Wie sollte ein Fahrradhelm richtig sitzen?

Die Wichtigkeit des Tragens eines Fahrradhelmes steht außer Frage. Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen. Allerdings nur, wenn er richtig getragen wird.

Die richtige Größe finden

Ein Fahrradhelm kann nur schützen, wenn er richtig sitzt. Dafür muss die Größe stimmen. Und er darf weder drücken noch scheuern!

Vor dem Kauf solltest Du Dir über die richtige Größe Gedanken machen. Helmgrößen richten sich nach dem Kopfumfang. Obwohl eigentlich alle neuen Fahrradhelme eine Kopfumfangsverstellung haben, gibt es unterschiedliche Helmgrößen.

Die Verteilung der Größen kann je nach Hersteller variieren. So ist etwa ein Helm in Größe M von Alpina für einen Kopfumfang von 55 bis 57 cm gedacht, während ein Helm von MET in Größe M für 56-59 cm passen soll.

Also heißt es vor dem Helmkauf, Kopfumfang messen! Dazu nimmst Du Dir ein Maßband und legst es ca. 2 cm über Deinen Augenbrauen an und führst es einmal um Deinen Kopf. Dabei sollte das Maßband ein bisschen nach hinten abfallen. Ist das Maßband richtig angesetzt, kannst Du es stramm ziehen und Deinen Kopfumfang ablesen.

Der gemessene Wert des Kopfumfangs kann mit einer Helmgrößentabelle verglichen werden und gibt einen ersten Anhaltspunkt für die Wahl der richtigen Größe.

Messen des Kopfumfangs

Zuerst muss der Kopfumfang gemessen werden, um die passende Helmgröße zu bestimmen. Ein Maßband bietet die einfachste Lösung: Messe den vollen Umfang des Kopfes zwei Fingerbreiten über den Augenbrauen und über den Ohren. Tipp: Wenn du kein Maßband hast, kannst du auch ein Stück Schnur verwenden und es dann mit einem Lineal messen.

Die richtige Helmgröße

Die "von-bis" Größe befindet sich im Inneren des Helms: Jede uvex Helmgröße bietet Platz für eine Reihe von Kopfgrößen wie 52-57 cm und 56-61 cm. Alternativ können Sie den Fachhändler nach Ihrer Helmgröße fragen.

Neben der richtigen Größe spielt auch die Form eine Rolle. Ähnlich wie Schuster mit dem Leisten nutzen Helmhersteller ihre eigenen Musterköpfe - und die passen individuell mehr oder weniger gut. Ein Helm sollte keine einzelnen Druckpunkte am Kopf haben, sondern möglichst großflächig aufliegen.

Wichtig ist, dass dein Kopf im Helm genug Platz hat. Dein Fahrradhelm sollte vorne nicht zu weit im Gesicht sein, damit du auch genug sehen kannst. Jetzt brauchst du deine zwei Finger: Wenn du sie über deine Augenbrauen hältst, sollten zwischen Helm und Augenbrauen diese zwei Finger Platz haben.

Tipp: Ist das nicht so, haben manche Helme hinten ein Rädchen, mit dem du deinem Kopf im Helm etwas Platz geben kannst.

Die richtige Einstellung

Nicht immer sitzt der Kopfschutz im Straßenverkehr auch richtig auf dem Kopf. Beim Sturz kann das schlimmstenfalls zu schweren Verletzungen führen. Dabei ist die passende Helmeinstellung gar nicht schwierig zu finden. Bei der Einstellung geht man dann Schritt für Schritt vor.

Waagerechte Position

Der wichtigste Einstellschritt ist, den Helm gerade aufzusetzen. Ist er nach vorne geneigt, wird das Sichtfeld eingeschränkt und der Hinterkopf nicht geschützt. Ein zu tief nach hinten gezogener Helm gibt umgekehrt zu viel Stirn frei, was bei einem Sturz zu Gesichtsverletzungen führen kann. Zudem funktioniert bei einer Falscheinstellung das Belüftungssystem des Helmes nicht mehr ideal.

Der Fahrradhelm muss waagerecht auf dem Kopf sitzen - nicht tief in den Nacken oder in die Stirn ziehen! Der Helm sitzt optimal, wenn er knapp über den Augenbrauen und dabei gerade auf dem Kopf liegt.

Die Faustregel besagt, der Helm sollte parallel zum Boden bzw. horizontal sitzen. Da wir den Helm in der Regel nicht sehen können, während wir ihn tragen, hilft es einen Freund zur Rate zu ziehen oder uns im Spiegel zu begutachten.

Der Fahrradhelm sollte nun ca. 1-2 cm über den Augenbrauen und über den Ohren sitzen. Das Drehrad zur Weiteneinstellung sollte sich am Übergang zum Nacken befinden.

Kopfring festziehen

Nahezu jeder Helm hat einen Kopfring, der in der Größe variabel eingestellt werden kann. Meist geschieht dies durch Drehen an einem Verstellrädchen hinten am Helm. Der Helm sollte am Ende so fest sitzen, dass er beim Kopfschütteln nicht verrutscht - aber nicht so fest, dass er drückt.

In der richtigen Position wird der Kopfring festgezogen, bis der Helm fest ist.

Kinnriemen schließen

Danach wird der Kinnriemen geschlossen. Zwischen Riemen und Kinn sollten circa 1,5 cm Platz sein. Der Verschluss sollte nicht direkt unterm Kinn, sondern etwas seitlich sitzen. Zu lange Gurtenden können abgeschnitten werden.

