Die Laufräder sind ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Fahrrads, da sie Fahrer und Gepäck tragen und die Kraft des Fahrers sowie die Bremskräfte auf die Fahrbahn übertragen. Ein Laufrad besteht aus der Felge, den Speichen und der Nabe, wobei sich die Nabe in der Radachse dreht. Die Laufräder müssen stabil sein, ohne dabei zu schwer zu sein, da schwere Laufräder die Beschleunigung des Fahrrads beeinträchtigen können.
Materialien und Gewicht von Laufrädern
Laufräder bestehen fast immer aus Aluminium, während Carbon nur bei teureren Rädern zum Einsatz kommt. Bei preiswerten Rädern sind die Laufräder oft unnötig schwer. Ein gutes Alltagslaufrad ohne Scheibenbremse wiegt in der Regel nicht mehr als 1700 Gramm.
Größen von Laufrädern
Die gängigsten Größen bei Laufrädern sind 26 Zoll und 28 Zoll, wobei diese Angaben den Durchmesser der Felge bezeichnen. 26-Zoll-Räder sind etwas wendiger und gelten als stabiler, weshalb sie häufig an Reiserädern zu finden sind. 28 Zoll hat sich als Standardgröße bei City-, Trekking- oder Rennrädern durchgesetzt. Falträder haben üblicherweise kleinere Laufräder mit einem Durchmesser von 18 oder 20 Zoll.
Felgenbauweise
Moderne Felgen sind Hohlkammerfelgen, die einen doppelten Boden haben. Dadurch haben die Nippel der Speichen keinen Kontakt zum Schlauch oder Felgenband, was die Gefahr von Pannen reduziert. Besonders stabile Felgen haben Ösen an den Stellen, wo die Nippel in die Felge eingeschraubt sind. Felgen haben eine unterschiedliche innere Breite, die als "Maulweite" bezeichnet wird. Die Maulweite muss an die Breite des Reifens angepasst sein.
Speichen: Das Rückgrat des Laufrads
Speichen sind die am stärksten belasteten Teile des Laufrads. Sie bestehen aus Stahl und sind im Durchschnitt zwei Millimeter dick. An Rennrädern kommen auch Carbonspeichen zum Einsatz. Die besseren Speichen haben unterschiedliche Stärken - an der Felge und der Nabe sind sie etwas dicker, in der Mitte schwächer, etwa 1,8 Millimeter. Der Fachbegriff dafür ist „Konifizierung“.
Anzahl der Speichen: Ein entscheidender Faktor
Die Zahl der Speichen an einem Laufrad hängt von der Art des Fahrrads ab. An Alltagsrädern sind 36 Speichen üblich, bei leichteren Fitnessbikes können es auch nur 32 sein. Rennräder haben teilweise nur 16 bis 18 Speichen am Vorderrad und 24 am Hinterrad.
Tabelle zur Übersicht der Speichenanzahl nach Fahrradtyp:
| Fahrradtyp | Übliche Speichenanzahl |
|---|---|
| Alltagsräder | 36 |
| Fitnessbikes | 32 |
| Rennräder (Vorderrad) | 16-18 |
| Rennräder (Hinterrad) | 24 |
Speichenspannung und Laufradstabilität
Hauptmanko bei Laufrädern ist zu geringe und/oder ungleichmäßige Speichenspannung. Betroffene Räder sind dadurch unnötig weich und bekommen schnell Höhen- und/oder Seitenschläge. Das kostet Kraft und beeinträchtigt das Fahrgefühl. Außerdem drohen Speichenrisse. Grund: Im Fahrbetrieb ändert sich die Spannung einer Speiche ständig.
Die Speichen, die von der Nabe aus nach oben zeigen, tragen jeweils das Gewicht von Rad, Fahrer und Gepäck. Bei einem Radumlauf nehmen die Spannungsunterschiede mit abnehmender Vorspannung dramatisch zu. Im Extremfall sind senkrecht nach unten zeigende Speichen zunächst völlig entspannt und bekommen gleich anschließend sehr viel Spannung. Das halten sie nicht lange durch.
Wichtig für die Haltbarkeit und den runden Lauf eines Laufrads ist die richtige Spannung der Speichen - eine „Acht“ im Laufrad ist fast immer Folge von zu schwacher Speichenspannung.
