Die Laufräder tragen Fahrer und Gepäck und übertragen die Kraft des Fahrers und der Bremsen auf die Fahrbahn. Als Laufrad bezeichnet man die Felge mit den Speichen und der Nabe. Letztere dreht sich in der Radachse. Die Laufräder müssen stabil sein, sollen andererseits aber nicht zu schwer sein. Denn zu schwere Laufräder beeinträchtigen die Beschleunigungsmöglichkeit eines Fahrrads.
Die Zahl der Speichen an einem Laufrad hängt von der Art des Fahrrads ab. An Alltagsrädern sind 36 Speichen üblich, bei leichteren Fitnessbikes können es auch nur 32 sein. Rennräder haben teilweise nur 16 bis 18 Speichen am Vorderrad und 24 am Hinterrad.
In unserem Online Shop bieten wir Ihnen Laufräder (Vorderräder und Hinterräder), aber auch Laufradsätze mit verschiedenen Speichenzahlen an, wie zum Beispiel 20, 24, 28, 32 und 36.
Materialien und Konstruktion von Laufrädern
Das Laufrad besteht fast immer aus Aluminium. Nur an teuren Rädern findet man auch Carbon. An billigen Rädern sind die Laufräder meist unnötig schwer. Ein gutes Alltagslaufrad ohne Scheibenbremse wiegt in der Regel nicht mehr als 1700 Gramm. Die gängigsten Größen bei Laufrädern sind 26 Zoll und 28 Zoll. Damit wird der Durchmesser der Felge angegeben. Moderne Felgen sind Hohlkammerfelgen. Sie haben einen doppelten Boden. Die Nippel der Speichen haben dadurch keinen Kontakt zum Schlauch oder Felgenband, da sie in diesen Hohlraum hineinragen. Das reduziert die Gefahr von Pannen.
Speichen sind die am stärksten belasteten Teile des Laufrades. Sie sind aus Stahl und im Durchschnitt zwei Millimeter dick. An Rennrädern kommen auch Carbonspeichen zum Einsatz. Die besseren Speichen haben unterschiedliche Stärken - an der Felge und der Nabe sind sie etwas dicker, in der Mitte schwächer, etwa 1,8 Millimeter. Der Fachbegriff dafür ist „Konifizierung“.
Gekreuzte und radiale Speichenmuster
Gekreuzt bedeutet: Die Speichen laufen überkreuz von der Nabe zur Felge. Radial bedeutet, dass die Speichen ohne Kreuzung mit einer anderen direkt zur Felge verlaufen. Wie Sonnenstrahlen streben sie von der Nabe zur Felge. Häufig werden Vorderräder radial und das Hinterrad gekreuzt eingespeicht. Laufräder können zweifach bis fünffach gekreuzt werden.
Da das Hinterrad rund zwei Drittel des Gewichts tragen muss, muss das hintere Laufrad entsprechend stabil sein. Deshalb werden hier die Speichen gekreuzt. Generell gilt: Je mehr Speichen ein Laufrad braucht, desto größer muss die Kreuzungsanzahl sein. Zumindest am Hinterrad muss ein Teil der Speichen schräg von der Nabe zur Felge laufen. Das erhöht die Verwindungssteifigkeit beim Treten der Pedale.
Vorteile gekreuzter Speichen:
- Gekreuzte Laufräder sind stabil oder neigen weniger zu Verformung des Laufrades.
- Die gekreuzten Speichen stützen sich am Kreuzungspunkt gegenseitig ab.
- Spannungsunterschiede und damit Verschleiß und Bruchrisiko werden dadurch geringer.
Nachteile gekreuzter Speichen:
- Gekreuzte Speichen sind in der Regel länger.
- Dadurch steigt normalerweise auch das Gewicht der Laufräder.
- Allerdings hängt das Gewicht auch entscheidend von der Anzahl der Speichen ab.
