Sie haben die Motorradfahrprüfung bestanden? Gratulation! Bevor Sie Ihre erste Tour unternehmen, stehen nun ein paar wichtige Entscheidungen an: Welches Motorrad soll angeschafft werden? Worauf kommt es bei der Ausrüstung an? Welche Fahrtechniken helfen, sicher auf zwei Rädern unterwegs zu sein? Nicht nur für Motorrad-Anfänger sind die Tipps von HDI zum Thema Motorradkauf, Schutzbekleidung, Fahrpraxis und Motorradversicherung eine gute Basis für den sicheren Start in ihre erste Motorradsaison.
Das richtige Motorrad für Anfänger
Als Erstes muss natürlich ein eigenes Fahrzeug her. Die schlechte Nachricht vorweg: Das perfekte Einsteigermotorrad gibt es nicht. Denn jeder Mensch hat andere Anforderungen an sein Bike und bringt individuelle körperliche Voraussetzungen mit. Aber es gibt Merkmale, die ein Motorrad anfängertauglich machen.
- Motorrad Schwerpunkt - Bikes mit niedrigem Schwerpunkt verzeihen Fahrfehler.
- Als Fahranfänger kann man die eigenen Fähigkeiten noch nicht genau einschätzen. Da ist es nicht verkehrt, wenn das Motorrad dem Fahrer einen Teil der Entscheidung abnimmt.
- Weniger PS müssen sich nicht negativ auf das Fahrtempo auswirken, sorgen aber dafür, dass man nicht zu aggressiv fährt.
- Auch der Hubraum ist für den Fahrspaß wichtig: Für Fahranfänger eignen sich 250er- bis 600er-Modelle.
Beim Gebrauchtkauf empfiehlt es sich, eine fachkundige Person mitzunehmen. Gebrauchte Motorräder weisen mitunter Defekte auf, die ein Laie auf den ersten Blick nicht erkennt. Besonders beliebte Motorräder sind oft günstiger zu bekommen als ausgefallenere Modelle. Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Sie vermittelt Ihnen einen Eindruck vom Fahrverhalten der Maschine.
Worauf Sie beim Motorradkauf achten sollten
Natürlich ist mit dem Erhalt des Führerscheins auch die Frage nach dem passenden Gefährt aktuell. Hier kommt es nicht nur auf die Kosten für das Bike und etwaige Zusatzausstattung an - viel wichtiger ist es, dass das Motorrad zur Person passt. Das richtige Anfängermotorrad für große Menschen ist dabei eines, das ausreichend Sitzhöhe hat, um Arme und Beine in entspanntem Sitz gut zu positionieren. Kleinere Menschen müssen ebenfalls bequem sitzen und dabei den Boden mit den Füßen berühren können.
- Wie möchte ich fahren? Mit der angedachten Nutzungsart nähert man sich dem gewünschten Stil des Bikes. Möchte man auf einem Chopper lässig über die Landstraßen gleiten oder soll es mit einer Enduro ins Gelände gehen? Wird man nur zur Hauptsaison fahren oder auch in der Kälte, solange das Wetter es zulässt?
- Passt das Bike zu meiner Statur? Beim Kauf gilt es, die eigenen körperlichen Merkmale mit den Eckdaten und der Größe des Bikes abzustimmen. Neben der Körpergröße ist auch die eigene Fitness zu beachten.
- Wie schwer darf es sein? Ein weiteres wichtiges Merkmal: Das Eigengewicht des Bikes. Wie bereits beschrieben, muss das Handling der Maschine auch im ausgeschalteten Zustand gut funktionieren.
- Wie gut kann ich das Motorrad kontrollieren? Lässt sich der Lenker gut und sicher steuern, kommt man problemlos an alle Knöpfe, Tasten, Hebel, Blinker? Wie gut schaltet und reagiert das Motorrad bei der Probefahrt, entfaltet es seine Leistung gleichmäßig?
- Was darf es kosten? Das günstige Motorrad ist vielleicht nicht das passende für Anfänger, das hochpreisige muss jedoch auch nicht richtig sein. Die Details müssen stimmen, damit sicheres Fahren gewährleistet ist. Auch beim Gebrauchtkauf empfiehlt es sich beispielsweise, auf das integrierte Antiblockiersystem (ABS) zu setzen.
