Der Reifendruck beschreibt, wie viel Luft du in den Schlauch gefüllt hast, also wie prall der Reifen ist. Er wird in Bar oder psi angegeben. Der Luftdruck hat Einfluss darauf, wie griffig und komfortabel sich der Reifen fährt, wie leicht er abrollt und wie lange er hält. Eine Anpassung des Reifendrucks ist die einfachste und günstigste Möglichkeit das Fahrverhalten deines Bikes und den Komfort zu beeinflussen.
Wie Finden Sie den Optimalen Luftdruck?
Grundsätzlich kannst du dich beim idealen Luftdruck an den vom Hersteller empfohlenen Werten orientieren. Meist liegt der ideale Luftdruck zwischen dem minimal und maximal zulässigen Reifendruck. Dieser Wert ist in der Maßeinheit bar oder psi auf der Seitenwand des Reifens - direkt neben der Reifengröße - angegeben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Richtwerte handelt, da der optimale Reifendruck von der Reifengröße, der Beschaffenheit des Untergrunds und dem Gewicht des Fahrers abhängt.
Herstellerangaben auf dem Reifenmantel
Die wichtigste Information ist der vom Reifenhersteller freigegebene Reifendruckbereich. Dieser ist üblicherweise auf dem Reifenmantel aufgedruckt und sieht z.B. wie folgt aus:
Der minimale bzw. maximale Reifendruck sollten nicht unter- bzw. überschritten werden. Dazwischen kann man einen für sich optimalen Reifendruck wählen; die nachfolgenden Empfehlungen sollen dabei helfen.
Fahrrad Reifendrucktabelle
Im Internet kursieren diverse Tabellen mit Richtwerten für den optimalen Luftdruck, die aber meist recht ähnliche Empfehlungen enthalten. Nachfolgend eine Reifendrucktabelle:
| Reifenbreite | Reifendruck (bar) |
|---|---|
| 20 mm | 9,0 |
| 23 mm | 8,0 |
| 25 mm | 7,0 |
| 28 mm | 6,0 |
| 32 mm | 5,0 |
| 35 mm | 4,5 |
| 37 mm | 4,5 |
| 40 mm | 4,0 |
| 44 mm | 3,5 |
| 47 mm | 3,5 |
| 50 mm | 3,0 |
| 54 mm | 2,5 |
| 56 mm | 2,2 |
| 60 mm | 2,0 |
Wie man an dieser Reifendruck-Fahrrad-Tabelle schön sehen kann, benötigen schmale Fahrradreifen einen hohen Reifendruck und breite Fahrradreifen einen niedrigen Reifendruck.
Gewicht des Fahrers und der Beladung
Die Reifendruck-Empfehlung in obiger Tabelle bezieht sich auf 75 kg für das Gewicht des Radfahrers samt Beladung (Gegenstände im Fahrradkorb, Fahrradtaschen, Rucksack). Pro 1 kg Mehrgewicht kann der Luftdruck um etwa 1 % erhöht werden, bei weniger Gewicht entsprechend verringert.
Einfluss des Untergrunds / Optimierte Traktion
Der Untergrund, auf dem man fährt, ist ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für den optimalen Reifendruck. Generell gilt: Je härter und gleichmäßiger der Untergrund, desto höher kann der Fahrradreifen-Druck sein. Ein höherer Reifendruck reduziert den Rollwiderstand des Fahrradreifens auf dem Untergrund.
Bei unbefestigten Schotter-, Sand- und Waldwegen ist ein niedriger Reifendruck die bessere Wahl. Der Reifen federt kleine Bodenunebenheiten besser ab. Zudem schmiegen sich die Reifen stärker an den Boden an, es entsteht eine größere Auflagefläche und der Reifen hat eine höhere Bodenhaftung (Grip).
Bei Regen, Schnee und Eis sollte man ebenfalls mit weniger Druck fahren, denn das verringert die Gefahr wegzurutschen.
Temperatur
Die Temperatur hat einen direkten Einfluss auf den Reifendruck. Allgemein gilt, dass sich Luft bei Erwärmung ausdehnt und bei Abkühlung zusammenzieht. Dies bedeutet, dass der Reifendruck in warmen Bedingungen ansteigen kann, während er in kühleren Bedingungen sinkt. Für Fahrradfahrer ist es wichtig zu wissen, dass ein Reifen, der in einer kühlen Garage auf den richtigen Druck gebracht wurde, einen höheren Druck aufweisen kann, wenn er bei wärmeren Außentemperaturen gefahren wird. Umgekehrt kann ein Reifen, der bei hohen Temperaturen aufgepumpt wurde, einen zu niedrigen Druck haben, wenn die Temperaturen fallen.
Warum ist der Richtige Reifendruck Wichtig?
Abgesehen von den oben genannten Auswirkungen auf den Fahrkomfort sollte der Reifendruck keinesfalls zu niedrig oder zu hoch sein.
