Willi Wills Wissen: Fahrradhelm für Kinder – Eine Frage der Sicherheit und Vorbildfunktion

Auf dem Fahrrad sind Kinder erstmals selbstständig mit einem Verkehrsmittel am Straßenverkehr beteiligt. Darauf sollten sie gut vorbereitet sein. Bereits Grundschulkinder verfügen zu weit mehr als 90 Prozent über ein eigenes Rad - viele haben bereits im Kindergartenalter das Radfahren gelernt. Sicher beherrschen sie ihr Fahrrad allerdings nicht vor dem jungen Teenageralter.

Der Tag der Verkehrssicherheit findet dieses Jahr am 21. Juni statt. Seit 2005 ruft der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) jedes Jahr am dritten Samstag im Juni Institutionen, Städte und Gemeinden, Unternehmen und soziale Einrichtungen dazu auf, Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung zu präsentieren.

Verkehrserziehung spielerisch gestalten

Internetauftritt zur Verkehrserziehung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Kinder können sich über Spiele und Kurzfilme spielerisch umfangreiches Wissen rund ums Radfahren aneignen. Über verschiedene Quiz können sie ihr Wissen überprüfen. Pedalpiraten.de ist ein Edutainment-Angebot für Kinder von 6-12 Jahren und damit ideal für den Grundschulbereich geeignet. Dabei geht es um die richtige Ausrüstung ebenso wie um das korrekte Verhalten im Straßenverkehr.

Hier finden Sie die kostenlose Demoversion der interaktiven Übungsplattform zur Radfahrausbildung in der 3. und 4. Klasse.

Sicherer Schulweg und Mobilitätsbildung

"Achtung Auto 2.0 - Mobilitätsbildung für die 5. und 6. Klasse" umfasst Unterrichtsmaterialien für drei Doppelstunden zum Erlernen von sicherem und nachhaltigem Mobilitätsverhalten. Mit dem Übertritt auf die weiterführende Schule erweitert sich der Mobilitätsradius und sicheres und selbstständiges sowie gesundheitsbewusstes und nachhaltiges Mobilitätsverhalten gewinnt an Bedeutung. Der Schulweg ist für viele Kinder der erste längere Weg, den sie im Verkehr alleine bewältigen - zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf ihrem täglichen Weg zur Schule sind sie im Straßenverkehr einer Menge Gefahren ausgesetzt. Die vorliegende Unterrichtseinheit unterstützt Schülerinnen und Schüler, sich eigenständig mit dem richtigen Verhalten im Straßenverkehr auseinanderzusetzen. Didaktisch wird zur Reflexion des eigenen Verkehrsverhaltens angeregt, für Gefahrensituationen sensibilisiert und Verkehrssicherheit auf dem Fahrrad und zu Fuß trainiert.

Der modulare Leitfaden BikeBuddies hilft Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden, Mobilitätsbildung praxisnah an weiterführenden Schulen oder Jugendeinrichtungen umzusetzen. Im Rahmen einer Projektwoche, einzelnen Projekttagen, in Arbeitsgemeinschaften oder punktuell im Unterricht können 14 Module zum Thema Radverkehr und nachhaltige Mobilität etabliert werden.

Ablenkung im Straßenverkehr

Im Rahmen der Initiative #EchtJetzt?! will die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Kinder und Jugendliche mittels präventiver Kommunikationsmaßnahmen über Smartphone bedingte Unfälle im Straßenverkehr aufklären und vor unfallbedingten Verletzungen bewahren. Ablenkung und Multitasking im Straßenverkehr sind aufgrund des hohen Unfallrisikos junger Menschen von großer Bedeutung in der Sekundarstufe II. Häufig wird das Thema in der öffentlichen Diskussion auf den Gebrauch von Smartphones vor allem beim Autofahren reduziert. Die Ablenkung durch ein Smartphone im Straßenverkehr birgt großes Gefahrenpotenzial, da in diesem Moment nicht alle Sinne auf die Geschehnisse der Umgebung gerichtet sind. Dies gilt für alle Verkehrsteilnehmer*innen.

Auf diesem Portal Seite finden Sie Hintergrundinformationen zur Mobilitätsbildung sowie Themenschwerpunkte, die im Unterricht behandelt werden können. Die aufbereiteten Themen stellen eine erste Auswahl an mobilitätsrelevanten Inhalten dar, die auf Basis verkehrspädagogischer und -psychologischer Überlegungen getroffen wurde.

Medientipps zur Verkehrssicherheit

Medientipp: Willi will`s wissen: Vorsicht im Straßenverkehr! In dieser DVD wird den Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr erklärt. Das Thema rückt mit Filmsequenzen über das Fahrradfahren, über Verkehrsregeln, Polizeiarbeit und Rettungseinsätze in den Blickpunkt, welche Gefahren der Straßenverkehr gerade für Kinder mit sich bringt, wie man als Radfahrer und Fußgänger Gefahrensituationen vermeidet und wie im Notfall für Hilfe gesorgt wird. Die Filmsequenzen und zusätzliche Materialien wie Arbeitsblätter und ein Spiel zur Schulwegsicherheit bieten vielfältige Anregungen zur Erschließung des Themenkreises im Unterricht und zu Hause.

