E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sei es für den täglichen Arbeitsweg oder für entspannte Touren in der Freizeit. Eine der häufigsten Fragen, die sich dabei stellt, ist: Wie schnell fährt ein E-Bike?
Was ist ein E-Bike?
Ein E-Bike, kurz für Elektrofahrrad, ist ein Fahrrad, das mit einem elektrischen Motor ausgestattet ist, der die Tretkraft des Fahrers unterstützt. Die ersten Konzepte von E-Bikes reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück.
Ein E-Bike besteht aus einem Elektromotor, einem Akku, einer Steuereinheit und Sensoren, die deine Tretbewegungen messen. Je nach Modell kann der Motor am Vorderrad, Hinterrad oder in der Mitte des Fahrrads angebracht sein.
E-Bike vs. Pedelec: Was ist der Unterschied?
Obwohl meistens vom E-Bike gesprochen wird, gibt es wichtige Unterschiede zwischen E-Bikes und Pedelecs. Mit dem E-Bike kannst du wie mit einem Mofa fahren, auch wenn du nicht trittst. Beim Pedelec musst du treten, damit der Elektromotor dich unterstützt.
Das Pedelec ist verkehrsrechtlich ein Fahrrad, das E-Bike ist ein Kleinkraftrad mit geringer Leistung. Die meisten E-Bikes in Deutschland sind genau genommen Pedelecs. Der Begriff Pedelec hat sich aber nicht durchgesetzt. Deshalb wird allgemein meistens vom E-Bike gesprochen.
Was ist ein E-Bike?
Ein E-Bike ist mit einem bis zu 500 Watt starkem Motor rechtlich kein Fahrrad. E-Bikes gehören zur Klasse der Kleinkrafträder mit geringer Leistung. Sie funktionieren auf Knopfdruck (Drehknopf oder Schalthebel) auch ohne Pedalunterstützung. Das bedeutet: Du musst nicht treten, um mit dem E-Bike fahren zu können.
Es gibt sie in drei Varianten:
- E-Bikes mit bis zu 20 km/h Höchstgeschwindigkeit: Fallen in die Kategorie Leichtmofa.
- E-Bikes mit bis zu 25 km/h Höchstgeschwindigkeit: Fallen in die Kategorie Mofa.
- E-Bikes mit bis zu 45 km/h Höchstgeschwindigkeit: Gelten als Kleinkrafträder mit elektrischem Antrieb.
Was ist ein Pedelec?
Pedelec bedeutet Pedal Electric Cycle. Nur wenn der Fahrer in die Pedale tritt, springt ein Elektromotor an. Du kannst mit einem Pedelec auch „ganz normal“ Fahrrad fahren und auf den Motor verzichten. Pedelecs mit einer Unterstützung bis zu 25 km/h und einem maximal 250 Watt starken Motor sind verkehrsrechtlich Fahrräder.
Was ist ein S-Pedelec (Speed-Pedelec)?
S-Pedelecs sind sogenannte Speed-Pedelecs und werden auch Schweizer Pedelecs genannt. Sie sind rechtlich keine Fahrräder, sondern Kleinkrafträder, genau wie E-Bikes. Wenn du in die Pedale trittst, kannst du mit einem S-Pedelec eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen. Die maximale Leistung des Motors beträgt 500 Watt.
Geschwindigkeitsbegrenzungen und Durchschnittsgeschwindigkeiten
In Deutschland sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen für E-Bikes klar definiert. Pedelecs, die am häufigsten verbreiteten E-Bikes, dürfen maximal 25 km/h mit Motorunterstützung fahren. S-Pedelecs, die als Kleinkrafträder klassifiziert sind, dürfen bis zu 45 km/h schnell sein.
Wer die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreitet oder ein nicht zugelassenes E-Bike fährt, riskiert Bußgelder, Punkte in Flensburg und den Verlust des Versicherungsschutzes.
Die durchschnittliche Geschwindigkeit eines E-Bikes hängt stark vom Typ ab. Normale Pedelecs bieten Unterstützung bis zu 25 km/h. Im Alltag erreichen viele Fahrer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 20-25 km/h. Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern, die durchschnittlich 15-20 km/h erreichen, bieten E-Bikes eine deutlich höhere Geschwindigkeit.
Ein Untrainierter fährt normalerweise im Durchschnitt mit einem normalen Fahrrad zwischen 15 und 22 km/h. Auf dem E-Bike oder Pedelec sind das natürlich als Untrainierter im Durchschnitt mehr: Dort fährt man mit dem Rad zwischen 20 und 25 km/h.
Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen
Viele Faktoren beeinflussen die Geschwindigkeit von E-Bikes.
- Motorleistung: Die Motorleistung spielt eine entscheidende Rolle für die Geschwindigkeit eines E-Bikes. Standard-Pedelecs haben in der Regel eine Motorleistung von 250 Watt, was für die Unterstützung bis 25 km/h ausreicht.
- Akkukapazität: Die Akkukapazität bestimmt, wie lange und wie weit du mit deinem E-Bike fahren kannst. Ein größerer Akku ermöglicht längere Fahrten und eine gleichbleibende Unterstützung auch bei höheren Geschwindigkeiten.
