Fahrradbrillen im Test: Schutz, Komfort und klare Sicht

Ähnlich wie bei vielen anderen Sportarten gilt es auch beim Radfahren empfindliche Körperteile zu schützen. Unsere Augen sind z.B. solche schützenswerte Körperteile auf die wir besonders viel Acht geben sollten.

Warum eine Fahrradbrille tragen?

Sportbrillen sind keine reine Schönwetterausrüstung. Sie schützen die Augen nicht nur vor Sonnenstrahlen, sondern auch vor Fahrtwind, Staub, Insekten oder Ästen am Wegesrand.

Der Fahrtwind, der uns beim Radfahren durch das Gesicht weht, kann neben der Luft auch Verunreinigungen wie Sand, Staub, Pollen aber auch Kleintiere wie Fliegen und Mücken beinhalten. Damit wir diese nicht in unsere Augen bekommen, schützt uns eine Fahrradbrille. Gleichzeitig schützt sie uns vor dem Austrocknen und Tränen der Augen. Über diese können wir z.B. auch Krankheitserreger in unseren Körper aufnehmen und Infektionen bekommen.

Sportbrillen haben neben dem Stylefaktor vor allem eine Schutzfunktion. Sie bewahren Deine Augen vor Schmutz, Steinen, Wind und UV-Strahlung.

Ansprüche an eine Fahrradbrille

Klare Sicht, guter Sitz und cooler Look: Auf der Suche nach der perfekten Fahrradbrille zählen viele Faktoren. Diese Kriterien unterstützen Dich, eine passende Brille für Deinen Einsatzzweck zu finden.

  • Die Brille sollte rutschfest sitzen, nicht drücken und auch bei Bewegung oder Schweiß stabil bleiben.
  • Gummierte Bügel und verstellbare Nasenpads können den Tragekomfort erhöhen und sorgen für einen sicheren Halt, besonders bei sportlicher Fahrweise.
  • Die Brille sollte keine gefährlichen Weichmacher oder andere Stoffe enthalten, die durch den Schweiß gelöst werden.

Eine Sportbrille sollte leicht sein und dem Träger das Gefühl geben, sie sei nicht da. Die Brille sollte sehr angenehm auf der Nase und an den Ohren bzw. am Kopf liegen. Wenn es hier drückt, ist es nicht die passende Größe oder richtige Brille. Weiche Brillenbügel schmiegen sich ideal dem Kopf an.

Die Fahrradbrille sollte das Auge ganz abschließen, kommt die Sonne von der Seite oder von schräg hinten, sollte die Brille so aufgebaut sein und sitzen, dass hier keine Sonnenstrahlen direkt zum Auge gelangen.

Gläser und Tönung

Die Brillengläser sollten aus einem unzerbrechlichen Kunststoff (Polycarbonat ) sein. Stürzt man, so können keine Bruchteile in das Auge gelangen. Alle Gläser bestehen aus dem leichten und bruchsicheren Kunststoff Polycarbonat. So halten die Brillengläser fast jedem Ast stand.

Der Test bestätigt: Im Labor schlug ein bis zu 130 Kilogramm schweres Fallpendel auf den Prüfkopf mit aufgesetzter Brille nieder. Im schlimmsten Fall blieb eine Delle zurück.

Hier muss man ganz klar unterscheiden wann und wieso man eine Fahrradbrille aufsetzt. Als reine Schutzbrille vor den oben genannten Dingen wie Pollen, Mücken, Fliegen und Staub reicht eine ungetönte Brille völlig aus. Gerade wer in der Dämmerung unterwegs ist, kann mit einer Tönung der Brillengläser nicht viel anfangen. Tagsüber sieht dies jedoch schon ganz anders aus. Steht die Sonne am Himmel und ist es hell draußen, entspannen wir unsere Augen mit einer getönten Fahrradbrille und schützen diese auch vor gefährlicher UV-Strahlung. Wer seine Augen ständig zusammenkneift, wir schnell Ermüdungserscheinungen bemerken. Eine orange bzw. gelbliche Tönung hat mit dem besten Kontrast, der Einsatz ist ideal bei bewölktem Himmel.

Gute Radbrillen und Premiummodelle haben die Möglichkeit die Brillengläser auszutauschen.

Hinweis: Bei dem Tönungsgrad der Fahrradbrille sollte man immer darauf achten, dass man diese auch noch im Straßenverkehr einsetzen darf. Hier gibt es verschiedene Dunkelstufen der Brillengläser. Einige Sportbrillen dürfen z.B. nicht im Straßenverkehr eingesetzt werden.

