Wie viel wiegt ein E-Bike durchschnittlich?

Lange Zeit drehte sich beim E-Bike fast alles um das Thema Reichweite. Kaum jemand fragte: Wie schwer ist ein E-Bike? Die 20 bis 28 Kilo eines herkömmlichen E-Bikes erschienen unwichtig. Gerade aber liegen super leichte E-Bikes im Trend und die Frage, welches ist das leichteste E-Bike, rückt in den Fokus.

Ein E-Bike ist kein Leichtgewicht - damit hatte man sich in den letzten Jahren abgefunden. Ein E-Bike bis 20 Kilo Gewicht wie das Canyon Roadlite:ON 8 war beinahe unvorstellbar, die meisten Modelle waren und sind deutlich schwerer.

Warum sind E-Bikes so schwer?

Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei. Motoren unterschiedlicher Bauart und verschiedener Leistungsklassen unterscheiden sich beim Gewicht.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt. Die Bremsen müssen ausreichend dimensioniert sein, Laufräder und Reifen stabil und die Federelemente - falls vorhanden - an das höhere Systemgewicht angepasst sein.

Das Thema Reichweite wird oft groß geschrieben, als Konsequenz ist die Kapazität der Akkus in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und mit ihr das Gewicht der Batterien.

Wie kann man E-Bikes leichter machen?

Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht .

Die Kategorie des Bikes hat ebenfalls Einfluss auf dessen Gewicht. So sind an einem schlanken Urban-E-Bike leichtere Komponenten montiert als an einem E-Mountainbike.

Gewicht der elektrischen Komponenten

Die elektrischen Komponenten bringen in der Regel zwischen fünf und zehn Kilogramm Mehrgewicht auf das Fahrrad. Ein kleiner Akku mit einer Leistung von 400 Wattstunden entfallen dabei circa 2,5 kg. Größere Akkus garantieren eine höhere Reichweite, sind jedoch auch deutlich schwerer.

Leichtere Modelle bedeuten nicht zwangsläufig weniger Power: Leistungsstarke Mittelmotoren von Herstellern wie Bosch sind nicht einmal 3 Kilogramm schwer. Der Bosch Active Line Plus wiegt beispielsweise nur 3,2 kg. Der stärkere Sportmotor Bosch Performance Line CX wiegt sogar nur 2.9 kg in der 4. Generation.

Bei Shimano wiegt der Leistungsstarke Steps E800 Motor 2,8 kg und der schwächere Shimano Steps E6000 3,2 kg. Der Shimano Steps E8000 ist damit einer der leichtesten E-Bike Motoren auf dem Markt.

Im guten Mittelfeld liegen die E-Bike Motoren von Yamaha und Brose mit 3,1 und 3,4 kg.

Einfluss des Gewichts auf das Fahrverhalten

Das Gewicht eines E-Bikes wirkt sich auf das Fahrverhalten des Fahrrades aus. Das Gewicht der meisten E-Bikes bewegt sich in einem Rahmen zwischen 21 und 30 Kilogramm. Im Schnitt liegen unsere E-Bikes und Pedelecs bei 20 bis 25 Kilogramm.

Es gibt auch einige E-Bike-Modelle, die unter 20 kg liegen. Als grobe Faustregel gilt ein E Bike unter 20 kg als Leichtgewicht. Mit einem E Bike, das weniger als 20kg wiegt, sollten die meisten Menschen in der Lage sein, es zu heben, besonders wenn man den Akku entfernt, um es noch leichter zu machen.

Vor- und Nachteile leichter E-Bikes

Handhabung, Fahrverhalten und Komfort, plus technischer Fortschritt - das sind wesentliche Punkte für den Erfolg der leichten E-Bikes. Keine Mini-E-Bikes, wie das Cube Compact Sport Hybrid, sondern leichte E-Bikes in herkömmlicher Dimension.

Wer den Akku nicht in einer Garage oder im Treppenhaus laden kann, freut sich über die Option diesen zu entnehmen und in der Wohnung an die Steckdose anzuschließen. Ein geringeres Gewicht spielt jedoch nicht nur bei der Handhabung generell eine Rolle, sondern es nähert das Fahrverhalten des E-Bike dem eines „normalen“ Fahrrads an. Das ist nicht zuletzt sportlichen Fahrern willkommen, ob am Gravelbike, am Rennrad oder am Mountainbike.

Es ist ein Abwägen, denn das geringere Gewicht bedeutet normalerweise schwächere Motorleistung und geringere Reichweite. Wer maximale Unterstützung sucht und ausgedehnte Touren plant, ist mit einem Standard-E-Bike besser beraten.

