Viele träumen vom Motorradfahren, aber was kostet der Spaß eigentlich? AUTO BILD hat nachgerechnet: Anschaffung, Unterhalt, Wartung, Führerschein, Kleidung - da kommt einiges zusammen. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Kostenfaktoren, die beim Motorradfahren anfallen.
Neu oder gebraucht? Eine Geschmacks- und Budgetfrage
Bei der Anschaffung des Motorrads hat der angehende Biker die Wahl, neu oder gebraucht zu kaufen. Die Entscheidung hängt genauso vom persönlichen Geschmack wie vom Budget ab. Wer sich für ein neues Zweirad entscheidet, kauft mit Hersteller-Garantie und daher sorgenfrei, zahlt aber mehr.
Die Lieblingsmaschine der deutschen Motorradfahrer, die BMW GS, kostet aktuell mindestens 17.750 Euro. Gebrauchte Exemplare sind ab 3500 Euro zu haben. Die kann man guten Gewissens aber nur Schraubern ans Herz legen. Wer eine gute R 1200 GS aus Vorbesitz haben will, sollte unbedingt auf ein lückenlos gestempeltes Scheckheft achten und 8000 Euro einplanen. Einen Profi die Maschine vor dem Kauf prüfen zu lassen, empfiehlt sich.
Auch eine gute Harley-Davidson gibt es nicht für kleines Geld, schon gar nicht die großen Modelle. Für eine brauchbare Sportster wechseln mindestens 6000 Euro den Besitzer. Dann bleiben aber sicher Reparaturen, die der neue Besitzer erledigen muss. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt mindestens 9000 Euro an und sieht zu, dass alle Umbauten eingetragen sind. Neu gibt es die kleinste luftgekühlte Harley seit 2021 wegen Euro 5 nicht mehr. Sie wird von der Sportster S beerbt.
Motorrad NEU: Vorteile und Nachteile
- Vorteile: Keine Gebrauchsspuren, kein Verschleiß, Werksgarantie, Motorrad im Serienzustand/unverbastelt, Technik vom aktuellen Stand, seriöser Händlerkauf.
- Nachteile: Hoher Anschaffungspreis, Wartung immer beim Händler, hoher Wertverlust.
Motorrad GEBRAUCHT: Vorteile und Nachteile
- Vorteile: Günstigerer Kaufpreis, Zubehör "kostenlos" dabei, Wartung kostengünstig, Versicherung kann günstiger sein, geringer Wertverlust, bewährte Technik.
- Nachteile: Gebrauchsspuren der Vorbesitzer, Umbauten der Vorbesitzer, Angebot muss genau gefiltert werden, Gefahr des Betrugs beim (Privat-) Kauf, möglicher Wartungsstau, Technik ggf. veraltet.
Das kosten Steuern und Versicherung fürs Traum-Bike
Ein kleiner Posten auf der Rechnung ist die Kfz-Steuer. Laut Bundesfinanzministerium werden seit 2021 für eine BMW R 1200 GS Baujahr 2018 86 Euro Steuer fürs Jahr fällig. Basis für die Berechnung sind die 1170 Kubikzentimeter Hubraum der BMW. Mit einem Saisonkennzeichen wird es weniger.
Der Eigner einer 1200er-Sportster wird vom Fiskus mehr zur Kasse gebeten. Die 1202 Kubikzentimeter des luftgekühlten Zweizylinders rechnen sich in 90 Euro Kfz-Steuer fürs Jahr um.
Die Versicherung schlägt heftiger zu Buche, besonders bei der BMW. AUTO BILD rechnet bei Versicherungsbeiträgen mit einer 100-Prozent-Einstufung, sprich der Schadensfreiheitsklasse eins. Ist der neue Eigner der für 9000 Euro gekauften BMW 1975 geboren, hat 2010 seinen Motorradführerschein gemacht, arbeitet als Angestellter und lebt im Hamburger Zentrum, muss er bei 6000 Kilometern Laufleistung und 150 Euro Selbstbeteiligung für die Teilkasko mindestens 320 Euro jährlich an die Versicherung überweisen, ein Stellplatz in einer Tiefgarage vorausgesetzt.
Die Harley-Davidson Sportster kostet weniger als die Hälfte. Unter den gleichen Voraussetzungen kann das US-Bike ab 148 Euro pro Jahr versichert werden (Stand 14. April 2022).