Die Auswirkungen von zu Niedrigem Reifendruck
Ein zu geringer Reifendruck verursacht eine erhöhte Walkarbeit des Reifens, was die Flanken des Reifens stärker beansprucht und schneller brüchig werden lässt. Das verringert die Lebensdauer des Reifens. Ebenso kann es bei Fahrradreifen mit Schlauch zu einem Durchschlag kommen, wenn z.B. eine Bordsteinkante oder ein Stein überfahren wird.
In Kurven kann ein zu niedriger Reifendruck zu schlechterer Fahrstabilität führen, denn der Reifen beginnt zu „schwimmen“, d.h. er bewegt sich ein Stück weit quer zur Fahrtrichtung. Das verschlechtert das Fahrverhalten und die Fahrsicherheit. Bei einem zu niedrigem Reifendruck sitzt der Reifen nicht mehr so fest auf der Felge, dass er besonders beim Bremsen in Längsrichtung wandern kann. Das zieht den Schlauch mit und führt zu seitlicher Belastung am fest in der Felge eingeschraubten Luftventil.
Die Auswirkungen von zu Hohem Reifendruck
Ein zu hoher Reifenluftdruck kann zu Dehnungsrissen im Gummi führen und den Reifen ausbeulen, das verringert die Lebensdauer des Reifens. Auch führt ein hoher Reifendruck unmittelbar zu einer schlechteren Dämpfung von Bodenunebenheiten, Stöße werden direkter auf Rahmen und Fahrer übertragen, insbesondere dann, wenn das Fahrrad keine Federgabel und Hinterradfederung hat. Der Fahrer nimmt dies als erhöhte Erschütterungen wahr.
Die geringe Elastizität des Fahrradreifens bei sehr hohem Reifendruck führt zu einer kleinen Kontaktfläche des Reifens mit dem Boden, das bedeutet eine geringere Bodenhaftung (Grip) sowohl auf glattem als auch auf unebenem Untergrund.
Tipps zu Den Jeweiligen Fahrradarten
Obiger Text gilt generell für alle Fahrradarten, er ist aber recht technisch und erläutert viele Details. Will man einfach nur den richtigen Reifendruck für ein konkretes Fahrrad wissen, soll nachfolgende Übersicht helfen, möglichst unkompliziert eine passende Empfehlung zu bekommen.
Reifendruck Mountainbike
Für Fahrten in der Stadt und auf vorwiegend festem Untergrund sind 2,5 bar eine gute Ausgangsbasis. An Mountainbikes sind normalerweise Reifenbreiten von 50 bis 64 mm verbaut, da liegt der empfohlene Reifendruck im Bereich von 2 bis 3 bar.
Bewegt man sich auf unbefestigten Trails, sollte man den Reifendruck etwas absenken, um mehr Grip zu bekommen. Bei schlauchlosen (tubeless) Reifen ist sogar ein noch niedrigerer Reifendruck möglich, weil es nicht so leicht zu einem Durchschlag kommen kann.
Bei Fullys spielt der Reifendruck eine entscheidende Rolle für die Leistung und den Komfort auf Trails. Diese MTBs sind so konzipiert, dass sie über raues Gelände fahren können, und der Reifendruck muss eine Balance zwischen ausreichender Bodenhaftung und effizienter Federungsleistung finden. Ein zu hoher Reifendruck kann dazu führen, dass das Fahrrad über Unebenheiten hüpft, was die Kontrolle und den Komfort verringert. Ein zu niedriger Reifendruck hingegen kann zu einem Durchschlagen führen, bei dem der Reifen bis auf die Felge gepresst wird, was die Felge beschädigen und die Stabilität in Kurven beeinträchtigen kann.
Reifendruck Rennrad
Früher war am Rennrad die Reifenbreite 23 mm üblich und wurde auf 8 bar aufgepumpt. Mittlerweile sind Reifenbreiten von 28 mm oder sogar 32 mm häufig zu sehen. Hier ist ein Reifendruck von 5 bis 6 bar passend.
Vergleichsweise prall aufgepumpt werden die Reifen noch immer, schließlich sollen sie auf glattem Asphalt möglichst widerstandslos abrollen. Der Luftdruck im Rennradreifen richtet sich zum einen nach der Reifenbreite, zum anderen nach dem Gewicht des Fahrers. Grob herantasten kannst du dich, indem du dein Körpergewicht nimmst und durch 10 teilst. Mehr als 8,5 Bar solltest du aber nicht in den Reifen füllen.
Reifendruck Trekkingrad / Cityrad
Hier kommen typischerweise Reifenbreiten von 37 bis 52 mm zum Einsatz. Der optimale Reifendruck liegt daher im Bereich von 2,5 bis 4,5 bar und lässt sich nicht pauschal auf einen Wert reduzieren.
Citybikes für Erwachsene haben meist eine 28-Zoll-Bereifung, die in der Breite zwischen 30 (schneller) und 50 Millimetern (komfortabler) variieren kann. Breite Reifen kannst du mit geringerem Druck fahren.
Am besten nutzt du obigen Reifendruck-Rechner oder Tabelle, um den richtigen Fahrrad-Luftdruck zu ermitteln.