Wer mit einer getönten Brille fährt, sollte insbesondere darauf achten, dass diese möglichst groß ist und die Augen von einfallendem Licht schützt. Durch die Abtönung der Brillengläser stellt sich unsere Pupille weit. Alles Licht das jetzt noch von der Seite einfallen kann, auch UV-Strahlung, kann unser Auge mehr schaden als ohne Sonnenbrille. Die Angriffsfläche vergrößert sich durch die Pupillenweitstellung.

Ob hier auch ein UV-Schutz vorhanden ist, sollte unbedingt vor dem Kauf von der Brille abgelesen werden. Hinweise zum UV-Schutz und zum Einsatzgebiet sind immer am Etikett oder an der Brille selbst zu finden.

Der VLT-Wert („Visible Light Transmission“) gibt an, wie viel sichtbares Licht durch die Gläser gelangt. Je niedriger der Wert, desto dunkler die Tönung. Für bewölktes Wetter oder Dämmerung sind höhere VLT-Werte besser geeignet.

Wechselgläser und selbsttönende Gläser

Wechselgläser bieten Flexibilität bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Wenn Dir das manuelle Wechseln der Gläser zu aufwendig ist, oder Du schnelle Wechsel zwischen hellen und dunklen Passagen auf Deinen Touren hast, dann sind photochrome bzw. selbsttönende Gläser genau das Richtige für Dich. Selbsttönende Gläser passen sich automatisch an die Umgebung an und sind somit für Touren mit Sonne und Schatten oder lange Tagestouren von Dämmerung bis Mittagssonne gut geeignet.

Weitere Eigenschaften

  • Ist am Ende eine Gummierung oder Silikon vorhanden, wirkt dies rutschhemmend und ist zu empfehlen.
  • Auch beim Nasensteg sollte ein Silikon eingesetzt sein, Druckstellen werden so vermieden / verringert.
  • Die Brille sollte keine gefährlichen Weichmacher oder andere Stoffe enthalten, die durch den Schweiß gelöst werden.
  • Darüber hinaus sollten Gläser an Radbrillen entsprechend stark gebogen sein, um einen optimalen Abschluss an Stirn und Wangen zu bieten - ganz ohne Zugluft.

Fahrradbrillen für Brillenträger

Sportbrillen eignen sich auch für Brillenträger. Mit Hilfe von Clips können sie geschliffene Gläser hinter den Scheiben der Sportbrillen befestigen. Fünf Anbieter haben einen solchen Korrektureinsatz im Programm. Allerdings erfordert die Montage hohe Fingerfertigkeit. Bei Carrera ist sogar ein Uhrmacher-Schraubenzieher nötig.

Die Alltagsbrille ist fürs Radfahren meistens keine Option. Ihre kleinen, annähernd senkrecht vor den Augen stehenden und meist nicht getönten Gläser schützen kaum vor Fahrtwind, anfliegenden Insekten und Sonne. Im Augenwinkel trifft der Blick nicht auf geschliffenes Glas, entsprechend unscharf bleibt dieser Bereich. Zudem verrutscht die Brille leicht auf schweißnasser Nase und Kopf. Mit Kontaktlinsen und Sonnenbrille kommen viele Radsportler gut zurecht - wissen aber auch, dass das System an seine Grenzen kommen kann, wenn fortwährend Schweiß in die Augen läuft oder Regen und Spritzwasser die Linsen unterspülen.

Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Hersteller auf diese Entwicklung reagieren. Die Auswahl an Rad-Sportbrillen zur Direktverglasung wächst ebenso wie das Angebot von Modellen, an denen man zumindest Optik-Clips befestigen kann - quasi eine Brille in der Brille.

Technisch ist die Korrektur einer Sportbrille anspruchsvoller als bei einer Alltagsbrille. „Aufgrund der leicht schräg stehenden Gläser oder Scheiben und der geneigten Kopfhaltung auf dem Fahrrad muss der Korrekturschliff entsprechend angepasst werden“, erklärt Walter Drum. Deshalb eignen sich auch nicht alle Sportbrillenmodelle und -tönungen fürs Einschleifen der Sehstärke; und selbst bei einer eigentlich geeigneten Sportbrille sind die Möglichkeiten begrenzt, mehr als sechs Dioptrien lassen sich selten realisieren.