Die richtige Schutzkleidung
Hochwertige Schutzbekleidung kann Leben retten. Bei der Wahl Ihrer Montur sollte Funktionalität an oberster Stelle stehen. Motorradbekleidung muss sitzen. Sie darf weder zu eng sein noch flattern. Probieren Sie mehrere Monturen an - auch auf dem Motorrad. Gerade für Motorrad-Anfänger ein guter Tipp: Kaufen Sie Ihre Schutzkleidung in einem Fachgeschäft, das ein Motorrad zum Probesitzen in seinen Verkaufsräumen bereithält.
Kontrollieren Sie dabei:
- Drücken Falten in den Kniekehlen oder im Beckenbereich?
- Sind die Protektoren dort, wo sie hingehören? Tragen sie das CE-Zeichen?
- Sitzt die Textilkleidung noch, wenn das Innenfutter entfernt wird?
Den Helm testen Sie am besten auf einer Probefahrt. Nur so können Sie beurteilen, ob er richtig sitzt und wie er sich im Fahrtwind verhält. Leder oder Textil für die Motorradkombi - das ist unter Bikern schon fast eine Glaubensfrage. Davon sollten Sie sich nicht irritieren lassen.
Das A und O beim Fahren auf dem Bike ist die passende Motorradbekleidung, ganz gleich, ob man Anfänger bzw. Anfängerin, Wiedereinsteiger oder alter Hase ist. Während in Deutschland zwar nur der Motorradhelm Pflicht ist, kann passende Motorradschutzkleidung Leben retten. In festes Schuhwerk, Nierengurt, Handschuhe und zumindest eine Motorradjacke mit Protektoren zu investieren, ist daher immer ratsam. Besser noch ist die komplette Schutzmontur, die auch eine Motorradhose beinhaltet.
Die passende Versicherung
Sie haben Ihr ideales Anfänger-Motorrad gefunden? Perfekt - dann muss nur noch die passende Versicherung her. Das Risiko, mit dem Motorrad einen Unfall zu verursachen, ist in den ersten Jahren größer als in den Folgejahren. Für die Motorradversicherung gilt daher wie bei der Autoversicherung: Fahranfänger zahlen höhere Beiträge als erfahrene Verkehrsteilnehmer.
Die HDI Motorradversicherung schützt den Motorradfahrer gegen alle wesentlichen Risiken. Sie versichern gezielt das, was Ihnen wichtig ist. Mit dem flexiblen Baukastensystem stellen Sie sich einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz zusammen, den Sie genau an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können.
Die Motorradversicherung ist ein Muss! Egal, über welchen Anbieter Sie Ihr Fahrzeug versichern, zumindest die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Teil- oder Vollkasko kann je nach Situation Sinn ergeben.
Ein Führerschein ist immer eine Investition, deshalb lohnt sich der Vergleich bei den Angeboten verschiedener Versicherer. Wer bereits einen Pkw hat, kann bei Verti mit dem Zweitfahrzeugtarif sparen. Die Verti Motorradversicherung bietet besonders günstige Tarife für eine leistungsstarke Teilkaskoversicherung, bei der drei Produktlinien zur Wahl stehen. Entscheiden Sie sich für die Premium-Produktlinie, sind für wenig Geld auch Schäden an Helm und Bekleidung bis 1.000 € abgesichert.
Fahrpraxis und Sicherheitstraining
Der Führerschein in der Tasche bedeutet nicht, dass Sie mit der Ausbildung fertig sind. Selbst die beste Fahrschule kann Ihnen nicht alle Fähigkeiten vermitteln, die einen guten Motorradfahrer ausmachen. Die können Sie nur selbst durch viel Fahrpraxis erwerben. Klar macht es Spaß, die Kraft des Motors auszutesten. Ständiges Gasgeben zieht jedoch oft harte Bremsmanöver nach sich. Der abrupte Tempowechsel überfordert gerade Anfänger.
- Fahren Sie defensiv und bremsbereit.
- Reduzieren Sie die Geschwindigkeit vor der Kurve.
- Synchronisieren Sie Vorder- und Hinterradbremsen.
- Am Anfang nicht übertreiben: Unternehmen Sie zunächst Touren von zwei bis drei Stunden Dauer und legen Sie Pausen ein.
