Fahrraddiebstähle sind ärgerlich und alltäglich. Mit der richtigen Art von Fahrradschloss lässt sich in den meisten Fällen erfolgreich verhindern, dass ein Rad gestohlen wird. Je schwerer man es den Dieben macht, umso besser sind die Aussichten, sein Rad zu behalten.
Ein Fahrradschloss ist ratsam, um sein Rad gegen Diebstahl zu sichern. Je hochwertiger ein Rad, umso besser sollte es gegen Diebe geschützt werden. Die Auswahl an Fahrradschlössern ist groß, die Wahl sollte gut überlegt sein.
Schlüssel oder Zahlencode?
Ob ein Zahlenschloss sicherer ist oder ein Fahrradschloss, das mit einem Schlüssel geöffnet wird, daran scheiden sich die Geister. Der Vorteil bei einem Zahlenschloss: Man muss keinen Schlüssel bei sich tragen, kann ihn entsprechend nicht verlieren oder im Schloss abbrechen.
Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ein Langfinger durch Ausprobieren der Zahlenkombination das Schloss knacken könnte. Außerdem sind so gut wie alle Zahlenschlösser bei einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen, weil das Material sich problemlos mit Zange, Säge oder Bolzenschneider durchtrennen ließ.
Fast alle der getesteten Schlösser hatten dabei eine Schwachstelle, die Modelle mit Schlüssel nicht haben. Um Fahrraddieben die Schwachstelle nicht zu verraten, nennen die Tester das konkrete Problem nicht.
Wichtiger als das Schließsystem ist ohnehin das Gewicht: Je dicker und schwerer die Modelle sind, umso hochwertiger sind die Fahrradschlösser in der Regel. Vom Durchmesser des Bügels hängt es ab, wie schwer es ist, das Schloss aufzusägen.
Die Qualität sowohl des Materials als auch des Schließzylinders und Schlosskörpers muss stimmen, denn der beste Stahl nützt nichts, wenn der Schließzylinder leicht zu knacken ist.
Um es Fahrraddieben zusätzlich schwer zu machen, bietet sich die Verwendung von zwei unterschiedlichen Schlosstypen an.
Verschiedene Sicherheitsstufen
Fahrradschlösser gibt es in den unterschiedlichsten Sicherheitsstufen. Häufig ist auf der Verpackung eine Skala angebracht, die anzeigt, wie hoch der Diebstahlschutz des Fahrradschlosses eingeordnet wird: Je höher die Zahl, umso besser der Schutz.
Dabei hat jeder Hersteller seine eigenen Angaben, die von 5 bis 100 Sicherheitsstufen reichen können. Ein Beispiel eines Schlossherstellers, der eine Skala von 1 bis 15 verwendet:
- Die Sicherheitsstufen 1 bis 4 bedeuten: grundlegender Schutz vor Diebstahl in Bereichen mit geringem Risiko.
- Die Sicherheitsstufen 5 bis 9 bedeuten: zusätzliche Sicherheit in Bereichen mit geringem bis mittlerem Risiko.
- Die Sicherheitsstufen 10 bis 15 bedeuten: maximaler Schutz für hochwertige Fahrräder und für Bereiche mit hohem Risiko.
Grundsätzlich gilt: Vor dem Kauf sollte man sich schlaumachen, wie die Sicherheitsstufen der Hersteller des Schlosses zu bewerten sind. Es muss nicht immer gleich ein Fahrradschloss mit der höchsten Sicherheitsstufe sein.
Geht es nur darum, ein einfaches Rad vor Gelegenheitsdieben zu schützen, reicht ein Schloss einer niedrigeren Sicherheitsstufe aus. Handelt es sich hingegen um ein teures Rad, das häufiger unbeaufsichtigt auf der Straße steht, sollte es ein hochwertiges Schloss mit einer möglichst hohen Sicherheitsstufe sein - auch wenn es wahrscheinlich teuer und schwerer ist als andere Schlösser.
Die Fahrradschloss-Arten
Die Auswahl an Fahrradschlössern ist groß. Ein Überblick über die verbreitetsten Arten kann die Wahl erleichtern.
Rahmenschloss
Einige Räder haben ein Rahmenschloss, das direkt in den Rahmen eingebaut ist. Mithilfe eines Rahmenschlosses wird das Hinterrad blockiert. Das verhindert zwar, dass man wegfahren oder dass das Hinterrad ausgebaut werden kann, aber gegen Diebstahl schützt ein Rahmenschloss kaum, weil das Fahrrad einfach weggetragen werden kann. Es sollte nur in Kombination mit einer anderen Fahrradschloss-Art zum Einsatz kommen oder nur für kurze Stopps etwa beim Bäcker, wenn das Rad in Sichtweite ist.