Vorteile radial verlaufende Speichen:
- Radial eingespeichte Räder sind seitenstabiler als gekreuzt gespeichte.
- Auch bei der Festigkeit gegenüber Gewichtsbelastungen liegen Räder mit Radialspeichen vorn.
Nachteile radial verlaufende Speichen:
- Da die Speichen mit einem kleineren Winkel in der Felge sitzen, besteht eine größere Gefahr, dass sich die Nippel lösen.
- Und dass die Speichen leichter an der Nabe ausreißen.
- Generell sind radiale Laufräder in der Laufrichtung weniger stabil.
Wichtigkeit der richtigen Speichenspannung
Hauptmanko bei Laufrädern ist zu geringe und/oder ungleichmäßige Speichenspannung. Betroffene Räder sind dadurch unnötig weich und bekommen schnell Höhen- und/oder Seitenschläge. Das kostet Kraft und beeinträchtigt das Fahrgefühl. Außerdem drohen Speichenrisse. Wichtig für die Haltbarkeit und den runden Lauf eines Laufrads ist die richtige Spannung der Speichen - eine „Acht“ im Laufrad ist fast immer Folge von zu schwacher Speichenspannung.
Auswahl der richtigen Felge
Du suchst eine neue Felge für Dein Rad? Wir zeigen Dir, worauf Du bei der Wahl der richtigen Felge für Dein MTB, Rennrad oder Gravelbike achten solltest. Die richtigen Felgen sorgen dafür, dass Dein selbstgebauter Laufradsatz eine runde Sache wird. Deine Felgen sollten belastungsgerecht gewählt werden, also passend zu Deinem Einsatzzweck und Fahrstil.
Die wichtigste Frage bei der Wahl der richtigen Felge: Soll Dein Rad eine Felgenbremse haben? Oder doch eher eine Scheibenbremse? Felgen für Felgenbremsen können zwar auch als Disc-Laufradsatz verbaut werden. Umgekehrt sind jedoch Disc-Felgen nicht kompatibel mit Felgenbremsen.
Natürlich sollte der Durchmesser Deiner Felgen zu Deinem Fahrradrahmen beziehungsweise Bike passen. Achte beim Bestellen unbedingt darauf, dass Du Felgen mit der korrekten Anzahl an Speichenlöchern auswählst! Die Anzahl muss zu der an Deinen Naben passen. Generell verleihen mehr Speichen Deinem Laufrad mehr Stabilität und Haltbarkeit. Der Preis dafür ist ein leicht höheres Gewicht. Für ein mit viel Gepäck beladenes Reiserad oder ein Cargo-Bike bist Du mit 36 oder mehr Speichen gut beraten.
Ein entscheidender Aspekt bei der Felgenwahl ist die Materialfrage: Carbon oder Alu? Beide Werkstoffe haben Vor- und Nachteile. Aluminium ist in erster Linie günstiger, doch auch andere Argumente sprechen für das Leichtmetall: Mit dem Mountainbike im Gelände kann es schon mal zu härteren Durchschlägen kommen und wenn Du beispielsweise bei einem Platten nicht sofort bremsen kannst, muss Deine Felge im unglücklichsten Fall einiges einstecken. Alu wird sich dann eher verformen, bevor es bricht. Mit einer Delle in der Felge kannst Du eine Ausfahrt oft noch zu Ende fahren, mit einer gebrochenen Felge nicht.
Zusätzliche Informationen
Die Aussage, dass ein Laufrad stabiler wird, wenn es mehr Speichen hat, trifft nur bis zu einem bestimmten Punkt zu. Werden weniger Speichen benötigt, resultiert daraus auch etwas weniger Gewicht des Laufrades und weniger Luftwiderstand. Sehr stabile E-Bike- und Cargo-Laufräder können durchaus mit "nur" 28 Speichen gebaut werden, sofern alle verbauten Komponenten über entsprechende Materialeigenschaften verfügen.
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