Fahrradträger für Wohnmobile und E-Bikes: Ein umfassender Test

Der Urlaub steht vor der Tür und Sie suchen einen geeigneten Fahrradträger für Ihr Wohnmobil? Es gibt viele Möglichkeiten, Fahrräder und E-Bikes auf der Anhängerkupplung zu transportieren, besonders wenn der Kofferraum bereits voll mit Gepäck ist.

Der ADAC hat 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Dabei gab es geringere Unterschiede bei Handhabung, Qualität und Sicherheit, jedoch größere beim Preis. Gute Fahrradträger sind bereits ab 400 Euro erhältlich.

Verschiedene Systeme für Wohnmobile

Die Möglichkeiten, Fahrradträger an Wohnmobilen zu montieren, sind vielfältig. Je nach Campingfahrzeug gibt es unterschiedliche Wege, das Zweirad zu transportieren. In der Regel kommen die Räder ans Heck des Wohnmobils. Hierfür gibt es Träger für die Anhängerkupplung, die Heckwand oder die Hecktür. Eine weitere Lösung ist der Transport in der Heckgarage, die vor allem in größeren Reisemobilen zu finden ist.

Kupplungsträger

Kupplungsträger sind ideal, wenn das Wohnmobil über eine Anhängerkupplung verfügt. Wenn nicht, lässt sich diese in der Regel bei Campervans recht leicht nachrüsten. Wichtig ist die Einhaltung der im Fahrzeugschein angegebenen Stützlast der Anhängerkupplung.

Vorteile:
  • Der Träger ist nicht fahrzeuggebunden und kann abgenommen werden, wenn er nicht gebraucht wird.
  • Die Fahrräder sind ohne großen Kraftakt auf die niedrige Halterung zu hieven.
  • Kupplungsträger bieten oft eine hohe Traglast.
Nachteile:
  • Für die Nutzung wird eine Kugelkupplung benötigt. Daher sind sie meist nur eine Lösung für Campervans.

Hecktüren-Fahrradträger

Hecktüren-Fahrradträger sind eine Lösung für Campervan-Besitzer, insbesondere wenn das Fahrzeug am Heck zwei gegenläufig öffnende Hecktüren hat. Der Heckträger wird an einer der Türen befestigt und schwingt mit der Türe mit, wenn diese geöffnet wird.

Vorteile:
  • Die Heckgarage des Campervans bleibt auch bei aufgeladenen Rädern frei zugänglich.
  • Kann dauerhaft am Transporter bleiben.
  • Beeinträchtigt Fahrverhalten und Verbrauch kaum.
Nachteile:
  • Die Traglast fällt meist etwas niedriger aus. Daher nur bedingt für E-Bikes geeignet.
  • Kein Wiederholungskennzeichen und keine Beleuchtung.

Fahrradträger für die Rückwand

Wer ein voll- oder teilintegriertes Wohnmobil fährt, kann Heckträger auch an der Rückwand des Reisemobils anbringen. Der Träger bleibt dauerhaft am Fahrzeug.

Vorteile:
  • Bleibt dauerhaft am Wohnmobil und ist so stets einsatzbereit.
  • Besonders einfacher Aufbau und daher auch nicht besonders hohes Eigengewicht.
  • Hohe Tragkraft und daher auch E-Bike-geeignet.
Nachteile:
  • Fahrradmontage etwas umständlicher, da die Räder sehr hoch angebracht werden.
  • Die Montage ist nicht besonders einfach und es empfiehlt sich, eine Fachwerkstatt aufzusuchen.
  • Nur anbringbar, wenn die Heckwand ausreichend Tragkraft hat.

Lastenträger

Eine Besonderheit für Reisemobile sind die sogenannten Lastenträger. Sie können bis zu 150 kg aufnehmen, was selbst für einen Motorroller oder ein leichtes Motorrad ausreicht.

Vorteile:
  • Sehr hohe Traglast, die auch für Motorräder oder Motorroller ausreicht.
  • Starre Verbindung mit dem Rahmen macht sie besonders sicher.
  • Recht geringes Eigengewicht.
Nachteile:
  • Montage kann etwas schwieriger sein.
  • Die Nutzlast ist vom Rahmen des Fahrzeugs abhängig.

Fahrradträger für die Heckgarage

Die Unterbringung der Räder in der Heckgarage mit einem speziellen Trägersystem eignet sich ebenfalls nur für voll- und teilintegrierte Wohnmobile. Bequemer und sicherer ist auf lange Sicht ein spezieller Träger.

Vorteile:
  • Fahrräder sind witterungs- und diebstahlgeschützt untergebracht.
  • Einfache Beladung durch die niedrige Ladekante der meisten Heckgaragentüren.
  • Sehr hohe Traglast, denn der Träger "schwebt" nicht.
Nachteile:
  • Die Traglast des Garagenbodens selbst gilt als Richtwert.

E-Bike-Transport mit dem Wohnmobil

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkungen, welche Fahrräder auf einem Fahrradträger transportiert werden dürfen und welche nicht. Es gibt jedoch einige Aspekte zu beachten, wenn Sie E-Bikes transportieren möchten:

  • Gewicht: E-Bikes sind schwerer als herkömmliche Fahrräder. Das Zusatzgewicht muss sowohl bei Zuladung als auch Traglast beachtet werden.
  • Platz: E-Bikes sind oft breiter als herkömmliche Fahrräder. Daher müssen die Schienen etwas weiter auseinander stehen.
  • Diebstahlsicherung: E-Bikes sind beliebt und teuer. Der Fahrradträger sollte daher auch mit abschließbaren Haltern ausgestattet sein.

