Ein Fahrrad zu besitzen und zu nutzen, bringt verschiedene Kosten mit sich. Diese können von der Art der Nutzung, der Fahrleistung und der Qualität des Fahrrads abhängen. Hier ist eine detaillierte Übersicht, die Ihnen hilft, die Kosten für Fahrradreparaturen und Wartung besser zu verstehen.
Inspektion und Service
Regelmäßige Inspektionen sind entscheidend, um die Lebensdauer Ihres Fahrrads zu verlängern und teure Reparaturen zu vermeiden.
Bei einer kleinen Inspektion werden alle Schrauben geprüft, Bremsen und Schaltung eingestellt sowie alle beweglichen Teile geölt. Materialkosten wie Bremsbeläge müssen jedoch separat bezahlt werden.
Vom Checkup Service bis zum Premium Service wird bei jedem Paket Ihr Fahrrad oder E-Bike einmal komplett geprüft. Dabei erstellen erfahrene Mechaniker ein Angebot. Die Arbeiten starten erst, wenn der Kostenvoranschlag mit Ihnen abgestimmt wurde. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch.
Kostenvoranschlag
Benötigen Sie einen Kostenvoranschlag für eine Versicherung? Das ist kein Problem, Sie können sich den Kostenvoranschlag einfach als PDF herunterladen und bei der Versicherung einreichen. Wenn es sich um einen Unfallschaden handelt, geben Sie bitte in der Buchung an, wie der Unfallablauf war, damit das Fahrrad oder E-Bike noch genauer auf Schäden geprüft werden kann.
Für die meisten Versicherungsschäden, z.B. nach einem Unfall, reicht eine Schadensaufnahme im Rahmen eines Kostenvoranschlages aus.
Wartungsintervalle
Wie oft Ihr Fahrrad oder E-Bike zum Service sollte, hängt stark von der Benutzung und Fahrleistung ab. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei einer Fahrleistung von mehr als 2000 km pro Jahr auch jährlich ein Service sinnvoll ist, damit Sie immer sicher unterwegs sind.
Sollten Sie mit Ihrem Fahrrad oder E-Bike nicht so viel fahren, ist es auch ausreichend, Ihr Rad jedes zweite Jahr oder bei einem konkreten Problem prüfen zu lassen.
Typische Verschleißteile und deren Kosten
Florian Rebel, der ein Fahrradgeschäft betreibt, nennt die typischen Verschleißteile an einem Fahrrad: „Bremsbeläge, Kette, Kassette, Kettenblätter, Bremsscheiben und natürlich Reifen.“
Bei der angenommenen Fahrleistung von 2500 Kilometern gehen wir davon aus, dass Kette (20 Euro) und Kettenblatt (25 Euro) alle zwei Jahre getauscht werden müssen, die Bremsbeläge einmal jährlich (2 × 15 Euro). Wenn man keine Scheibenbremsen hat, sogar häufiger. Die Kassette einer Kettenschaltung (60 Euro) ist nach 10 - 15.000 km fällig. Die Reifen (2 × 30 Euro) sollten ca. 5000 Kilometer halten.
Die Laufleistungen von Ketten variieren von 1000 km beim Einsatz auf dem MTB unter groben Bedigungen mit Schmutz und Schlamm, über 3000 bis 5000 km bei Trekkingrädern mit vorwiegend trockenen Bedingungen und guter Pflege bis hin zu Laufleistungen über 6000 km bei Cityrädern mit Nabenschaltungen im Schönwetter-Einsatz.
Weitere Kostenfaktoren
Fahrradnutzung und Fahrverhalten
Die zurückgelegte Strecke per Fahrrad bestimmt die Kosten pro Kilometer. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat ermittelt, dass Fahrradfahrer 2,4 Wege pro Tag mit insgesamt 9,3 Kilometern zurücklegen. Das macht knapp 3400 Kilometer pro Radfahrer.
Der Zweirad Industrie Verband gibt eine wöchentliche Kilometerleistung pro Fahrradbesitzer von 30 Kilometer an. Das macht knapp 1600 Jahreskilometer.