Medientipp: Sehen und gesehen werden im Straßenverkehr Im Straßenverkehr hat jeder Teilnehmer seine ganz eigene Perspektive auf das Verkehrsgeschehen. Die DVD will am Beispiel besonders prägnanter Situationen die Sichtweisen der Beteiligten vorführen: der Autofahrer auf der Straße und das spielende Kind zwischen parkenden Fahrzeugen oder der Blick in den Rückspiegel und der Radfahrer im "toten Winkel". So lernen Schülerinnen und Schüler vorausschauendes Verhalten und das Sichhineinversetzen in die Situation anderer. Dass Verkehrsverhalten damit als Sozialverhalten erlernt wird ist ein grundlegender Ansatz dieser DVD, die durch Arbeitsblätter und Unterrichtsvorschläge ergänzt wird.

Medientipp: Miteinander in Bus und Bahn Verkehrserziehung ist stets auch Erziehung zu sozialem Verhalten.

Die Vorbildfunktion der Eltern

Eltern haben eine Vorbildfunktion. Oder sollten sie auf jeden Fall haben. Kinder im Auto anschnallen und selbst ohne Anschnallgurt fahren? Undenkbar. Zum Glück haben die meisten Fahrzeuge mittlerweile ein entsprechendes Warnsignal. Und trotzdem bimmelt dieses Signal regelmäßig und ermahnt mich, den Gurt auch wirklich anzulegen. Das alte Verhaltensmuster von damals, entsprechend kurze Strecken auch ohne Gurt zurückzulegen, ist zumindest bei mir immer noch präsent.

Nicht minder lebenserhaltend sind die Fahrradhelme. Auch diese waren vor 30 oder 35 Jahren kein Thema. Bei den Vätern und Müttern herrscht hier immer noch eine gewisse Freizügigkeit. Da kann man sich als Erziehungsberechtigter ruhig mal die Frage stellen, warum man sein Smartphone mit eine Hülle schützt, seine Birne hingegen schutzlos dem Straßenverkehr aussetzt. Und von Vorbildfunktion kann hier wirklich nur partiell gesprochen werden.

Eine kurze und nicht repräsentative Studie vor der Kita meines Sohnes hat gezeigt: 90 Prozent aller Eltern, die mit den Fahrrad die Kinder zur Kita bringen, tragen keinen Fahhradhelm. Drei von vier Kinder zwischen sechs und zehn Jahren tragen laut Deutscher Verkehrswacht einen Fahrradhelm. Doch nur jeder fünfte Erwachsene trägt selbst einen Helm.

Kinder beobachten und übernehmen Verhaltensmuster ihrer Erziehungsberechtigten. Regeln, die jedoch alleine für das Kind gelten, verlieren an Glaubwürdigkeit. Kinder befolgen Regeln am ehesten, wenn sie ihren Sinn verstehen. Ein offenes Gespräch klärt über die Gefahren des Straßenverkehrs und den Schutz durch einen Fahrradhelm auf. Auch ein Vergleich von einer bereits erlebten Beule kann gut herangezogen werden.

Wer kann nicht ein Lied davon singen, dass Kinder gerade im Alter der ersten Fahrrad-Versuche, ihren eigenen Kopf und eigene Vorstellungen davon haben, was sie morgens für Sachen anziehen möchten. Bei -5 Grad im Trikotsatz der Deutschen Nationalmannschaft in die Kita? Kein Problem! Ähnlich verhält es sich mit dem Helm, vor allen Dingen, wenn dieser wie so etwas wie Kleidung angesehen wird oder werden sollte. Lasst das Kind den Helm aussuchen. Die Marke könnt ihr ja vorgeben, dass Design ist aber Sache der Kids. Mögen die Kinder den Helm nicht, dann wird er auch nicht aufgesetzt.

Investition in Sicherheit

Es gibt viele Dinge, in die Eltern ganz besonders investieren sollten. Eines davon ist sicherlich die richtige Hartschale für den Kopf. Ein guter Helm kostet um die 60 bis 70 Euro und ist universell einsetzbar. Schon auf dem Laufrad sollten Kinder einen Helm tragen. Und der Helm kann dann auch problemlos auf dem Ponyhof oder sonst wo zum Einsatz kommen. Genug Luft sollte die Birne bekommen. Der Sitz sollte per manueller Justierung individuell anlassbar sein. Und auch der ein oder andere Reflektor vorne, hinten und an den Seiten ist nicht verkehrt.

Ein CE-Siegel ist keine Bestätigung geprüfter Sicherheit! Die wenigsten wissen, dass ein CE-Siegel nur bestätigt, dass die von der EU festgelegten Minimalstandards an ein Produkt eingehalten werden, um diese in der EU vertreiben zu dürfen.

Euer Kind guckt gerne Filme? Oder Sendung mit der Maus?

Ehrlich gesagt bin ich bis dato auch ohne Helm unterwegs. Ich bin aber schon auf der Suche nach der passenden Hartschale.

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