Wenn die Lieblingshose kneift oder der Zeiger auf der Waage immer weiter nach oben geht, entschließen sich viele zu einer Diät oder melden sich in teuren Fitnessstudios an. Dabei ließen sich die überschüssigen Kilos auch ganz einfach beim regelmäßigen Radfahren an der frischen Luft verbrennen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Es stärkt das Immunsystem, schont die Gelenke und verbraucht viele Kalorien. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung ist es die ideale Abnehmstrategie. Aber ist Fahrradfahren tatsächlich gesünder und effektiver als beispielsweise dieselbe Trainingszeit auf dem Ergometer beziehungsweise beim klassischen Bauch-Beine-Po-Workout?
Fahrradfahren und Abnehmen - funktioniert das?
Ausdauertraining fördert die Fettverbrennung. Mit dem Fahrrad lässt sich das Training individuell gestalten und ganz leicht an die eigenen körperlichen Voraussetzungen anpassen. Anfängerinnen und Anfänger starten mit mäßigem Tempo auf längeren, einfachen Strecken ohne viele Steigungen. Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, die schon etwas fitter sind, können mit dem Rad ein anspruchsvolles Intervalltraining auf abwechslungsreichen Strecken absolvieren. Dabei lassen sich beispielsweise schnelle Sprints oder Streckenabschnitte mit einer höheren Steigung mit entspannteren Passagen kombinieren.
Wichtig für eine optimale Fettverbrennung ist die Herzfrequenz. Mit ihr lässt sich der individuelle Fettverbrennungsbereich ermitteln. Der liegt zwischen 60 und 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Frauen rechnen dafür einfach 226 minus ihr jeweiliges Alter, Männer subtrahieren ihr Alter von 220. Ein Rechenbeispiel: Der optimale Trainingspuls zur Fettverbrennung liegt bei einer 30-jährigen Frau zwischen 118 und 137 Schlägen. Bei einem gleichaltrigen Mann zwischen 114 und 133 Schlägen. Mit einer entsprechenden smarten Trainingsuhr lässt sich der Puls ganz einfach überprüfen.
Berechnung des Kalorienverbrauchs beim Radfahren
Wie viele Kalorien beim Fahrradfahren tatsächlich verbrannt werden, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn der Verbrauch richtet sich nach unterschiedlichen Faktoren. Zum einen nach dem eigenen Gewicht und Alter, der Herzfrequenz, dem Tempo und der Zeit, die gefahren wird. Dazu kommen noch weitere Faktoren wie die Wetterverhältnisse und die Schwierigkeit der Strecke. Bei Gegenwind und Steigung wird mehr Kraft aufgewendet und der Kalorienverbrauch steigt.
Als grobe Richtlinie kann man den Energieverbrauch beim Radfahrer so berechnen: Durchschnitts-Watt x Zeit x 3,6. Wenn man also eine Stunde lang im Schnitt 100 Watt tritt, verbrennt man 360 Kilokalorien, bei 200 Watt 720 Kilokalorien etc.
Kalorienverbrauch in Abhängigkeit von der Leistung
| Leistung | Verbrauch/ Stunde |
|---|---|
| 100 Watt | 360 Kilokalorien |
| 150 Watt | 540 Kcal |
| 175 Watt | 630 Kcal |
| 200 Watt | 720 Kcal |
| 225 Watt | 810 Kcal |
| 250 Watt | 900 Kcal |
| 300 Watt | 1080 Kcal |
Ein Gramm Fett enthält etwa neun Kilokalorien Energie. Und ein Kilo menschliches Fettgewebe enthält etwa 870 Gramm Lipide, mal neun Kalorien entspricht der Energiegehalt also etwa 7800 Kilokalorien.
Nehmen wir nun weiter an, dass Sie auf einer flachen Strecke mit 200 Watt ohne Gegenwind durchschnittlich 30 km/h schaffen. Das bedeutet, dass Sie 324,9 km fahren müssen, um ein Kilogramm Fett zu verbrennen.