- Unterstützungsstufen: E-Bikes bieten verschiedene Unterstützungsstufen, die du je nach Bedarf und Fahrbedingungen einstellen kannst.
- Gelände: Die Geschwindigkeit deines E-Bikes kann stark von der Beschaffenheit des Terrains abhängen. Auf glatten, ebenen Straßen erreichst du höhere Geschwindigkeiten als auf unebenem Gelände oder Schotterwegen.
- Gewicht: Das Gewicht des Fahrers und zusätzliches Gepäck wirken sich auf die Geschwindigkeit und die Akkuleistung aus.
- Wetterbedingungen: Wetterbedingungen wie starker Gegenwind, Regen oder extreme Temperaturen können die Leistung und Geschwindigkeit deines E-Bikes beeinträchtigen.
Rechtliche Aspekte
Bei E-Bikes im Straßenverkehr musst du ein paar Dinge beachten. Es gibt rechtliche Unterschiede zwischen E-Bikes und Pedelecs, die du kennen solltest.
Betriebserlaubnis
Hersteller von E-Bikes und S-Pedelecs müssen beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) für jedes Modell eine sogenannte Betriebserlaubnis einholen. Die Betriebserlaubnis bestätigt, dass das Fahrzeug der Straßenverkehrsordnung entspricht.
Zulassung
Für alle drei E-Bike-Varianten und für das S-Pedelec brauchst du ein Versicherungskennzeichen. Das Nummernschild bekommst du von deinem Versicherungsanbieter, wenn du eine Kfz- oder Mopedversicherung abschließen.
Führerschein
Ob du einen Führerschein für dein Elektrofahrrad brauchst, hängt von deinem Modell ab:
- Für das normale Pedelec brauchst du keinen Führerschein.
- Für das S-Pedelec brauchst du einen Führerschein der Klasse AM.
- Für ein E-Bike mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h musst du mindestens 15 Jahre alt sein und eine Mofa-Prüfbescheinigung haben.
- Für das E-Bike mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h brauchst du eine Mofa-Prüfbescheinigung.
- E-Bikes mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sind Kleinkrafträder. Du musst mindestens 16 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse AM haben.
Radwegnutzung
Mit E-Bikes, die bis zu 25 km/h schnell fahren, darfst du nur Radwege benutzen, die mit dem Schild „Mofas frei“ gekennzeichnet sind. Das gilt nicht für das E-Bike mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und für Speed-Pedelecs. Mit den beiden Modellen darfst du nur auf der Straße fahren.
Helmpflicht
Die Helmpflicht variiert je nach E-Bike-Typ:
- Bei einem normalen Pedelec musst du keinen Helm tragen (wird aber empfohlen).
- Beim S-Pedelec mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h musst du einen Schutzhelm tragen.
- Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h besteht keine Helmpflicht (wird aber empfohlen).
- Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h ist ein Schutzhelm Pflicht.
- Bei E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h besteht Helmpflicht.
Alkohol
Für E-Bike- und S-Pedelec-Fahrer gelten dieselben Alkoholbestimmungen wie für Autofahrer. Laut §24a StVG sind schon 0,5 Promille Alkohol im Blut eine Ordnungswidrigkeit.
Sicherheitshinweise
Beim Thema Geschwindigkeit spielt die Sicherheit immer eine ganz wichtige Rolle. Achte auf folgende Punkte:
- Gewöhne dich in einer verkehrsarmen Umgebung an das E-Bike- oder Speed Pedelec- Fahren.
- Trage immer einen Helm, um dich vor Verletzungen zu schützen.
- Achte auf den Zustand deines E-Bikes und führe regelmäßige Wartungen durch.
- Informiere dich über die geltenden Verkehrsregeln und Bestimmungen in deiner Region.
E-Bike Tuning: Illegal und gefährlich
Tatsächlich ist es möglich, die Geschwindigkeitsbegrenzung des Motors aufzuheben. Das ist zum Beispiel durch das Manipulieren der Geschwindigkeitsmessung oder das Aktivieren der Tretunterstützung auch über 25 km/h hinaus erreichbar.
Aber: E-Bike Tuning ist illegal. Wenn du dein E-Bike tunst und somit die Geschwindigkeit erhöhst, steigt zugleich auch die Unfallgefahr. Damit stellt dein getuntes E-Bike nicht nur eine Gefahr für dich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer dar. Wenn du dann einen Unfall verursachst, zahlt deine private Haftpflichtversicherung nicht.
Vergleich: E-Bike vs. Speed Pedelec
Hier ist eine Tabelle, die die Unterschiede zwischen E-Bikes und Speed Pedelecs zusammenfasst:
| Merkmal | E-Bike / Pedelec | Speed Pedelec |
|---|---|---|
| Max. Geschwindigkeit | 25 km/h | 45 km/h |
| Rahmenform | Low, mid oder high-step | Mid oder high-step |
| Sitzhaltung | Aufrecht, aktiv oder sportlich | Aktiv oder sportlich |
| Motorkapazität | 65 Nm | 75 Nm |
| Rechtliche Einstufung | Fahrrad | Kleinkraftrad |
| Führerschein erforderlich | Nein | Ja (Klasse AM) |
| Helmpflicht | Empfohlen | Ja |
| Radwegnutzung | Ja (teilweise) | Nein |
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