Wartung beim Vertragshändler? Oder selbst machen?
Im Unterschied zum Kauf haben Biker bei der Wartung drei Möglichkeiten zur Auswahl. Wer Schrauben kann, wechselt Flüssigkeiten, Kerzen und Filter selbst und traut sich wahrscheinlich auch an komplexere Aufgaben heran. Wer nicht über die nötige Erfahrung verfügt, sollte sich an Profis wenden. Freie Werkstätten kommen genauso infrage wie Vertragshändler. Entscheidend sind Können und spezifisches Wissen der Mechaniker. Je moderner das Bike, desto komplizierter ist tendenziell die an Bord verbaute Technik. Vertragswerkstätten profitieren an dieser Stelle davon, dass sie Zugriff auf alle Informationen des Herstellers zum Modell haben.
Die Kosten hängen stark von der Anzahl der für einen Auftrag zu veranschlagenden Arbeitsstunden und von der Region ab. Die Preise für eine Stunde Arbeit bewegen sich zwischen 60 und 140 Euro, oft ist es in der Metropole teurer als auf dem Land. Dazu ist wissenswert, dass Motorräder kürzere Inspektionsintervalle haben als Pkw. Die BMW und die Harley bewegen sich langfristig bei den Kosten, grob geschätzt, auf Augenhöhe. In fünf Jahren sollten in den Service jeweils zirka 1500 Euro investiert werden.
Diese Schutzkleidung ist nötig für Biker
Besonders wichtig für die Sicherheit beim Motorradfahren ist die richtige Schutzkleidung. Daran sollte der angehende Biker auf keinen Fall sparen. Schließlich stellen die Klamotten so etwas wie seine Knautschzone dar. Der Helm ist vorgeschrieben.
Dazu gehören sinnvollerweise eine abriebfeste Jacke mit Protektoren an Ellbogen, Schultern und am Rücken, Handschuhe mit Knöchelschutz, ein Nierengurt und eine ebenso abriebfeste Hose mit Protektoren an Hüfte und Knien oder Vorrichtungen, um Protektoren nachzurüsten. Hinzu kommen Motorradschuhe mit Knöchelschutz oder wahlweise Stiefel.
Bei namhaften Herstellern bekommt man Qualität Insgesamt sollte für die wichtigste Schutzkleidung ein Budget von 1000 bis 1500 Euro zur Verfügung stehen. Dafür bekommt man einen guten Helm von einem namhaften Hersteller, eine Jacke, Handschuhe und einen Nierengurt sowie eine Hose und Schuhwerk. Hersteller mit bekannten Namen stehen für Qualität. Selbstverständlich spricht nichts dagegen, bestimmte Teile der ersten Ausrüstung gebraucht zu kaufen und so Geld zu sparen. Jedoch sollte der Vorbesitzer deren Geschichte belegen können. Ein wichtiger AUTO BILD-TIPP: Für den Helm gilt das nicht! Der sollte neu sein.
Kosten für den Motorrad-Führerschein
Wer den Motorradführerschein machen will, muss mit Kosten im Rahmen von mindestens 1250 bis 1550 Euro rechnen, realistisch sind aber 2000 und mehr. Exakt festlegen lässt sich diese Summe nur sehr schwer, weil viel von Faktoren wie dem Bundesland und dem Lernfortschritt und Vorwissen des Schülers abhängt - und auch davon, wann er seinen Autoführerschein gemacht hat.
Die Rechnung zeigt: Jeder, der von einer gebrauchten GS oder einer schönen Sporty träumt und sich zusätzlich einkleiden will, sollte zum Einstieg rund 10.000 Euro zur Verfügung haben. Vorausgesetzt, der Motorradführerschein ist bereits vorhanden.
Weitere Kostenfaktoren im Überblick
Neben den bereits genannten Kosten gibt es noch weitere Faktoren, die die Gesamtkosten des Motorradfahrens beeinflussen:
- Kraftstoffverbrauch: Motorräder benötigen zwischen vier und sechs Litern Kraftstoff auf 100 km. Je neuer das Motorrad, desto sparsamer ist es im Verbrauch.
- Reifen: Je nach Gummimischung werden außerdem alle 5.000 Kilometer ein Satz Reifen fällig, Kostenpunkt inklusive Wechsel etwa 400 Euro.
