Wie schnell fahren 125ccm Motorräder wirklich?

Viele Menschen sehnen sich nach der Freiheit auf dem Motorrad. Um die Freiheit auf zwei Rädern genießen zu können, braucht es einen Führerschein für die entsprechende Fahrzeugklasse. Welche Geschwindigkeiten mit einem 125ccm Motorrad möglich sind, welche Führerscheinklassen benötigt werden und welche Modelle besonders beliebt sind, erfahren Sie hier.

Führerschein für 125ccm Motorräder

Mit welchem Führerschein ein 125ccm-Motorrad gefahren werden darf, ist in Deutschland klar geregelt. Sie benötigen den Führerschein der Klasse A1, um mit einem 125ccm-Motorrad fahren zu können. Darüber hinaus berechtigen auch die Klassen A und A2 zum Fahren. Seit 1.1.2020 berechtigt auch der Führerschein Klasse B mit der Schlüsselzahl 196 zum Fahren eines 125ccm-Motorrads.

Mindestalter

Ab einem Alter von 16 Jahren dürfen Sie ein 125ccm-Motorrad fahren, wenn Sie über einen Führerschein der Klasse A1 verfügen. Wer möglichst früh mobil sein will, kann dafür auf ein einspuriges Kraftfahrzeug zurückgreifen. Ein 125ccm-Motorrad darf ab einem Alter von 16 Jahren gefahren werden.

B196-Erweiterung

Wer bereits die Führerscheinklasse B/BE (Autoführerschein/Autoführerschein mit Anhänger) besitzt, kann mit ein paar Voraussetzungen auch ohne zusätzliche Prüfung Motorräder der Klasse A1 (125-ccm-Klasse) fahren. Seit 2020 gibt es für Führerscheininhaber der B-Klassen die Erweiterung B196. Mit ihr dürfen nach einer absolvierten theoretischen und praktischen Ausbildung Motorräder in Deutschland gefahren werden - ganz ohne Prüfung.

Voraussetzungen für B196

  • Der B196-Anwärter muss mindestens fünf Jahre im Besitz eines Pkw-Führerscheins sein.
  • Mindestalter: 25 Jahre.
  • Absolviert werden müssen neun Schulungsstunden - mindestens vier theoretische und fünf praktische Unterrichtseinheiten von jeweils 90 Minuten Dauer in einer Fahrschule.

Wer die Voraussetzungen erfüllt und an Theorie- und Praxisfahrstunden teilgenommen hat, bekommt von der Fahrschule eine Bescheinigung ausgestellt. Mit dieser - und einem aktuellen Passfoto - geht man zum ortsansässigen Straßenverkehrsamt und lässt sich einen neuen Führerschein ausstellen. Hinter der Klasse B wird die dann die Schlüsselnummer 196 eingetragen.

Kosten der B196-Erweiterung

Für Fahr- und Theoriestunden, Passfotos und Bearbeitungsgebühr beim Straßenverkehrsamt müssen Sie je nach Bundesland mit zwischen 700 und 900 Euro rechnen. Zum Vergleich: Der A1-Führerschein kostet zwischen 1000 und 1700 Euro.

Was darf ich mit B196 fahren?

Ist der neue Führerschein da, dürfen Sie neben den Kraftfahrzeugen der Klasse B auch Krafträder der Klasse A1 fahren. Das heißt: Motorräder mit einem Hubraum von nicht mehr als 125 cm3 und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 kW, wenn das Leistung/Leergewicht-Verhältnis 0,1 kW/kg nicht übersteigt. Dreirädrige Kraftfahrzeuge dürfen sogar bis 15 kW geführt werden.

Höchstgeschwindigkeit von 125ccm Motorrädern

Bis zum Jahr 2013 durften unter 18-jährige Fahrer mit dieser Art von Kraftrad maximal 80 km/h fahren. Diese Begrenzung gibt es nun nicht mehr. Alle Besitzer eines A1-Führerscheins können mit einem 125ccm-Motorrad nun bis zu 110 km/h schnell fahren. Mit Motorrädern der 125-ccm-Klasse können Sie je nach Marke und Modell bis zu 130 km/h fahren.

Die meisten 125er fahren an der Spitze ca. 110-120 km/h. Die 125er haben für den A1 alle einen Hubraum von 125 ccm und eine maximale Leistung von 15 PS. Die Höchstgeschwindigkeit ist egal. Aufgrund der Leistung und des Gewichts fahren die dann aber alle fast gleich schnell so um die 115 - 120. Von der Endgeschwindigkeit sind sie unterschiedlich, manche schaffen nur 80 andere mit ach und krach 120 km/h.