Viel zu beachten bei der Anpassung Die Vermessung der Augen für eine Sportbrille erfordert wegen der großen Gläser und deren starker Krümmung (der Basiskurve) mehr Aufwand als bei einer Alltagsbrille. Der größte Unterschied besteht darin, dass der Korrekturschliff der auf dem Fahrrad geneigten Haltung des Kopfes angepasst sein und bis in die Augenwinkel ein scharfes Bild ermöglichen muss. Weitere wichtige Parameter sind der Pupillenabstand und die Höhe: Damit ist die Ebene gemeint, auf der die Augen in Fahrradhaltung durch die Brille schauen - was von der individuellen Passform der Brille abhängt.

Bekannte Marken und Modelle

Ohne ihre Oakley würden manche Fahrrad-Freaks niemals in den Sattel steigen. Die kalifornische Sport­brille ist Kult. Dafür geben echte Fans bis zu 285 Euro aus.

Testsieger sind zwei teure Brillen: Adidas Gazelle für knapp 162 Euro und Oakley Flak Jacket XLJ für besagte 285 Euro - jeweils im Set mit drei Wechselgläsern. Bei beiden Sportbrillen lautet das test-Qualitätsurteil „Sehr gut“ (Note: 1,4). Adidas zeichnet sich vor allem durch bequeme Trageeigenschaften aus. Sie rutscht nicht, hat ein großes Sichtfeld und schützt prima vor Fahrtwind. Oakley ist die beste Brille in puncto Sicherheit und Schutz. Ihre Gläser sind extrem haltbar und kratzfest.

Guter Augenschutz muss aber nicht teuer sein: Die Alpina Tri-Guard 40 kostet 70 Euro und ist nur zwei Zehntelnoten schlechter als die Testsieger. Billigste gute Brille ist die Casco SX-20 für 40 Euro (Note: 2,0). Auch sie bietet Top-Tragekomfort und UV-Schutz. Eine Aufbewahrungsbox fehlt jedoch und der Rahmen lässt sich nicht individuell anpassen.

Ab und zu gibt es billige Sportbrillen beim Discounter: zum Beispiel das GPR Sportbrillen-Set von Aldi Nord für 2,99 oder das Sportbrillen-Set von Rewe für 3,99 Euro. Zur Not reichen auch solche Brillen. Sie sitzen ordentlich und schützen vor UV-Strahlen. Ihre einfache Konstruktion macht sich jedoch beim Wechsel der Gläser bemerkbar. Entweder klemmen sie wegen ihrer ungenauen Passform oder sie sitzen so locker, dass sie schon beim Putzen herausfallen.

Ausgewählte Modelle im Test

Die Auswahl der Fahrradbrillen-Testsieger basiert auf Tests aus Fachmedien und Bergzeit Praxistests. Besonders detailliert sind die Tests von Rennrad-News, bei denen die Brillen ausführlich unter realen Bedingungen auf der Straße und im Training geprüft werden. Im Fokus stehen dabei Sichtqualität, Belüftung, Passform und Handling. Genau die Kriterien also, die im sportlichen Einsatz zählen.

Im Bike-Magazin Test 2024 überzeugt die Rush Reactiv Performance 1-3 Sportbrille von Julbo mit 47 von 60 möglichen Punkten mit einem guten Sitz und Windschutz. Hervorgehoben werden vor allem die kontraststeigernden Gläser, die auch im Wald nicht zu dunkel werden.

Im Bike-Magazin Test 2024 erzielte die Ronin RIG Photochromic von Sweet Protection ganze 47 von 60 Punkten. Gelobt werden das „sehr helle Glas mit breitem Tönungsbereich“ sowie das große Sichtfeld und der starke Schutz vor Fahrtwind. Kritik gab es für die nur mittelmäßige Kratzfestigkeit und Beschlagschutz sowie die eingeschränkte Anpassbarkeit, weshalb die Passform stark von der Kopfform abhängt.

Im Rennrad-News Praxistest überzeugte die Elicit Toric EF Pro Team Ed. von POC als ultraleichte, rahmenlose Brille mit „hervorragender optischer Qualität“ und sicherem Sitz auch auf langen Fahrten. Das farbneutrale Glas mit guter Kontrastverbesserung bietet ein riesiges Blickfeld, lediglich bei sehr hohem Tempo lässt der Windschutz etwas nach.

Im Bike-Test 2024 erreicht die S2 von 100% mit 51 von 60 Punkten das Urteil „sehr gut“. Gelobt werden der sichere Sitz und die angenehm gummierte Auflage auf mittelbreiten Gesichtern, das große Sichtfeld sowie der gute Kratzschutz.