- Service: Einmal im Jahr ist ein Service fällig, der zwischen 150 und 300 Euro kostet.
- TÜV: Der TÜV steht alle zwei Jahre an und kostet zwischen 67 und 73 Euro, abhängig von Anbieter und Region.
Versicherungsoptionen und ihre Bedeutung
In Deutschland gibt es generell drei Arten, wie ein Fahrzeug für den Straßenverkehr versichert werden kann: Die Haftpflicht-Versicherung, die Teilkasko-Versicherung und die Vollkasko-Versicherung. Sowohl bei Teil- wie auch bei Vollkasko gibt es in der Regel eine Selbstbeteiligung, die der Versicherungsnehmer im Schadensfall zusteuern muss. Dieser Betrag lässt sich gestaffelt selbst wählen.
Die 3 Tarifstufen Aktiv, Komfort und Premium bieten Ihnen in der Motorradversicherung in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko Schutz ganz nach Ihren Bedürfnissen. Wir empfehlen Ihnen den Abschluss einer Motorrad-Vollkaskoversicherung - so stehen Sie immer auf der sicheren Seite!
Versicherungstarife vergleichen ist nicht ganz einfach, im genannten Fall handelt es sich also um exemplarische Kosten für eine Yamaha MT-07 aus 2015 mit einen 18 Jahre alten Motorrad Anfänger, der zum ersten Mal ein Fahrzeug auf sich versichert. Die Person kann die Maschine in einer Garage unterstellen, besitzt kein Wohneigentum und fährt circa 5.000 km pro Jahr. Betrachtet man die exemplarischen Kosten, wird schnell klar, dass sich für eine zehn Jahre alte Gebrauchtmaschine aus dem Beispiel eine Vollkasko-Versicherung kaum lohnt. Warum? Weil man innerhalb von nur 4 Jahren den Kaufpreis der Maschine noch einmal an Versicherungskosten stemmen muss. Für einen jungen Menschen ist das am Anfang seiner beruflichen Laufbahn ein schweres Los.
Unser Tipp: Neufahrzeuge oder hochwertige Maschinen als Garagenparker mit Teil- oder Vollkasko versichern.
Kosten senken: Tipps und Tricks
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten für ein Motorrad zu senken:
- Selbstwartung: Wer handwerklich geschickt ist, kann einfache Wartungsarbeiten wie Öl- und Filterwechsel selbst erledigen.
- Saisonkennzeichen: Wer sein Motorrad nur im Sommer nutzt, kann es über ein Saisonkennzeichen zulassen und somit Steuern und Versicherung sparen.
- Versicherungsvergleich: Ein Vergleich verschiedener Versicherungsangebote kann helfen, den günstigsten Tarif zu finden.
- Gebrauchtkauf: Der Kauf eines gebrauchten Motorrads kann die Anschaffungskosten erheblich reduzieren.
Die Motorradversicherung der HUK-COBURG
Zur Motorrad-Versicherung der HUK-COBURG gehört neben der verpflichtenden Kfz-Haftpflichtversicherung auch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht für Ihr Motorrad. Sie übernimmt Schäden, die Sie an anderen Personen verursachen. Neben Sachschäden z.B. an Fahrzeugen oder Gebäuden von Dritten sind also auch Personenschäden an anderen Personen abgesichert.
Zusätzlich zur Kfz-Haftpflicht haben Sie die Möglichkeit, mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung auch die Beschädigung Ihres eigenen Motorrads abzudecken. Außerdem gibt es Ergänzungen zu Ihrer Motorrad-Versicherung.
Die Teilkaskoversicherung leistet z. B. bei Kurzschluss an der Verkabelung inkl. Tierbiss (z. B. durch einen Marder) am Fahrzeug inkl. Z. B. Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung, Lawine, Dachlawine. Wir sind einer der wenigen Versicherer, bei dem Sturm schon ab Windstärke 7 (ca. 52 km/h) aufkommt - nicht wie marktüblich erst ab Windstärke 8.
Bei einem Kaskoschaden am Fahrzeug werden auch die in Mitleidenschaft gezogene Motorradschutzkleidung (z. B. Montur, Motorrad-Stiefel und -Jacke) sowie die beschädigten Helme des Fahrers und des Beifahrers ersetzt. Das gilt jedoch nur, wenn die Kleidung in Zusammenhang mit einem Schaden am Motorrad entsteht.