Reifendruck E-Bike / Pedelec
Für Fahrräder mit Elektromotor richtet sich der richtige Reifendruck grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradart und dessen Reifenbreite, siehe die oben genannten Fahrradarten. Da E-Bikes und Pedelecs schneller unterwegs und durch die zusätzliche Technik etwa 10 kg schwerer sind, benötigen sie einen etwa um 10 % höheren Reifendruck. Der Reifendruckrechner oben hilft dabei den richtigen Reifendruck zu finden.
Da jedoch ein E-Bike aufgrund seiner Konstruktion mit Akku und Motor von vornherein schwerer ist, musst du den Reifendruck auf dieses Mehrgewicht anpassen, das heißt, ihn um ca. 0,2 bis 0,4 Bar höher ansetzen. Für Trekkingfahrräder mit elektrischer Unterstützung gibt es zudem Spezialreifen. Diese haben dann einen verstärkten Aufbau und einen reduzierten Rollwiderstand. Auf den jeweiligen Richtwert in der Tabelle oben sollten nochmals rund zehn Prozent addiert werden.
Reifendruck Fahrrad 28 Zoll
28-Zoll-Reifen sind die häufigste Reifengröße bei Fahrrädern für Erwachsene. Da sie allerdings an verschiedenen Fahrradarten zum Einsatz kommen (siehe oben), können die Reifenbreiten recht unterschiedlich sein und damit auch der richtige Fahrradreifen-Luftdruck.
Der Fahrrad-Reifendruck-Rechner oben hilft dabei den richtigen Reifendruck zu finden.
Reifendruck für Kinderfahrräder
Auch bei Kinderfahrrädern spielt der richtige Reifendruck eine wichtige Rolle, um ein sicheres und komfortables Radfahren zu ermöglichen. Die folgenden Angaben dienen als grobe Richtwerte für verschiedene Reifengrößen:
- 12 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
- 16 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
- 20 Zoll Kinderfahrrad: 2.5-3.0 bar (40-45 psi)
- 24 Zoll Kinderfahrrad: 3.0-3.5 bar (45-50 psi)
Tipps zum Aufpumpen der Reifen
Zum Aufpumpen der Fahrradreifen empfiehlt sich eine Fahrradpumpe mit Manometer, also mit einer Anzeige für den Luftdruck. Wenn der Pumpenkopf der Pumpe auf das Fahrradventil aufgesteckt ist, zeigt die Druckanzeige des Manometers den aktuellen Druck auf dem Fahrradreifen an.
Regelmäßige Überprüfung und Anpassung
Ein Fahrradreifen kann pro Monat bis zu 1 bar an Reifendruck verlieren. Generell gilt dabei, dass hoher Druck schneller verloren geht als niedriger Druck, d.h. bei Reifen mit hohem Reifendruck muss man öfter nachpumpen. Der Reifendruck sollte also regelmäßig überprüft werden, besonders vor längeren Fahrradtouren.
Die Häufigkeit, mit der der Reifendruck überprüft und angepasst werden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art des Fahrrads, der Fahrbahnbeschaffenheit und den Wetterbedingungen. Für regelmäßige Pendler oder Personen, die ihr Fahrrad in einem relativ konstanten Umfeld nutzen, ist eine monatliche Überprüfung eine gute Richtlinie. Allerdings sollten Fahrradfahrer, die unter verschiedenen Bedingungen fahren, wie beispielsweise Mountainbiker, die zwischen unterschiedlichen Trails wechseln, oder Rennradfahrer, die bei unterschiedlichen Wetterbedingungen unterwegs sind, den Reifendruck öfter überprüfen, idealerweise vor jeder Fahrt. Anpassungen sollten basierend auf den spezifischen Anforderungen der Fahrt gemacht werden, um sicherzustellen, dass der Reifendruck für die jeweiligen Bedingungen optimiert ist.
Häufig Gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich mit dem Daumen den Reifendruck prüfen?
Drückt man mit dem Daumen auf das Reifenprofil, fühlt sich der Reifen ab ca. 2 bar hart an und man bekommt leicht den falschen Eindruck, dass der Reifen gut gefüllt ist. Hier lässt sich ein geringer Reifendruck leichter feststellen. Zuverlässig ist aber auch diese Methode nicht. Auf Dauer ist es empfehlenswert, sich eine Luftpume mit Manometer anzuschaffen, um den Reifendruck präzise bestimmen zu können.
Hält ein mit Stickstoff gefüllter Fahrradreifen die Luft länger?
Kurze Antwort: Nein.
Längere Antwort: Luft ist ein Gemisch aus vielen verschiedenen Gasen, wobei der mit Abstand größte Bestandteil Stickstoff ist (ca. 78 %). Auch ein mit reinem Stickstoff gefüllter Reifen verliert Druck. In der Praxis macht es also keinen Unterschied, ob ein Fahrradreifen mit 100 % oder mit 78 % Stickstoffanteil gefüllt ist.
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