Mit dem E-Bike Drehmoment entscheidet sich die Stärke des Motors. Getreu des Mottos “Viel hilft viel” interessieren sich die meisten angehenden E-Bike Besitzer vor dem Kauf für ein E-Bike mit 65 bis 85 Nm oder mehr.
Was bedeutet Drehmoment beim E-Bike?
Das Drehmoment eines Motors (Angabe in Newtonmeter/Nm) entscheidet in der Praxis vor allem darüber, wie stark das Rad auf den ersten Metern beschleunigt. Bei Mountainbikes ist es relevanter als bei Touren- oder Cityrädern, da es zum Beispiel beim Überwinden von Hindernissen hilft. Die Werte liegen überwiegend zwischen 45 und 90 Nm. Die besonders drehmomentstarken Motoren können auf losem Untergrund dosierten Umgang erfordern.
Deshalb möchte ich für mich und Euch als Leser etwas tiefer gehen als der klassische Motorenvergleich. Welche Eckdaten von Motor und Akku den Fahrspaß wie beeinflussen, wird selten erklärt. Doch es ist wichtig - und deshalb soll es hier passieren. Vor den Steckbriefen einzelner verbreiteter Antriebstypen gilt es, zentrale Begriffe zu klären.
Charakteristik des E-Bike Motors
Sie beschreibt die Art und Weise, wie der Motor auf die Tretkraft des Fahrer oder der Fahrerin reagiert. Wird die Kraft beim Anfahren ruppig oder sanft entfaltet, spricht die Unterstützung sofort an, bei welcher Kurbeldrehzahl liefert der Motor seine volle Leistung?
Aufgrund der verschiedenen persönlichen Vorlieben und Fahrweisen gibt es nicht den einen, perfekten Antriebscharakter. Es ist deshalb interessant, verschiedene Motoren auf der Probefahrt direkt zu vergleichen.
Einteilung der E-Bikes nach Motorleistung
In diesen 3 Kategorien lassen sich alle aktuellen E-Bikes anhand ihrer Motorleistung einteilen. Es geht in diesen Kategorien um einfache E-Bike bzw.
- Light E-Bikes: Leichte E-Bikes bieten eine moderate Unterstützung mit einem Drehmoment von 20 bis 40 Nm. Leistungsstarke Motoren sind mit 35 Nm in der Lage, deine Leistung zu verdoppeln. So versprechen z. B. Gewicht: bis ca.
- Mid Assist E-Bikes: Mid Assist E-Bikes bieten eine ausgewogene Unterstützung mit einem Drehmoment von 50 bis 75 Nm. Gewicht: bis ca.
- Full Power E-Bikes: Für extreme Bedingungen und anspruchsvolle Fahrten bieten Full Power E-Bikes mit einem Drehmoment ab 75 Nm die maximale Unterstützung. Gewicht: bis ca.
Die Rolle des Drehmoments in verschiedenen Fahrsituationen
Hier geht es schließlich oft mal steil bergauf, oder Steigungen ziehen sich im hügeligen bis bergigen Gelände. Für die meisten Fahrer und Motoren stellen tatsächlich Steigungen die größtem Ansprüche an die körperliche Fitness und an die Motorpower. Aber am spannendsten finde ich das Thema Steigungen (-> siehe unser Fahrbericht: Mit dem E-Bike auf die Kampenwand„). Eine Steigung von 12% entspricht oft den steileren Auffahrten bei Tiefgaragen. Eine Steigung von >20% tritt meist nur auf Nebenstrecken und in den Bergen auf.
„Bei 12% Steigung wäre das notwendige Drehmoment 40 Nm. Ein Motor mit 40Nm würde bei einem 26“-Rad maximal eine Unterstützung bis 12% Steigung ermöglichen bei reinem Motorbetrieb ohne zusätzliche Tretunterstützung.
„Für das Gesamtgewicht von 100kg … ergibt sich bei 16% Steigung eine Hangabtriebskraft von 160N. Bei einem 26“ Rad (Radius 32,5 cm gemessen, Felge plus Mantel) ergibt sich somit ein Drehmoment von 52 Nm … Damit das Rad nicht die Schräge herunter rollt, muss entweder eine Gegenkraft von 160N oder ein Drehmoment von 52 Nm aufgewendet werden.
60 Nm ermöglichen bei einem Rad mit 26″-Felgen (Radius inkl. Noch steilere Climbs, eventuell bei losem Untergrund, erfordern noch mehr Drehmoment.
E-Bike Motoren im Vergleich
Obwohl alle hier aufgeführten Motoren eine Nennleistung von 250 Watt haben und ihre Unterstützung bei 25 Stundenkilometern endet, haben sie sehr unterschiedliche Charaktere. Sie reagieren unterschiedlich darauf, wie schnell der Fahrer oder die Fahrerin kurbelt und verhalten sich beim Anfahren oder am Berg so, wie es der Hersteller ihnen mitgegeben hat. MYBIKE analysiert ihren Charakter auf einem Labor-Prüfstand und während der Testfahrten.
- Bosch Performance Line CX: Mit einem Drehmoment von 85 Newtonmeter beschleunigt er sehr kraftvoll. Fazit: Viel Power, sensible Reaktion und gut über die Tretkraft steuerbar.
- Shimano Steps EP8: Der Shimano EP8 reagiert jedoch sehr sensibel auf die Drehzahl von Fahrerin oder Fahrer: Nur wer eine mittlere Trittfrequenz von 70 bis 85 Kurbelumdrehungen pro Minute hat, kommt in den Genuss der Maximalleistung von etwa 450 Watt.