Kabelschloss
Die billigen sind in Sekunden geknackt. Auch teurere Kabelschlösser schützen allenfalls vor Gelegenheitsdieben. Mit einer Zange lässt sich ein Stahlkabel schnell durchtrennen. Allerdings können mit langen Kabelschlössern gut zwei Räder zusammengeschlossen werden. Für den einfachen Transport werden dünne, leichte Spiralkabelschlösser angeboten. Diese sind ebenfalls schnell aufgeschnitten und bieten daher nur einen geringen Schutz gegen Diebstahl.
Panzer- und Kettenschloss
Die Schutzummantelung und die dicken Kettenglieder lassen sich nur mit einigem Aufwand durchtrennen. Ein weiterer Vorteil von Panzer- und Kettenschlössern: Sie sind flexibel und können dadurch überall angeschlossen werden. Allerdings wiegen sie auch recht viel und sind daher schwer zu transportieren.
Bügelschloss
Sie können selbst mit einem Bolzenschneider kaum durchgeschnitten werden und gelten als die sicherste Schlossvariante. Der Nachteil: Sie sind schwer und sperrig. An Bäumen oder dicken Gegenständen lassen sie sich oft nicht befestigen.
Faltschloss
Hochwertige Faltschlösser bieten eine vergleichbare Sicherheit wie Bügelschlösser. Ist das Faltschloss ausreichend lang, können Räder damit zum Beispiel auch an Laternenpfählen befestigt werden.
Sicherheit hat ihren Preis
Hochwertige Bügelschlösser sind am sichersten, wenn das Gewicht keine große Rolle spielt. Aufgrund der eingeschränkten Flexibilität von Bügelschlössern ist es allerdings nicht immer leicht, einen geeigneten Ort zum Anschließen zu finden.
Einen guten Diebstahlschutz bieten auch Faltschlösser sowie Panzer- und Kettenschlösser, wobei das Faltschloss leichter und einfacher zu verstauen ist. Kabel- und Rahmenschlösser eignen sich hingegen lediglich als kurzfristige oder zusätzliche Wegfahrsperre.
Der Preis eines guten Schlosses hängt von der Fahrradschloss-Art und der Qualität ab. Ein einfaches Kabelschloss gibt es schon für unter 10 Euro. Gute Schlösser fangen ab 50 Euro an. Für teure Räder, die längere Zeit draußen stehen, sollte man um die 100 Euro oder mehr investieren.
Nicht immer bedeutet ein deutlich höherer Preis auch deutlich mehr Sicherheit. Einen Überblick über die derzeit besten Fahrradschlösser bietet die Stiftung Warentest.
Richtiges Abschließen
Neben dem Schloss erhöhen weitere Faktoren die Sicherheit. So sollte man sein Rad am besten immer an gut beleuchteten und belebten Orten anschließen - selbst, wenn man nur kurz abwesend ist.
Ein Tipp: Das Schloss sollte nicht auf dem Boden aufliegen, weil es sich dann leicht mit Hammer und Meißel aufbrechen lässt. Außerdem sollte die Schließöffnung beim Abschließen nach unten zeigen, weil das den Einsatz eines Dietrichs erschwert.
Das Schloss sollte nicht nur am Fahrrad befestigt sein, sondern gleichzeitig immer auch an einem fest verankerten Gegenstand, zum Beispiel an einem Fahrradständer. Dadurch kann ein Dieb das Fahrrad nicht einfach abtransportieren, um das Schloss an einem sicheren Ort zu knacken.
Ist kein Fahrradständer in der Nähe, tut es unter Umständen auch eine Straßenlaterne, ein Straßenschild oder ein Zaun. Hierbei sollte man darauf achten, dass das Anschließen eines Fahrrads erlaubt ist und niemand dadurch behindert wird.
Wichtig ist zudem, das Sicherheitsschloss nicht nur durch das Vorder- oder das Hinterrad zu ziehen, sondern auch den Rahmen mit anzuschließen.
Was tun, wenn das Rad weg ist?
Egal, ob ein Rad doppelt gesichert ist oder nur mit einem einfachen Kabelschloss: Kommt es weg, kann die Hausratversicherung helfen - jedenfalls dann, wenn Fahrräder ausdrücklich mitversichert sind.
Dann zahlt die Versicherung auch, wenn das Rad draußen gestohlen wird, etwa aus dem Fahrradständer vorm Büro oder auch vor der Haustür. Konkrete Vorschriften zum Schloss machen Hausratversicherer - anders als reine Fahrradversicherungen - in der Regel nicht.
Auch Hausratpolicen ohne Fahrradeinschluss können hilfreich sein: werden Räder aus der Wohnung oder aus dem Keller gestohlen, leisten auch sie.