Fahranfänger sollten nach einigen Monaten vorsichtiger erster Fahrpraxis ein Sicherheitstraining absolvieren. Unter Anleitung von Experten lässt sich hier unter anderem sicheres Bremsen und die Schräglage in Kurven üben. Ein besseres Gefühl für Ihr Motorrad bekommen Sie auch, wenn Sie abseits des Straßenverkehrs immer wieder üben, zum Beispiel außerhalb der Öffnungszeiten auf großen Parkplätzen.
Stellen Sie immer wieder Ihr eigenes Können infrage: Wurde es beim Überholen eng, vielleicht sogar gefährlich? Haben Sie die Kurve zu rasant genommen, das Blinken vergessen oder ein Verkehrsschild übersehen? Auf Gruppentouren können Motorradanfänger viel lernen. Oft setzt sich ein Neuling aber selbst unter Druck und fährt schneller, als seine Fähigkeiten es erlauben. Deshalb sollten Sie vor der Tour klarstellen, dass Sie als Einsteiger nicht mit Höchstgeschwindigkeit über den Asphalt brettern werden. Erfahrene Motorradfahrer passen sich der Geschwindigkeit des langsamsten Fahrers an. Wenn Ihre Mitfahrer zwischendurch schneller unterwegs sein wollen, sollten Sie eine Regelung finden, wie und wo Sie als Einsteiger wieder aufschließen können.
Regen ist kein Drama - solange der Fahrstil angemessen ist. Bei Wasser auf der Fahrbahnoberfläche verringert sich die Reifenhaftung. Fahren Sie bei Regen also etwas langsamer und halten Sie mehr Sicherheitsabstand. Drehen Sie nicht abrupt am Gasgriff und vermeiden Sie hektische Lenkbewegungen. Beim Bremsen müssen Sie mit längeren Bremswegen rechnen. Um den Wasserfilm von den Bremsscheiben zu entfernen, sollten Sie beide Bremsen während der Fahrt immer mal wieder sachte betätigen. Vorsicht bei Gullideckeln, Fahrbahnmarkierungen, Bitumenflicken und Laub: Bei Regen können sie extrem glatt sein.
Zugegeben: Ein Fahrsicherheitstraining ist für alle Verkehrsteilnehmenden eine gute Sache, ganz gleich, ob es sich um das Fahren von Pkw, Motorrad, Wohnwagen oder Kleintransporter handelt. Selbst Rennstreckentrainings und Motorradtouren auf dem Bike gibt es bereits für Anfänger und Anfängerinnen. Generell findet sich im Angebot etwas für Neulinge, Wiedereinsteiger, Abenteuerlustige und Profis - so werden Kurven zum Genuss und Fahrsicherheit zur Routine. Wie sich Kurven fahren lassen, hängt nicht nur von der Maschine ab, sondern auch von der jeweiligen Situation und Umgebung. An diese muss man sich als Fahrerin oder Fahrer jederzeit anpassen können.
Tipps für den Theorieunterricht
- Von Gesetzes wegen gibt es eine bestimmte Anzahl an Pflichtstunden was den Theorieunterricht betrifft (Führerscheinklasse B und BE: 12 Doppelstunden Grundstoff + 2 Doppelstunden Zusatzstoff). Nimm deshalb so oft wie möglich an den Unterrichtsstunden teil. Nur wenn du diese nachweisen kannst, wirst du zugelassen. Auch sollten die Abstände zwischen den einzelnen Unterrichtsbesuchen nicht zu lang sein.
- Wichtig ist, nicht nur körperlich anwesend zu sein. Beteilige dich aktiv am Unterricht. Folge dem Fahrlehrer die ganze Stunde lang aufmerksam. Frage ruhig nach, wenn du etwas nicht verstehst. Versuche bei Rechenaufgaben - z.B. für Bremswege - deinen Lösungsvorschlag einzubringen. Je mehr du aus dem Unterricht mitnimmst, umso weniger musst du später für die Prüfung büffeln. Das Bestehen wird also ein ganzes Stück leichter.
- Das Lernen für den Führerschein sollte zwar intensiv und konzentriert sein, jedoch ist weniger manchmal mehr. Hin und wieder über mehrere Stunden hinweg zu büffeln bringt weniger, als sich beispielsweise kontinuierlich jeden Tag eine Stunde lang hinzusetzen und zu üben. Nutze zudem Zwischenzeiten zur Wiederholung, etwa in Bahn und Bus oder in der Mittagspause.
