egal. Aufgrund der Leistung und des Gewichts fahren die dann aber alle fast gleich schnell so um die 115 - 120.
Trotz der verhältnismäßig geringen Leistung bietet ein 125ccm-Motorrad einige Vorteile. Wer es eher gemütlich mag oder überwiegend im Stadtverkehr unterwegs ist, greift stattdessen zu einem Leichtkraftroller, Stadtflitzer oder einem 125ccm-Motorrad mit Elektroantrieb.
Mit Motorrädern der 125-ccm-Klasse können Sie je nach Marke und Modell bis zu 130 km/h fahren. Das reicht für die Landstraße allemal und sogar für kurze Abschnitte auf der Autobahn, um mit dem Strom mitzuschwimmen.
Um den theoretischen Angaben zu entfliehen haben wir uns auf die Socken gemacht, sind Landstraßen rauf- und runtergebrettert und haben mittels GPS-Messungen Daten erhalten. Wie verhalten sich die Bikes in der Praxis, also auf dem Asphalt, wo sie auch hingehören?
Zur objektiven Bewertung der Beschleunigungsleistung von Mopeds bis 125 cm³ mit manuellem Getriebe wird die Geschwindigkeit von 0 bis 80 km/h gemessen. Dabei kommt ein GPS-basiertes Messsystem zum Einsatz, das präzise Zeit- und Geschwindigkeitsdaten liefert. Die präzise Messung der Beschleunigung ist ein wichtiger Aspekt zur Beurteilung der Fahrleistung von motorisierten Zweirädern.
Bei Rollern bis 125 ccm bietet sich die Geschwindigkeitsmessung mittels GPS als einfache und zuverlässige Methode an, um die Beschleunigungszeit von 0 auf 80 km/h zu erfassen. Gerade bei Rollern über 125 ccm, die häufig in städtischen und ländlichen Bereichen verwendet werden, ist die GPS-gestützte Geschwindigkeitsmessung eine wertvolle Unterstützung, um die genaue Fahrgeschwindigkeit zu überwachen und gegebenenfalls zu optimieren.
Die Messung der Beschleunigungszeit von 50 auf 120 km/h ist ein praxisrelevanter Indikator für die Überholfähigkeit und Elastizität eines Motorrads, insbesondere bei Fahrten auf Landstraßen. Für Motorräder, die der A2-Führerscheinklasse entsprechen (max. 35 kW/48 PS und ein Verhältnis von Leistung zu Gewicht ≤ 0,2 kW/kg), liefert diese Messung wichtige Hinweise auf die Leistungsreserven innerhalb der gesetzlichen Beschränkungen.
Führerscheinanforderungen
Wer ein Motorrad mit 125 ccm fahren möchte, benötigt dafür den Führerschein der Klasse A1. Der A1-Führerschein für ein Motorrad mit 125 ccm sieht keine Höchstgeschwindigkeit vor. Seit Anfang 2020 ist unter bestimmten Voraussetzungen auch zusätzlich eine Schlüsselzahl zur B-Fahrerlaubnis (Pkw) anerkannt.
Normalerweise ist für das Fahren von Leichtkrafträdern mindestens eine Fahrerlaubnis der Klasse A1 erforderlich. Um diesen zu erwerben, müssen Sie 16 Jahre alt sein. Wer bereits den Motorradführerschein A besitzt, darf damit auch ein Motorrad bis 125 ccm fahren.
Sie können Ihren Autoführerschein um die Schlüsselnummer 196 erweitern, um ein 125ccm-Motorrad fahren zu dürfen, wenn Sie mindestens 25 Jahre alt sind, bereits seit fünf Jahren Autofahren dürfen und eine Fahrschulung absolvieren. In diesem Abschnitt beschreiben wir die Bedingungen genauer oder Sie schauen sich das folgende Video dazu an.
Wollen Sie mit einem 125er-Motorrad auf öffentlichen Straßen fahren, benötigen Sie einen Führerschein der Klasse A1 oder B mit der Schlüsselzahl 196. Der A1-Führerschein befugt zum Fahren von Krafträdern bis maximal 125ccm, wobei die Motorleistung 11 kW nicht übersteigen darf.
Ursprünglich galt bei einem 125ccm-Führerschein (A1) für Fahrer unter 18 Jahren eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Die Motorräder mussten im Zweifel in der Geschwindigkeit gedrosselt werden. Diese Begrenzung gibt es nun nicht mehr. Alle Besitzer eines A1-Führerscheins können mit einem 125ccm-Motorrad nun bis zu 110 km/h schnell fahren.
