Wolf greift Radfahrer und Kind an: Zunehmende Wolfspopulation sorgt für Besorgnis

Nicht nur in Italien, Österreich oder jüngst Rumänien kommt es immer wieder zu unerwünschten Begegnung zwischen Menschen und Großraubtieren wie Bären und Wölfen. Auch in den Niederlanden ereignete sich wohl ein schockierender Vorfall - mit glimpflichem Ausgang. Im Naturpark Den Treek in der Gemeinde Leusden soll ein Wolf ein kleines Mädchen gebissen haben. Das Gebiet wurde präventiv abgeriegelt, über das weitere Vorgehen wird noch beraten.

Möglicher Wolfsangriff auf Mädchen in den Niederlanden

Laut Berichten des Nachrichtenportals ad.nl, die sich auf Aussagen der Eltern des betroffenen Mädchens stützen, war das Kind während eines Ausflugs seiner Kindertagesstätte unterwegs, als sich ein Wolf von hinten näherte. Der Wolf biss demnach unbemerkt in den Oberschenkel des Mädchens und ließ sofort wieder los. Das Mädchen erlitt „leichte Verletzungen“ und war hauptsächlich „geschockt“, hieß es seitens der Leitung der Kindertagesstätte. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass es dem Mädchen gut gehe.

Die Polizei konnte bisher nicht bestätigen, ob das angreifende Tier tatsächlich ein Wolf war. Trotzdem gab die Gemeinde Leusden am Donnerstag, den 18. Juli, bekannt, dass das Gebiet auf Empfehlung von Wolfs-Experten und in Absprache mit dem privaten Landbesitzer bis zum 15. August geschlossen bleiben würde.

Huib van Essen, ein lokaler Beamter, wurde von ad.nl mit den Worten zitiert: „Diese Maßnahme ist sehr verständig und momentan eigentlich die einzige Option“. Er fügte hinzu: „Der Wolf gehöre zur ‚Champions League‘ der bedrohten Arten. Abschießen, stören oder umsiedeln ist keine Option. Wir müssen sowohl Menschen als auch die Wölfe schützen.“

Weitere Vorfälle in der Region

Der Bürgermeister der Gemeinde Leusden, Gerolf Bouwmeester, betonte, dass der Vorfall mit dem gebissenen Kind nicht der einzige in jüngster Zeit war. „Innerhalb kurzer Zeit gab es mehrere Vorfälle mit einem Wolf auf Leusdener Gebiet. Ich verstehe, dass dies für diejenigen, die dies erlebt haben, sehr beängstigend sein kann“, sagte er. RTV Utrecht berichtete, dass Anfang Juli ein Wolf einen Zwergpudel ergriffen und weggetragen hatte.

Das Gebiet wird streng überwacht von Mitarbeitern des Landguts, unterstützt von der Gemeinde, der Provinz Utrecht und gegebenenfalls der Polizei. Die Behörden erklärten, dass Radfahrer, Wanderer und angeleinte Hunde störend wirken und neue Konfrontationen verursachen könnten. „Weil diese Konfrontationen nicht nur beängstigend für die Betroffenen sind, sondern auch die Wölfe bedrohen, ist es wichtig, dass Ruhe für Mensch und Tier einkehrt“, hieß es in einer Mitteilung.

Experten überrascht über Angriffe

Wilbert Nijlant, der Verwalter des Landguts, warnte schon seit einiger Zeit vor den Wölfen in der Gegend. „Wir sind alle erschüttert, aber das ist etwas, woran ich seit Monaten arbeite“, sagte er dem Sender NOS. „Sie folgen Spaziergängern, Radfahrern und Pferden, die in Panik geraten und durchdrehen.“ Der Ökologe Leo Linnartz zeigte sich überrascht vom Verhalten der Tiere: „Es ist sehr ungewöhnlich, dass Wölfe Menschen angreifen. In ganz Europa gibt es nur sehr wenige Vorfälle, bei denen das passiert“, teilte er dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit.

Am Freitag, den 19. Juli, soll ein Treffen mit Staatssekretären stattfinden, um weitere Maßnahmen in Bezug auf die Wölfe im Nationalpark zu besprechen.

Wolf verfolgt Radfahrer in den Niederlanden

In den Niederlanden hat ein Wolf in einem Nationalpark Medienberichten zufolge einen Rennradfahrer verfolgt. Der Radfahrer filmte den aus dem Wald auftauchenden Wolf, der ihm für kurze Zeit auf einem Radweg hinterherlief, wie der Sender „Omroep Gelderland“ berichtete.

In den sozialen Medien kursieren Videoaufnahmen der Szene, die sich im Nationalpark De Hoge Veluwe nördlich von Arnheim bei Otterlo zugetragen haben soll. Seit einer Weile haben sich dort wieder Wölfe angesiedelt. Ein Experte der Wolfsmeldestelle in den Niederlanden bestätigte an Hand der Filmsequenz, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe.

