Drossel beim Moped finden und entfernen: Eine umfassende Anleitung

Mopeds dürfen laut gesetzlichen Regelungen auf öffentlichen Straßen nur bis zu 45 km/h fahren. Dabei können die Maschinen oft viel mehr leisten. Um dein Bike auf unter 45 km/h zu halten, sind von Werk aus Drosseln verbaut. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine oder sogar mehrere davon entfernst.

Vor allem, wenn du gerade anfängst dein Moped zu tunen, sollte dir dieser Artikel helfen, schon einiges mehr an PS und km/h aus deinem Bike rauszuholen - Zur Verwendung Abseits des öffentlichen Straßenverkehrs ;) Natürlich sind auch alle fortgeschrittenen Tuner willkommen.

Die Marktentwicklung, beeinflusst vor allem durch amerikanische und chinesische Händlergruppen, hat dazu geführt, dass nahezu alle heute verkauften Mopeds und Motorroller in ihrer Motorenleistung gedrosselt sind. Ausgelegt eigentlich für wesentlich höhere Geschwindigkeiten und gebaut mit einem Motor von höherer PS-Zahl wird so den bundesdeutschen Vorschriften zum Führen eines Kraftfahrzeuges im öffentlichen Straßenverkehr Genüge getan. Die Drosselung beschränkt die Geschwindigkeit des Fahrzeuges.

Ein Entfernen der Drosselung, das Fahren mit dem ungedrosselten Gefährt, kann dem Führen eines Kraftfahrzeuges ohne Führerschein gleichgesetzt werden.

Warum werden Fahrzeuge gedrosselt?

Das Fahrzeug darf mit einer bestimmten Führerscheinklasse eine gewisse Leistungsobergrenze nicht überschreiten. Wer mit 15 endlich den Führerschein AM oder mit 16 die Klasse A1 in Händen hält, freut sich auf ein Stückchen Freiheit, die ihm ein Mofa, Moped und Motorroller bieten können. Doch weicht die Vorfreude schnell der Enttäuschung, denn wirklich hohe Geschwindigkeiten sind mit den gedrosselten Zweirädern in der Regel nicht möglich.

Doch das Drosseln der Fahrzeuge haben ihren Zweck: Diese Führerscheinklassen sind nur für Fahrzeuge gültig, die strengen Auflagen genügen müssen. Es gibt eine Leistungsobergrenze, die das neue Gefährt nicht überschreiten darf. Fahren Sie mit einem Führerschein einer der A-Klassen ein Kfz, das die Leistungsbegrenzungen überschreitet, kann dies als Fahren ohne Fahrerlaubnis gewertet werden.

Führerscheinklassen im Überblick

  • Führerscheinklasse AM: Diese Klasse umfasst die Erlaubnis, mit zwei- oder dreirädrigen Kfz zu fahren, die nicht mehr als 45 km/h fahren können und/oder maximal 50 Kubikzentimeter Hubraum besitzen.
  • Führerscheinklasse A1: Mit dieser Fahrerlaubnis dürfen Sie Krafträder bis zu 125 Kubikzentimeter Hubraum. Die Motorleistung der Kfz ist dabei auf 11 Kilowatt beschränkt.

Diese beiden Fahrerlaubnisklassen können bereits von 16-jährigen erworben werden, die Klasse AM sogar mit 15. Haben Sie einen Führerschein der Klasse AM oder A1, dürfen Sie keine leistungsstärkeren Fahrzeuge nutzen.

Arten der Drosselung

Wie drosselt nun aber der Hersteller genau Roller, Mopeds und Mofas? Die Betrachtung der vielfältigen Möglichkeiten der Drosselung von Rollern und Mopeds sowie Mofas verlangt einen kleinen Einstieg in die Grundlagen der Motorenphysik.