Man kann das Verhältnis von Fett zu Kohlenhydraten beeinflussen, die man verbrennt. Je höher die Belastung, umso mehr Kohlehydrate und umso weniger Fett wird verbrannt. Heißt im Umkehrschluß: Weniger Gas geben verbrennt mehr Fett. Auch Nüchtern-Training erhöht die Fettverbrennung. Hier ist es jedoch noch wichtiger, nicht zu schnell zu fahren, aber lang (mindestens vier Stunden), denn wenn die Kohlenhydrate ausgehen, wird der Körper in einen katabolen Zustand versetzt und beginnt, Muskeln abzubauen. Daher sollte man nicht mehr als zweimal pro Woche nüchtern trainieren, und das Ganze langsam steigern: Mit 90 Minuten oder zwei Stunden anfangen, und zur Vorsicht noch ein Kohlehydrat-Gel mitnehmen. Wenn man sich an ein längeres Nüchtern-Training gewöhnt hat, kann der Energieverbrauch aus Fett beim Radfahren von um 20 Prozent auf bis zu 50 Prozent steigen.
Wer fit werden und dabei abnehmen möchte, kommt neben einer gesunden Ernährung nicht um Sport herum. Fahrradfahren ist dabei eine gute Möglichkeit, um den Kalorienverbrauch anzukurbeln. Denn auf dem Rad purzeln nicht nur die Kilos, sondern es macht auch noch eine Menge Spaß. Im Gegensatz zu vielen anderen sportlichen Aktivitäten passiert das Radfahren oft nebenbei, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Deshalb ist Radfahren ein prima Ausdauersport für jedermann, weil er sich leicht in den Alltag integrieren lässt.
Radfahren kurbelt den Stoffwechsel an. Das regt wiederum den Körper dazu an, überschüssiges Fett zu verbrennen. Vor allem übergewichtige Menschen profitieren davon, dass beim Fahrradfahren der Sattel einen großen Teil des Körpergewichts trägt. So wird der gesamte Körper weniger belastet. Auch bei älteren Menschen wirkt sich dieser Umstand positiv aus.
Fahrradfahren trainiert besonders die Bein- und Gesäßmuskulatur. So nimmt mit der Zeit deren Muskelmasse zu. Da Muskeln mehr Energie verbrennen als Fett und so der Grundumsatz steigt, wirkt sich das wiederum positiv auf den eigenen Kalorienverbrauch aus. Das hilft jedem, der dauerhaft abnehmen will.
Um den genauen Kalorienverbrauch beim Radfahren zu berechnen, kommt es auf verschiedene Faktoren an. Dazu zählen neben dem eigenen Alter und Körpergewicht auch die gefahrene Geschwindigkeit. Im Schnitt verbrennt ein Mensch beim normalen Radfahren pro Stunde zwischen 200 und 600 Kalorien.
Um auf dem Fahrrad wirklich Fett zu verbrennen und Kilos zu verlieren, kommt es insbesondere auf die richtige Herzfrequenz an. Als maximale Herzfrequenz wird zur Vereinfachung immer die 220 angenommen.
Wer möglichst lange und kontinuierlich auf dem Rad sitzt und dabei auf die richtige Herzfrequenz achtet, erzielt den größten Effekt beim Kalorienverbrauch.
Neben dem Kalorienverbrauch spielt auch eine gesunde Ernährung beim effektiven Abnehmen eine große Rolle. Gesund abnehmen setzt daher voraus, seine Ernährung nach und nach und vor allem dauerhaft umzustellen. Die Umstellung wirkt auch dem bekannten Jo-Jo-Effekt entgegen. Sehr zuckerhaltige Produkte wie etwa Schokolade oder Limonade sollten nur ausnahmsweise und in geringen Mengen auf den Teller oder ins Glas kommen. Stattdessen lieber viel Obst, Gemüse, Produkte mit Vollkorn und generell ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen.
Beim Vergleich des Kalorienverbrauchs verschiedener Sportarten landet das Radfahren nur im Mittelfeld. Das gilt vor allem dann, wenn der Fahrstil gemütlich ausfällt. Joggen verbrennt dagegen schnell 450 kcal pro Stunde, Schwimmen etwa 400 kcal und Klettern circa 380 kcal. Ein wirklich hoher Kalorienverbrauch auf dem Fahrrad wird nur bei hoher Geschwindigkeit und langen Strecken erreicht.
