Die schnellsten Motorräder der Welt: Eine Übersicht

Seien wir ehrlich: Bei allem, was mit Motorantrieb über die Straßen bewegt werden kann, ist vor allem die Leistung wichtig. Wie viel PS bringt das Vehikel auf die Straße? Das ist aber nicht nur bei Autos so.

Auch Motorräder haben sich schon lange dem Diktat der schieren Power gebeugt, und so produziert der Markt Geschosse auf zwei Rädern, die beinahe nicht mehr wissen, wohin mit ihren Pferden.

Suzuki Hayabusa: Ein Power-Bike der Extraklasse

Die Suzuki Hayabusa ist für viele das Superbike schlechthin. Je nach Generation stehen 175 PS und 312 km/h Spitze oder 197 PS und abgeregelte 298 km/h im Datenblatt.

Dazu kommen das einzigartige, im Windkanal optimierte Äußere der Japanerin, ihr gewöhnungsbedürftig hohes Gewicht und öffentliche Beschleunigungsversuche, bei denen sie selbst Supersportwagen abzogen hat. Stoff für eine Legende!

Kein Wunder also, dass sich meist nur Könner an die Serienversion des "Wanderfalken" herantrauen. Und die würden hier das Handtuch werfen, denn für diese Hayabusa braucht man mehr als nur Können.

Eine Hayabusa mit 650 PS?

Richtig gehört: Mick Ellis von BDR Performance Engineering hat eine solche Suzuki Hayabusa auf die Räder gestellt, die nun zum Verkauf steht.

Ursprünglich wurde die hier vorgestellte Suzuki Hayabusa aufgebaut, um den Landgeschwindigkeitsrekord zu brechen. Um dieses Ziel anzugehen, hat Mick Ellis von BDR Performance Engineering jede Menge Modifikationen am japanischen Power-Bike vorgenommen.

Nach den Anpassungen bringt die nun turboaufgeladene Hayabusa satte 650 PS auf das Datenblatt. Für alle Umbaumaßnahmen benötigte Ellis nach eigenen Aussagen zwei Jahre. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen.

Beim Rekordversuch, bei dem übrigens Micks Frau Becci das Steuer übernahm, erzielte das umgebaute Suzuki-Power-Bike eine Höchstgeschwindigkeit von enormen 425 km/h. Damit wurde Becci im August 2014 zur schnellsten Frau auf einem Motorrad.

Sie übertraf den vorherigen Rekord um satte 32 km/h.

Technische Details des Umbaus

Mick Ellis entschied sich dafür als Basismodell eine Hayabusa der ersten Generation zu verwenden. Um die enorme Leistungssteigerung zu bewerkstelligen, wurde der Motor mit einem Turbomodul des Herstellers Garrett aufgewertet.

Für den Rekordversuch wurde das Bike mit 119 oktanigem Sprit betankt. Auch sonst musste der Customizer aus England nahezu jedes Bauteil, beispielsweise Ölfilter, Kolben und Zylinderköpfe, Benzinpumpe, Kühler, das Getriebe oder die Auspuffanlage austauschen oder stark anpassen, um die Hayabusa, die in ihrer Urversion 175 PS leistet, auf 650 PS zu zu bekommen.

Der Rahmen wurde von der originalen Hayabusa übernommen. Für Anpassungen an der Lenkgeometrie holte sich Ellis Unterstützung von John Warrington Motorcycles.

Einige Bauteile wie die Räder oder die hinteren Bremsen wurden dagegen vom Original übernommen. Auch die leicht modifizierte Gabel stammt aus der ursprünglichen Hayabusa.

Die Schwinge wurde im Vergleich zum Orignal um knapp zehn Zentimeter verlängert. Entsprechend mussten auch einige andere Bauteile wie die Kette gegen Bauteile aus dem Drag-Racing-Sortiment ausgetauscht werden.

Zudem entschied sich der britische Customizer vorne für neue Bremselemente aus dem Hause PFM Performance. Auch die Sitzbank, das Heck und die Frontverkleidung mussten modifiziert werden.

Alle Anpassungen wurden übrigens in der heimischen Garage von Mick Ellis in Scunthorpe (England) vorgenommen.

Power-Bike sucht neuen Besitzer

Freilich wurde die 650-PS-Hayabusa nicht für den alltäglichen Einsatz auf der Straße konzipiert. Das primäre Einsatzgebiet des Power-Bikes ist nach Aussagen der Besitzer im „Land-Speed-Racing“ angesiedelt.

Gute Neuigkeiten gibt es nun für alldiejenigen, die dieses Bike gerne in der eigenen Garage stehen haben möchten. Die umgebaute Hayabusa wird von ihren Besitzern derzeit zum Verkauf angeboten. 30.000 britische Pfund, umgerechnet also etwa 33.000 Euro, möchten Mick und Becci für den Drag-Racer haben.

Die Legende, die ehemalige Nummer 1, der entthronte Champion. Fast jeder schon hat von diesem Modell gehört und Fans bekommen leuchtende Augen, wenn der Begriff "Hayabusa" fällt. Das erste Straßen-Bike, das die 300 km/h-Grenze knackte, ist eine echte Berühmtheit.

Top 15 der stärksten Serien-Motorräder

Hier ist eine Übersicht der Top 15 der stärksten serienmäßigen Motorräder:

  1. Kawasaki Ninja H2 R: 310 PS (mit RamAir-Aufladung 326 PS)
  2. Ducati Superleggera V4: 234 PS
  3. Kawasaki Ninja H2: 231 PS
  4. Honda RC213V-S: 230 PS (mit Kit, sonst 159 PS)
  5. Ducati Panigale V4 R: 221 PS
  6. Honda CBR1000RR-R Fireblade: 217 PS
  7. Aprilia RSV4 1100: 217 PS
  8. Ducati Panigale V4 S: 215,5 PS
  9. Ducati 1299 Superleggera: 215 PS (mit Race-Kit 220 PS)
  10. BMW HP4 Race: 215 PS
  11. BMW S 1000 RR: 207 PS
  12. MV Agusta Rush: 208 auf 212 PS (156 kW)
  13. MV Agusta Brutale 1000RR: 208 PS
  14. Ducati Streetfighter V4: 208 PS
  15. Kawasaki Ninja ZX-10RR: 204 PS

Weitere bemerkenswerte Modelle

  • BMW S 1000 RR: Ein echtes Sportmotorrad, das ganz entspannt 300 km/h läuft und über einen breiten Einsatzbereich verfügt.
  • Kawasaki Ninja H2: Angegeben mit 200 PS, leistet sie gut und gerne 210 bis 220 PS, mit ein wenig Tuning wird sie deutlich schneller.
  • Suzuki GSX 1300 R Hayabusa: Als sie 2000 auf den Markt kam, war sie das erste Motorrad, das die magische 300 km/h Grenze geknackt hat.
  • Kawasaki ZX-12 R: Mit 178 PS aus einem Reihenvierzylinder lieferte sie sich anfangs ein schweres Duell gegen die Suzuki Hayabusa.
  • Kawasaki ZZR 1400: Knapp 300 km/h läuft die 192 PS starke ZZR 1400, ein Hammer auf deutschen Autobahnen.

Fazit

Die Welt der Motorräder bietet eine Vielzahl von Modellen, die mit beeindruckender Leistung und Geschwindigkeit aufwarten können. Ob es sich um die legendäre Suzuki Hayabusa, die High-Tech-Modelle von Ducati oder die kompressorgeladenen Kawasakis handelt, für jeden Geschmack und Anspruch gibt es das passende Bike.

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