- Bosch Active Line Plus: Beide ziehen mit etwa 50 Newtonmeter an der Kette, wenn man losfährt. Der Bosch läuft sehr leise, seine Kraft setzt beim Anfahren sanft und berechenbar ein.
- Brose Drive C: Schon bei 120 Watt Eigenleistung gibt das Aggregat Alles. Ein laufruhiger Allrounder mit natürlichem Fahrgefühl für Alltag und Ausflug.
- Bafang RM G120: Deshalb verbraucht er aber auch weniger Strom als die Kraftpakete, der Akku kann klein bleiben.
- Fazua Evation: Vor allem für sportliche Mountainbikes und sogar Rennräder ist er gefragt, denn der komplette Antrieb inklusive Akku wiegt nur etwas über vier Kilo, ist sehr schlank und lässt sich fast komplett entnehmen.
Weitere Beispiele für Drehmomentwerte verschiedener Motoren:
- Bafang Hinterradnabenmotor: 45 Nm
- Brose Mittelmotorsystem: 90 Nm
- AEG ComfortDrive Mittelmotor: Maximales Drehmoment 100 Nm
- GO SwissDrive Hinterrad-Nabenmotor: 40 Nm
- Panasonic XO Front Mount MTB mid drive: 75 Nm
An der Auflistung erkennst du schon: Mittelmotoren liefern das größte Drehmoment.
E-Bike, Pedelec und S-Pedelec: Die Unterschiede
Als E-Bike wird gemeinläufig ein Fahrrad mit Motorantrieb bezeichnet. Im normalen Wortgebrauch werden E-Bike und Pedelec meist gleich gesetzt. Allerdings gibt es große Unterschiede.
- E-Bike: Ein E-Bike ist einem Mofa ähnlich. Es fährt, sobald man den Gasgriff dreht - man muss dazu nicht selbst treten. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 25 km/h.
- Pedelec: Bei einem Pedelec hingegen hat der Motor nur eine unterstützende Funktion. Man muss selber treten, damit der Motor sich dazuschaltet. Der Motor unterstützt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Schneller kann man nur mit eigener Muskelkraft fahren.
- S-Pedelec: Ein S-Pedelec läuft wie ein Pedelec nur, wenn man selber tritt. Allerdings stoppt er erst bei einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h.
Rechtliche Aspekte
Natürlich unterscheiden sich die drei Elektrorad-Typen auch rechtlich. Vor dem Gesetz ist es wichtig, E-Bike, Pedelec und S-Pedelec genau zu unterscheiden.
- Pedelec: Das Pedelec ist vor dem Gesetzt dem Fahrrad gleichgestellt.
- S-Pedelec: Weil der Motor des S-Pedelec bis zu 45 km/h unterstützt, ist es rechtlich dem Kleinkraftrad gleichgesetzt.
Grundsätzlich sind Fahrräder jeglicher Art unabhängig vom Alter erlaubt. Allerdings ist für bestimmte Elektroräder eine Fahrerlaubnis nötig, die wiederum erst in einem gewissen Alter erworben werden kann. Es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung, solange das Tempo aus eigener Kraft erzeugt wird.
Reichweite und Akku
Wie groß ist der Tank? Die Akkukapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Ein verbreiteter Wert liegt bei 500 Wh, doch der Trend geht zu größeren Akkus (625 Wh). Ob die größere Variante immer sinnvoll ist, liegt am Einsatzbereich, der eigenen Fitness - und am Budget. Akkus sind sehr teuer. Ein Rad mit 625 anstelle von 500 Wh kann leicht 200 Euro teurer sein.
Die Angabe einer Reichweite ist sehr vom Gelände, der Unterstützungsstufe und der Eigenleistung abhängig. Während eine halbwegs fitte Radlerin auch in welligem Gelände 100 Kilometer aus einem 500Wh-Akku holt, kann ein schwerer Mann im Turbo-Modus viel schneller am Ende sein.
Akkus halten am längsten bei Raumtemperatur um rund 20 Grad. Je kälter es draußen ist, desto öfter muss der Akku geladen werden. Natürlich spielt auch die Topografie eine große Rolle für die Reichweite. Fährt man nur auf der Ebene auf befestigten Wegen, reicht der Akku sehr lange. Geht es hingegen über Feld und Wiesen und auf steile Berge, wird mehr Strom verbraucht. Außerdem gilt: Je höher die Unterstützungsstufe, desto höher der Stromverbrauch, desto geringer die Reichweite. Selbiges gilt für das Gewicht: Ideal ist es, mit möglichst wenig Gepäck zu fahren. Zuletzt ist auch der Reifendruck wichtig: Ist dieser zu gering, nutzt sich der Reifen nicht nur schneller ab, er rollt auch schwerer und man braucht mehr Strom.
Tipps zur Fehlerbehebung und Wartung
Wenn die Funktion des E-Bikes beeinträchtigt ist, muss man nicht immer sofort in die Werkstatt. Viele Fehler kann man auch selber beheben.
- Motorunterstützungsprobleme bei Bosch Antrieben: Nehmen Sie das Display ab und reinigen Sie die Kontakte.
- Verdrehter Geschwindigkeitssensor: Drehen Sie ihn einfach wieder mit der breiten Seite nach außen.
- Akku auf Störung: Dazu nehmen sie ihn aus dem Fahrrad und halten den On/Off-Knopf etwa 10 Sekunden gedrückt.
- Knacken des Motors bei Bosch E-Bikes: Einfach ein paar Tropfen Öl zwischen Motor und Rahmen spritzen und schon hört das Geräusch meist auf.
- Yamaha Motor läuft nicht: Nehmen Sie das Display aus der Halterung und reinigen Sie die Kontakte, notfalls einfach mit den Fingern darüber streichen.
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