Gekreuzte oder radiale Speichen
Gekreuzt bedeutet: Die Speichen laufen überkreuz von der Nabe zur Felge. Radial bedeutet, dass die Speichen ohne Kreuzung mit einer anderen direkt zur Felge verlaufen. Wie Sonnenstrahlen streben sie von der Nabe zur Felge. Häufig werden Vorderräder radial und das Hinterrad gekreuzt eingespeicht.
Laufräder können zweifach bis fünffach gekreuzt werden. Da das Hinterrad rund zwei Drittel des Gewichts tragen muss, muss das hintere Laufrad entsprechend stabil sein. Deshalb werden hier die Speichen gekreuzt. Generell gilt: Je mehr Speichen ein Laufrad braucht, desto größer muss die Kreuzungsanzahl sein.
Zumindest am Hinterrad muss ein Teil der Speichen schräg von der Nabe zur Felge laufen. Das erhöht die Verwindungssteifigkeit beim Treten der Pedale.
Vorteile gekreuzter Speichen:
- Gekreuzte Laufräder sind stabil und neigen weniger zu Verformung des Laufrades.
- Die gekreuzten Speichen stützen sich am Kreuzungspunkt gegenseitig ab.
- Spannungsunterschiede und damit Verschleiß und Bruchrisiko werden dadurch geringer.
Nachteile gekreuzter Speichen:
- Gekreuzte Speichen sind in der Regel länger.
- Dadurch steigt normalerweise auch das Gewicht der Laufräder. Allerdings hängt das Gewicht auch entscheidend von der Anzahl der Speichen ab.
Vorteile radial verlaufender Speichen:
- Radial eingespeichte Räder sind seitenstabiler als gekreuzt gespeichte.
- Auch bei der Festigkeit gegenüber Gewichtsbelastungen liegen Räder mit Radialspeichen vorn.
Nachteile radial verlaufender Speichen:
- Da die Speichen mit einem kleineren Winkel in der Felge sitzen, besteht eine größere Gefahr, dass sich die Nippel lösen.
- Und dass die Speichen leichter an der Nabe ausreißen.
- Generell sind radiale Laufräder in der Laufrichtung weniger stabil. Ein Antriebsrad verdreht sich bei jedem Pedaltritt, gekoppelt mit stark wechselnder Speichenspannung.
- Deshalb werden Sonnenräder hauptsächlich am nicht so stark belasteten Vorderrad eingesetzt.
Systemlaufräder
Vor allem in modernen Rennrädern und Mountainbikes sind sogenannte Systemlaufräder im Einsatz.
Vorteile:
- Je nach Einsatzzweck sind sie besonders leicht, aerodynamisch günstig oder besonders belastbar.
Nachteile:
- Reparaturen sind aufwendiger und die nötigen Ersatz-Speichen nicht überall erhältlich.
- Das kann auf Reisen zu einem Problem werden.
Laufradgröße und Stabilität
Beim Fahrradkauf kommt es insgesamt mehr auf den passenden Rahmen als auf die Laufradgröße an. 26-Zoll-Laufräder gelten gerade bei Reiseradlern als das Maß der Dinge. Die Räder sind sehr stabil, weil die Speichen kürzer sind, als bei 28-Zoll-Rädern und Ersatzteile weltweit zu bekommen sind.
Vor allem, wenn es sich bei den 28-Zöllern um Systemräder mit speziellen Speichenformen handelt, ist Ersatz abseits der Metropolen oft kaum zu beschaffen. Im Mountainbike-Sektor haben sich 29-Zoll-Reifen durchgesetzt. In Wahrheit sind es aber 28-Zöller, die nur etwas dickere Reifen haben, sodass sich ein Durchmesser von 29 Zoll ergibt.
Im Prinzip hängt die Stabilität von Laufrädern - egal ob 26 oder 28 Zoll - davon ab, wie gut sie eingespeicht sind. Und hier gilt: Mehr Speichen, die sich auch mehrfach kreuzen, sorgen für bessere Stabilität. So gibt es auch leichte Rennrad-Laufräder mit 36 Speichen und Ösen, mit denen man sich vor einer „Acht“ nicht fürchten muss.
Einen Kompromiss zwischen 26 Zoll und 28 Zoll stellen bei Reiserädern 27,5-Zöller dar.
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