Im Rennrad-News Praxistest überzeugt die Oakley Encoder Prizm mit exzellenter Passform und sehr festem Sitz. Selbst bei tief gesenktem Kopf oder im Wiegetritt verrutscht die Brille nicht. Das farbneutrale Prizm Glas verstärkt Kontraste angenehm und der Windschutz bleibt auch bei hohem Tempo ausreichend.

Im Rennrad-News Test 2023 überzeugt die Scott Pro Shield mit sehr guter Passform und stabilem Sitz auch bei langen Fahrten. Auch ohne verstellbare Nasenpads bietet die Brille einen hohen Tragekomfort ohne Druckstellen oder verrutschen.

Im Dauertest von 11 Monaten überzeugt die Speedcraft SL Hiper Mirror von 100% mit einem erstklassigen Glas, effektiver Belüftung und sicherem Sitz. Die stark gebogene Brille verrutscht weder noch beschlägt sie bei langen, schweißtreibenden und intensiven Einsätzen.

Im Bergzeit Test punktete die Brille mit einem schnellen, magnetischen Glaswechsel, stabilem und leichtem Rahmen sowie sicherem Sitz auch in Bewegung. Sie bewährt sich beim Radfahren, Wandern und sogar beim Volleyballspielen, womit die Bonfire Mag Q+ ein echter Allrounder für verschiedene Sportarten ist.

Übersicht ausgewählter Modelle

Modell Kategorie Besonderheiten
Julbo Rush Reactiv Performance 1-3 Photochromatisch Kontraststeigernde Gläser, guter Sitz und Windschutz
Sweet Protection Ronin Rig Photochromic Photochromatisch Sehr helles Glas mit breitem Tönungsbereich, großes Sichtfeld
POC Elicit Toric EF Pro Team Ed. Konstant Ultraleicht, rahmenlos, hervorragende optische Qualität
100% S2 Smoke Konstant Sicherer Sitz, angenehm gummierte Auflage, großes Sichtfeld
Oakley Encoder Prizm Konstant Exzellente Passform, sehr fester Sitz, farbneutrales Glas
Scott Pro Shield Konstant Sehr gute Passform, stabiler Sitz, großes Sichtfeld
100% Speedcraft SL Hiper Mirror Konstant Erstklassiges Glas, effektive Belüftung, sicherer Sitz
Alpina Bonfire Mag Q+ Konstant Schneller, magnetischer Glaswechsel, stabiler und leichter Rahmen

Weitere Tipps zur Auswahl

  • Überlege Dir, wo und wie Du die Brille einsetzen möchtest: Für Rennradfahrer sind leichte, aerodynamische Modelle mit großem Sichtfeld gut geeignet. Mountainbiker profitieren von robusten Gläsern und guter Rundumsicht. Für Alltagsradler oder Pendler sind Komfort und Vielseitigkeit entscheidend.
  • Achte beim Kauf von Fahrradbrillen auf Angaben zu VLT-Wert, Lichtschutzkategorie, Glaseigenschaften und Ausstattung.

Pflege von Fahrradbrillen

Die Brillenpflege ist das A und O guter Brillenbehandlung. Dazu zählt zuallererst die sorgfältige Aufbewahrung im mitgelieferten Beutel oder gar dem Brillenetui, denn nichts hassen Fahrradbrillen mehr als den Kontakt mit harten Gegenständen wie Schlüsseln, Smartphones oder Lippenstiften. Für der Reinigung gilt: Mikrofasertuch bzw. -beutel schlägt T-Shirt. Das gleiche gilt für Küchenpapier oder Taschentücher, speziell erstere wirken oft wie feines Schmirgelpapier. Wasser und zur Not ein Schuss Spülmittel helfen in Kombination mit im Lieferumfang der Brille befindlichen Mikrofaserbeutel auch bei groben Verunreinigungen.

Hast du dich für eine Fahrradbrille mit Anti-Fog-Beschichtung entschieden, brauchst du eine spezielle Pflegelösung. Nach einer gewissen Zeit nutzt sich die Beschichtung nämlich leicht ab. Die passenden Pflegemittel dienen dazu, den Schutz zu erneuern und so die Funktion dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Es ist keine Seltenheit, dass Radsportler oder Biker die Fahrradbrille bei Nichtgebrauch ins T-Shirt oder einfach in die Taschen stecken. Das ist nicht der geeignete Aufbewahrungsort für das hochwertige Radsport-Equipment. Am besten lagerst du sie ausnahmslos im dafür vorgesehenen Etui, wenn du sie gerade nicht auf der Nase hast.

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