- Es gibt eine Vielzahl an möglichen Lernmitteln, um sich theoretisch auf den Führerschein vorzubereiten. Weil sämtliche Prüfungsfragen seitens des Verkehrsministeriums öffentlich zugänglich sind, ist es auch kein Geheimnis, was du lernen und üben musst. Von Fahrschulbögen über Fahrschulbücher bis hin zu Computer-Programmen oder Apps gibt es eine große Anzahl möglicher Lernwege. Erfahrungsgemäß lernst du am effektivsten, wenn du eine gute Mischung verschiedener Methoden wählst. Letztendlich ist es jedoch vollkommen gleichgültig, wie du das Ziel erreichst. Nur das erfolgreiche Bestehen zählt. Entscheide, was dir am besten liegt - im Zweifel teste dich durch.
- Es gibt Menschen, die lernen am besten alleine, andere in der Gruppe, manche bevorzugen Lernen übers Hören, wieder andere übers wiederholende Sprechen oder über Bilder. Gut ist es, wenn du weißt, welcher Lerntyp du bist. Nur so lernst du richtig und schnell. Ferner sollte man rechtzeitig mit dem Lernen beginnen - man weiß ja nie, was dazwischenkommt. Ratsam ist außerdem, alle Fahrschulbögen zu bearbeiten. Setze dir einen festen Zeitplan und wiederhole ruhig das ein oder andere mehrmals. Dies gilt vor allem für Falsch beantwortete Fragen sowie Themenbereiche, bei denen du nicht so sicher bist.
- Wer mag, lernt zusammen mit anderen Fahrschülern. Dabei kommt es vielleicht sogar zu Diskussionen, die die entsprechende Thematik vertiefen. Du kannst dich aber auch von Freunden oder Familienmitgliedern abfragen lassen.
- Jeder hat seine eigene Technik, wie er sich am besten etwas merkt. Beim Lernen für die Theorieprüfung machen es einem die vielen Größen- und Geschwindigkeitsangaben ganz schön schwer. Hier hilft oft nur auswendig lernen. Diese Daten, aber auch andere Dinge, die dir schwerfallen, kannst du auf einen Zettel schreiben. Den hänge dorthin, wo du ihn täglich siehst und durchliest.
- Zwar kann man viele Dinge aus den Fahrschulbögen auswendig lernen, besser bleibt es jedoch haften, wenn man auch versteht, was man da gerade lernt. Fakten- und Hintergrundwissen sind zudem bei der praktischen Prüfung und auch im späteren Realverkehr von großem Nutzen.
- Schnell noch mal auf den letzten Drücker lernen bringt den meisten nicht viel. Neben einem gesteigerten Stresspegel kann dich dies sogar total verwirren und verunsichern. Falsch kann es nicht sein, am Tag vor der Theorieprüfung noch einmal die schwierigsten Dinge durchzugehen. Spätestens aber am Nachmittag solltest du die Fahrschulbögen, das Fahrschulbuch oder die Apps zur Seite legen. Lenke dich ab, mache etwas Schönes und geh vor allem früh ins Bett.
- Nachdem du ausreichend Schlaf hattest, solltest du lieber etwas früher aufstehen und dir ein ausführliches, gesundes Frühstück gönnen. Das ist wichtig für deine Konzentration. Sollte der Termin Nachmittags sein, so gehört natürlich noch ein gutes - nicht zu üppiges - Mittagessen dazu. Plane genug Zeit ein. Es könnte beispielsweise unterwegs ein Stau sein.
- Versuche ruhig zu bleiben. Lies die Fragen gründlich durch, manchmal kommt es aufs Detail an! Gerate nicht in Panik, wenn du eine Aufgabe nicht bewältigen kannst. Lass sie einfach links liegen und beantworte sie zum Schluss. Generell kannst du folgende Taktik anwenden: alle einfachen, dir leicht erscheinenden Fragen zuerst zu bearbeiten und die schwierigen Aufgaben für den Schluss aufzuheben. Dadurch sicherst du dir am Anfang die leichten Punkte und kannst dir für die schweren Fragen am Ende etwas mehr Zeit nehmen. Gehe die ganze Sache von Anfang an positiv an! Sage dir, du schaffst das! Je besser du vorbereitet bist, umso besser wird dein Ergebnis sein. Vielleicht spielst du daheim an deinem Computer die anstehende Prüfungssituation einige Male durch. Du musst 30 Fragen in etwa 45 Minuten beantworten und darfst höchstens 10 Fehlerpunkte haben. Nimm es sportlich, trainiere.
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