Harley-Davidson ist ein traditionsreicher Motorradhersteller, der auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken kann. Gegründet im Jahr 1903 in Milwaukee, Wisconsin, hat sich das Unternehmen zu einem der bekanntesten Motorradhersteller der Welt entwickelt. Im Laufe der Zeit hat Harley-Davidson seine Produktionsstandorte erweitert, um den globalen Anforderungen gerecht zu werden.
Aktuelle Produktionsstandorte
Derzeit gibt es mehrere große Standorte, an denen Harley-Davidson seine Motorräder produziert:
- York, Pennsylvania, USA
- Kansas City, Missouri, USA
- Manaus, Brasilien
- Haryana, Indien (lediglich die Street 500 & 750 Modelle)
- Rayong, Thailand
Wo genau Deine Harley-Davidson produziert wurde, kannst Du an der jeweiligen Fahrgestellnummer / VIN feststellen.
Noch heute ist Harley-Davidson also in Milwaukee daheim, wo einst alles begann, und noch heute ist die Firma dem viertaktenden V2 treu ergeben.Auch wenn er äußerlich manchen seiner Ahnen gleicht, wurde er Jahrzehnt für Jahrzehnt den Erfordernissen der Zeit angepasst und ist hochmodern.
Historische Entwicklung der Produktion
Die ersten drei fahrtüchtigen Motorräder wurden 1903 in einem Schuppen in der 37. Straße von Milwaukee, Wisconsin, hergestellt. 1906 zog die junge Firma in ein größeres, zweigeschossiges Holzgebäude an der heutigen Juneau Avenue um. In der Juneau Avenue entstand 1920 eine riesige neue Fabrik.
Erstmals hatte die Motor Company übrigens in den 1960er- und 1970er-Jahren Motorräder für den Weltmarkt in einem Werk außerhalb der USA, nämlich in Italien, gefertigt.
Gründe für Produktionsverlagerungen
Der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson will weitere Kapazitäten in sein thailändisches Werk verlagern. Bislang hatte man dies für Modelle, die für den US-Markt bestimmt sind, ausgeschlossen. Mit diesem Grundsatz scheint Harley-Davidson nun brechen zu wollen.
Harley hatte das Werk im thailändischen Rayong im Jahr 2018 gebaut. Das Unternehmen reagierte damals auf den Zollstreit der Trump-Administration mit der Europäischen Union. Aufgrund einseitig durch die Vereinigten Staaten verhängter Einfuhrzölle, unter anderem auf Stahl- und Aluminiumprodukte, reagierte die EU mit Aufschlägen auf Importe aus den USA. Zu den sanktionierten Warengruppen gehörten auch großvolumige Motorräder.
Am Standort Rayong, der auf die Fertigung der modernsten Modelle mit Revolution-Max-Motor ausgelegt ist, sollen nun zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Wahrscheinlichster Grund ist das vergleichsweise hohe Lohnniveau der mehrheitlich gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in den USA.
Laut Harley-Finanzchef Olin erwartet der US-Hersteller durch den angekündigten Schritt Einsparungen in Höhe von rund 70 Millionen US-Dollar allein in diesem Jahr. Es geht Harley vielmehr darum, die seit Mitte 2018 fälligen Strafzölle von derzeit 25 Prozent auf EU-Importe aus den USA zu umgehen.
Abverkäufe kosten noch 20 Millionen Dollar Strafe. Levatich und Olin erklärten übereinstimmend, dass die EU einem entsprechenden Antrag des US-Konzerns bereits zugestimmt habe, keine Strafzölle auf aus Thailand importierte Harleys zu erheben. Finanzchef Olin erklärte weiter, dass Harley-Davidson für 2020 mit EU-Strafzöllen in Höhe von 20 Millionen Dollar rechne, und zwar auf „Abverkäufe hoch zu verzollenden Lagerbestands und Strafzölle auf CVO-Harleys und Trikes, die wir weiterhin in den Vereinigten Staaten produzieren werden“.