Radeln bietet jedoch abseits der verbrauchten Kalorien viele zusätzliche Vorteile gegenüber anderen Aktivitäten. Unter anderem ist es eine der schonungsvollsten Sportarten überhaupt. Das erleichtert zum einen den Einstieg in das Training. Zum anderen ist beim Fahrradfahren die Gefahr, etwas falsch zu machen und sich Verletzungen zuzuziehen, vergleichsweise gering. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sich Touren mit dem Rad gut in den Alltag integrieren lassen und der Radfahrer bei dieser Sportart dauerhaft an der frischen Luft bleibt.
Tipps für effektives Radfahren zur Fettverbrennung
- Das Tempo sollte beim Radfahren nicht zu hoch sein, denn die Verbrennung von Fett braucht Sauerstoff.
- Regelmäßigkeit ist wichtig, damit dein Körper sich ans Radfahren und die Belastung gewöhnt. Für den Start ist es hilfreicher, mehrmals in der Woche kürzere Strecken zu radeln. Damit du deinen Fettstoffwechsel ankurbelst, sind 45 Minuten ideal.
- Radfahren lässt sich ganz leicht in den Alltag einplanen. Du kannst beispielsweise bei gutem Wetter zur Arbeit fahren, kleinere Einkäufe erledigen oder auch die Kinder aus dem Kindergarten abholen.
Häufige Fehler beim Abnehmen mit Radfahren
Radfahren verbrennt 250 - 600 Kalorien in der Stunde (je nach Geschwindigkeit und individuellen Faktoren) und ist ein hervorragendes Mittel, um insgesamt etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Aber Achtung! Kleine Fehler und falsche Annahmen können deine Erfolge auf der Waage zunichte machen.
Fehler 1: Eine schlechte Ernährung mit Training kompensieren
Wer sich den ganzen Tag von Cola und Hamburgern ernährt, und auch beim Radfahren (wie die Profis) Haribos snackt, wird auch durch tägliches Fahrradfahren nicht rank und schlank werden. Mit einem fettigen Abendessen, plus Softdrink und Fernseh-Snack hast du das aber rasch wieder mehr als aufgenommen - zusätzlich zu deinen sonstigen Mahlzeiten. Dagegen kommt auch dein durchs Radfahren verbesserter Stoffwechsel nicht an. Die Folge: Du nimmst trotz regelmäßigem Radfahren zu.
So machst du es besser: Überschätze nicht den Kalorienverbrauch, den du auf dem Rad hast. Online-Kalorienrechner geben eine grobe Vorstellung davon, wie hoch dein individueller Kalorienverbrauch beim Radfahren wirklich ist.
Fehler 2: Alles auf einmal wollen
Regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, die Fahrten tracken, jeden Tag gesund kochen, dreimal die Woche ins Fitnessstudio gehen, am Wochenende lange Radtouren machen: Das alles auf einmal einzuhalten, schafft niemand. Zu schnell sitzt man doch wieder morgens im Auto, schiebt sich die Pizza in den Ofen oder lässt das Rad am Wochenende stehen. Und dann schleicht sich die Resignation ein, dass das mit dem Fahrradfahren zum Abnehmen wohl nichts für einen ist.
So machst du es besser: Du musst nicht von jetzt auf gleich zum Super-Radler werden. "Wer nachhaltig, schlank, fit und leistungsfähig sein möchte, sollte 3-4x wöchentlich für 60-90 Minuten Fahrrad fahren", empfiehlt Sportarzt Ingo Froböse im Bike-X-Interview. Vielleicht reicht es für den Anfang also schon, dreimal die Woche das Rad zur Arbeit zu nehmen.
