Viele bekannte Filme wurden in Deutschland gedreht, und einige Drehorte sind besonders interessant und bieten einen Einblick in die Filmgeschichte. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Drehorte, darunter auch der Drehort von "Immer die Radfahrer".
Dreharbeiten in Kassel
In den 1950er Jahren erlebte Kassel eine Blütezeit als Filmstadt. Zwischen 1953 und 1960 konnten die Kasseler Bevölkerung Stars wie Heinz Rühmann, Hildegard Knef und Heinz Erhardt hautnah erleben. Die Stars kamen am Hauptbahnhof an und wurden von ihren Fans empfangen. Dies lag vor allem an Gerhard Theurich, dem Chef der Reiss-Filmtheater-Betriebe.
Anlässlich der Premiere von "Immer die Radfahrer" besuchten Corny Collins und Heinz Erhardt im Oktober 1958 das "Gloria". Für Heinz Erhardt war dies nicht der letzte Aufenthalt in Kassel. 1959 wurde hier eine Verfolgungsjagd für die Komödie "Natürlich die Autofahrer" gedreht, in der Trude Herr, Peter Frankenfeld und Heinz Erhardt mitwirkten.
Ein weiterer bekannter Film, der in Kassel entstand, ist "Rosen für den Staatsanwalt" (1959) mit Walter Giller und Martin Held in den Hauptrollen. Nach den 1950er-Jahren wurde es ruhiger um die Filmstadt Kassel, doch in den vergangenen Jahren entstanden erneut Filme wie "Pfarrer Braun - Grimms Mördchen" (2010), "Ostwind" (2013) und "V8² - Die Rache der Nitros" (2013) in Kassel.
Weitere Drehorte in Deutschland
Die Jahrtausende alte Kulturlandschaft an Saale, Unstrut und Weißer Elster ist ebenfalls als Filmkulisse beliebt. Regisseure, Produzenten und Locationscouts schätzen vor allem die Vielfalt an beeindruckenden Zeitzeugen des Hochmittelalters bis in die jüngere Vergangenheit.
Burg Querfurt
Ganz oben auf der Liste der gefragtesten Drehorte in Saale-Unstrut steht die Burg Querfurt. In mehr als 50 Produktionen konnte die fotogene Anlage mit einem Auftritt glänzen: Darunter sind Kino- und Fernsehhits wie „Die Päpstin“, „Der Medicus“, „Die zertanzten Schuhe“ oder „Jorinde & Joringel“. Erst im Mai 2020 entstanden Szenen für die Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers „Räuber Hotzenplotz“.
Arche Nebra
Etwa 17 Kilometer südlich von Burg Querfurt liegt die Arche Nebra. Der goldschimmernde futuristische Bau diente als Kulisse für den Film „Bibi & Tina“, wo er zur exzentrischen Villa eines Gauners umfunktioniert wurde.
Weißenfels
Weißenfels ist eine der Residenzstädte der Region und diente 2016 bei Dreharbeiten zum Film „Es war einmal in Deutschland?“ als Kulisse für das zerbombte Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zeitz
In der Residenzstadt Zeitz fand der Produzent Ingo Fliess für den Film „Das Mädchen mit den goldenen Händen“ eine Kleinstadt, die noch nicht komplett modernisiert ist. Straßenzüge, durch die man sich in die vergangene Zeit hineinversetzen kann, wurden hier entdeckt.
Merseburg
Auch Hollywood erkannte den Charme der Drehorte in Saale-Unstrut. George Clooney wählte 2013 den Merseburger Dom als Kulisse für seinen Film „Monuments Men“.
Lennep als Drehort für "Das Halstuch"
Vor zehn Jahren kam ein Kamerateam des WDR nach Lennep, um einen kurzen Film zur Erinnerung an den Fernsehkrimi „Das Halstuch“ zu drehen, der vor 60 Jahren in Lennep entstanden ist. Im Juni 1961 rückte der WDR an, und Regisseur Hans Quest kam an verschiedenen Drehorten in Lennep zur Sache. Allerdings war Lennep nicht wegen seiner Schönheit ausgesucht worden, sondern weil Außenaufnahmen in England zu teuer gewesen wären.
Im Juni 1961 gedreht, wurde der Sechsteiler (jeweils zwischen 35 und 40 Minuten lang) dann im Januar 1962 ausgestrahlt. Die Folgen 1 bis 5 endeten jeweils mit einer spannenden oder überraschenden Szene, einem sog. Cliffhanger, an die sich viele Zuschauer auch heute noch erinnern können.
Die für die Lenneper spektakulärste Szene des sechsteiligen Films wurde am Alten Markt realisiert. Im RGA hieß es damals: „Auf dem Alten Markt wurde scharf geschossen.“ Natürlich mussten die Filmleute in den Filmpausen, in denen die Makeups der Schauspieler „restauriert“ und noch mehr Zigaretten konsumiert wurden als im Film selber (aus heutiger Sicht eine reife Leistung), viele Autogramme geben.
DEFA-Filme in Klingenthal
Der Klingenthaler Jens Leistner hatte die Idee, drei alte DEFA-Filme, welche in Klingenthal gedreht wurden, wieder einem öffentlichen Publikum vorzuführen.
- Einmal ist Keinmal: Gedreht 1954, Premiere 1955. Regie: Konrad Wolf.
- Die Nacht im Grenzwald: Gedreht 1967/1968, Premiere 1958. Regie: Kurt Barthel.
- Skimeister von morgen: Gedreht 1956/1957, Premiere 1957. Regie: Ralf Kirsten.
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