Harley-Davidson plant, seine Modelle für den europäischen Markt schon ab 2020 fast ausschließlich in seinem 2019 eröffneten Werk in Rayong, Thailand, zu montieren. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden. Harley-Davidson fühle sich weiterhin der Produktion in den USA verpflichtet, schrieb das Unternehmen.
Die Harley-Davidson Street Familie
Die Street ist eine von Grund auf neu konstruierte Maschine im Dark Custom Look. Ihr moderner, flüssigkeitsgekühlter V-Twin trägt den Namen Revolution X und ist in einen neuen, fahrstabilen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen mit Telegabel und stabiler Vierkant-Zweiarmschwinge mit seitlich montierten Federbeinen eingebettet.
Wie beim Triebwerk der V-Rod Modelle stehen auch die Zylinder des Revolution X V-Twins in einem Winkel von 60 Grad zueinander. Je eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle steuert vier Ventile pro Zylinder. Eine Ausgleichswelle reduziert die Vibrationen.
Nicht nur der Antriebsstrang, sondern auch das Chassis der Street wurde von Grund auf neu entwickelt. Mit einer besonders geringen Sitzhöhe von 709 Millimetern, sorgfältig abgestimmten Fahrwerkskomponenten und einem großen Lenkeinschlag wurde es auf maximale Handlichkeit und ein sicheres Fahrgefühl ausgelegt: Der Fahrer hat die Maschine jederzeit gut im Griff.
Look, Sound und Feeling charakterisieren die Maschine als authentische Harley-Davidson. Front- und Heckfender sind aus Metall gefertigt, eine klassische metallene Airbox ziert die rechte Motorflanke und der Tank wird von einem erhabenen Harley-Davidson Logo gekrönt.
Die Dark Custom Maschine ist in einem ebenso hochwertigen wie reduzierten Stil gehalten, der es dem Fahrer leicht macht, sein Motorrad dem eigenen Geschmack entsprechend individuell zu gestalten.
Die ersten Prototypen der Street wurden der Öffentlichkeit auf der EICMA 2013 präsentiert. Zur Saison 2014 stand die Maschine bereits in den USA sowie in Spanien, Portugal und Indien in den Showrooms der Händler und zum Modelljahr 2015 erschien sie auch auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Markt. Mit der Street Rod debütierte 2017 die zweite 750er im Street Portfolio: eine besonders dynamisch ausgelegte Maschine mit leistungsstarkem Motor und modifiziertem Fahrwerk.
Die Konzeption der Street Modelle zielt nicht nur auf die USA und Europa, sondern ausdrücklich auch auf Asien ab. Unter den asiatischen Ländern wiederum sticht Indien hervor, denn die Größe seiner Volkswirtschaft, seine Demographie und ein hohes Wachstum machen dieses Land zu einem besonders wichtigen Markt der Zukunft.
Überlegungen zu einem Montagewerk in Europa
Es kommt die Frage auf, ob Harley-Davidson sich strategisch umstellt und vielleicht doch über eine Produktionsstätte in Europa nachdenkt. In Anbetracht der stetig steigenden Transportkosten, Containerknappheit und eigentlich zu langen Lieferzeiten, ist es jedenfalls eine Überlegung wert.
Die Modulbauweise der neuen Motorräder macht es möglich. Viele Teile können an den unterschiedlichsten Modellen verbaut werden, besonders, wenn man in die Zukunft blickt. Eine Motorkonstruktion für viele unterschiedliche Modelle ist somit denkbar.
Die Endmontage der kleineren Modelle könnte in Europa schnell und flexibel gemacht werden. In Ostdeutschland, oder in der Nähe einer Hafenstadt wie Hamburg, oder Bremerhaven würde es schon Möglichkeiten geben.