  1. Elektrische Drossel (CDI): Die elektrische Drossel ist eine der aufwendigsten Methoden, um einen Roller etc. zu drosseln. Diese Art der Manipulation wird den Zündfunken, der von der CDI, dem Capicitor Discharging Ingnition, im deutschen nennt man dies Hochspannungskondensationszündung, ausgeht, immer dann nicht erzeugen, wenn eine bestimmte Drehzahl, die dem Device vorher programmiert wurde, überschritten wird. Grundsätzlich kann diese Drosselung ausgetauscht werden.
  2. Gasschieberanschlag: Hier wird am Gasschieber ein Anschlag montiert, der verhindert, dass der Gasschub über einen bestimmten Punkt hinaus gedreht werden kann. Der Gasschieber findet sich im Inneren des Vergasers.
  3. Variomatik-Drosselung: Hier zielt die Drosselung der Hersteller auf die Kraftübertragung bei den heute zumeist in Motorrollern verwendeten Variomatik ab. Dies ist ein Riemengetriebe, welches über Scheiben läuft. Wie bei einer Fahrradschaltung wird sich die Motorleistung erhöhen, wenn die Keilriemen in ein anderes Scheibenpaar springen.
  4. Drosselscheiben am Variator: Auch mit sogenannten Drosselscheiben kann ein Roller etc. gedrosselt werden: Hier wird direkt auf den Variator der Automatik ein Axialwegbegrenzer montiert. Der verhindert nun, dass die Steigscheibe sich maximal bewegen kann. Die Kraftübertragung ist eingegrenzt.
  5. Auspuffanlage: Einer der vielen Wege, die Leistung eines Motors zu begrenzen, ist die Auspuffanlage. Das kann durch eine Verengung am Einlass, eine Krümmerverengung oder aber auch eine Verengung am Endschalldämpfer passieren. Je weniger Abgase vom System abgeleitet werden können, desto geringer wird auch seine Leistung sein. Hier kann eine Entdrosselung lediglich mit dem Austausch der kompletten Auspuffanlage möglich gemacht werden.
  6. Luftzufuhr: Eine andere Methode der Motorendrosselung funktioniert über die Luftzufuhr. Je weniger Luft der Motor bekommt, desto weniger an Luft-Kraftstoff-Gemisch kann er produzieren. So kann nur eine sehr geringe Menge an Kraftstoff umgesetzt, verbrannt, verbraucht werden, was unmittelbaren Einfluss auf die Leistung des Kraftfahrzeuges hat. Auch mit sogenannten „Schnorchel“ wird also die Luftzufuhr gemindert, die Leistung begrenzt.
  7. Ansaugstutzen: Vielfach ist der Ansaugstutzen der Motoren zur Drosselung modifiziert. Hierbei wird, ganz genau so wie bei der Verengung des Auspuffkrümmerrohres, der Ansaugstutzen zum Vergaser, der vor dem Kurbelgehäuse liegt, einer Verjüngung zugeführt. So ist es nicht mehr möglich, mit dem Motor die voll umfängliche Leistung zu erzielen. Keine Verengung im Ansaugstutzen ist gleich höhere Leistung.
  8. Vergaser: Zuletzt kann auch über den Einbau kleinerer Vergaser eine Drosselung der Motorenleistung erfolgen. Hierdurch ist zum einen der Kraftstoffverbrauch selbst herabgesetzt.

Diese umfangreichen Möglichkeiten, die den Herstellern zur Verfügung stehen, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, finden sich in der Regel stets als Kombination. Das heißt, nicht nur einzelne Veränderungen sind vorhanden, sondern zumeist die Zusammensetzung aus drei und mehr verschiedenen Maßnahmen.

Die CDI als Drossel

Jaaa, da kam direkt der erste Fachbegriff auf: CDI… Vermutlich wissen auch die wenigsten Profi-Tuner, was das ausgesprochen bedeutet. Also direkt eine Chance zum Angeben: CDI ist eigentlich Englisch für “Capacitor Discharging Ignition” - auf Deutsch Hochspannungskondensatorzündung oder HKZ. Kommt im deutschen aber einfach nicht so gut und einfach wie CDI, oder? Deswegen bleiben wir beim Gängigem.

Damit du nicht das Interesse am Mopedtuning verlierst, versuchen wir nicht zu tief in die Physik einzutauchen. Im Zylinder deines Mopeds wird ein Gemisch aus Kraftstoff und Luft sehr stark komprimiert und verbrannt, um die dadurch freigesetzte Energie zum Antrieb des Bikes zu nutzen. Auf dem Zylinder sitzt eine Zündkerze. Ihre Aufgabe ist es, die Verbrennung des Gemisches, durch das Auslösen eines Funkens, zu initialisieren.

Die CDI übermittelt der Zündkerze sowohl die Energie für den Funken, als auch die Information, wann dieser auszulösen ist. Die CDI ist also ein sehr wichtiges Teil deines Mopeds. Ohne sie läuft nix. Wenn du dich jetzt fragst, wo denn die besagte Energie überhaupt herkommt, bist du auf dem richtigen Weg zu einem fortgeschrittenen Tuner!

Die Original verbaute CDI deines Mopeds funktioniert als Drossel. Sie regelt, dass ab einer Drehzahl von 7.000 - 9.000 U/min (je nach Moped unterschiedlich) kein Zündvorgang mehr stattfindet. Ein originaler Mopedmotor ist allerdings locker in der Lage 11.000 - 13.000 U/min zu leisten. Kannst du dir vorstellen, was das für Auswirkungen auf deine Leistung und Geschwindigkeit hat?

Nicht jede CDI lässt sich durch jede andere ersetzen. Zwar sind Derbi Senda, Aprilia SX und Gilera SMT baugleich, doch in Rieju MRT, Beta RR oder Generic Trigger sind zum Beispiel komplett andere Teile verbaut.

Wie finde ich die CDI und tausche sie aus?