Wer viel Ampeln auf seiner Pendlerstrecke hat, beschleunigt und bremst öfter - zu Lasten von Bremsen und Reifen.
Technische Ausstattung
Ein weiterer Faktor, der maßgeblichen Einfluss auf die Betriebskosten hat, ist die technische Ausstattung, genauer: die Art des Antriebs. „Kette oder Riemen?“, ist die Frage, die man sich stellen sollte. Ein spezieller Rahmen mit Öffnung für den Riemen und eine Schaltungsnabe erhöht zwar den Kaufpreis - senkt aber die Betriebskosten!
Reiseradler berichten, dass sie ca. 30.000 Kilometer mit einem Riemen zurücklegen. Bei Ketten werden Maximalleistungen von ca. 10.000 Kilometern angegeben, wenn sie mit einer Getriebeschaltung kombiniert werden, um verschleißträchtigen Kettenschräglauf zu vermeiden. Bei Kettenschaltungen die Hälfte oder weniger. Grob dient die Faustformel, dass bei vergleichbaren Bedingungen ein Riemen rund zweieinhalb bis dreimal länger hält als eine Kette.
Serviceverhalten
„Viele Reparaturen sind vermeidbar“, weiß Thomas Kleiber, Filialleiter bei Radlbauer. Er hat die Erfahrung gemacht, dass manche Fahrradfahrer zu spät die Komponenten tauschen - und so leider vermeidbare Folgeschäden provozieren. Verschleiß lässt sich daher nicht nur aus technischer Sicht betrachten - sondern auch aus wirtschaftlicher.
Es kann Sinn machen, eine Kette früher als üblich zu wechseln, um ihr eine doppelte bis dreifache Lebenszeit zu spendieren. Der Profi hat zwei Ketten zur Auswahl und wechselt diese zeitlich in kurzer Folge nach wenigen hundert Kilometern jeweils untereinander.
Witterungseinflüsse
Natürlich nagt ein trockener und kalter Winter stärker am Material. Schmutz bleibt an der Kette haften. Das fördert den abrasiven Verschleiß. Für den Winter muss evtl. ein zweites Paar Reifen zugelegt werden. Und der Ganzjahresfahrer benötigt auch mehr Bekleidung, um der kalten Jahreszeit trotzen zu können.
Fahrtechnik
„Ein Fahrtechnikkurs hilft, die Betriebskosten zu senken!“, mit dieser Aussage verblüfft uns der Mechaniker. Eine Verbesserung der Fahrtechnik macht nicht nur aus Gründen der Sicherheit Sinn, sondern hilft, die Technik eines Fahrrades zu verstehen. So kann man einen sich anbahnenden Defekt durch übermäßigen Verschleiß erkennen.
Fixkosten
Ein Radfahrer hat in mehr oder weniger festen Abständen gewisse Aufwendungen - unabhängig von der Kilometerleistung seines Rades. So schlägt hier typischerweise eine Diebstahlversicherung für besonders teure Fahrräder zu Buche. Bis ca. 2500 Euro sind Fahrräder meist in der Hausratversicherung inkludiert. Eine separate Fahrradversicherung kostet im Durchschnitt 10 Euro monatlich.
Zu den Fixkosten gehört aber auch der Helm. Die Außenhülle eines Helmes unterliegt einer Alterung. Die Klebstoffe können sich zersetzen, der Helm buchstäblich in seine Bestandteile zerfallen. Deshalb ist es sinnvoll, Helme nach 3 bis 5 Jahren auszutauschen. Ein guter Fahrradhelm kostet ca. 90 Euro. Umgelegt auf die Nutzungsdauer sind das zwei Euro pro Monat.
Beispielrechnung
In einer Beispielrechnung wurden jährliche Kosten von 383,28 Euro pro Jahr ermittelt. Das macht 31,95 Euro pro Monat.
Wird die Nutzungsdauer dieses Fahrrades auf 10 Jahre gesteigert, die jährliche Kilometerleistung um 500 Kilometer auf 3000 Kilometer angehoben und alle Wartungsarbeiten am Fahrrad konsequent selber durchgeführt, so ergeben sich 249 Euro Kosten pro Jahr.
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