In dem Nationalpark waren zuvor bereits Wölfe aufgetaucht, die sich zahm verhielten und sich Parkbesuchern mitunter bis auf ein paar Meter Abstand näherten. Der Radfahrer selbst äußerte sich zunächst nicht zu der Wolfsbegegnung.

Auf dem Video sieht man Erschreckendes. Ein Wolf springt plötzlich aus dem Gebüsch. Der Radfahrer versucht, das Tier abzuschütteln. Mit einem lauten Zisch-Geräusch möchte er das Tier von sich fernhalten. Eigentlich tat der Radfahrer genau das Falsche. Denn Rennen oder schnelle Bewegungen lösen bei Wölfen und auch Hunden in den meisten Fällen Jagdverhalten aus.

Ob das Video mit Absicht oder aus Zufall entstanden ist, ist nicht klar. Doch Experten der Wolfsmeldestelle gehen davon aus, dass das Tier tatsächlich ein Wolf ist. Denn in dieser Gegend halten sich seit geraumer Zeit Wölfe auf. Ihr Verhalten dort ist relativ zahm.

Laut dem niederländischen Sender „Omroep Gelderland“ gab es bereits einige Berichte von Wölfen, die sich Parkbesuchern bis auf wenige Meter näherten. Trotzdem sind Wölfe keine Kuscheltiere und man sollte eine Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Begegnung mit Wölfen in Deutschland

Im Landkreis Rotenburg fährt eine 24-jährige Frau mit ihrem E-Mountainbike zur Arbeit, als sie eine Begegnung mit drei Wölfen macht. In etwa 60 Metern Entfernung entdeckt sie drei Wölfe. Die Wildtiere seien direkt auf sie zugerannt, erzählt die junge Frau. Mit ihrem E-Bike flüchtet sie. Doch die Wölfe lassen sich davon nicht abbringen, verfolgen sie auch auf dem Radweg. Sie kommen immer näher. „Sie sind bis auf vier, fünf Meter herangekommen. Ich habe sie deutlich wahrgenommen und ihren Atem gehört“, so die 24-Jährige.

Sie fährt immer weiter und kann die Tiere so abhängen. Etwa 200 Meter lang sei sie von den Wölfen verfolgt worden. Als die ersten Häuser der nächsten Stadt in Sicht kamen, lassen die Wölfe von ihr ab und bleiben irritiert stehen. Der Turbogang ihres E-Bikes habe sie gerettet, glaubt die 24-Jährige.

Der Wolfsberater Jürgen Cassier habe sich ihr gegenüber zu dem Fall geäußert. Er habe geraten, bei einer Begegnung mit Wölfen stehenzubleiben oder langsam rückwärtszugehen. Dabei sei es auch ratsam, laut zu sein. Abhauen wecke den Jagdtrieb in den Tieren.

Wölfe im Schwarzwald

Inzwischen lässt es sich nicht länger leugnen: Wölfe sind wieder in Baden-Württemberg und auch im Schwarzwald heimisch. Nachdem sie über 150 Jahre lang als ausgestorben galten, wurden sie im Jahr 2000 erstmals wieder in den deutschen Wäldern entdeckt. Doch inzwischen werden die hundeähnlichen Raubtiere immer mehr zum Problem. Jetzt fallen Wölfe im Schwarzwald über ein Tier her.

Nach aktuellem Erkenntnisstand gibt es derzeit im Schwarzwald mindestens drei Wolfsrüden. Was die Naturschützer freut, klingt für viele Menschen in der Region jedoch eher bedrohlich. Ganz besonders in der Landwirtschaft fürchten Bauern derzeit um ihre Nutztiere. Nun fielen Wölfe mitten im Schwarzwald über ein Tier her.

Am vergangenen Sonntag fuhr ein Mountainbiker am frühen Morgen in Richtung Titisee, als er im Gebüsch ein seltsames Rascheln vernahm. In den Medien erzählte der Radfahrer, dass er den Geräuschen anfangs gar keine größere Bedeutung beigemessen habe, doch schon bald konnte er hundeähnliche Tiere ausmachen. Das Besondere dabei: Der Mountainbiker war laut eigener Aussage keine 150 Meter von den Wölfen entfernt. Glücklicherweise nahmen die Raubtiere sofort Reißaus, als sie den Mann bemerkten.

Dass die Wölfe im Schwarzwald über ein Tier herfielen, während ein Mensch in der Nähe war, überraschte den Fahrradfahrer dabei sehr. Er habe bereits zuvor Bekanntschaft mit den Tieren gemacht, erzählte er in den Medien weiter. Im Allgemeinen sollte man bei einem Zusammentreffen mit den Raubtieren vorsichtig sein. Es ist ratsam, sich dabei ähnlich wie der Mountainbiker zu verhalten. Das heißt: laut auf sich aufmerksam machen, um zu zeigen, wer die Kontrolle hat. Weglaufen sollte man - ähnlich wie bei Hunden - nicht.

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