Die meisten 125 ccm Motorräder erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100-120 km/h. Natürlich hängt das von mehreren Faktoren ab, wie etwa:

  • Modell und Motorleistung: Die KTM Duke 125, Aprilia RS125 und Yamaha YZF-R 125 gehören mit rund 120 km/h zu den schnellsten Vertretern ihrer Art.
  • Fahrergewicht: Ein leichter Fahrer kann ein paar km/h mehr rausholen als ein schwererer.
  • Windschatten und Aerodynamik: Aufrechter Sitz = mehr Luftwiderstand.
  • Straßenzustand: Bergauf wird es natürlich etwas langsamer, bergab kannst du noch ein bisschen extra Speed mitnehmen.

Beliebte 125ccm Motorrad Modelle

Seitdem Autofahrer nach einer Schulung 125er-Motorräder fahren dürfen, wächst das Interesse an den flinken Einsteiger-Bikes. Hier sind einige der beliebtesten Modelle:

  1. KTM 125 Duke: Die Österreicherin ist der messerscharfen KTM 790 Duke wie aus dem Gesicht geschnitten. Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 114 km/h an. Preis: ab 4850 Euro.
  2. Yamaha MT-125: ABS und Euro 4 sind Standard. Preis: ab 4799 Euro.
  3. Honda CB 125 R: Der Einzylinder der CB 125 R leistet 13,3 PS, ABS und Euro 4 sind Serie. Preis: ab 4386 Euro.
  4. Beta RR 125 LC Enduro: Ab 4500 Euro müssen angelegt werden.
  5. Aprilia SX 125: Auch sie reizt die 15 PS voll aus und läuft bis zu 110 km/h schnell. Preis: ab 3630 Euro.
  6. Yamaha YZF-R125: 120 km/h Spitze sind drin. Auch das Handling überzeugt. Die YZF-R125 kostet ab 5117 Euro.
  7. Kawasaki Z 125: Sie ist technisch beinahe identisch mit der verkleideten Mini-Ninja. Das bedeutet, dass sie einen 15 PS starken Einzylinder hat, der 113 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich macht. Preis: ab 4195 Euro.
  8. Honda Monkey: Honda gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 90 km/h an. Die Preise beginnen bei 4192 Euro.
  9. Suzuki GSX-S 125: Die Höchstgeschwindigkeit der GSX-S 125 gibt Suzuki mit 107 km/h an. Das Naked Bike kostet mit 4190 Euro etwas weniger als das verkleidete Pendant. ABS ist an Bord.
  10. F.B Mondial HPS 125i: Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 99 km/h an.

Elektro-Alternativen

Elektromotorräder sind eine umweltfreundliche Alternative zu Verbrennern. Hier sind einige Modelle:

  • Super Soco TCmax: Höchstgeschwindigkeit von bis zu 95 km/h, Reichweite bis zu 110 Kilometern.
  • NIU RQi: 110 km/h, Reichweite von etwa 120 Kilometern.
  • Kawasaki Ninja e-1: ca. 100 km/h, Reichweite von 72 Kilometern.

Elektromotorräder in der 125er-Klasse können alltagstauglich sein, solange du deine Fahrweise und Ladeinfrastruktur ein wenig berücksichtigst. Aufgrund der kleinen Batterie kannst du alle genannten Elektromotorräder problemlos zuhause aufladen, ohne dass du in eine Wandladestation (Wallbox) investieren musst - eine Haushaltssteckdose genügt.

Zulassung und Versicherung

Bei einem Motorrad bis zu 125 ccm Hubraum ist es allerdings nicht ganz so einfach, denn dieses muss bei der Zulassungsbehörde für den Straßenverkehr zugelassen werden.

Kfz-Steuern

Für Krafträder zahlen Sie grundsätzlich eine Kfz-Steuer von 1,84 Euro je 25 ccm Hubraum.

Versicherung

Wie für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland, ist auch für ein Leichtkraftrad zumindest eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Die Höhe des Versicherungsbeitrags können Versicherer selbst festlegen. Die 125cm-Versicherung verursacht geringere Kosten, als wenn Sie ein leistungsfähigeres Motorrad versichern möchten.

Die Kfz-Haftpflicht sichert Sie ab, wenn Sie selbst einer anderen Person bei der Benutzung des Motorrads einen Schaden verursachen. Um eine gute Versicherung für Ihr 125ccm-Motorrad mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis zu finden, empfiehlt sich ein Vergleich im Internet.

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