Testergebnisse Stiftung Warentest
Nachdem die Tester vor einem Jahr verschiedene "Schlüssel-Schlösser" ins Prüflabor schickten, waren dieses Mal acht Modelle mit Zahlencode dran. Das Ergebnis: "Katastrophal", so "Warentest". Egal, ob Panzerkabel-, Bügel-, Ketten- oder Kabelschloss - alle Zahlenschlösser ließen sich im Test in rund 20 Sekunden knacken. Unabhängig davon, ob es sich um ein billiges No-Name-Produkt für 8 Euro handelte oder um ein teureres Markenschloss für über 40 Euro.
Am Schließsystem selbst lag das übrigens nicht, die Code-Verriegelung wirkte stets zuverlässig. Angreifbar war allerdings das Material selbst, der brachialen Gewalt von Bolzenschneidern, Sägen oder Zangen konnte kein Schloss dauerhaft standhalten.
Dabei offenbarten die meisten Zahlenschlösser eine Schwachstelle, die andere Schlösser nicht haben. Wo die genau liegt, wollte die Stiftung Warentest aber sicherheitshalber nicht verraten.
Im Prüflabor blieb sie weder dem Profitester verborgen noch zwei ungeschulten Schlossknackern. Mit viel Zeit und dem richtigen Werkzeug bekommt man jedes Schloss auf. Meistens sind die Diebe aber in Eile. Ein gutes Schloss sollte Aufbruchsversuchen mindestens drei Minuten standhalten. Am ehesten schaffen das massive Bügelschlösser, zeigt die Erfahrung aus den letzten Tests.
Leere Versprechungen
Auf die Sicherheitsklassifizierungen der Hersteller kann man sich beim Kauf offenbar nicht verlassen. Nicht nur, weil jede Marke ihre eigene Sicherheitsskala hat, sondern auch, weil die Angaben nicht unbedingt zuverlässig sind, monieren die Warentester.
Das "Hochsicherheits-Bügelschloss" von Profex beispielsweise hat Schutzlevel fünf von fünf - war aber in 10 Sekunden geknackt. Bei einem Preis von 8 Euro wäre alles andere aber auch eine Überraschung gewesen. Doppelt so lange brauchten die Tester für das Seilschloss von Fischer für 22 Euro. Bei Sicherheitsstufe sieben von neun ("maximum security level") sollte mehr drin sein.
Wer ein zuverlässiges Schloss sucht, muss nicht nur viel Gewicht mit sich herumtragen, sondern auch etwas Geld in die Hand nehmen - 80 Euro kosteten die beiden Testsieger aus dem letzten Jahr: das Abus Granit-Xplus und das Strongman von Knog.
Beides sind allerdings Bügelschlösser und als solche schlecht geeignet, um auch die Laufräder zu sichern. Dafür bietet sich ein extra Kabel an, das mit dem Bügelschloss kombiniert wird. Lässt man ein gutes Rad längere Zeit aus den Augen, empfiehlt sich eine doppelte Sicherung mit Bügelschloss für den Rahmen und zusätzlichem Kettenschloss. Das dürfte nicht nur Gelegenheitsdiebe abschrecken.
Auch auf professionellere Schlossknacker hätten oft nur das Werkzeug für einen bestimmten Typ von Schlössern dabei, so "Warentest".
Empfehlungen für Fahrrad-Zahlenschlösser 2025
Hier ist eine Übersicht von empfohlenen Fahrrad-Zahlenschlössern für das Jahr 2025, basierend auf verschiedenen Tests und Kundenbewertungen:
| Produkt | Typ | Sicherheitsstufe | Besonderheiten | Empfohlen für |
|---|---|---|---|---|
| ABUS Kettenschloss Tresor 1385/75 | Kettenschloss | 6 | Abtastschutz, gehärteter Stahl, Farbauswahl | Alltags-Radler |
| Dunlop Zahlenkettenschloss | Kettenschloss | 8 | 5-stellig, 100 cm Länge, gehärteter Stahl | Flexibles Abschließen, mehrere Fahrräder |
| ABUS Bordo Combo Light | Faltschloss | 9 | Mit Halterung, kompakt, weiche Ummantelung | Unkomplizierte Handhabung |
| Kryptonite Combo Bike Bügelschloss Standard | Bügelschloss | - | Einfache Bedienung, gehärteter Stahl | Sicheres Abschließen in der Stadt |
| Nean Fahrradschloss | Kettenschloss | Hoch | Wetterfest, rostfreier Stahl, 5-stellig | Ganzjähriges Parken im Freien |
| ABUS Kabelschloss 3406C | Kabelschloss | 1 | Sehr leicht, kompakt, günstig | Leichter Schutz, geringes Diebstahlrisiko |
| Kohlburg Kabelschloss | Kabelschloss | - | Extra lang (2 Meter), vielseitig einsetzbar | Mehrere Fahrräder, sperrige Anhänger |
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