Wichtige Aspekte vor dem Kauf

Vor dem Kauf eines Fahrradträgers sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Maximale zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
  • In der Bedienungsanleitung des Autos auch die maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen.
  • Gewicht der zu transportierenden Fahrräder ermitteln.
  • Prüfen, wie viele Fahrräder auf dem Heckträger transportiert werden dürfen.
  • Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.
  • Platz zur Lagerung des Fahrradträgers nach Demontage aussuchen.
  • Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).
  • Zusätzliche Angaben in der Fahrzeug- und Heckträgerbenutzungsanleitung beachten.

Tipps vor der Fahrt

Vor der Fahrt mit einem Fahrradträger sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
  • Beladungshinweise des Trägers beachten.
  • Fahrradträger nicht überladen: Eigengewicht Fahrradträger + Gewicht aller Fahrräder ≤ Stützlast.
  • Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
  • Sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile nach Möglichkeit vom Fahrrad abmontieren, wie zum Beispiel Akkus von Pedelecs.
  • Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen.
  • Kennzeichen am Auto und Kennzeichen am Fahrradträger müssen gleich sein.

Testberichte und Empfehlungen

AUTO BILD hat 2023 verschiedene Modelle getestet, die sich für den sicheren Transport von zwei E-Bikes oder herkömmlichen Fahrrädern eignen. Der Testsieger des AUTO BILD E-Bike-Fahrradträger-Tests ist der Thule Epos 2.

Testergebnisse im Überblick

AUTO BILD hat zehn Fahrradträger zwischen 350 und 1000 Euro getestet, die für den Transport von zwei E-Bikes geeignet sind. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Produktinfo Thule Epos 2 Uebler i21 Z Bosal Comfort Pro 2 Eufab Premium TG Yakima JustClick 2 Westfalia Bikelander XLC Amalda Work-E VC-07 Atera Genio Pro Advanced Bullwing SR7 Fischer Proline Evo 2
Preis (UVP) 999,00 Euro 767,00 Euro 449,00 Euro 589,95 Euro 629,90 Euro 629 Euro 700 Euro 606,50 Euro 349,95 Euro 429,00 Euro
Gewicht 15 Kilogramm 11,5 kg 15 Kilogramm 16 kg 15 kg 15 kg 20 kg 20 kg 17 kg 16 kg
Max. Breite 127 cm 118 cm 149,5 cm 138 cm 129 cm 125,5 cm 151,5 cm 124 cm 115 cm 110 cm
Gesamtpunktzahl 1,0 (sehr gut) 1,3 (sehr gut) 1,5 (gut) 1,6 (gut) 1,6 (gut) 1,9 (gut) 2,0 (gut) 2,0 (gut) 2,5 (befriedigend) 3,9 (ausreichend)

Der Uebler i21 Z schnappt sich den Testsieg und die Note "Gut". Der Siegertyp ist qualitativ hochwertig und dabei besonders leicht. Obwohl der Uebler i21 Z sehr leicht ist, bleibt er auch unter Extrembedingungen stabil.

Der Eufab Premium Go+ lässt bei den Fahrprüfungen nur minimale Bewegungen zu. Sein Geheimnis: die Fix4Bike-kompatible Halterung. Selbst mit einem dritten Fahrrad belastet übersteht der Eufab Premium Go+ den Slalom tadellos.

Dank der guten Qualität und Handhabung ist der Thule Easyfold 3 eine Kaufempfehlung wert. In puncto Handhabung hat sich der Thule Easyfold 3 nicht viel vorzuwerfen.

Der Atera Forza M lässt sich leicht installieren und ist auch mit einer zusätzlichen Radschiene für ein drittes Rad zu haben.

Beim Slalom versagte der Norauto E-Fit 300-2. Der Träger touchierte den Stoßfänger des Volvo. Das ist zwar ungefährlich, sollte aber nicht vorkommen.

Heck-Fahrradträger mit Liftfunktion für E-Bikes

Wer Fahrräder mit in den Campingurlaub nehmen möchte, greift gern zu einem Heckwandträger. Sie sind vergleichsweise preiswert und leicht. So lässt sich der wertvolle Stauraum in der Heckgarage für anderes Gepäck nutzen und die E-Bikes sind außen am Träger transportieren.

Doch E-Bikes bringen im Schnitt zwischen 20 und 30 Kilogramm auf die Waage. Selbst mit ausgebautem Akku kann das Auf- und Abladen auf einen Heckwandträger leicht zum Kraft- und Balanceakt werden. Deshalb gibt es von Fiamma und Thule Modelle mit integriertem Lift, der das Beladen erleichtern soll.

Die Liftfunktion ist neben der Höhe der Ladekante entscheidend für die aufzuwendende Mühe beim Beladen. Hier punktet das Liftsystem von Fiamma, da sich die Plattform mit vergleichsweise wenig Kraft anheben lässt. Bei Thule ist mehr Muskeleinsatz notwendig.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Trägern mit entsprechend hoher Ladekante kommen Träger mit Liftsystem den Bikes quasi entgegen, indem die Trägerschienen per Hubfunktion abgesenkt werden. Für Reisemobile und Kastenwagen gibt es Modelle, die per Elektromotor abgesenkt werden. Systeme zur manuellen Bedienung mit einer Handkurbel sind nur für Reisemobile erhältlich.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0