Die Bänder können Papa oder Mama so einstellen, dass du auch hier die zwei Finger aufrecht zwischen Kinn und Bänder halten kannst, sie sollten nicht ganz eng an deinem Hals sein, damit du genug Luft bekommst. Sie sollten aber auch nicht zu locker sein, damit dir der Helm nicht verrutscht oder sogar vom Kopf fällt.

Wie auf dem Bild oben sollten die Bänder am Kinn anliegend sein und nicht locker sitzen. Dabei empfehlen wir, dass ihr einen bis zwei Finger zwischen Hals und Bänder stecken könnte, um bei Anstrengung und anschwellendem Hals ausreichend mit Luft versorgt zu sein. In keinen Fall solltet ihr die Bänder über das Kinn ziehen können, da der Helm sonst im Falle eines Sturzes verrutscht oder gar ganz vom Kopf rutscht.

Der Kinnriemen sollte zwar so fest wie möglich sitzen, aber gerade so locker, dass noch etwa 1,5 Zentimeter Platz zwischen Riemen und Kinn ist. Beim Atmen oder Mund öffnen darf er nicht behindern.

Ist der Kinnriemen auf die richtige Länge gebracht, wird die Überlänge mit einem Gummiring fixiert. So flattert das Band nicht herum oder schlägt während der Fahrt ins Gesicht.

Y-Teiler

Durch einen Clip oder eine Lasche unter dem Ohr lassen sich bei den meisten Helmen die Längen der Y‑förmigen Riemen verstellen. Der Clip sollte unterhalb und vor dem Ohr sitzen und die Bänder nicht am Ohr reiben.

Das Dreieck in dem sich das Ohr befindet lässt sich bei vielen Helm ebenfalls aufklappen und verstellen. Wir empfehlen, dass dieses ca. 1-2cm unterhalb des Ohrläppchen sitzt, um dem Helm Halt gegen seitliches Verrutschen zu geben.

Sie sollten so eingestellt sein, dass sie ein Dreieck unter den Ohren bilden.

Breitenanpassung

Drehen Sie nun das Einstellrad an der Rückseite des Kopfes, um die Passform millimetergenau einzustellen. Als Nächstes müssen Sie überprüfen, wie der Helm auf Ihrem Kopf sitzt: Lösen Sie das uvex IAS 3D-System, indem Sie das Einstellrad drehen, und setzen Sie den Helm auf. Er sollte bequem sitzen, aber nicht herunterfallen, wenn Sie Ihren Kopf bei geöffnetem Kinnriemen leicht schütteln.

Höhenverstellung

Die Höhe des uvex IAS 3D-Systems kann ebenfalls angepasst werden - mit dem einfach zu bedienenden Ratschenverschluss: Ermitteln Sie mit zwei Fingern die passende Höhe und setzen Sie sie ein.

Testen des richtigen Sitzes

Der richtige Sitz kann durch Rütteln und Anheben des Helmes getestet werden. Bewegt sich der Fahrradhelm nach rechts oder links, sollte sich maximal die Kopfhaut mit bewegen. Kurzer Test: Wird der Kopf geschüttelt, darf der Helm nicht verrutschen.

Weitere Aspekte beim Helmkauf

Beim Helmkauf auch darauf achten, dass der Verschluss leicht zu bedienen ist. Achtung: Bei dickeren Mützen muss der Helm etwas nachjustiert werden. Das sollte bei der Einstellung berücksichtigt werden.

Immer beliebter werden zudem Helme mit Visier - gerade bei E‑Biker:innen. Das Visier schützt zusätzlich vor Fahrtwind und so vor tränenden Augen. Besonders Brillenträger schätzen das Visier, weil es die penibel geputzte Sehhilfe länger sauber hält.

Passt das Visier problemlos über die Brille?

Lebensdauer und Austausch

Ein Fahrradhelm sollte nach ca. fünf Jahren ausgetauscht werden - das Produktionsdatum lässt sich meist innen auf einem kleinen Aufkleber ablesen.

Apropos Austausch: Wie bei einem ausgelösten Airbag ist auch nach einem Fahrradsturz mit Bodenkontakt ein neuer Helm fällig. Ein Fahrradhelm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen.

Weil man nie genau wissen kann, was ein Helm schon alles erlebt hat, rät der ADAC davon ab, gebrauchte Helme zu kaufen. Zudem sollte ein Helm nach fünf Jahren regelmäßiger Nutzung ausgemustert werden.

Zusammenfassung

Es ist nicht nur wichtig, dass Sie überhaupt einen Helm beim Fahrradfahren tragen. Es ist auch wichtig, dass der Helm perfekt auf Ihren Kopf passt, in der richtigen Position sitzt und ideal eingestellt ist. Nur so kann er Schutz bieten. Wenn Sie viel Fahrradfahren sollten Sie auch die Belüftung und die Innenpolster im Blick haben, damit ein angenehmer Tragekomfort gewährleistet ist.

Bitte schaue immer wieder nach, ob dein Helm gut sitzt!

Tabelle: Wichtige Punkte für den richtigen Sitz eines Fahrradhelms

Punkt Beschreibung
Größe Helm muss die richtige Größe haben, gemessen am Kopfumfang.
Position Helm muss waagerecht auf dem Kopf sitzen, ca. 1-2 cm über den Augenbrauen.
Kopfring Kopfring muss festgezogen werden, sodass der Helm nicht verrutscht.
Kinnriemen Kinnriemen muss geschlossen sein, mit ca. 1,5 cm Platz zwischen Riemen und Kinn.
Y-Teiler Y-förmige Riemen müssen unterhalb und vor dem Ohr sitzen.
Test Helm darf beim Kopfschütteln nicht verrutschen.

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