Fehler 3: Beim Abnehmen nur aufs Fahrradfahren setzen
In den meisten Fällen reicht das Fahrradfahren allein aber nicht aus, um langfristig und gesund Gewicht zu verlieren. Zwar baut sich beim Radfahren die Beinmuskulatur auf - wer die Gewichtsabnahme beschleunigen will, sollte aber durch gezieltes Krafttraining nachhelfen. Denn Muskelmasse benötigt im Körper - im Gegensatz zu Fett - zusätzliche Energie. Dein Kalorienverbrauch erhöht sich also auch im Ruhezustand.
So machst du es besser: Schnapp dir zweimal die Woche deine Sportmatte und optional ein paar Gewichte und lass deine Muckis wachsen.
Fehler 4: Das Belohnen nach dem Fahrradfahren
Du bist mit dem Rad zu einem Termin gefahren und belohnst dich erst mal mit einem leckeren süßen Teilchen vom Bäcker? Oder zur Wochenendausfahrt gehört der Kuchen im Café einfach dazu. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Leckere Belohnungen darf und sollte man sich ab und zu gönnen. Aber es sollte nicht zur Regelmäßigkeit werden, da du sonst den zusätzlichen Kalorienverbrauch durchs Radfahren direkt wieder neutralisierst.
So machst du es besser: Die kleine Belohnung nach dem Fahrradfahren muss nicht immer zuckrig-klebrig sein. Wie wäre es mit einer ausgedehnten Entspannungsdusche, einem schön angerichtetem Obstteller oder einer neuen Kaffee- oder Teesorte?
Fehler 5: Stagnation vermeiden
Studien zeigen, dass in den ersten zwölf Wochen des Ausdauertrainings Einsteiger ihre Leistung um 35 bis 40 Prozent verbessern. Danach sinkt die Adaptionsfähigkeit des Körpers praktisch auf null - neue Reize müssen her.
So machst du es besser: Baue einmal in der Woche einen neuen Trainingsreiz auf dem Rad ein. Das kann der neue Tempo-Rekord auf deiner Arbeitsstrecke sein oder eine längere Tour am Wochenende. Wichtig ist, dass dein Körper aus der Wohlfühlzone herauskommt.
Was ist gesünder: draußen Fahrradfahren oder Ergometer?
Die Bewegungsabläufe sind beim Fahrradfahren an der frischen Luft und beim Indoor-Ergometer zwar gleich, aber haben sie auch denselben Effekt? Der Vorteil des Ergometers ist natürlich, dass Intensität und Kalorienverbrauch selbst beeinflusst werden können. Faktoren wie Gegenwind oder eine Strecke mit nur wenig Steigung beziehungsweise vielen Stopps durch Ampeln und Verkehr spielen hier keine Rolle. Auch Regen und schlechtes Wetter sind keine Ausrede mehr, um nicht zu trainieren. Da das Ergometer exakt auf die individuellen Bedürfnisse und den eigenen Fitnessgrad eingestellt werden kann, ist das Training besonders schonend. Allerdings gilt das auch, wenn Radfahrerinnen und Radfahrer die Outdoor-Strecken ihrem jeweiligen Level anpassen. So werden die Gelenke geschont und gleichzeitig Muskeln und Kondition aufgebaut sowie das Herz-Kreislauf-System trainiert.
Wer draußen Fahrrad fährt, sorgt außerdem für eine bessere Sauerstoffversorgung. Dies hilft bei der Fettverbrennung. Das Radfahren bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen stärkt zudem das Immunsystem. Denn der Körper muss sich immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen. Ein weiterer Grund, nicht nur im Sommer das Fahrrad zu nutzen, ist die regelmäßige Aufnahme von Vitamin D. Der Körper bildet das sogenannte Sonnenvitamin selbst, und zwar über die Haut. Diese nimmt die UV-B-Strahlung des natürlichen Lichts auf und wandelt sie in Vitamin D um. Gut zu wissen: Die Nahrung deckt nur 10 bis 20 Prozent der Vitamin-D-Versorgung eines Menschen ab.
Gerade im Herbst und Winter ist es wichtig, die Vitamin-D-Speicher regelmäßig aufzufüllen, da es das Immunsystem, den Knochen- und Muskelaufbau stärkt und präventiv gegen Demenzerkrankungen, Schlaganfälle sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen wirken kann.
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