Allerdings dürfen Sie nur innerhalb von Deutschland ein 125ccm-Motorrad mit dem Autoführerschein fahren.
Führerscheinklassen im Überblick
| Führerscheinklasse | Was darf gefahren werden? | Alter |
|---|---|---|
| A | Alle zwei- und dreirädrige Fahrzeuge | ab 20 (bei Vorbesitz der Klasse 2; mindestens 2 Jahre) |
| A1 | Krafträder mit einem Hubraum von bis zu 125 ccm und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 kW | ab 16 |
| A2 | Krafträder bis 35 kW; Motorleistung ohne Hubraumbegrenzung | ab 18 |
Fahrschulausbildung und Kosten
Wenn Sie sich entscheiden, einen Führerschein für ein 125ccm-Motorrad zu erwerben, stehen Sie schnell vor der Frage, wie die genaue Ausbildung in diesem Fall aussieht. Wie auch sonst beim Erwerb einer Fahrerlaubnis, müssen Sie eine Reihe an Theorie- und Praxisstunden absolvieren.
Die Länge der praktischen Grundausbildung hängt maßgeblich davon ab, wie gut und schnell Sie als Fahrschüler mit einem 125ccm-Motorrad zurecht kommen. Anschließend folgen die Pflichtstunden. Zu ihnen gehören insbesondere die Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten.
Seit dem 1.1.2021 absolvieren Prüflinge eine „optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung“, die darauf abzielt, die Unfallgefahr für Fahranfänger zu reduzieren.
Es ist weder eine theoretische noch eine praktische Prüfung erforderlich. Liegen die Voraussetzungen vor, müssen Sie zusätzlich insgesamt neun Unterrichtseinheiten à 90 Minuten (vier praktisch und fünf theoretisch) absolvieren. Anschließend wird die Schlüsselzahl 196 auf Ihrem Führerschein ergänzt und Sie dürfen mit einem 125ccm-Motorrad fahren.
Die Theorieprüfung können Sie sogar schon drei Monate vor dem 16.
Ähnlich wie bei der Fahrerlaubnis für das Auto gilt auch beim 125er Führerschein, dass die Kosten stark von den Fähigkeiten und dem persönlichen Lernerfolg des Fahrschülers abhängen. Wer schneller lernt und das Motorrad schneller beherrscht, benötigt weniger Stunden und spart demnach auch Geld. Eine genaue Kostenaussage ist deshalb kaum möglich. Im Schnitt muss ein Fahrschüler zwischen 20 und 30 Praxisstunden auf dem 125ccm-Motorrad einkalkulieren.
Tipp: Vergleichen Sie mehrere Fahrschulen miteinander, bevor Sie bei einer Schule mit dem Unterricht für ein Motorrad mit 125er Hubraum beginnen. Vergleichen Sie die Kosten insbesondere für die Fahrstunden und verschaffen Sie sich einen persönlichen Eindruck. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Fahrlehrer kennenzulernen und etwas über die Fahrzeuge der Schule zu erfahren. Erkundigen Sie sich unbedingt, ob die Fahrschule die erforderliche Schutzkleidung stellt oder ob Sie diese selbst mitbringen müssen.
Verkehrsregeln und Zulassung
Nein. Sie müssen sich an dieselben Regeln halten wie andere Motorrad- und PKW-Fahrer auch. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Motorrad-Bußgeldkatalog.
Ein 125ccm-Motorrad wird auch als Leichtkraftrad bezeichnet. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Motorrad mit 125 ccm Hubraum und einer Leistung von nicht mehr als 15 PS bzw. 11 kW.
Ja, eine ordnungsgemäße Zulassung bei der zuständigen Zulassungsstelle ist ebenso wie eine Haftpflichtversicherung verpflichtend.
Versicherung
Wie für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland, ist auch für ein Leichtkraftrad zumindest eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Die Höhe des Versicherungsbeitrags können Versicherer selbst festlegen. Es kann sich also lohnen, mehrere Angebote einzuholen und Anbieter miteinander zu vergleichen.
Entscheiden Sie sich dabei nicht einfach für den günstigsten Tarif. Achten Sie dabei auf das Preis-Leistungsverhältnis und die genauen Versicherungskonditionen.
Ein Leichtkraftrad verursacht aber grundsätzlich geringere Versicherungskosten als ein Motorrad mit höherer Leistung. Auch Faktoren wie die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und das Alter des Versicherten spielen dabei eine Rolle.
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