  1. Um dir die Auswahl für dein Moped leicht zu machen haben wir einen Bikefilter implementiert. Dort gibst du einfach ein, welches Bike du hast und schon werden dir nur noch passende Teile angezeigt.
  2. Hast du das passende Teil gefunden, geht es darum, ausfindig zu machen, wo sich die CDI an deinem Bike befindet. Hierfür kannst du einfach dem Kabel, welches von der Zündkerze zur Zündspule und weiter zur CDI führt, folgen.
  3. Hast du sie lokalisiert, kannst du dich damit befassen, wie du da rankommst. Dafür müssen bei fast allen Mopeds einige Verkleidungsteile abgeschraubt werden. Das ist keine schwere Aufgabe. Pass auf, dass du weißt, was später wieder wo hingehört ;)
  4. Hast du die CDI freigelegt, entfernst du die damit verbundenen Stecker und nimmst sie aus der Halterung. Genau dort platzierst du im nächsten Schritt auch schon die neue CDI und schließt sie genau so an.
  5. Jetzt kommen wieder alle entfernten Verkleidungsteile dran und schon bist du fertig. Damit hast du eine von mehreren Drosseln deines Mopeds überbrückt und kannst nun deutlich schneller fahren.

Mofa Tuning: Was tun, wenn es keine klassische Drossel gibt?

Viele Mofa Fahrer wollen schneller als die 25 km/h fahren. Moderne Roller kann man hier oft einfach entdrosseln (CDI, Variomatikring etc.). Aber wie geht das beim Mofa? Gibt es eine Drossel beim Mofa oder Moped? Was man bei Piaggio, Hercules, Puch und Co.

Zunächst eine gute und eine schlechte Nachricht für Alle. Die Schlechte: ganz so einfach wie bei vielen Rollern ist das entdrosseln nicht. Die Gute: schwer ist es trotzdem nicht. Man muss nur ein paar Dinge beachte. Was das ist, haben wir die hier erklärt.

Wichtig zu wissen ist, dass es keine klassische Drossel gibt. Die Leistung wird hier meist über mehrere Bauteile begrenzt. Mofa tuning ist also gefragt. Welche das sind, gilt es rauszufinden.

Oft sind zum Beispiel einfach ein kleinerer Krümmer verbaut oder ein anderer Zylinder. Es gibt allerdings einen Trick, wie du herausfinden kannst, welche Teile deine Leistung beeinflussen!

Von vielen Mofas gibt es auch eine Moped Version, die 45 km/h fährt und sich nur durch wenige Bauteile im Motor unterschiedet.

Ein Beispiel gefällig? Es gibt hier ein Mofa (25 km/h) und ein Moped (45 km/h). Beide vom Rahmen etc fast gleich. Zusätzlich sind die Steuerzeiten noch etwas anders und das Moped besitzt eine Variomatik, aber das vernachlässigen wir hier.

Die Drossel des Mofas sind in diesem Beispiel also der Vergaser, der Einlass und der Krümmer. Tauschen wir nun all diese Teile, sollten wir bereits eine deutlich höhere Endgeschwindigkeit erreichen.

Oft ist auch einfach ein anderer Zylinder verbaut, den du nun einfach tauschen musst. Gebauchte Moped Zylinder, zum Beispiel von Zündapp, gibt es gebraucht oft zum kleinen Preis.

Rechtliche Aspekte der Drosselung und Entdrosselung

Wenn ein Roller nicht den Anforderungen der deutschen Verkehrsregeln und -vorschriften entspricht, kann dies zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Ja, es gibt Ausnahmen von der Drosselungspflicht für Roller in Deutschland. Zum Beispiel müssen Roller, die für den Rennsport konzipiert sind und ausschließlich auf dafür vorgesehenen Strecken gefahren werden, nicht gedrosselt werden.

Es ist nicht illegal, einen Roller selbst zu drosseln, solange die Drosselung den deutschen Verkehrsregeln und -vorschriften entspricht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine unsachgemäße Drosselung zu einem erhöhten Unfallrisiko führen kann und dass selbst vorgenommene Änderungen am Roller den Betriebserlaubnis erlöschen lassen können.

Die maximale Leistung eines gedrosselten Rollers in Deutschland ist gesetzlich auf 15 kW beschränkt.

Konsequenzen bei Überschreitung der Leistungsobergrenze

Haben Sie einen Führerschein der Klasse AM bzw. A1 und fahren ein Kfz mit höherer als der festgelegten maximalen Leistung, gilt dies üblicherweise als Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das kann eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Was passiert, wenn mein Fahrzeug die festgelegte Leistungsobergrenze überschreitet?

Haben Sie einen Führerschein der Klasse AM oder A1, dürfen Sie keine leistungsstärkeren Fahrzeuge nutzen. Die Entdrosselung von Motorrollern zählt in den Bereich des Scootertunings.

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, die kleinmotorigen Krafträder auf festgelegte Geschwindigkeiten zu drosseln.

Roller-Drosselung entfernen: Was ist zu beachten?

Sind Sie selbst kein geübter Schrauber, lassen Sie die Finger von eigenmächtigen Umbauten. Dies könnte am Ende mehr schaden als nutzen. Nicht alles, was möglich ist, ist auch zulässig!

Riskieren Sie nicht leichtfertig Ihre Betriebserlaubnis, nur um schneller fahren zu können. Besonders für Inhaber des Führerscheins AM oder A1 gilt besondere Vorsicht.

Nachdem Sie den Roller entdrosseln lassen haben, bedarf es der Abänderung der Fahrzeugpapiere. Hierzu muss ein Prüfgutachten erstellt werden. Sind die Umbauten zulässig, erhalten Sie ein Prüfzeugnis.

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