In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an. MotoGP-Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik, welche im Schnitt 300 PS stark sind, 157 Kilo wiegen und eine Geschwindigkeit von über 350 km/h erreichen können. Die MotoGP hat als Königsklasse im Motorrad-Sport wieder begonnen und wird eifrig von seinen Fans verfolgt.
Bei den Fans des Profi-Motorradsports hat die MotoGP einen besonderen Stellenwert. Seit einigen Jahren soll die Königsklasse im Zweirad-Motorsport sogar die Formel 1 als Königs-klasse des Vierrad-Motorsports eingeholt haben. Diskussionen, welcher Motorsport der bessere sei, gibt es schon lange. In den Wettbüros ist von der Konkurrenz der beiden Königsklassen wenig zu bemerken.
Die aktuelle Saison begann am 6. März in Katar und soll voraussichtlich nach 21 Rennen am 6. November 2022 in Valencia beendet sein. Die Starter bestehen aus 24 Fahrern und 12 Teams aus neun Nationen. Gewonnen hat, wer am Ende der Saison die meisten Punkte verzeichnen kann. Bei jedem Rennen erhalten die ersten 15 platzierten Fahrer bzw. Teams Punkte.
Technische Spezifikationen der MotoGP
Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm.
Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.
Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.
Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.
Vergleich zu anderen Klassen
Die Motorrad-WM 2025 steht in den Startlöchern und verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP. Jede zeichnet sich durch spezifische technische Spezifikationen und Reglements aus, die sowohl für Fahrer als auch für Teams einzigartige Herausforderungen darstellen.
- Moto3: Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm.
- Moto2: Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm.
Weitere Details und Besonderheiten
Wie bei den technischen Regeln bereits erwähnt, können die meisten Teams der MotoGP maximal sieben Triebwerke je Fahrer in der Saison verwenden. Diese Concession-Regelung (Zugeständnis-Bestimmung) wurde nach der Saison 2015 ins Leben gerufen und gilt all jenen Herstellern, die in den Jahren 2013 bis 2015 keine Siege bei Rennen im Trockenen in der Königsklasse verzeichnen konnten. Dieser Status wird dann aufgehoben, wenn ein Hersteller insgesamt sechs Concession-Points hat. Diesen Vorteil hat seit 2021 nur noch der Hersteller Aprilia mit Sitz in Noale in Italien.
Mit der aktuellen Saison ändern sich vor allem Regelungen bezüglich der Altersklassen und Zulassungslisten. In den meisten Fällen wird es für jene Fahrer Ausnahmen geben, die in der Vorsaison bereits in einer Klasse gestartet sind und noch nicht für die kommende Saison das Mindestalter er-reicht haben.
Also die genauen PS-Zahlen werden die Teams wohl kaum rausrücken, aber bei den 125ern sollen es ca. 55PS sein und bei den 250ern ca. Meines wissens nach sind die Ducatis mit ca. 265 PS die stärksten. Danach Honda mit 261 PS, Yamaha mit 256PS, dann Kawa, Suzuki mit etwa 248PS gefolgt von KTM mit 238PS. Die Topspeed liegt je nach Strecke zwischen 300 und 340 Km/h. Die Ducs sind dabei immer die Schnellsten.
Es gibt noch weitere Gründe, warum Rennmaschinen so leistungsstark sind. Rennmaschinen haben weder Katalysator noch Schalldämpfer verbaut. Im Gegensatz zu straßenzugelassenen Serienmotorrädern werden hier auf „lästige“ Bauteile, wie Abgasanlage, Startermotor, Licht, eine große Batterie oder einen Soziussitz etc. verzichtet. Diese entziehen dem Motor wertvolle Leistung.
Ein weiterer Punkt ist die Umkehrschaltung. Auf Rennmaschinen erfolgt die Bedienung des Gangwahlhebels nicht in der uns vertrauten Reihenfolge erster Gang runter, die restlichen Gänge rauf, sondern umgekehrt mittels Umkehrschaltung. Erster Gang rauf, die restlichen Gänge runter. Das umgekehrte Schaltschema ist zwar gewöhnungsbedürftig, hat aber den Vorteil, dass die Fahrer in extremen Links-Schräglagen bequem von oben runter schalten können. Auch ist der Kraftaufwand beim Tippen nach unten geringer.
Zukunftsperspektiven
Beim neuen MotoGP-Reglement ab 2027 haben sich die Hersteller auf eine Reduzierung des Hubraums geeinigt. Von 1.000 Kubikzentimeter wird auf 850 verkleinert. Festgelegt ist außerdem, dass es Viertakter sein müssen. Die maximale Anzahl der Zylinder bleibt bei vier. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass es extrem hochdrehende Motoren wie in der 800er-Ära gibt.
Der Aprilia-Rennmanager nennt konkrete Zahlen: "Wir gehen zwischen 25 und 35 PS weniger Leistung aus. Der Topspeed wird auch geringer werden." Statt wie bisher 22 Liter darf der Tank nur noch 20 Liter umfassen. Für den Sprint gelten ab 2027 elf Liter statt derzeit zwölf. Das Mindestgewicht eines Motorrads wird von 157 auf 153 Kilogramm reduziert.
"Meiner Schätzung nach", sagt Ducati-Motorsportchef Gigi Dall'Igna bei GPOne.com, "werden wir bis Ende 2032 eine ähnliche Performance wie jetzt erreichen." Ab 2027 wird mit Kraftstoffen gefahren, die zu 100 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen hergestellt sein müssen. Prinzipielle Leistungseinbußen sind nicht zu erwarten.
Um den Topspeed auf Strecken wie zum Beispiel Mugello zu reduzieren, ist die Verkleinerung des Hubraums aber nicht alleine ausschlaggebend. Denn das Ride-Height-System wird komplett verboten. "Für mich ist diese Änderung größer als die Hubraumreduktion", findet Crafar.
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