Bei einem Unfall oder einer Panne bietet Ihnen der Kfz-Schutzbrief Soforthilfe rund um die Uhr. Für nur 7,00 €* im Jahr erhalten Sie umfangreiche Leistungen, z. Und Sie?
Wenn Sie bei einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung erleiden, zahlt unsere Private Unfallversicherung die vorher vereinbarte Summe an Sie aus. Zusätzlich profitieren Sie nicht nur auf dem Motorrad.
Elektromotorräder: Besonderheiten bei den Kosten
Bei Elektromotorrädern haben Sie meist höhere Anschaffungs- und Reparaturkosten als bei Motorrädern mit Verbrennungsmotor. Daher ist es gerade für die ersten Jahre ratsam, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen.
Zusätzlicher Rundum-Schutz für Schäden an Ihrem Akku über unsere Vollkasko bis 20.000 €.
Wir nehmen keine altersbedingten Abzüge vor. D.h. wir leisten unabhängig davon, wie alt der Akku ist. Denn der Akku, das Herzstück Ihres Fahrzeugs, ist genauso versichert wie die anderen Bestandteile des Fahrzeugs auch.
Absicherung von Überspannungsschäden durch Blitzschlag - Ihr Motorrad ist z. B. beim Laden durch einen Blitzeinschlag beschädigt worden.
Und wenn Ihr E-Motorrad aufgrund fehlender Energie stehen bleibt, hilft Ihnen der HUK-COBURG Kfz-Schutzbrief weiter. Wir transportieren Ihr liegengebliebenes Fahrzeug zur nächsten Ladestation, damit Sie den Antriebs-Akku dort aufladen können.
Zusammenfassung der Kostenfaktoren
Die Kosten für ein Motorrad setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen und können je nach Modell, Fahrstil und individuellen Bedürfnissen stark variieren.
- Neupreis: Der Neupreis eines Motorrads kann von einigen Tausend Euro bis zu mehreren Zehntausend Euro variieren.
- Gebrauchtkauf: Ein gebrauchtes Motorrad kann deutlich günstiger sein als ein Neufahrzeug.
- Zubehör: Je nach Bedarf können weitere Kosten für Zubehör wie Helm, Kleidung, Koffer, Navigationssystem etc. anfallen.
- Kfz-Steuer: Die Höhe der Kfz-Steuer für Motorräder berechnet sich nach dem Hubraum des Motors und den CO₂-Emissionen.
- Versicherung: Die Kosten für die Motorradversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter des Fahrers, Erfahrung, Standort, Art des Motorrads und die gewählte Deckung.
- Wartung und Reparaturen: Regelmäßige Wartung und Verschleißreparaturen sind notwendig, um die Funktionssicherheit des Motorrads zu gewährleisten.
- Kraftstoff: Die Kraftstoffkosten hängen von der Effizienz des Motorrads und den gefahrenen Kilometern ab.
- Stellplatzmiete: Wer kein eigenes Grundstück hat, muss ggf. Stellplatzmiete zahlen.
Nehmen wir an, Sie kaufen ein gebrauchtes Motorrad für 5.000 € und fahren es im Jahr 10.000 Kilometer. Die Kfz-Steuer beträgt 100 € pro Jahr, die Versicherung 300 € pro Jahr und der Kraftstoffverbrauch liegt bei 5 Litern pro 100 Kilometer. Für Wartung und Reparaturen fallen jährlich 200 € an. Die jährlichen Betriebskosten betragen dann ca. 1.200 €.
Die Kosten für ein Motorrad können je nach individuellen Bedürfnissen stark variieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten für ein Motorrad zu senken, z. B. durch den Kauf eines gebrauchten Motorrads, die Wahl einer günstigen Versicherung oder die Durchführung von Wartungsarbeiten in Eigenregie.
Wer sein Motorrad nur gelegentlich nutzt, kann ggf. ein Saisonkennzeichen beantragen.
Motorrad Steuer Tabelle
| Hubraum | Steuer (ca.) |
|---|---|
| Bis 125 cm³ | Keine Steuer |
| 600 cm³ | 44 Euro pro Jahr |
| 1000 cm³ | 73 Euro pro Jahr |
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