Die Produktionszyklen sind vorgegeben, es werden keine Massen produziert und wenn die neuen Modelle erst im Frühjahr ausgeliefert werden sollen, wird das Zeitfenster immer kleiner, in dem das alles stattfinden muss.
Es gab diese Gerüchte bereits vor Jahren, als sich Kärnten in Österreich für diese Idee stark machte und Stadt Berlin ist direkt auf den Zug mit aufgesprungen und hatte sich ebenfalls angeboten, das war aber eher eine Luftnummer.
Harley-Davidson im Wandel der Zeit
Als einziger Hersteller der Welt hat die Firma 120 Jahre lang ohne Unterbrechung eigenständig Motorräder gefertigt. Aus den Einzylindermodellen der frühen Jahre wurden schon 1909 stärkere, kompakt bauende 45°-V-Twins.
So wuchs Harley-Davidson binnen 17 Jahren zum größten Motorradhersteller der Welt heran und konnte sich seiner monumentalen Fabrik rühmen, die unweit des Holzschuppens an der heutigen Juneau Avenue in Milwaukee entstanden war. Die historische Fabrik ist inzwischen das Headquarter des US-Unternehmens.
Mit dem Milwaukee-Eight und dem Revolution Max fertigt Amerikas traditionsreichster Motorradhersteller derzeit zwei unterschiedliche Motorenkonzepte: einen luftgekühlten 45°-V2 mit flüssigkeitsgekühltem Auslassbereich und einen flüssigkeitsgekühlten 60°-V2. Von 975 bis 1923 Kubikzentimeter reichen die Kubaturen, bis zu 112 kW (152 PS) leisten die Triebwerke. Und längst haben moderne Features wie elektronische Assistenzsysteme, Bluetooth-Handyanbindung und Infotainment in Maschinen aus Milwaukee Einzug gehalten.
Ihre Fans und Fahrer bilden eine große, weltumspannende Gemeinschaft, die das Feiern nicht verlernt hat. Und gefeiert wird 2023 etwa auf der europäischen 120th Anniversary Party, die vom 22. bis zum 25.
Die Harley-Davidson wird ab jetzt nicht mehr nur schwarz, sondern auch grau lackiert, was ihr zusammen mit dem geräuscharmen Motorlauf den werbewirksamen Spitznamen Silent Gray Fellow (leiser grauer Kamerad) einbringt.
Die Weltwirtschaftskrise meistert die Motor Company mit einem strengen Sparkurs, einer straffen Händlerpolitik und einem konsequenten Management. Fortan wird das Motorrad als Luxus- und Freizeitgerät vermarktet, die Modellpalette technisch wie optisch aufgewertet.
Harley-Davidson wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Die jährliche Motorradproduktion überschreitet erstmals die 100000er-Grenze.
Der Twin Cam 88 mit 1450 cm3 und zwei Nockenwellen wird eingeführt.
Harley-Davidson bringt das erste Modell der neuen VRSC Baureihe, die V-Rod, auf den Markt.
Der Twin Cam 96 mit 1584 cm3 sowie aktivem Einlass- und Auspuffsystem sowie Cruise Drive Sechsganggetriebe kommt auf den Markt. In den CVO Sondermodellen werden erstmals Twin Cam 110 und 110B Motoren mit einem Hubraum von 1801 cm3 angeboten.
Der Twin Cam 103 mit 1690 cm3 Hubraum und die Forty-Eight debütieren.
Die LiveWire, das erste von einem Großserienhersteller gefertigte Elektromotorrad, erscheint.
Mit der Pan America debütiert das erste Adventure Touring Bike von Harley-Davidson. Die in zwei Versionen erhältliche Maschine verfügt über den neuen Revolution Max Motor und ein neu konstruiertes Fahrwerk.
Der Milwaukee-Eight 117 treibt die neuen S und ST Modelle an. Die Nightster mit dem Revolution Max 975T Motor wird vorgestellt.
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