Wie viel PS hat ein MotoGP Motorrad?

In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an. MotoGP-Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik, welche im Schnitt 300 PS stark sind, 157 Kilo wiegen und eine Geschwindigkeit von über 350 km/h erreichen können. Die MotoGP hat als Königsklasse im Motorrad-Sport wieder begonnen und wird eifrig von seinen Fans verfolgt.

Technische Daten der MotoGP-Motorräder

Die technischen Daten der Ducati Desmosedici (2023) zeigen, was diese Maschinen leisten:

  • Motor: wassergekühlter V4-Motor mit desmodromischer Ventilsteuerung
  • Hubraum: 1.000 ccm
  • Leistung: über 250 PS
  • Auspuff: Akrapovic
  • Getriebe: Ducati-Seamless-Getriebe mit sechs Gängen
  • Chassis: Aluminium-Rahmen
  • Federelemente vorn: Upside-Down-Gabel von Öhlins mit Carbon-Standrohren
  • Federelemente hinten: Federbein von Öhlins
  • Felgen: geschmiedete Magnesium-Felgen von Marchesini
  • Reifen: MotoGP-Einheitsreifen von Michelin
  • Bremse vorn: Brembo, Carbon-Bremsscheiben in 320/340/355 mm, Vier-Kolben-Bremssättel
  • Bremse hinten: Brembo, Stahl-Bremsscheibe, Zwei-Kolben-Bremssattel
  • Elektronik: Einheits-ECU von Magneti Marelli (nach FIM-Reglement)
  • Gewicht: über 157 kg (nach FIM-Reglement)

Insider haben durchblicken lassen, dass bei Prüfstandsläufen bereits die Marke von 300 PS geknackt wurde. Neben dem einzigartigen Motor verfügt Ducati über weitere Innovationen. Im Bereich der Aerodynamik war Ducati in den zurückliegenden Jahren eine Inspiration für alle anderen Hersteller. Die jüngste Entwicklung, die Flügel auf dem Höcker, wurden bereits von einigen Herstellern kopiert. Die Bremsen kommen weiterhin von Brembo, die Federelemente von Öhlins, die Auspuffanlage von Akrapovic und die Felgen von Marchesini.

Vergleich mit anderen Rennklassen

Die Motorrad-WM 2025 steht in den Startlöchern und verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP. Jede zeichnet sich durch spezifische technische Spezifikationen und Reglements aus, die sowohl für Fahrer als auch für Teams einzigartige Herausforderungen darstellen.

Moto3

Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen. Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt.

Moto2

In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper ausgestattet, und der Tankinhalt ist auf 24 Liter begrenzt. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen.

MotoGP

Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm. Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind.

Regeländerungen ab 2027

Beim neuen MotoGP-Reglement ab 2027 haben sich die Hersteller auf eine Reduzierung des Hubraums geeinigt. Von 1.000 Kubikzentimeter wird auf 850 verkleinert. Festgelegt ist außerdem, dass es Viertakter sein müssen. Die maximale Anzahl der Zylinder bleibt bei vier. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass es extrem hochdrehende Motoren wie in der 800er-Ära gibt.

Der Aprilia-Rennmanager nennt konkrete Zahlen: "Wir gehen zwischen 25 und 35 PS weniger Leistung aus. Der Topspeed wird auch geringer werden." Statt wie bisher 22 Liter darf der Tank nur noch 20 Liter umfassen. Für den Sprint gelten ab 2027 elf Liter statt derzeit zwölf. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert.

MotoGP vs. Straßenmotorräder

Im Gegensatz zu straßenzugelassenen Serienmotorrädern werden bei MotoGP-Maschinen auf „lästige“ Bauteile, wie Abgasanlage, Startermotor, Licht, eine große Batterie oder ein Soziussitz etc. verzichtet. Rennmaschinen haben weder Katalysator noch Schalldämpfer verbaut, da diese dem Motor wertvolle Leistung entziehen.

Formel 1 gegen MotoGP

Es ist der ultimative Vergleich der beiden Königsklassen: Formel 1 gegen MotoGP, vier gegen zwei Räder, 1.000 gegen 290 PS. Das Motorrad ist zwar um Welten langsamer, doch daran stört sich keiner. Warum? Kein Rennwagen ist auf einer Rundstrecke schneller als ein Formel-1-Auto. Keine Rennmaschine schneller als ein MotoGP-Bike. Deshalb sind beide Serien die Königsklassen.

Die Formel 1 ist 20 Sekunden schneller, obwohl der Red Bull Ring nur 4.318 Meter lang ist und nur zehn Kurven hat. In jeder Kurve ist die Formel 1 schneller. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h.

Ein MotoGP-Bike wiegt ohne Fahrer 157 Kilogramm, denen 250 bis 290 PS gegenüberstehen. Rechnet man ihn heraus und legt ein Gewicht von 673 Kilo zugrunde, ergibt sich ein Leistungsgewicht von 0,67 kg/PS. In der MotoGP sind es 0,54 kg/PS, wenn man von 290 PS ausgeht.

Weitere Informationen

Die aktuelle Saison begann am 6. März in Katar und soll voraussichtlich nach 21 Rennen am 6. November 2022 in Valencia beendet sein. Die Starter bestehen aus 24 Fahrern und 12 Teams aus neun Nationen. Gewonnen hat, wer am Ende der Saison die meisten Punkte verzeichnen kann. Bei jedem Rennen erhalten die ersten 15 platzierten Fahrer bzw. Teams Punkte.

Seit einigen Jahren soll die Königsklasse im Zweirad-Motorsport sogar die Formel 1 als Königs-klasse des Vierrad-Motorsports eingeholt haben. Diskussionen, welcher Motorsport der bessere sei, gibt es schon lange.

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