Beispiele für leichte E-Bikes

  • BMC Roadmachine 01 AMP X ONE: 11,8 kg
  • Beeindruckt als nahezu unsichtbar elektrifiziertes Gravelbike mit einem Mahle-Heckmotor und einem integrierten 242-Wh-Akku. Es bietet bis zu 440 Watt Zusatzleistung für anspruchsvolle Anstiege und bleibt mit nur 11,7 kg bemerkenswert leicht.
  • Das Coh&Co Erik Urban E Bike wiegt rund 13kg inklusive Akku. Dieses Fahrrad können Sie problemlos überall hin mitnehmen und auch die Treppe hochfahren.
  • In der puristischen Ausführung ohne Gepäckträger und Schutzbleche wiegt es weniger als 14 kg. Der Mahle Hiinterradnabenmotor hat ein Drehmoment von 40 Nm.
  • Thömus bietet mit dem Lightrider E Ultimate ein 140-mm-Fully an und gibt das Gewicht mit ab 14,60 kg an.

Was kostet ein leichtes E-Bike?

Die Preisspanne ist hier ähnlich weit gefächert wie bei „Biobikes“ und herkömmlichen E-Bikes. Bis zu 15.000 Euro sind möglich. Je hochwertiger ausgestattet, desto teurer.

XXL E-Bikes und zulässiges Gesamtgewicht

Die meisten E-Bikes haben ab Werk ein zulässiges Gesamtgewicht von etwa 120 Kilogramm. Während dies zunächst ausreichend klingt, müssen Sie jedoch bedenken, was alles zum Gesamtgewicht gezählt wird. Das E-Bike hat meist ein Eigengewicht von 30 kg. Das bedeutet, dass der Fahrer samt Gepäck und Kleidung nicht mehr als 110 kg auf die Waage bringen darf, um das sichere Fahren zu gewährleisten.

Gerade bei Eltern, die ihre Kinder auf dem Kindersitz mitfahren lassen wollen, kann dies zum Problem werden. Bei einer Missachtung des zulässigen Gesamtgewichts leidet die Fahrstabilität massiv und die Sicherheit kann so nicht gewährleistet werden.

Das zulässige Gesamtgewicht ist das Gewicht, das das E-Bike insgesamt tragen kann, ohne möglicherweise beschädigt zu werden. Darunter fällt das Eigengewicht des Bikes, zusätzliche Komponenten wie Taschen, Körbe oder auch Kindersitze und letztlich natürlich das Gewicht des Fahrers oder der Fahrerin.

Ein XXL E-Bike ist somit die optimale Lösung für Fahrer, die sehr groß sind bzw. ein überdurchschnittliches Gewicht haben oder aber solche, die größere Lasten transportieren. Bei einem XXL E-Bike ist dementsprechend die Rahmenkonstruktion stabiler und sicherheitsrelevante Komponenten, wie die Gabel, die Sattelstütze und der Sattel, die Felgen, die Speichen usw.

Beispiele für E-Bikes mit höherem zulässigen Gesamtgewicht

  • Trek E-Bikes 136 kg Bosch Motor
  • Raymon E-Bikes 130 kg Yamaha
  • Ghost E-Bikes 140 kg Shimano Motor / Bosch Motor
  • Giant E-Bikes 156-161 kg Giant SyncDrive Sport/Pro (Kooperation mit Yamaha)
  • Kalkhoff E-Bikes 140-170 kg Bosch Motor
  • Carver E-Bikes 140 kg Bosch Motor

Tipps für den Umgang mit schweren E-Bikes

  • Beim Tragen auf die richtige Körperhaltung achten: Wenn du dein E-Bike einmal ein paar Treppen hinauftragen musst, dann solltest du auf deine Körperhaltung achten. Gehe erst in die Knie und neige dann deinen Rücken gerade nach vorne, bis du dein E-Bike nah am Oberkörper festhalten kannst. Spanne deine Rücken- und Bauchmuskeln an, bevor du dein E-Bike anhebst. Bei vielen E-Bikes kannst du den Akku auch abnehmen und separat tragen.
  • Schiebehilfe für das Überwinden von Treppen nutzen: Wenn dein E-Bike eine Schiebehilfefunktion hat, dann kannst du diese als Unterstützung nutzen. Starte die Schiebehilfefunktion, halte den Lenker gut fest und hebe das Vorderrad etwas an.
  • Nutze barrierefreie Zugänge: Möchtest du dein E-Bike mit der Bahn transportieren? In Bahnhöfen gibt es oft barrierefreie Zugänge, wie Aufzüge oder Rampen. Nutze diese auch mit deinem E-Bike.

Fazit

Das Gewicht eines E-Bikes ist ein wichtiger Faktor, der beim Kauf berücksichtigt werden sollte. Während Standard-E-Bikes zwischen 20 und 30 kg wiegen, gibt es auch leichtere Modelle unter 20 kg. Das Gewicht beeinflusst das Fahrverhalten, die Handhabung und den Transport des E-Bikes. Auch das zulässige Gesamtgewicht spielt eine Rolle, insbesondere für Fahrer mit Gepäck oder Kindern.

Eine Probefahrt hilft, das richtige E-Bike zu finden und ein Gefühl für das Gewicht zu bekommen.

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